Wie aus einer Traueranzeige in der FAZ hervorgeht, ist Friedhelm Ptok im Alter von 92 Jahren verstorben. Mein Erstkontakt war Bernard Woolley (Derek Fowlds) in Yes, Minister, ein sympathischer, aber leicht manipulativer Politiker mit britischem Understatement. Den Namen kannte ich durch den Abspann von Orchid, der Gangsterbruder, in dem er den jungen Ralph Bellamy synchronisierte. Lange habe ich ihn aufgrund seiner Stimme für deutlich jünger gehalten, als er war. Allerdings wirkte er auf deutlich jüngere Schauspieler auch nie unpassend. Mit dem Imperator war er nach dem kehlig-gurgelnden (im wahrsten Sinne des Wortes "Gift spuckenden") Auftritt von Helmut Heyne im dritten Teil (ja, ich zähle die immer noch so), mit seienr sehr viel santeren und glatteren Stimme erstmal eine Umgewöhnung, verkörperte aber diesen aalglatten Politiker, den noch nicht alle als das erkennen, was er mal sein wird, in meinen Ohren sehr gut. Auch auf der Bühne (z.B. als William von Baskerville im Namen der Rose bei Gandersheimer Domfestspielen) hat er mich überzeugt. Nun ist dieses verdiente Künstlerleben zu Ende gegangen.
Eine tolle Stimme, die ich allerdings früher gern mal mit der von Franz Rudnick verwechselt habe. Fand ihn übrigens sehr passend auf John Cleese. Danke für alles!
Sehr traurig. Nach Beckhaus und Hamel schon die dritte große Stimme in kurzer Zeit, die verstummt. Bin verhältnismäßig spät auf ihn aufmerksam geworden, nachdem ich irgendwann mal die "Star Wars"-Prequel-Trilogie nachgeholt habe. Seine charismatische Darstellung hat tatsächlich mit dafür gesorgt, dass sich der Imperator zu einer meiner Lieblingsfiguren gemausert hat und mich am Ball bleiben ließ (so toll fand ich die Filme nämlich gar nicht). Im Anschluss hat es mich aber immer wieder gefreut, seine Stimme auch in 70er-Jahre-Synchros schon zu entdecken. Ich hätte ihm gerne (mehr) Stammschauspieler gewünscht, die hätten sich bei der vielschichtigen Stimme angeboten. Enttäuscht war ich damals, dass er Bruce Dern zwar im Trailer zu "Nebraska" sprach, im fertigen Film dann aber Peter Groeger die Rolle übernommen hat.
Bin ehrlich bestürzt und weiß grad nicht, wie ich es in Worte fassen kann. 2026 ist echt gnadenlos. Ein enormer Verlust für die Synchron-Welt, insbesondere auch das deutsche Star Wars Fandom. Kannte ihn lange nur als Imperator Palpatine, den für mich im Deutschen zusätzlich veredelt hat. Gerade seine Leistung in Star Wars: Episode III braucht sich nicht vor seinem Schauspiel-Kollegen Ian McDiarmid zu verstecken. Dass er Palpatine auch in zahlreichen Serien, Video- und Hörspielen bis ins hohe Alter seine Stimme lieh, verdient großen Respekt. Dass er selbst von der Figur durchaus angetan war, fand ich schön anzusehen.
Mit der Zeit hab ich ihn auch auf Derek Jacobi geschätzt, eine tolle und unterschätzte Kombi.
Vor kurzem erst wieder seine Auftritte bei den Mediapaten und den Datteltätern gesehen, beides äußerst herzerwärmend.
Alles in allem: Danke, Herr Ptok, für Ihr Werk, insbesondere Ihre unvergleichliche und unvergessliche Darbietung als Palpatine über so viele Jahre und Projekte hinweg. Ruhen Sie in Frieden, und mein aufrichtiges Beileid an die Familie sowie Angehörigen.
Eine sehr betrübliche Nachricht. Ich habe ihn erst kürzlich in einer Episode der Gruselkabinett-Hörspielreihe gehört, die quasi von ihm alleine getragen wird. Wunderbar. Er war ein gestandener Schauspieler und Sprecher der alten Schule, dem man in seinen Rollen immer gerne lauschte und den ich vermissen werde.
Zitat von Darth Sigma im Beitrag #7Das Lucasfilm ja immernoch Projekte raushaut, die zwischen Episode 1 und 9 stattfinden und ein zukünftiger Auftritt von Palpatine nicht auszuschließen ist, Frage ich mich wäre als Nachfolger in Frage käme. Und ob sich die Stimme eher an Ptok oder Heyne orientiert. In Episode 9 hat man ja fast jemand anderes Palpatine sprechen lassen.
Kann man in einem separaten Thread durchaus ansprechen, aber das gehört mMn hier nicht hin.
Dieses "wer könnte ihn jetzt zukünftig ersetzen", kurz nach der Todesmeldung, finde ich so unangebracht und eklig. Wie bei Stefan Gossler letztens auch. Könnt ihr nicht warten, bis die Leute kalt sind, bevor ihr sowas sagt? Und dann bitte in anderen Threads und nicht im Gedenken Thread. Leute gibt's...
Ptok ist mir das erste Mal so wirklich in Deadwood für Brian Cox im Ohr geblieben. Eine wirklich schön zurückhaltende Performance. Generell hat er die dezenten und ruhigen Töne wunderbar bedienen können, seine Stimme hatte für mich auch immer etwas edles und aristokratisches. 92 Jahre sind natürlich ein stolzes Alter, dennoch kam die Meldung für mich überraschend, da man ihn auch im letzten Jahr noch recht vital z.B. bei den Datteltätern vor der Kamera sehen konnte. Da dachte ich noch, das wird einer für die 100. Jetzt kam es leider anders. Gute Reise, Herr Ptok!
Wenn ich seinen Namen höre fallen mir sofort zwei für mich sehr prägnante Einsätze ein. 1. John Larroquette in "The Practice" als undurchsichtiger, realitätsverweigernder Psycho mit Augenzwinkern. Einfach grandios. 2. Rowan Atkinson in "Visual Comedy", saß für mich noch besser als der gute Mackensy.
Ptok für Larroquette war super. Ivar Combrinck hätte sicher auch einen interessanten Joey Heric abgegeben. Aber ich weiß nicht, ob ich ihn diesen narzisstischen Killer abgenommen hätte. Ptok war da schon weltklasse. Das perfekte Bindeglied zwischen Combrinck und später Brennicke. Alle drei passten auf ihre eigene Art auf Larroquette. Das nur als kleiner Exkurs zu den verschiedenen Stimmen.