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Dieses Thema hat 11 Antworten
und wurde 1.799 mal aufgerufen
 Filme: Klassiker
Mücke ( gelöscht )
Beiträge:

04.05.2005 18:40
Sein letztes Kommando (1942) Zitat · antworten

Sehr starker Western, mit toller neuer Synchronisation.
Gibt es von dem Film auch noch eine ältere Synchronfassung?

Meine Liste sieht so aus:

Liste der namentlich genannten Darsteller siehe http://www.deutsche-synchronsprecher.de/filme/kommando.htm.
Ergänzungen:
Wade Crosby - Barkeeper - Thomas Albus
??? - "1. Kellner" - Thomas Albus
??? - "Mann aus dem Stab von Gen. Scott" - Thomas Albus
Herbert Heywood (?) - Zeitungsverkäufer - [eine gewisse stimmliche Ähnlichkeit mit Erich Fiedler, der es selbst aber nicht gewesen sein kann, da er bereits lange verstorben war]

Norbert Gastell war noch in einer Rolle zu hören, die verkündete, dass der Krieg zwischen Nord und Süd ausgebrochen sei, worauf die entsprechenden Soldaten aussortiert worden. Ich weiß nicht genau, ob das auch jener Smith war oder ein anderer Charakter, da sich beide ähnlich sehen und der oben genannte Smith nur einen Satz spricht, was eine Nennung Abspann wohl scheinbar sonst nicht rechtfertigen würde...

Ich hoffe auf viele Ergänzungen und Korrekturen, wenn sie notwendig sind. Außerdem würd mich interessieren von wann die Synchro ist.

Danke!

Frank Brenner



Beiträge: 11.770

04.05.2005 18:47
#2 RE:Sein letztes Kommando (1942) Zitat · antworten

Hallo Mücke,

da der Film bei uns bereits 1952 in einer gekürzten Fassung im Kino lief, wird es wohl auch damals schon eine Synchronisation gegeben haben. Die Sprecher, die Du nennst, deuten ja auf München in den 1990ern hin. Der Lenßen-Off-Sprecher ist Thomas Albus.
Deswegen halte ich Erich Fiedler in einer Nebenrollen eigentlich für ausgeschlossen.
Da ich den Film nicht kenne, kann ich aber nichts weiter dazu beitragen.

Gruß,

Frank

Mücke ( gelöscht )
Beiträge:

04.05.2005 18:56
#3 RE:Sein letztes Kommando (1942) Zitat · antworten

90er denk ich auch, wegen Joachim Höppner und wie er klingt, denke ich, das einigermaßen ableiten zu können. Dann liegt Manfred Tuemmler aber eigentlich doch nicht so nahe, für Errol Flynn.
Weißt du auch wie lange der Film in den 50ern im Kino lief? Wieviel war cut?

John Connor



Beiträge: 4.883

04.05.2005 19:37
#4 RE:Sein letztes Kommando (1942) Zitat · antworten

Vom eingefleischten Errol Flynn-Fan Peter gibt es freilich auch zu diesem Film bereits eine ausführliche Liste:
http://www.deutsche-synchronsprecher.de/filme/kommando.htm

Ich habe den Film nicht gesehen, aber wegen München hätte ich auch auf Solbach für Flynn getippt! Wegen einer gewissen Nähe zu Axel Monjé gefiel mir Tümmler aber besser.

Grüße, Fehmi

Mücke ( gelöscht )
Beiträge:

05.05.2005 15:47
#5 RE:Sein letztes Kommando (1942) Zitat · antworten

Nur 1998 kann die Fassung nicht entstanden sein, da Herbert Weicker da bereits verstorben war. Sie wurde vermutlich 1998 erstmals gezeigt und wird von 1997 sein.

Harvey



Beiträge: 864

13.05.2005 17:54
#6 RE:Sein letztes Kommando (1942) Zitat · antworten

Hallo,

mich beschäftigt eine Frage. Vielleicht hat jemand Ahnung und Erfahrung damit. Eine eher technische Frage, die jetzt nicht nur unbedingt in diesen Thread gehört. Aber bei dieser deutschen Fassung ist es mir wieder aufgefallen. Und zwar, wie das bewerkstelligt wird, daß man eine aktuelle Fassung eines alten Films herstellt, mit Synchronschauspielern aus der heutigen Zeit, aber die Originalmusik von damals daruntergelegt wird. In diesem Fall von Max Steiner. Man hört das meiner Meinung nach ja auch am etwas verrauschten Ton, daß es die Originalaufnahme ist. Wie kann man den Soundtrack aus der Ursprungsfassung herauslösen, auch wenn da Text drüber liegt. Die Partitur wurde - wie auch bei anderen alten Filmen mit aktueller Synchronisation - wohl nicht neu eingespielt. Die Laurel & Hardy-Filme mit immer der gleichen Musik von Amper u. Strittmayer lassen wir mal außen vor. Das wird man beim großartigen Norbert Aping nachlesen können. Aber wie kommen die deutschen Sender, Verleiher und Video- bzw. DVD-Anbieter an die urspüngliche Filmmusikaufnahme?

Ich danke im voraus. Viele Grüße und frohes Pfingstfest v. Karsten.

Mücke ( gelöscht )
Beiträge:

14.05.2005 13:05
#7 RE:Sein letztes Kommando (1942) Zitat · antworten

Ich denke auch gerade an Aping und meine in dem Laurel/Hardy-Buch gelesen haben, dass es internationale Tonbänder gibt, auf denen die Musik dann separat erhalten ist. Das Problem bei Laurel/Hardy war ja nur, dass diese Tonbänder meist nicht erhalten waren. Nur muss das ja bei Filmen wie "Sein letztes Kommando" nicht auch so gewesen sein.
Ich bin mir relativ sicher, dass da einfach derartige originale internationale Tonbänder verwendet worden sind, daher auch der Klang, dem man das Alter anhört. Neu eingespielt kann die Musik so oder so nicht sein.
Das Einzige was sein kann ist, dass für die ursprüngliche deutsche Synchronfassung aus den 50ern die Partitur von Steiner nochmal extra eingespielt wurde und man in Deutschland daher heute einfach leichter rankommt.
Auffällig ist zumindest, dass man in vielen 40er-Filmen in der deutschen (neusynchronisierten) Fassung auch mal gar keinen Soundtrack hat oder nur sehr kleine Ausschnitte, wo man dann nicht weiß, ob das im Original auch so war oder nicht. Vor allem Szenen in denen gesprochen, also synchronisiert wird, sind, meiner Meinung nach,
verhältnismäßig(!) selten musikalisch unterlegt.

Stefan


Beiträge: 2

21.08.2005 19:29
#8 RE:Sein letztes Kommando (1942) Zitat · antworten

Ich bin ganz neu hier und habe gerade bestürzt die obigen Kommentare zur Musik in SEIN LETZTES KOMMANDO gelesen. Also ich habe den Film auf DVD, und da ist ja ebefalls diese 1997er-Neusynchronisation mit drauf. Mir ist es jedoch rätselhaft, wie jemand darauf kommt, daß hier außer in den komplett dialoglosen Szenen die Originalmusik von Max Steiner verwendet wurde. Bitte genau hinhören oder bloß mal zwischendrin auf die englische Tonspur umschalten! Dann wird man sofort merken, daß in der deutschen Fassung Archivmusik an all den Stellen eingesetzt worden ist, wo ein längerer Dialog beginnt. Das heißt also, es waren wie üblich keine IT-Bänder mehr vorhanden bzw. es sind keine aus den USA für die neue Synchronisation mitgeliefert worden. Ist ja eigentlich klar nach einer so langen Zeit von mehr als 50 Jahren. Wenn hier jemand meint, es müßte am Rauschen klar zu erkennen sein, daß es die Originalmusik ist, so sei darauf hingewiesen, daß die Synchronfirmen bei den Archivmusiken (die meist für ein 20-Mann-Schmalspurorchester aufgenommen worden sind) speziell leichte "Patinierungen" einsetzen, um sie etwas älter klingen zu lassen. Dennoch wird jeder sofort den Unterschied zur Originalmusik hören, wenn man nur mal ein wenig auf den Stil der Musik an sich und auf die Orchesterbesetzung achtet. Das ist nämlich dann wie Tag und Nacht!
Ich hatte mich bereits im Jahre 1988 in einem Leserbrief an epd Film über diese Verunstaltung der Originalmusiken bei Neusynchronisationen beschwert und erhielt daraufhin eine Antwort von dem WDR-Redaktuer Kay Hecht, in der mir genau beschrieben wurde, mit welchen Tricks (Patinieung, Duplizierung etc.) gearbeitet wird, wenn keine IT-Bänder mehr zu alten Filmen aus den 30ern oder 40ern vorliegen, das heißt folglich nicht mehr zwischen Musik und Dialog getrennt werden kann. Entweder setzt man dann Archivmusik ein (ist natürlich die billigste Lösung) oder man spielt notenmäßig mit kleinem Orchester nach (sehr teuer), was man in den 70ern ab und zu gemacht hat wie etwa bei CASABLANCA (Synchronisation 1975) oder DANN KAM DER ORKAN (ebenfalls Synchronisation 1975).
Wenn jemand mehr über diesen langen Brief von Herrn Hecht wissen will, kann ich das gerne hier nachtragen, weil sonst ja kaum über diese Unsitten irgendwo was berichtet wird und leider die wenigsten Leute darüber Bescheid wissen.
Dann hat hier auch noch jemand geschrieben, man hätte die "neueingespielte Steiner-Musik" von der deutschen Fassung aus dem Jahre 1952 übernehmen können. Man muß doch bitte bedenken, daß diese Kinofassung von 1952, die um fast 60 Minuten gegenüber dem Original gekürzt war, möglicherweise heutzutage gar nicht mehr existiert (weil eben die Kopien wie so oft vernichtet wurden),und man deshalb die Neusynchronisation gemacht hat. Eher anzunemhen ist hier wol, daß man wegen der so umfangreichen Kürzung gegenüber dem Original in der alten Fasung nochmals neu synchronisiert hat. Auf alle Fälle ist es jedoch völlig absurd zu glauben, man hätte von dieser deutschen 1952er-Fassung die Steiner-Musik abnehmen können, weil zum einen ganz gewiß keine Bänder mehr von dieser Synchro vorhanden sind und man zum anderen mit Sicherheit davon ausgehen kann, daß für diese damalige deutsche gekürzte Kinofassung die Steiner-Musik nicht neueingespielt worden war, sondern daß zu dem Zeitpunkt die Synchronfirma eben noch auf die Bänder mit der Originalmusik zurückgreifen konnte. Ich wüßte kaum einen Fall, wo in einer Synchronisation der frühen 50er Jahre eine Originalmusik nach- bzw. neueingespielt worden wäre. Diese Praxis kam eigentlich erst Mitte der 60er Jahre in Deutschland richtig auf.

c.n.-tonfilm



Beiträge: 1.495

21.08.2005 20:56
#9 RE:Sein letztes Kommando (1942) Zitat · antworten


In Antwort auf:
Wenn jemand mehr über diesen langen Brief von Herrn Hecht wissen will, kann ich das gerne hier nachtragen, weil sonst ja kaum über diese Unsitten irgendwo was berichtet wird und leider die wenigsten Leute darüber Bescheid wissen.

Also ich würde mich freuen, wenn Du den Brief von Herrn Hecht hier in voller Länge posten könntest, auch wenn sich bei dem Gedanken, darin so ziemlich alles vorzufinden, was ich verabscheue, mir schon jetzt der Magen umdreht...


-----------------------------------------------

Alte Kinofilme nach Jahrzehnten nachträglich neu zu synchronisieren ist wie Süßstoff in einen guten alten Wein kippen: ungenießbar-pappige "Spätlese".

Was wären Jack Lemmon, Danny Kaye, Peter Sellers, Bob Hope und Red Skelton im deutschsprachigen Raum ohne die Stimme von Georg Thomalla ?

Stefan


Beiträge: 2

21.08.2005 23:14
#10 RE:Sein letztes Kommando (1942) Zitat · antworten

Ok, ich werde mal die wichtigsten Abschnitte aus diesem Brief von Herrn Hecht hier reinposten. Es ging am Anfang des Briefes noch um einen Einzelfall - den Film WOFÜR DAS LEBEN SICH LOHNT (SOMETHING TO LIVE FOR) von George Stevens von 1952, an dem ich das Ganze aufgehängt hatte, weil der damals (Ende 1987) gerade in Südwest 3 in einer Neusynchro gesendet worden war -, wo Herr Hecht dann im Detail erklärt, wieviel Musik von Victor Young nachgespielt wurde (30 Min.), wieviel Victor Young-Archivmusik (22 Min.) eingesetzt wurde und wieviel Minuten (12) Min.) Archivmusik von 5 anderen Komponisten. Das war sowieso schon eine Selbstentlarvung sondersgleichen.
Richtig interessant wird es dann aber ab dem Abschnitt, wo es um die allgemeinen Probleme bei der Musikbearbeitung von Neusynchronisationen geht, und ab da jetzt also vollständig:

" Synchronisationen sind die Kunst des Möglichen. Und bei Musikbearbeitungen ist möglich nur das, was machbar ist aufgrund
a. der vorhandenen Materialien
b. des musikalischen Könnnens und Wissens des jeweiligen Musikbearbeiters sowie seiner Archivbestände
c. des musikalischen Einfühlungs- und Beurteilungsvermögens des jeweiligen Redakteurs sowie seiner Bereitschaft, in diese Aufgabe viel Zeit und Energie zu investieren.
An Musikbearbeitern gibt es 2 oder 3 Spitzenkräfte in der BRD, die ständig ausgebucht sind. Und die Materiallage ist desolat: bei 9 von 10 älteren Filmen sind entweder gar keine IT-Bänder (Musik- und Geräuschbänder) lieferbar oder nur sehr mangelhafte, die aufwendig komplettiert werden müssen; und mit Sicherheit nicht vorhanden sind regelmäßig die Original-Musiken (außer denen, die ohnehin "freistehen", d.h. ohne darüberliegenden Dialog).
Dies ist die normale Ausgangssituation, und jetzt gilt es,
- in Puzzlearbeit eine neue, passende, möglichst bis ins Detail, bis in den einzelnen musikalischen Akzent stimmige Gesamtmusik herzustellen
- dabei soweit als irgend möglich die vorhandenen Original-Musiken einzubeziehen, möglichst auch an Stellen mit (kurzem) Dialog - durch Duplizieren-, oder sie dort, wo sie freistehen, durch Kopieren auch für andere Stellen verwendbar zu machen
- die Partien, die definitiv verloren gegeben werden müssen, da sie wegen des darüberliegenden Dialogs nicht abgenommen werden können, durch geschicktes Einschneiden passender Archivmusiken - passend in Stimmung, Instrumentierung, Tonlage, Rhythmus, kurz: in ihrer dramaturgischen Gesamtwirkung - zu ersetzen und mit den angrenzenden Original-Musiken zu verbinden
- oder aber, in selteneren Fällen, wo ein Leitmotiv zwingend erforderlich scheint, das Original notenmäßig zu transkribieren und mit Orchester nachzuspielen: eine zeit- und kostenintensive Angelegenheit, bei der das Ergebnis im Vergleich zum Original selten überzeugt
- und schließlich die Endmischung so zu konzipieren, daß die verschiedenen Musikstücke eine einheitliche Gesamtmusik ergeben und neue Musiken evtl. patiniert werden, d.h. angeglichen an die Abspielungen vom möglicherweise verrauschten und verknackten Original-Lichtton
bis zum Schluß eine Arbeit also, die sehr viel Fingerspitzengefühl erfordert.

Das alles kann gut gemacht werden und auch weniger gut. Hier besteht ein direkter Zusammenhang mit dem vorhandenen Können und Wissen der Bearbeiter, der Qualität der Archivbestände, der aufgewendeten Zeit und last not least dem zur Verfügung stehenden Geld.
Aber - und das ist das Entscheidende -: Ohne vorhandene vollständige IT-Musikbänder wird immer und auf jeden Fall bei der Herstellung von Synchronmusiken die Originalmusik zerstückelt, auseinandergerissen, verändert werden müssen: Es geht gar nicht anders. Wer hier mit anprangernden Formulierungen wie "mutwillige und schamlose Zerstörung der Originalmusiken durch die Herren Synchronisateure" suggeriert, es gäbe einen anderen Weg, einen, bei dem die Originalmusiken bei einer Synchronisation erhalten bleiben könnten, der weiß nicht, wovon er spricht, so ehrenwert sein Anliegen auch sein mag.
Tatsache ist: Wer Synchronisationen will, der muß in Kauf nehmen,daß beim Prozeß der Bearbeitung die Originalfassung verändert wird: in der Sprachgestaltung des Dialogs, den Stimmen der Schauspieler, den Musiken, den Geräuschen. Der Grund, weshalb diese aufwendige Bearbeitungsform immer wieder betrieben wird, besteht einfach darin, daß Synchronisationen beim Publikum so gut ankommen. Sie stellen zweifellos die attraktivste Form der Bearbeitung von fremdsprachigen Spielfilmen dar: Die Mehrheit der westdeutschen Fernsehzuschauer sieht lieber eine Synchronisation als eine Fassung mit deutschen Untertiteln.
Hier gilt es nun für eine Filmredaktion, realistische Entscheidungen zu treffen, und, hat man sich für eine Synchronbearbeitung entschieden, die Kunst des Machbaren zu üben, d.h. die Originalfassung so werkgetreu wie nur irgend möglich zu adaptieren (wobei nicht unerwähnt bleiben sollte, daß natürlich auch bei einer Untertitelung nicht von "Originalfassung" gesprochen werden kann: Vielmehr findet auch hier ein Eingriff ins Original statt, und die Rezeptionssituation ist bestimmt durch eine aufgrund der zusätzlichen Schriften im Bild erforderliche spezielle Aufmerksamkeitshaltung beim Zuschauer; es bliebe festzuhalten, daß überhaupt jede Art von Bearbeitung, auch z.B. voice-over, zwangsläufig eine Veränderung des Originals mit sich bringt).
In diesem Zusammenhang kann der Leserbrief von Herrn Schlegel sehr wohl eine produktive Anregung vermitteln: nämlich diese, verstärkt darüber nachzudenken,wie bei der Präsentation von synchronisierten Spielfilmen, z.B. in der Ansage, ein Hinweis gegeben werden könnte darauf, daß infolge der Synchronbearbeitung die Originalmusiken zum Teil verändert werden mußtern.

Mit freundlichen Grüßen

Kay Hecht
WDR-Filmredaktion"

Seit diesem Briefwechsel sind bei mir sämtliche Illusionen betreffs Neusynchronisationen von alten Filmen verflogen und ich mag sie deshalb auch gar nicht mehr anschauen, weil einfach die Atmosphäre dann nicht mehr stimmt - da meistens die Stimmen viel zu laut sind und oft die Originalmusik ersetzt worden ist, vor allem der Hintergrund dann total steril wirkt. Wie mein Vorredner bin ich daher eher ein Liebhaber schöner alter deutscher Synchronisationen, wo eben alles stimmt und aus einem Guß ist.
Macht man jedoch eine Synchro 20 oder 30 Jahre nach der Uraufführung des Films, dann paßt nichts mehr zueinander. Und in ca. 90% aller Fällen sind bei alten Filmen aus den 30er und 40er Jahren eben auch keine Bänder mit der Originalmusik mehr vorhanden, was erschwerend hinzukommt.

Lammers


Beiträge: 4.089

05.06.2006 10:33
#11 RE: RE:Sein letztes Kommando (1942) Zitat · antworten

Vergangenen Donnerstag bin ich beim zappen bei Arte hängengeblieben, wo gerade ein alter französischer Spielfilm von 1945 lief. Was man sich bei diesem Film geleistet hat, ist wirklich Folter für die Ohren. Man hat doch tatsächlich gewagt, den schönen alten Orchestersatz gegen eine billige E-Orgel einzutauschen. Grausam. Mir kam das verdächtig vor und deswegen habe ich bei meinem Fernseher mal kurz die Tonspur (mein Fernseher hat eine Zweikanalton-Funktion) gewechselt und hatte richtig vermutet. Es handelte sich um die übelste Art von Archivmusik, die selbst noch den Jazz-Soundtrack von "Die Spur des Falken" toppt. Ich habe mal im "Lexikon des internationalen Films" nachgeschlagen - der Film heißt übrigens "Die Damen vom Bois de Boulogne" -, wo stand, das der Film 1969 im ZDF erstaufgeführt wurde. Ich schätze mal, das ganze war eine 08/15-Fernsehsynchro, wo man sich gedacht hat, den Film guckt eh keiner.

Mücke ( gelöscht )
Beiträge:

05.06.2006 14:11
#12 RE: RE:Sein letztes Kommando (1942) Zitat · antworten
In Antwort auf:
Ich schätze mal, das ganze war eine 08/15-Fernsehsynchro, wo man sich gedacht hat, den Film guckt eh keiner.

Ich schätze mal, das Ganze war eine 08/15-Fernsehsynchro, wo man sich dachte: "Hey, Alter, yo, E-Sound klingt doch voll modern. Da kann man ja das Original voll aufwerten, denn das ist ja mit dem Wort "modernisieren" gleichbedeutend. Und Kosten kann man mit E-Sound auch sparen."
...und dann schlugen sie sie an's Kreuz...!
Bei aller Nachsicht gegenüber nicht vorhandenem Originalmaterial. Wenigstens eine kleine Orchesterbesetzung aufzutreiben ist IMMER machbar und NICHTS rechtfertigt sowas wie E-Mucke.

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Kürzelerklärung:
[In Reihe] : Der Schauspieler wirkte in einer Reihe von Folgen innerhalb einer Serie oder eines Mehrteilers mit relativ langer Laufzeit und unbekannter Folgenanzahl mit. Der Schauspieler trat auffallend wiederkehrend in Erscheinung, also besonders, wenn er mehrmals in derselben Rolle auftrat oder ausgesprochen oft in verschiedenen Rollen.
[Serie]: Der Schauspieler wirkte in einer oder wenigen Folgen einer Serie mit.
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"Das hast du fein gemacht!"
Rainer Brandt (im Dialog mit Eckart Dux) für Ward Ramsey in "Mördersaurier"

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Farb-Legende: blau = Spekulation, orange = Trailer-Besetzung, grün = endgültige Besetzung, rot = Korrektur/Ergänzung zur endgültigen Besetzung


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