Da ich in der SK die (pardon, aber so ist es nun mal) schwachsinnige Angabe entdeckt habe, Lutz Mackensy hätte in "Die schwarze Tulpe" einen Teil des Erzählerparts übernommen ... Er begann seine Synchronkarriere mit einer Hauptrolle, nämlich in "Romeo und Julia". (Vielleicht treibt jemand noch eine etwas frühere kleine Rolle von ihm auf - das wäre hoch interessant - aber in "Die schwarze Tulpe" ist er auf keinen Fall zu hören.)
Laut Kaul-Datenbank dürfte Christian Brückners erste Synchronrolle wohl Jack Hedley in "Neun Stunden zur Ewigkeit" gewesen sein (1962; DF 1963). Damit wäre "The Voice" mittlerweile auch schon 62 Jahre im Geschäft...
"Rio Grande" von John Ford wurde 1951 synchronisiert; dort haben bekanntlich gleich zwei Sprecher größere Nebenrollen, die erst viele Jahre später zur Oberliga gehören sollten: Michael Chevalier und GGH Könnte es im Falle von Chevalier seine erste Arbeit gewesen sein? Er war damals immerhin erst 18. Was GGH angeht, so wurde sowohl in diesem als auch in einem anderen Thread (aus der Steinzeit des Forums) kurz die Frage nach seiner ersten Rolle gestellt:GGHs Debüt? Da er sicher wie die meisten mit kleinen Parts begann, lässt sich das sicher nicht mehr klären. Aber könnte es sein, dass Ben Johnson in "Rio Grande" seine erste größere Rolle war? Es handelt sich zwar um eine Nebenfigur, aber diese hat über den ganzen Film verteilt Szenen mit relativ viel Text.
Nun, die Frage ist ja mehr spekulativ. Könnte schon sein, ja. Aber wenn noch eine frühere Synchro auftaucht - da ja längst nicht alle klassischen Synchros erschlossen sind - dann muss man die Frage mit nein beantworten.
Zitat von Silenzio im Beitrag #139Nun, die Frage ist ja mehr spekulativ. Könnte schon sein, ja. Aber wenn noch eine frühere Synchro auftaucht - da ja längst nicht alle klassischen Synchros erschlossen sind - dann muss man die Frage mit nein beantworten.
Natürlich sind längst "nicht alle klassischen Synchros erschlossen", manche dürften auch verschollen sein. Aber es wäre schon interessant, ob GGH ansonsten um 1950 nochmal in einer vergleichsweise "großen" Nebenrolle wie dieser zu hören war. Größere Parts von ihm kenne ich ansonsten erst ab Mitte der 50er.
Zitat von berti im Beitrag #61Vor ein paar Tagen erwähnte Charles Rettinghaus (in "freitag auf d´nacht") seine allererste Synchronrolle, bei der er genau drei Takes hatte. Es war diese Szene: https://www.youtube.com/watch?v=G9dIxJDdIIc
Laut Kaul-Datenbank soll er allerdings schon 1983 in "Porky's 2 - Der Tag danach" zu hören gewesen sein. Ich gehe davon aus, dass diese Information falsch ist bzw. hier eine Verwechslung vorliegt? Oder die Synchro ist zu einem späteren Zeitpunkt entstanden.
Denn nach allem, was ich bisher gehört habe, ist Rettinghaus erst mit Mitte 20 in die Branche eingestiegen (was zu "Crocodile Dundee" ja passen würde). Davor ging er noch in Hamburg auf die Schauspielschule und zog erst später nach Berlin, weswegen es etwas seltsam wäre, wenn Elsholtz ihn bereits 1983 besetzt hätte.
Wie Manuel Straube sowohl gegenüber Media-Paten als auch beim "Hollywoodgeflüster" erzählte, war seine erste Arbeit im Synchronstudio die Gesangsstimme vom kleinen Simba in "König der Löwen"; seine erste Sprechrolle hatte er ein Jahr später in "Die Schelme von Schelm".
In seiner Autobiografie "Ich war doch immer ich" (1996) schreibt Friedrich Schoenfelder, wie er beim Synchron gelandet ist:
"Doch schon wenige Jahre später wird es bei mir ernst mit dem Synchronisieren. 1951 engagiert Harry Buckwitz mehrere Schauspieler aus anderen Städten an die Städtischen Bühnen Frankfurt am Main. Neben mir ist auch Erik Schumann ein 'Neuer' in Frankfurt. Er kommt aus Berlin, wo er viel synchronisiert hat, und nimmt Verbindung mit der IFU in Remagen auf. Das ist ja nicht allzu weit entfernt von Frankfurt. Bei dieser Firma werden neben französischen Filmen auch viele amerikanische ins Deutsche gebracht. Erik will mir wohl einen Freundschaftsdienst erweisen und schleppt mich eines Tages mit dorthin. Aus anfänglich kleinen Aufgaben werden für mich nach wenigen Monaten schon Hauptrollen. In dem kleinen Rheinstädtchen wohnen natürlich nicht haufenweise Schauspieler, auch keine Sprecher. Für die Synchronarbeiten im Remagener Studio müssen regelmäßig Leute aus Berlin und München geholt werden, auch aus Hamburg und Frankfurt. Rundfunk-Sprecher vom nahegelegenen Sender Köln werden ebenfalls unter Vertrag genommen. Schon bald fragen mich die aus Berlin zugereisten Regisseure und Cutter wiederholt, weshalb ich nicht nach Berlin käme. Dort sei das Synchrongeschäft in voller Blüte, und für mich gäbe es garantiert viel zu tun. Doch erst 1958, als viele Schauspieler Frankfurt den Rücken kehren, ziehe ich an die Spree. Meine Stimme - nicht nur die innere - macht mich sozusagen zum Wahlberliner, ach was, von nun an zum Berliner." (S. 132f)
Weiß jemand, wann Monika John mit dem Synchronisieren angefangen hat? Ich habe sie gestern auf Patricia Marmont als Schwester Benson in "Plötzlich im letzten Sommer" von 1959 gehört. Der Spielfilm hatte im März 1960 Deutschlandpremiere, dürfte also bereits 1959 synchronisiert worden sein.
John war zu der Zeit erst ca. 24 Jahre alt. Ihre Stimme war zu dem Zeitpunkt aber bereits wahnsinnig charakteristisch.