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Dieses Thema hat 6 Antworten
und wurde 422 mal aufgerufen
 Spielfilmklassiker
fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

24.09.2015 00:37
Das Doppelleben der Sister George (1968) Zitat · antworten

Alternativtitel: Sister George muss sterben

"The Killing Of Sister George"

Großbritannien, 1968
Regie: Robert Aldrich
Drehbuch: Lukas Heller, nach dem Bühnenstück von Frank Marcus
Musik: Gerald Fried
Produktion: Palomar
Verleih: Cinerama

Deutsche Fassung:

Firma: ?, Hamburg
Dialogbuch:
Dialogregie:

Deutsche Erstaufführung: 12. September 1969

Inhalt:

June Buckridge, nach ihrer populären Rolle in einer Soapopera Sister George genannt, lebt mit der jungen Alice in einer Beziehung. Diese wird sehr auf die Probe gestellt, als sich der Verdacht erhärtet, dass die Figur der Sister George einen Serientod sterben soll. Die alternde Schauspielerin verlieht nach und nach den Boden unter den Füßen...

Zum Film:

Frank Marcus' seinerzeit enorm erfolgreiches Stück ist heute leider in Vergessenheit geraten. Die Verfilmung ist einerseits etwas expliziter, zugleich aber auch teilweise zurückhaltender als das Stück - so wurde etwa für den Film aus der geistig etwas zurückgebliebenen Alice eine rein naive junge Frau. Bette Davis und Angela Lansbury wollten die Rolle nicht spielen, so griff Aldrich auf Beryl Reid zurück, die für die Bühnenversion dieser Rolle bereits den begehrten Tony Award erhalten hatte. Es ist eine der wenigen Filme, in denen die meist in komischen Rollen besetzte Engländerin richtig vielseitig und ernst sein kann. Ein vielseitiger Film rund um Lebenslügen und Ängste, die mit viel Sarkasmus nach und nach entlarvt werden. Lachen und Weinen liegen eng beisammen. Der Film hat eine exzellente Besetzung, ist optisch ansprechend und für seine Zeit ausgesprochen weitgehend. Es wurde sogar in einem echten Lesbenclub gedreht. Da der Film vor der Sexfilmwelle entstand, ist er zudem sehr geschmackvoll inszeniert, wenn es auch nicht an erotischen Beigaben fehlt. Gerald Fried, einer der unterschätztesten Filmkomponisten Hollywoods, schrieb eine tolle Filmmusik.

Während der Film bei uns ungekürzt lief, wurden in England und der USA zahlreiche Szenen geschnitten, die teils erst 2007 wieder eingefügt wurden - etwa Sister Georges Versuche, zwei Nonnen anzubaggern oder wenn Miss Croft Alice verführt. Obwohl Aldrich auch deshalb in Großbritannien drehte, weil dort die Zensur umgänglicher war bei solchen Themen, gab es harte Kämpfe und kostspielige Prozesse, dem Film eine niederere Altersfreigabe zu verpassen, scheiterten. Im angloamerikanischen Raum fiel er unter die neue 18-Jahre-Altersfreigabe, trotz der Kürzungen. Das bedeute, im Unterschied zum mitteleuropäischen Raum, dass der Film keinen breiten Kinostart haben konnte und in vergleichsweise wenigen Häusern lief. Obwohl der Film viele Besucher hatte, war er aufgrund der hohen Produktions- und zahlreichen Nebenkosten ein Verlustgeschäft. Der leider sehr selten gezeigte Film ist eine echte Perle und ausgesprochen sehenswert.

Die deutsche Fassung ist schlichtweg hervorragend, Paula Lepa für Beryl Reid ist nicht weniger beeindruckend als das Original. Ich vermute, dass Werner Bruhns für die deutsche Fassung verantwortlich war.

Bislang gibt es keine Liste zum Film.

Es spielen und sprechen:

Beryl Reid  (June Buckridge)  Paula Lepa
Susannah York (Alice 'Childie' McNaught) Ursula Herwig
Coral Browne (Mercy Croft) Gisela Trowe
Patricia Medina (Betty Thaxter) Renate Danz
Ronald Fraser (Leo Lockhart) Günther Jerschke
Hugh Paddick (Freddie, Regisseur) Helmo Kindermann
Cyril Delevanti (Ted Baker) ?
Elaine Church (Marlene) ?
Brendan Dillon (Bert Turner) ?
Mike Freeman (Noel, Autor) Volkert Kraeft
Maggie Paige (Hausangestellte) ?
Jack Raine (Mr. Parker) Hans Paetsch
Meier Tzelniker (Mr. Katz) Bum Krüger
Cicely Woelper (Mrs. Coote) ?
Byron Webster (Jack Adams) Friedrich Schütter
Rosalie Williams (Mildred, Regieassistentin) Eva-Maria Bauer
Sam Kydd (Taxifahrer) ?
Joe Gray (Partygast) Werner Bruhns
Madeline Smith (Nonne) ?
N. N. (Schauspieler) Uwe Friedrichsen
N. N. (Schauspieler) Siegmar Schneider
N. N. (Schauspieler) Gottfried Kramer
N. N. (Mike, Pubbetreiber) Horst Keitel
N. N. (Bettys Freier) Werner Bruhny
N. N. (Lautsprecherdurchsage im Studio) Werner Bruhns


"Ist doch scheußlich, diese Marschmusik!"

Martin Hirthe für Charles Gray in "Diamantenfieber"

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werner b


Beiträge: 14

24.09.2015 09:27
#2 RE: Das Doppelleben der Sister George (1968) Zitat · antworten

Susannah York (Alice 'Childie' McNaught) Ursula Herwig

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

24.09.2015 13:32
#3 RE: Das Doppelleben der Sister George (1968) Zitat · antworten

Ursula Herwig ist das? Dann muss ich wieder mal taub gewesen sein. An die dachte ich zwischendurch mal, war aber nicht restlos davon überzeugt. Vielleicht liegt's an der Rolle, dass sie mir hier so fremd vorkommt.


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Jeannot



Beiträge: 2.110

24.09.2015 16:27
#4 RE: Das Doppelleben der Sister George (1968) Zitat · antworten

Ursula Herwig kann ich bestätigen.
Paula Lepa - interessant, jetzt weiß ich endlich, wem diese unglaubliche "Röhre" gehört. Die hat auf alle Fälle in den 50ern auch für die DEFA synchronisiert.
Toller Film!


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fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

24.09.2015 18:54
#5 RE: Das Doppelleben der Sister George (1968) Zitat · antworten

Dann wäre das also geklärt, super!

"Röhre" ist die richtige Bezeichnung für Paula Lepa, eine echt markante Stimme. Die hat mich früher mal so verfolgt für Alida Valli in "Der Teuflische".

Mir gefallen die Aldrich-Filme, die Bezug zu Film-/Fernsehgeschäft haben, also neben dem hier auch "Baby Jane" und "Große Lüge Lylah Care", deutlich besser als seine Kriminalfilme oder Thriller. Er hatte das richtige Gespür dafür.

Paula Lepa, finde ich, hört man es so richtig an, dass ihr die Rolle Spaß gemacht haben dürfte. Ob sie sich was dabei dachte, als sie stellvertretend für Sister George draufloswütet, dass sie niemandem ihre Stimme leihen wird und schon gar nicht einer Kuh in einem Marionettentheater?

Vor drei, vier Jahren hat ein kleines Theater das Stück wieder ausgegraben, aber leider war es eine sehr feministische Inszenierung und statt auf Spannung und Sarkasmus wurde auf Psychoanalyse wert gelegt. Das war ziemlich langweilig und die Frauenfiguren in ihrer konturenlosen politisch korrekten Welt wirkten farblos und hatten keine "Seele".

In Wien spielte seinerzeit die Grete Zimmer die Rolle. Es war schwer, vor 46 Jahren, eine mutige Schauspielerin zu finden. Die meisten lehnten empört ab, bzw hätten die Rolle mit Freuden gespielt, hätte man die lesbischen Elemente gestrichen. Es gab nur wenige Vorstellungen, die waren aber restlos ausverkauft.


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UFA Stammtisch Berlin


Beiträge: 9

21.06.2018 22:57
#6 RE: Das Doppelleben der Sister George (1968) Zitat · antworten

Die deutsche Synchronisation war wirklich hervorragend - so etwas würden die heute nicht mehr hinkriegen.
Schade, daß dieser Film nur einmal im deutschen TV lief (NDR)
es ist nur die Original-Fassung erhältlich

Hans-Joachim Albrecht


Beiträge: 664

22.06.2018 09:04
#7 RE: Das Doppelleben der Sister George (1968) Zitat · antworten

Als dieser Film seine deutsche Erstaufführung erlebte (wie oben genannt Sept. 1969), gab es die beste und bedeutendste
Filmprogrammreihe IFB schon nicht mehr.
Von diesem Streifen erschien ein österreichisches Programm. Aber die Österreicher haben bis auf ganz, ganz wenige Aus-
nahmen in ihren verschiedenen Programmserien keine Synchronangaben darin veröffentlicht.
Gruß.hans.

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