Es ist ja bekannt, der "Brust oder Keule" seine letzte Synchro für Louis de Funes war. Hat er jedoch nach 1976 noch andere Filme synchronisiert? Ich habe zumindest einige Hörspiele aus dem Jahr 1978 gefunden, in dem Martienzen noch sprach. Was hatte er überhaupt für eine Krankheit, die ihn nicht mehr synchronisieren ließ?
Zur Vervollständigung dessen, was man bei Wikipedia und Co. findet:
Inzwischen bin ich auf seinen mutmaßlich letzten Filmauftritt von 1980 (!) gestoßen, der wohl nur durch Zufall nicht in der IMDb verzeichnet ist (denn im Abspann wird Martienzen genannt; aktueller Film, nebenbei bemerkt; Martienzen selbst hatte 1936, 18-jährig, sein Bühnendebüt gegeben[1]): https://www.youtube.com/watch?v=SuhEGEfaTkw (ab 15:32, oder alternativ hier zu hören: https://voca.ro/1mgXpKjv6i1K).
Er soll auch 1974/75 noch an einer Operettenaufführung am Staatstheater Braunschweig mitgewirkt haben (ungefähr in der Zeit, in der auch seine Tochter an diesem Haus engagiert war), was mich dann doch überrascht hat.[2] Ende der 40er[1] / Anfang der 50er hat er übrigens hin und wieder selbst Regie am Theater geführt, in Heidelberg[3] und später (?) in Berlin an der Tribüne und am Hebbel-Theater[4], und Ende der 50er auch bei einigen Hörspielen, wovon zumindest eines überlebt hat („Verlobung bei Familie Nuschenpickel“, Saarländischer Rundfunk, aber besetzt mit der Crème de la Crème des Berliner Kabaretts[5]). Da wundert man sich fast, dass er das im Synchron niemals getan haben soll. Ab 1959 stand er selbst im Kölner Kabarett „Senftöpfchen“ auf der Bühne.[6] Wie schade, dass davon wohl keine Aufnahmen überliefert sind – in dem Metier kann ich ihn mir blendend vorstellen …
Falls jemand noch einen Tipp haben sollte, wo man vielleicht eine Theateraufzeichnung mit ihm finden kann, würde ich mich darüber sehr freuen.
Möglich ist alles (dass spätestens 1979 gedreht wurde, versteht sich). Man kann auch die Hörspiele theoretisch noch weiter zurückdatieren. Aber ich habe auch noch keine richtige Quelle für das Rückzugsjahr 1977 und die Erblindung gefunden.
Martienzen als Hörspiel-Regisseur, auch sehr selten. Dazu noch Günther Schwerkolt wohl in der Hauptrolle, den ich nur namentlich durch "Asterix und Kleopatra" kenne. Vielleicht würde der noch ein paar Lücken schließen.