Ich höre nicht die entfernteste Ähnlichkeit zwischen beiden. Mag sein, dass das daran liegt, dass ich mit "Peter Shaw" groß geworden bin, aber auch vom Stimmtyp sind das für mich zwei völlig andere Kategorien.
Also, ich denke, ganz so völlig auseinander wie zum Beispiel K.-Dieter Klebsch und Santiago Ziesmer, Wolfgang Ziffer und Reiner Schöne oder Tilo Schmitz und Timmo Niesner sind sie offensichtlich zumindest "sicherlich" nicht.
Wird dann halt schwierig, "völlig" noch mit Superlativen zu toppen, wenn man Hohlbein und Wawrczeck schon als Dead End in Sachen Auseinanderliegen einstuft. 🤷🏻♂️
Feinheiten sind nochmal ne andere Sache, aber ich denke, dass auch viele mitgehen werden, wenn man zum Beispiel Roland Hemmo und Bernd Rumpf für Alfred Molina viel eher als völlig unterschiedliche Stimmtypen bezeichnen würde. Als ein Beispiel, wo aber trotzdem keiner besonders hoch oder tief klang.
Hohlbein und Wawrczeck haben zumindest schonmal die Gemeinsamkeit, dass keiner von beiden tief oder viel cooler oder trockener als der andere klingt. Nicht umsonst stellte hier ja auch einer folgerichtig fest, dass alle tiefen Stimmen für Oswalt kaum vorstellbar sind - was im Rückschluss ja bedeutet, dass auch keine Stammkraft in diese riesige Kategorie fällt, wo es dann erst wirklich auseinander driften würde.
Ich persönlich höre darüber hinaus aber auch noch mehr Parallelen. Dass der eine kaltschnäuziger als der andere wirken mag, schließt das nicht aus.
Das ist ein Dead End. Das sind völlig unterschiedliche Stimmen. Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass sie eher hell sind und keine nennenswerten Bass-Anteile haben. Und damit klingt Holbein leicht heiser, belegt und etwas kratzig, während Wawrczeck sehr klar, glatt und fast feminin klingt.
Zitat von Jacques Naurice im Beitrag #92Also, ich denke, ganz so völlig auseinander wie zum Beispiel K.-Dieter Klebsch und Santiago Ziesmer, Wolfgang Ziffer und Reiner Schöne oder Tilo Schmitz und Timmo Niesner sind sie offensichtlich zumindest "sicherlich" nicht.
Ich könnte mich irren, aber bringst du diese Extrembeispiele (vor allem Ziesmer und Schmitz) nicht regelmäßig?
So oder so, es ist nicht zielführend. Man muss nicht zwangsläufig an den Enden eines Hufeisens herumkratzen, um verschiedene Stimmkategorien zu finden.
Zitat von Jacques Naurice im Beitrag #92Wird dann halt schwierig, "völlig" noch mit Superlativen zu toppen, wenn man Hohlbein und Wawrczeck schon als Dead End in Sachen Auseinanderliegen einstuft.
Mit "Dead Ends" argumentierst, wie gesagt, du gerade, indem du absurde Vergleiche wie Schmitz und Niesner ins Spiel bringst.
Darfst aber gern erläutern, warum du bei Hohlbein statt Wawrczeck eine Imitation witterst. Beide haben hohe Stimmen, das stimmt. Aber das reicht beileibe nicht aus, um sie in einen Topf zu werfen.
Eine Imitation würd bedeuten, dass Hohlbein Wawrczeck nachahmen würde. Also sozusagen "Hohlbein, der versucht wie Wawrczeck zu sprechen und zu klingen, der wiederum Oswalt synchronisieren würde". Das hatten wir etwa mal bei Thomas Nero Wolff bezogen auf die Trailer-Synchros mit Tom Hanks, aber das hier ist doch was ganz anderes.
Es wird Hohlbein besetzt, weil er vom Typ her nicht weit weg von Wawrczeck ist. Hohlbein synchronisiert jedoch Oswalt auf seine Art und Weise. Wawrczeck hat er dabei nie versucht zu imitieren.
Der These, dass zwei nicht identische Stimmen dann auch sofort automatisch nicht ähnlich oder "völlig unterschiedlich" sind, werde ich mich nicht anschließen.
Hohlbein wurde nicht allzu oft für irgendwen etabliert und ist auch nicht ständig überall präsent. Wenn man das dann aber bei einem Serien-Nebendarsteller macht, obwohl er es in der ursprünglichen Serie, die ihn bekannt machte, noch nichtmal war, dann "aus Gründen".
Und "Lass mal grade hier Hans Hohlbein nehmen, weil er ... wait for it .... völlig anders klingt" war zumindest ganz bestimmt nicht der Grund.
Vor allem, nachdem aus der Serie ja sowohl Thomas Karallus als auch mehr als einmal Eckart Dux dann außerhalb Hamburgs weitergeführt wurden, soll die vermehrte Besetzung von Hohlbein jetzt quasi "blanker Zufall" gewesen sein, obwohl Oswalt den Fans ganz genauso im Ohr liegt?
Wir reden hier nicht von Kluckert, Röth, Vollbrecht, Eichel oder DSF. Auf Hohlbein kommst Du nicht irgendwie durch "Zufall". Dafür ist die Stimme letztlich auch allgemein zu speziell und nicht alltäglich. Hohlbein war ja quasi der Wolfgang Ziffer der nächsten Generation.
Und ja ... auch mein Erstkontakt mit Wawrczeck war er als Kinderstimme (allerdings nicht ???) ...
Mit Imitation habe ich hier den Ansatz gemeint, dass man eine möglichst (!) ähnlich klingende Stimme wählte, nicht das Spiel von Hohlbein.
Ich habe ja sogar eingangs gleich erwähnt, dass er m. E. eben von Natur aus ähnlich klingt.
Da ist die Nachahmung also nur ein Versuch bei der Besetzungspolitik. Das ist was anderes, als wenn der Sprecher versucht, die Stimme eines Kollegen zu imitieren (Egger/Danneberg).
Einfaches Beispiel: Christian Schult klingt Rolf Schult wirklich sehr ähnlich. Wenn man ihn besetzt, um an Schult zu erinnern, versucht man also durch die bloße Besetzung den Effekt zu imitieren, den Rolf Schult beim Publikum erzielte. Kaspar Eichel hingegen klingt Schult zumindest keinesfalls ähnlicher als Hohlbein und Wawrczeck sich ähneln - wobei aber eben obendrein der deutliche Unterschied zu merken ist, dass man Eichel mit auf den Weg gegeben hat "den Schult zu machen", während Hohlbein ja nicht in eine Richtung gebürstet wurde, sondern einfach so klingt, wie er klingt.
Und selbst, wenn er damit, eurer Meinung nach, Lichtjahre von Wawrczeck weg ist, ist er halt trotzdem offensichtlich immer noch Lichtjahre näher an ihm dran als viele, viele andere. 🤷🏻♂️
Kann man natürlich widerlegen, indem man überzeugend 5-10 Sprecher aufzählt, die angeblich näher an Warczeck wären und vom Alter her ebenfalls passen. Das wird selbst, nein, GERADE unter den Leuten, die Oswalt tatsächlich mal gesprochen haben, voraussichtlich recht schwer - und das ist ja genau der springende Punkt.
Also, wer z. B. Malzacher, Schaale, Krause, Völger oder Taschner einem Wawrczeck ähnlicher als Hohlbein findet, der - um es mal mit einem Zitat aus der Brandt-Ära zu sagen - "hat für mich was an den Ohren". Sie sind teils weiter, teils viel weiter von Wawrczeck weg, wenngleich sie zum Teil vielleicht Hohlbein mehr als Wawrczeck ähneln mögen ... aber darum geht es hier ja nicht.
Zitat Es wird Hohlbein besetzt, weil er vom Typ her nicht weit weg von Wawrczeck ist. Hohlbein synchronisiert jedoch Oswalt auf seine Art und Weise. Wawrczeck hat er dabei nie versucht zu imitieren.
Nicht nur vom Typ, sondern auch der Stimmfarbe und Dynamik her, aber im Wesentlichen exakt korrekt und auch genau das, was ich meinte.🤷🏻♂️✅ #nichtweitweg👈🏻
Ist für die Frage, ob Hohlbein über gut 20 Jahre hinweg langsam aber sicher in zig Rollen etabliert wurde, nachdem Oswalt in weit über 100 Folgen "King of Queens" bekannt geworden war, allerdings auch völlig unerheblich.
Wer "zuerst da" war, beweist mal gar nix. Es sei denn, das wäre auch seine "signature"-Rolle gewesen. Aber dann würde es deswegen was beweisen und auch nicht, weil "Erster!" ...
Erschwerend kommt noch oben drauf, dass Hohlbein über die gesamten 2010er hinweg doch relativ wenige Einsätze hatte, während man zunächst mal Wawrczeck, gerade über die 2010er hinweg, für zig Seriengastrollen ranholte. Doch statt Malzacher & Co., die zwischenzeitlich vor allem durch Filme zumindest präsenter als Hohlbein waren, schwenkte man dann irgendwann wieder zu Hohlbein zurück. Im Serien-Bereich hast Du ganz klar einen Schwerpunkt auf Wawrczeck (und vor ihm keinen), der dann irgendwann spät von Hohlbein abgelöst wird.
Mal davon abgesehen widerlegt das ja die Ähnlichkeit der beiden aber eh auch nicht, sondern bestätigt sie eher sogar noch zusätzlich, wenn man schon so rangehen will ... ... denn, ob Wawrczeck nun wegen Hohlbein besetzt wurde oder umgekehrt, führt zumindest zu dem Ergebnis, dass sie eben genau nicht völlig verschieden sind.
Wenn Du ein Foto von Oswalt rumzeigst, werden ihn die meisten aber zuvorderst mit "King of Queens" assoziieren, ein paar natürlich mit neueren Serien - und mit "Magnolia" auf Platz 1 fast keine Sau oder generell fast keine Sau.
Wenn Arnold Marquis in "Hannibal" (1959) nicht Victor Mature, sondern Bud Spencer gesprochen hätte, kannste Dich natürlich dann auch in den 70ern hinstellen und sagen, dass es "folgerichtig" war, Wolfgang Hess wieder durch ihn zu ersetzen und, dass man auch Benno Hoffmann und Alexander Welbat angeblich nur wegen Marquis besetzt hat 🤡. Oder später dann halt schön so tun, als hätte alles "von Anfang an, schon 'seit Jahrzehnten' einen größeren Sinn" gehabt und jeder sonst würde das "große Ganze" einfach nur nicht sehen. Ändert halt bloß nichts daran, dass trotzdem die meisten Hess mit Bud Spencer assoziieren oder als Erstkontakt hatten - und das zählt. (Ironischerweise hatte Marquis in der Erstsynchro von "Vier für ein Ave Maria" ja auch tatsächlich einen Einsatz kurz vor Hess.🤣 Wenn auch nur knapp vorher, und die "Ansprüche", die sich daraus ableiten lassen, sind richtigerweise trotzdem weiterhin null.)
Zufall oder Pragmatik bei der Besetzung haben mit Folgerichtigkeit nichts zu tun - und auch nicht mit notwendiger oder durchdachter Kontinuität. Und mit Kausalität erst recht nicht. 🤷🏻♂️ Ansonsten wären Kausalität und Korrelation halt dasselbe. Mag der Film nun "Magnolia" oder "Hannibal" heißen, oder "Vier für ein Ave Maria".