Ich hätte hier eine eine technische Frage zur Produktion dieser beiden wundervoll produzierten und synchronisierten TV-Filme aus den 80ern.
Die Filme sind nun zum wiederholten Male neu erschienen und zwei diesmal in einer neuen HD-Abtastung auf Blu-Ray, die zwar leider auf 16:9 gecroppt wurde, aber dem verwaschenen Bild der früheren VÖs haushoch überlegen ist. Die Filme sind zudem in 24 bps aufgespielt, so dass die TV-Synchro (leider) zu tief ist, obwohl ich lange brauchte bis ich ich mir sicher war. Die 4:3-Fassung wurde als Extra mitaufgespielt, jedoch leider mit unbearbeitetem Bild - und - in PAL-Geschwindigkeit!
Jetzt zu meiner Frage: Da es sich um TV-Filme aus UK handelt, sollten sie eigentlich auch dort in PAL-Geschwindigkeit gelaufen sein. In welchem Tempo aber wurden sie gedreht? Der Blick in die ImdB zeigt, dass sie offenbar auf Film produziert wurden und es wird die längere Laufzeit angegeben. Heißt das nun, man hat 24pbs gedreht und die Filme liefen im englischen Fernsehen auch beschleunigt wie bei uns? Ist das bei TV-Filmen üblich?
Ich kenne es eigentlich so, dass europäische TV-Filme in 25bps gedreht werden. Wenn dies auch so war, hieße das, auf der BD ist sogar die Originalfassung zu langsam und zu tief, was natürlich völliger Schwachsinn wäre. Dem entgegen steht die Laufzeitangabe in der ImdB. Einziges Indiz hierfür wäre ein Vergleich der Titelmusik. Eins der Samples müsste in einer real-existenten Tonart vorliegen, die andere wäre eine künstliche Tonart, die es so eigentlich nicht gibt. Meine Bitte wäre an diejenigen mit absolutem musikalischem Gehör zu entscheiden, welche Tonspur von Instrumenten erzeugt wurde und welche durch Abhebung oder Absenkung auf einem Mischpult. Danke!
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Wenn ich mich auf mein Gehör verlassen kann, ist die 24 b/s-Version tatsächlich die Originalgeschwindigkeit. Ergäbe insofern Sinn, da die Filme (nach meiner Erinnerung) auf 35mm gedreht wurden - da war bis in die 80er noch die Kinogeschwindigkeit üblich (siehe z.B. die Adventsmehrteiler des ZDF, die noch auf 35mm entstanden, um in Rumänien im Kino gezeigt zu werden).
Zitat von Stefan der DEFA-Fan im Beitrag #2Wenn ich mich auf mein Gehör verlassen kann, ist die 24 b/s-Version tatsächlich die Originalgeschwindigkeit. Gruß Stefan
Meinst du die Originalfassung oder die deutsche Synchro?
Zitat von Slartibartfast im Beitrag #1dieser beiden wundervoll produzierten und synchronisierten TV-Filme
Die deutschen Fassungen dieser beiden Filme sind wirklich sehr liebevoll ausgefallen. Harry Wüstenhagen durfte hier noch einmal beweisen, wie gut er als Holmes-Stimme funktionierte. Dabei war es natürlich ein doppelter Vorteil, dass Ian Richardson nicht nur den klassischen Illustrationen sehr ähnelte, sondern zusätzlich auch Wüstenhagen selber etwas und zahlreiche markante Dialogstellen aus verschiedenen Geschichten des Kanons in den Mund gelegt wurden. Der "ultimative" Film-Holmes wurde er zwar nicht (den gibt es wahrscheinlich sowieso nicht), aber doch eine sehr gelungene und in sich schlüssige Interpretation der Figur. Auch die übrige Besetzung ist sehr gelungen, aber besonderen Lob verdient das Dialogbuch: Ursula Buschow schaffte es, durch die Wahl bestimmter Vokabeln und Formulierungen ("Hugos Geblüt", "Falls es Ihnen genehm ist!", "seit Sir Charles verschied") sprachlich eine sehr "viktorianische" Atmosphäre zu erzeugen, die gut zu diesem zwar aufwendig ausgestatteten, aber zugleich sehr temporeichen und spannenden Filmen zu schaffen, die alles andere als "verstaubt" wirken. Dass das mit Holmes verbundene Shakespeare-Zitat "The game´s afoot" auf zwei unterschiedliche Weisen übersetzt wurde, die beiden nicht mit "klassischen" Versionen übereinstimmen, ist zwar etwas schade, fällt aber angesichts der hervorragenden Dialoge nicht weiter ins Gewicht.
Zitat von Markus im Beitrag #7Mal eine dumme Frage: Wenn der Ton auf Blu-ray zu tief ist und es erscheint parallel eine DVD, läuft der Ton dort in korrekter Geschwindigkeit?
Deutsche Fassung im Auftrag des ZDF Redaktion: Brigitte Reiner Deutsche Synchron Filmgesellschaft mbH Karlheinz Brunnemann Buch: Ursula Buschow Dialogregie: Thomas Keck
Laufzeit (PAL): 96:07 (USA); 95:38 (D)
Sherlock Holmes (Ian Richardson) Harry Wüstenhagen Dr. John Watson (Donald Churchill) Wolfgang Völz Dr. Mortimer (Denholm Elliott) Friedrich Georg Beckhaus Beryl Stapleton (Glynis Barber) Katja Nottke Geoffrey Lyons (Brian Blesssed) Jürgen Kluckert Mrs. Barrymore (Eleanor Bron) ? Barrymore (Edward Judd) Peter Matic Inspektor Lestrade (Ronald Lacey) Engelbert von Nordhausen Sir Henry Baskerville (Martin Shaw/Kerry Shale) Uwe Paulsen Laura Lyons (Connie Booth) Heike Schroetter Clayton, der Kutscher (Eric Richard) Hans Nitschke Ladenbesitzer (Michael Burrell) Dieter Kursawe Zimmermädchen (Cindy O’Callaghan) ? Selden (Peter Rutherford) kein Text Mädchen im Sumpf (Francesca Gonshaw) Janina Richter Sir Charles Baskerville (David Langton) kein Text Jack Stapleton (Nicholas Clay) Ulrich Gressieker Sir Hugo Baskerville (Nicholas Clay) Karl Schulz Bärtiger Mann (Nicholas Clay) Ulrich Gressieker (?)
Martin Shaw wurde in der Originalfassung tatsächlich von dem Amerikaner Kerry Shale nachsynchronisiert, da er den Machern wohl zu britisch klang.
Cindy O'Callaghan war 1971 eins der Kinder in Disneys "Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett".
Da der deutsche Abspann hier (im Gegensatz zum "Sign") nicht auf den digitalen Veröffentlichungen enthalten ist (und ich nur eine alte TV-Aufzeichnung von Kabel 1 besitze, die keinen Abspann hat), kann ich nicht hundertprozentig verifizieren, daß auch hier Buschow und Keck tätig waren, aber es ist anzunehmen.
EDIT: Das Handbuch von Michael Ross bestätigt Buschow und Keck.
Deutsche Fassung im Auftrag des ZDF Redaktion: Brigitte Reiner Deutsche Synchron Filmgesellschaft mbH Karlheinz Brunnemann Buch: Ursula Buschow Dialogregie: Thomas Keck
Laufzeit (PAL): 92:47 (USA); 91:08 (D)
Sherlock Holmes (Ian Richardson) Harry Wüstenhagen Dr. John Watson (David Healy) Wolfgang Völz Major John Sholto (Thorley Walters) Klaus Miedel Mary Morstan (Cherie Lunghi) Susanna Bonasewicz Jonathan Small (Joe Melia) Friedrich Wilhelm Bauschulte Inspektor Layton (Terence Rigby) Heinz Theo Branding
Bartholomew Sholto (Clive Merrison) Norbert Gescher Thaddeus Sholto (Richard Heffer) Norbert Langer Tonga (John Pedrick) nur Laute (O-Ton?) Mordecai Smith (Michael O’Hagan) Hans Nitschke
Williams (Robert Russell) ? McMurdo (John Benfield) ? Lal Rao (Moti Makan) ? Kate, das Hausmädchen (Kate Binchy) Janina Richter Mr. Sherman (Gordon Rollings) Lothar Köster (?) Mrs. Smith (Merelina Kendall) Christel Merian Wiggins (Darren Michael) ? („Ole“ von den „Kindern aus Bullerbü“)
Im Gegensatz zum "Hound" wurde hier an ein paar Stellen mit dem kleinen Tonga, die man anscheinend als "zuviel" für das deutsche Fernsehpublikum einstufte, die Schere angesetzt.
Die Angabe in Michael Ross´ "Handbuch" von 2003 (S. 200) und auf Wunschliste*, dass der Film erstmals am 8. Oktober 1987 im ZDF lief, ist also definitiv falsch?
An Ross hatte ich jetzt gar nicht gedacht und in der IMDB nachgeschlagen... Er bestätigt auch Buschow und Keck für den "Hound".
Sind es jetzt eigentlich englische oder amerikanische Filme? Der Produzent war eindeutig Amerikaner, die Besetzung (bis auf Healy beim "Sign") aber komplett britisch und gedreht wurde auch in good old England...