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Dieses Thema hat 0 Antworten
und wurde 188 mal aufgerufen
 Spielfilmklassiker
fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

05.08.2014 00:37
Vertraue keinem Fremden Zitat · antworten

Zu diesem Film gibt's auch noch keine Liste bisher:

"Never Take Sweets From A Stranger"

GB, 1959
Regie: Cyril Frankel
Drehbuch: John Hunter, nach dem Bühnenstück von Roger Garis
Musik: Elisabeth Lutyens
Produktion: Hammer Films
Verleih: Columbia

Deutsche Fassung (1960):
Firma: ? , Berlin
Dialogbuch: ?
Dialogregie: ?

Deutscher Kinostart: 27. Jänner 1961
Kinostart DDR: 1. Februar 1963

Zum Film:

Am Anfang ist alles ganz idyllisch: eine Familie ist neu in einer kanadischen Kleinstadt. So ganz nebenbei erzählt die kleine Jean Carter, daß sie sich mit ihrer neuen Freundin Lucille beim alten Olderberry nackt ausgezogen hat. Ihre Eltern erstatten Anzeige. Das löst einen Prozess aus und legt das Verhalten aller Beteiligten an den Tag. Es war nicht der erste Vorfall, aber die Olderberrys beherrschen die Stadt, den Arbeitsmarkt und die Wohltätigkeit. Bisher wurde alles mit Geld geregelt. Doch Mr. Carter will sich nicht einschüchtern lassen...

Rückblickend ist es wohl zu bedauern, daß Hammer diesen bemerkenswerten Film produzierte und nicht eine andere Firma, so wurde die Anerkennung für das Projekt verweigert. 1959/60 war das Thema "Sexueller Mißbrauch von Kindern" im Film tabu und neu. Eine Spezialabteilung von Scotland Yard war vom Film ebenso angetan wie die Jugendwohlfahrt und die Kirche. Doch die britische Zensur blieb stur und gab den auch für pädagogisch begleitete Schulaufführungen gedachten Film nur mit Jugendverbot frei. Ähnliches geschah in den USA, wo die Zensur total blockierte. Der Film geriet zum Fiasko und verschwand bald von der Bildfläche. Der Name "Hammer" tat ein Übriges bei der Kritik: vielfach wurde dem Film Sensationslust vorgeworfen, Oberflächlichkeit, daß er das sensible Thema nur für reißerische Zwecke mißbrauche, etc. Sieht man den Film, ist nichts davon zu spüren: er ist subtil, zurückhaltend inszeniert und stark gespielt. Die Schocksequenzen resultieren aus der Handlung und sind kein Selbstzweck. Ein bemerkenswerter Film für seine Zeit. Interessant auch die Darstellung des Täters: der Mann hat keinen Text und wird sehr düster in Szene gesetzt. Allerdings gelingt es dem Regisseur und Felix Aylmer, den alten Mann als zutiefst verstörte Kreatur zu zeigen und nicht als schwarzen Mann eines veralteten Schulbuches. Der Täter erweckt durchaus Mitgefühl - ohne daß er aber als Opfer geschildert wird, er ist aus Fleisch und Blut und kein Dämon.

Die deutsche Kinofassung ist sehr gelungen und hochwertig umgesetzt. Wolfgang Lukschy sticht aus dem Ensemble hervor, der Olderberrys Sohn jovial-überlegen und fast arrogant spricht, aber dann einen heftigen emotionalen Ausbruch bekommt, als ihm das Grauen plötzlich zuviel wird, das er selbst vertuschte. Da ist Lukschy exzellent!
Tilly Lauenstein spricht die Mutter von Edith Schneider - wie sich das wohl ausgeht?

Es spielen und sprechen:

Patrick Allen (Peter Carter) Herbert Stass

Gwen Watford (Sally Carter) Edith Schneider

Janina Faye (Jean Carter) Marion Hartmann

Felix Aylmer (Olderberry, Sr) kein Dialog

Niall Macginnis (Verteidiger) Fritz Tillmann

Michael Gwynn (Ankläger) Klaus Miedel

Alison Leggatt (Martha, Sallys Mutter) Tilly Lauenstein

Bill Nagy (Olderberry, Jr) Wolfgang Lukschy

Budd Knapp (Officer Hammond) Paul Wagner

MacDonald Parke (Richter) Eduard Wandrey

Robert Arden (Tom Demarest) Jochen Schröder

Gaylord Cavallaro (Neal Phillips) Heinz Welzel

Frances Green (Lucille) ???

Vera Cook (Mrs. Demarest) ???

Cal McCord (Charles Kalliduke) Edgar Ott

James Dyrenforth (Dr. Stevens) Knut Hartwig

Tom Busby (Polizist) Wolfgang Draeger

??? (Reporter in der Menge) Wolfgang Draeger


"Verglichen mit dem, was Miss Lucy fehlt, wird der Biss der gefährlichsten Schlange der Welt zu einer banalen Unpäßlichkeit!"

Jürgen Thormann für Nigel Davenport in "Dracula"

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