"Stadt der Illusionen" - und damit meine ich gar nicht die Hauptrollen, die leisten Gediegenes und das ist schon eine Menge wert. Vieles spielt sich in diesem Film im Hintergrund ab und würde in vielen Fällen auch so abgehandelt werden - nicht bei diesem Film. Allein der auf Schallplatte abgespielte Macbeth-Monolog, von dem man nach den ersten Zeilen nur noch Bruchstücke im Hintergrund hört, der aber von Walter Suessenguth mit klassischem Theaterduktus gesprochen wurde. Oder die prachtvolle Diskussion zwischen Produzent und Regisseur, die sich immer weiter steigert und bei der sogar herrliche Alltagsbrocken zu hören sind wie "Ich kann's Ihnen doch nicht in die Nase blasen" (es dreht sich um Geld). MGM und ein Cameo von Erik Ode - da kann es kaum einen Zweifel geben, dass er die Feder führte und dabei hat er sich richtig ins Zeug gelegt.
Katrin Miclette als Connie Corleone in der ersten Synchro von Der Pate. Sachen wie häusliche Gewalt überzeugend zu Spielen ist schon eine Herausforderung, das ganze dann aber in einem abgedunkelten Raum zu machen und in Bruchstücken (die Szenen wurde ja nicht in einem durchsynchronisiert) umso herausfordernder. Alle Takes mit der gleichen Energie einzusprechen und in kürzester Zeit von 0 auf 100 zu springen kann nicht leicht gewesen sein und Frau Miclette hat für diese Performance jede Anerkennung verdient, die sie kriegen kann!
"Schuld und Sühne" (1956) ist eine gediegene, münchner Synchronisation - gute Schauspieler mit Charakterstimmen, bei denen es beinahe schwer wäre, jemanden besonders herauszuheben. Aber Hans Hessling hat sich das mehr als redlich verdient. Das (leider in der deutschen Fassung um einige harte Sequenzen verkürzte) Porträt eines Alkoholikers, das wie eine komische Seitenrolle beginnt und sich binnen weniger Minuten zu einer tragischen Meisterleistung steigert. Selbstmitleid ist eigentlich ein sicherer Weg, um den Zuschauer auf Distanz zu bringen, aber die Sanftheit und Ehrlichkeit, mit der Hessling hier spricht, treibt mir die Tränen in die Augen. Ein leichtes Nuscheln, wie der Alkohol es mit sich bringt, ohne eine Sekunde zu übertreiben oder gar karikierend zu wirken; oft bricht die Stimme für einen Augenblick weg - fast möchte ich vermuten, dass Hessling wusste, wovon er da sprach (es spielt keine Rolle, ob das so ist oder nicht). Wenige Synchronrollen haben mich spontan so berührt.
Ich weiß leider nicht, wie die Regel hier für anderssprachige Synchros ist, aber eine Sternstunde aus dem internationalen Raum ist auf jeden Fall Cicely Browne als englische Stimme von Helena Markos in Suspiria.