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Dieses Thema hat 253 Antworten
und wurde 35.708 mal aufgerufen
 Allgemeines
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Jacques Naurice


Beiträge: 358

10.06.2026 23:10
#241 RE: Wenn man vertraute Stimmen nicht erkennt Zitat · Antworten

Zitat von berti im Beitrag #240
Zitat von Doctor Mysterio im Beitrag #239
Warum macht er eigentlich kein Synchron mehr? Gerade jetzt wo die markanten Stimmen in den höheren Altersklassen rarer werden und man immer öfter die üblichen Verdächtigen besetzt, wäre es schön, ihn wieder irgendwo zu hören.

In der Vergangenheit wurde vermutet, dass Christian Schult seinem Vater zwar stimmlich sehr ähnele, ihm aber schauspielerisch nicht das Wasser reichen könne.
Da besetzt man im Zweifel wohl lieber einen Profi wie Kaspar Eichel ...



Mein Hauptproblem mit Eichel als Ersatz für Rolf Schult ist dummerweise aber gerade, dass er Rolf Schult schauspielerisch nicht das Wasser reichen kann. 🤷🏻‍♂️🤣
Was vor allem bei extrem großen Nummern wie Robert Redford einfach nur schmerzt.

Ob Christian Schult schauspielerisch nun besser ist, ändert da relativ wenig dran.
Erheblich cooler ist er allerdings zumindest auf alle Fälle; dafür reicht Richard Belzer allein schon als Beleg, wo ich ihn tatsächlich auch etwas lieber als Tennstedt mag, obwohl ich eher "Homicide" als "SVU" schaue.

Eichel für Redford ist bestenfalls so, als würde man Bernd Egger für John Cleese besetzen.
Und das ist ein wirklich wohlwollender Vergleich.
Das "bestenfalls" kann man da doppelt unterstreichen.

Zu langweilig.
Zu blutleer.

Ludo


Beiträge: 1.723

11.06.2026 16:14
#242 RE: Wenn man vertraute Stimmen nicht erkennt Zitat · Antworten

Ich finde so Aussagen wie "Kaspar Eichel bzw. Christian Schult können Rolf Schult/seinem Vater nicht das Wasser reichen/sind schauspielerisch nicht auf demselben Niveau" erstens ziemlich respektlos, davon mal abgesehen, würde ich mal gerne wissen an welchen Kriterien man das festmacht oder bemessen kann. Das hängt ja ganz stark von der Rolle ab. Dann müsste man ja jede einzelne Rolle von Eichel/Schult jr. kennen um das dann mit jeder einzelnen Rolle von Schult sr. vergleichen zu können? Ist eine solche Aussage dann nicht doch eigentlich immer sehr pauschal dahergesagt?

Silenzio
Moderator

Beiträge: 22.812

11.06.2026 16:30
#243 RE: Wenn man vertraute Stimmen nicht erkennt Zitat · Antworten

Interessant war ja in der Hinsicht die Besetzung von Kaspar Eichel für Donald Sutherland in der späten DEFA Synchro "Steelyard Blues". Passte super. Eichel noch ohne theatralischen Klang und schön schnoddrig.

Koboldsky


Beiträge: 3.781

11.06.2026 19:02
#244 RE: Wenn man vertraute Stimmen nicht erkennt Zitat · Antworten

Zitat von Jacques Naurice im Beitrag #241
Eichel für Redford ist bestenfalls so, als würde man Bernd Egger für John Cleese besetzen.

Uff, nee. Bin selber kein Fan von Eichel auf Redford, aber er passt wenigstens noch vom Stimmalter her.
Der gerade mal 42-jährige Bernd Egger für den 86-jährigen (!) John Cleese wäre dagegen eine absolute Katastrophe und ich bin froh, dass das noch nie ausprobiert wurde.

Jacques Naurice


Beiträge: 358

22.06.2026 15:00
#245 RE: Wenn man vertraute Stimmen nicht erkennt Zitat · Antworten

Kann man so und so sehen.
Ich würde es eher so framen, dass man Egger wenigstens komplett anmerkt, wie er sich leidenschaftlich reinkniet, wohingegen Eichel als Schult-Ersatz immer so nen "Klingt ähnlich genug, ratter's mal runter, merkt eh keiner."-Charakter hat.

Und zum Thema "Respektlosigkeit":

Warum soll man denn zum Beispiel über Kai Wulff oder Krumpholz meckern dürfen, aber über Eichel nicht? Zwei-Klassen-Gesellschaft?
(Krumpholz habe ich letztens mal für Benoit Poelvoorde gehört ... das war besser als fast alles, was ich von Eichel seit der "Von Löwen und Lämmern"-Zeit für wen auch immer gehört habe ... allein schon deswegen, weil Du wirklich merktest, wen er spielte und er es nicht im ewigen Gleichklang runtersprach ... und Poelvoorde ist schwer und ich bin da eigentlich auch Fundamentalist, was Röth betrifft, wenn schon nicht Ulrich Frank, der m. E. perfekt war).

Was ich respektlos finde, ist Eichel für Redford zu besetzen.
Gegenüber Redford. 🤷🏻‍♂️
Dafür muss es keine Synchro aus Los Angeles oder mit Promis sein.

Eichel war super für Michael Parks.

Was mich tatsächlich mal interessieren würde, ist, ob Christian Schult sich vielleicht auch irgendwann einfach aktiv geweigert hat, immer nur als Double für seinen Vater herzuhalten.
Vielleicht auch, weil er das einfach peinlich fand, vor allem angesichts dessen, wie man Rolf Schult damals abserviert hat.

Sowas kann auch cool sein, außer, wenn halt einer dazwischenfunkt, der es dann doch oder ggf. billiger macht und das ganze Ansinnen somit konterkariert.
Hier gab es sogar Leute, die damals gemeckert haben, als Berenz in "Akte X" Duchovny übernommen hat. Im Vergleich zur Ausbootung von Rolf Schult war das doch der reinste Witz, sorry.
Völz hatte eine Haltung und hat gesagt, dass er es anderenfalls nicht macht - genau wie die Netflix-Boykotteure heute.
Schult hatte Bock, aber wurde schlichtweg gecancelt. Und ehe eventuelle Proteste hörbar gewesen wären (so wie z. B. bei Kevin James nach dem Hitch-Trailer) war halt jemand da, der ihm den Rückweg verbaute.
Da brauche ich das ewige Fass mit Marcus Offs Einspringen für David Nathan gar nicht erst nochmal aufmachen.

Ich diskutiere da auch nicht, ob Schult noch "in der Lage" war. So sehr wie Blumhagen, Thormann oder Eckart Dux in ihren finalen Rollen auf alle Fälle.
Schult brauchte niemanden, der ihm erklärt, dass es Zeit ist in Rente zu gehen oder, dass ein Jüngerer es besser kann.
Es hätte maximal etwas besonderen Einsatz gebraucht, um es zu ermöglichen - wie heute bei Kerzel.

Man stelle sich mal vor, Brückner wird morgen gecancelt.
Auf den Applaus für dDe Niros "neue Stimme", während alle wissen, dass Brückner noch könnte, freue ich mich schon. 🤡
Von Alter, Relevanz, Prägnanz und Stimmcharakter her der aus heutiger Sicht perfekte Vergleich.

dlh


Beiträge: 16.089

22.06.2026 15:42
#246 RE: Wenn man vertraute Stimmen nicht erkennt Zitat · Antworten

Zitat von Jacques Naurice im Beitrag #245
Schult hatte Bock, aber wurde schlichtweg gecancelt. Und ehe eventuelle Proteste hörbar gewesen wären (so wie z. B. bei Kevin James nach dem Hitch-Trailer) war halt jemand da, der ihm den Rückweg verbaute.

Wo und wann wurde er gecancelt? Soweit ich weiß, hat er aufgehört, weil er sich mit den ganzen Arbeitsbedingungen (Probesprechen, Geheimhaltungsverträge etc.) nicht (mehr) anfreunden konnte - übrigens nicht zum ersten Mal (siehe "Star Trek - TNG").

Jacques Naurice


Beiträge: 358

22.06.2026 15:55
#247 RE: Wenn man vertraute Stimmen nicht erkennt Zitat · Antworten

Selbst wenn, gab es ja offensichtlich Potenzial, ihn mit guten Arbeitsbedingungen zu halten. Siehe "Rückkehr" nach "Star Trek" ... 🤷🏻‍♂️

Es soll auch schon alte Sprecher gegeben haben, die man in ihrem Wohnzimmer aufgenommen hat ...

Zudem können nervige Arbeitsbedingungen halt auch sein, wenn Dir ständig ein Supervisor reinlabert, was damals ja Hochkonjunktur hatte.
Dann ist das Problem aber der Supervisor.

Du hast einem seit Jahrzehnten eingesetzten Sprecher im Studio genauso wenig die Welt zu erklären, wie Du auch die Klappe halten würdest, wenn Redford selbst vor Dir stünde.
Raffen viele Supervisor halt nicht.

Es geht hier im Endeffekt wirklich nur darum, wie viel oder wenig Schult einem wert war und welches Entgegenkommen hier aus Wertschätzung zu resultieren vermochte oder eben nicht.
Die Bedingungen, die er sich wünschte, hätte man ihm ggf. auch schaffen können.

Das Ganze würde also nichts am Prinzip ändern.
Lässt man einen Granden fallen, ist es Canceln.

Ich habe die Story aber auch etwas anders in Erinnerung.
Ist etwa 20 Jahre her.

Stefan der DEFA-Fan



Beiträge: 16.186

22.06.2026 16:00
#248 RE: Wenn man vertraute Stimmen nicht erkennt Zitat · Antworten

Wie wär's, wenn alle mal zum Thema zurück kehren könnten, statt ihren Frust runterzuschreiben und irgendwelche Vorwürfe zu machen (siehe "Zwei-Klassen-Gesellschaft" - gnadenlos überzogene Formulierung) oder Behauptungen aufzustellen (oder kannte jemand hier Rolf Schult persönlich und weiß sicher, wie es damals abgelaufen ist)?
Solche Diskussionen, wenn sie schon geführt werden müssen, sollten in einen anderen Thread verlagert werden.
Generell aber sollte auf alle Formulierungen verzichtet werden, die jemand beleidigen können. Und wenn jemand auf Kai Wulff schimpft, ist es definitiv die falsche Schlussfolgerung, dass es dann gestattet ist, auch über Andere kränkende Statements abzugeben.
Das ist zumindest meine Meinung.

Jacques Naurice


Beiträge: 358

22.06.2026 16:16
#249 RE: Wenn man vertraute Stimmen nicht erkennt Zitat · Antworten

Hier wurden keine "Behauptungen" aufgestellt.
Es gab bei Rolf Schult kein Szenario der Gestalt von "Das wird jetzt mein letzter Film und dann höre ich auf."
Und das wurde als Grundlage für meine Argumentation allein schon völlig genügen - was ein entscheidender Punkt ist.

Vielmehr ist es ein Irrglaube, zu denken, dass es zu einem Thema kein Rederecht gibt, solange nicht jedes Detail geklärt ist.

Es geht um das Prinzip.
Die Einzelheiten sind dann völlig unerheblich und eine Phantom-Diskussion, die in die Irre führt.

Wenn einem das Auto geklaut wird, sagst Du ja auch nicht, dass man es erst dann "Diebstahl" nennen darf, wenn geklärt ist, wer es war und wie genau es abgelaufen ist.
Ein Diebstahl ist es auch schon vorher. Von Anfang an.

Und im Allgemeinen ist es doch eigentlich ganz schön, wenn sich Diskussionen frei entfalten können. Hat irgendwie was von Demokratie. 🤷🏻‍♂️

Aber das Thema hier ist für mich jetzt trotzdem auserzählt.
Da lässt sich nichts mehr retten. Rolf Schult lebt nicht mehr. Relevanz hat es eigentlich nur noch, damit sowas nicht nochmal passiert. Der Punkt allerdings lohnt eben auch.

Nur hasse ich Blockwart-Diskussionen.

Und by the way ... das mit dem "das Wasser reichen können" kam nicht von mir, sondern war ein Vorwurf gegen Christian Schult, den ich aufgegriffen und den Spieß umgedreht habe, um ihn dagegen zu verteidigen.
Und nein, Kai Wulff zu beschimpfen sollte kein Freifahrtschein sein. Kritik an JEDEM Künstler muss allerdings erlaubt sein - auch strenge. Und auch die Frage, warum manche dagegen eben direkt verteidigt werden und andere (wie Wulff) selbst gegen das Dreifache dann aber nicht, muss man stellen dürfen.

Die Schwarm-Geschichtsschreibung sagt zu dem Fall übrigens Folgendes:
"Nachdem Schult 2007 den Trailer zu Von Löwen und Lämmern synchronisiert hatte, befand ein US-amerikanischer Supervisor die Stimme für Redford zu tief, so dass dieser von Kaspar Eichel synchronisiert wurde."

Stefan der DEFA-Fan



Beiträge: 16.186

22.06.2026 17:04
#250 RE: Wenn man vertraute Stimmen nicht erkennt Zitat · Antworten

Hat alles mit diesem Thread nichts zu tun.

Tino



Beiträge: 101

22.06.2026 17:19
#251 RE: Wenn man vertraute Stimmen nicht erkennt Zitat · Antworten

Zitat von dlh im Beitrag #246
Zitat von Jacques Naurice im Beitrag #245
Schult hatte Bock, aber wurde schlichtweg gecancelt. Und ehe eventuelle Proteste hörbar gewesen wären (so wie z. B. bei Kevin James nach dem Hitch-Trailer) war halt jemand da, der ihm den Rückweg verbaute.

Wo und wann wurde er gecancelt? Soweit ich weiß, hat er aufgehört, weil er sich mit den ganzen Arbeitsbedingungen (Probesprechen, Geheimhaltungsverträge etc.) nicht (mehr) anfreunden konnte - übrigens nicht zum ersten Mal (siehe "Star Trek - TNG").


Ich habe eben noch mal in ein unveröffentlichtes Audio-Interview mit Rolf Schult von 2009 oder 2010 reingehört, das mir vor Jahren mal zugespielt wurde. Auf diese Sache mit "Von Löwen und Lämmern" angesprochen, meinte Rolf Schult, er wüsste gar nicht mehr, warum man ihn da nicht für Redford besetzt habe und was da genau los war. Das habe er nie erfahren. Aber Lust hätte er wohl schon gehabt, kann man dem entnehmen, daran schien es wirklich nicht gelegen zu haben.

dlh


Beiträge: 16.089

22.06.2026 17:24
#252 RE: Wenn man vertraute Stimmen nicht erkennt Zitat · Antworten

Danke euch für die Richtigstellung, da unterlag ich lange einem Irrtum. (Als "Canceln" würde ich das Geschehene aber weiterhin nicht bezeichnen; mir persönlich wird aber auch zuviel Verschiedenes unter diesem Kampfbegriff vermengt.)

Ludo


Beiträge: 1.723

22.06.2026 23:17
#253 RE: Wenn man vertraute Stimmen nicht erkennt Zitat · Antworten

Also...ich finde immer sehr interessant, dass einige hier offenbar immer ganz genau wissen, wie es hinter den Kulissen abgelaufen sein muss.


(Damit meine ich nicht dich Tino, du hast ja genau geschrieben, woher du die Information hast. Mal rein interessehalber: ist geplant, dass das Video mit Schult eines Tages veröffentlicht wird?)

Koboldsky


Beiträge: 3.781

23.06.2026 18:42
#254 RE: Wenn man vertraute Stimmen nicht erkennt Zitat · Antworten

Zitat von Jacques Naurice im Beitrag #249
Und nein, Kai Wulff zu beschimpfen sollte kein Freifahrtschein sein. Kritik an JEDEM Künstler muss allerdings erlaubt sein - auch strenge. Und auch die Frage, warum manche dagegen eben direkt verteidigt werden und andere (wie Wulff) selbst gegen das Dreifache dann aber nicht, muss man stellen dürfen.

Ach ja: Ich find Kai Wulff schauspielerisch gar nicht so übel.

Er hat halt nur leider das Pech, oft in qualitativ ziemlich fragwürdigen US-Synchros zu landen – oft ist er in diesen Synchros aber sogar der einzige Lichtblick.
Das Einzige, was mir auffällt, sind die tw. merkwürdigen Betonungen. Hat stellenweise ein bisschen was von Diane Kruger, wenn sie sich selbst synchronisiert (Man hört einfach, dass er schon ewig in den USA lebt und das Englische schon sehr auf seine Sprachmelodie abfärbt).

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