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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 455 mal aufgerufen
 Allgemeines
Stefan der DEFA-Fan


Beiträge: 10.693

13.01.2018 09:34
Die früheste ECHTE Stereo-Synchronsation Zitat · antworten

Es gibt einiges an Up-Mixes ehemaliger Monosynchronisationen, die aufgrund der immer besseren Technik mitunter sogar recht überzeugend sind (wenn das entsprechende Grundmaterial vorliegt).
Welches aber war die früheste Synchronisation, die tatsächlich von vornherein in stereo produziert wurde?

"Dornröschen und der Prinz" (Simoton 1959) war eindeutig in mono und wurde erst in den 90ern umgemischt.
"Spartacus" (BSG 1960) klingt für mich tatsächlich authentisch.
Bei "Ben Hur" (MGM 1960) bin ich mir wiederum unsicher ...

Das früheste mir glaubhaft erscheinende Beispiel wäre "20.000 Meilen unter dem Meer" (Simoton 1955). Passt auf der einen Seite nicht in den zeitlichen Rahmen, auf der anderen Seite gibt es weder zwischen Musik und Sprache markante Klangunterschiede noch irgend welche Dopplungseffekte durch Überlagerung mehrerer Spuren. Also vielleicht doch eine echte Stereo-Synchronisation? Ein damaliges Experiment?
Andererseits wurde selbst die aufwendige 70mm-Produktion "In 80 Tagen um die Welt" (Ultra 1957) in mono synchronisiert. Oder haben hier nur die dumpfen Mono-Spuren überdauert?

Weiß jemand etwas Genaueres?

Gruß
Stefan


HalexD


Beiträge: 661

17.03.2018 21:24
#2 RE: Die früheste ECHTE Stereo-Synchronsation Zitat · antworten

Die älteste deutsche Synchronisation, die mir einfällt ist James Dean - "Jenseits von Eden" 1954. Synchronisiert und abgemischt in Stereo bzw. 3.0 (gezeigt wurde er allerdings nur in Mono denke ich), der deutsche Release (also die Erstellung der Synchro) war ca. ein Jahr vor "20.000 Meilen unter dem Meer", der 1956 war, "Jenseits von Eden" in 1955.
Die Qualität der originalen deutschen 3.0 Tonspur von "JvE" auf Blu-ray ist fantastisch. Man kennt der Synchronisation das Alter kaum an.
Auf ofdb steht, dass "20.000 Meilen unter dem Meer" in Mono gezeigt wurde. Ob es also als Ausgangsmaterial eine Stereo-Abmischung gab, kann man nicht mehr so genau sagen. Vielleicht ist es auch nur eine Mono-Spur gewesen.

"Ben Hur" 1959 lief ganz sicher 1960 in 2.0 bzw. 4.0. War der erste Film, der in Wien in den neuen umgebauten Kinos in Stereo gezeigt wurde.
Auf Blu-ray hat man aber leider nicht auf die originalen deutschen Bänder zurückgreifen können, deswegen ist der Center-Track mit den Stimmen etwas dumpf und kratzig, die Musik und Surround-Effekte aber glasklar und vom englischen restaurierten 5.1 Mix.

"Unternehmen Feuergürtel" 1961 lief auch in 2.0 bzw. 4.0, war aber etwas später als die, die du erwähnt hast.


c.n.-tonfilm



Beiträge: 1.273

20.03.2018 12:23
#3 RE: Die früheste ECHTE Stereo-Synchronsation Zitat · antworten

Nach heute sich im Umlauf befindlichen Tonmastern kann man i.d.R. gar nicht gehen. Viele originale Stereomischungen wurden fürs Fernsehen schon in den 60er und 70er Jahren auf Mono-Lichtton heruntergemischt; oft gab es parallel zu den Stereo-Kopien auch Mono-Lichttonkopien und man griff dann gleich auf diese für die Umspielungen zurück. Die Stereo-Originalmischungen sind in vielen Fällen heute wohl verschollen oder - soweit sie noch irgendwo eingelagert verfügbar wären - investiert hier üblicher Weise niemand die Kosten, die Töne neu und fachgerecht in Stereo zu überspielen (das macht man ja noch nicht mal bei den Mono-Tönen...). Auch die Überlieferungs-Situation der original-englischsprachigen Stereomischungen ist alles andere als rosig.

Man kann die deutschen Stereo-Synchonfassungen bis einschließlich 1965 jedoch ziemlich gut rekonstruieren, indem man "Paimann's Filmlisten" systematisch durchsieht. Paimann gibt bei Stereo-Synchronisationen den Vermerk "Raumton" oder "Raumtonfilm" an. Nicht zu verwechseln mit dem Vermerk "Stereofilm" - damit sind bei Paimann die 3D-Filme gemeint.

Ich habe nun einmal die Jahrgänge 1953 und 1954 durchgesehen. 1953 wurden noch keine Stereo-Synchronisationen in Österreich aufgeführt. Die erste deutsche Stereo-Synchronisation war wohl - sofern sich da später durch den Aufführungsversatz BRD/Österreich nicht noch ein Titel nach vorne schieben sollte - "Das Gewand" (Centfox 1953), das in der BRD schon im Dezember 1953, in Österreich jedoch erst im September 1954 in die Kinos kam.

Marktführer war die Centfox mit ihrem 4-Kanal-Magnetton-Verfahren. Die MGM setzte auf das deutlich weniger hochwertige Perspecta-Verfahren mit 4-Kanal-Lichtton.



Alte Kinofilme nach Jahrzehnten nachträglich neu zu synchronisieren ist wie Süßstoff in einen guten alten Wein kippen: ungenießbar-pappige "Spätlese".

Was wären Jack Lemmon, Danny Kaye, Peter Sellers, Bob Hope und Red Skelton im deutschsprachigen Raum ohne die Stimme von Georg Thomalla ?

c.n.-tonfilm



Beiträge: 1.273

20.03.2018 22:06
#4 RE: Die früheste ECHTE Stereo-Synchronsation Zitat · antworten

Ich habe nun oben das Filmjahr 1955 nach Paimann eingearbeitet und der Vollständigkeit halber auch die deutschen Spielfilme mit Stereo-Ton berücksichtigt. Da die Verleiher in der BRD und in Österreich oft abweichen und die Sache mit zwei Uraufführungsterminen für beide Länder recht unübersichtlich geworden wäre, habe ich mich auf die deutschen Erstaufführungen und Verleiher beschränkt. Die aufgeführten Filme in der BRD und in Österreich dürften sich zu 99%-iger Wahrscheinlichkeit entsprechen.

Bisheriges Fazit:

Ab Ende 1953 bis Anfang 1956 konnte man 53 Spielfilme und einen Dokumentarfilm mit Stereo-Ton in den deutschen Kinos sehen. Davon nutzten 43 das 4-Kanal-Magnetton-Verfahren und 11 das Perspecta-Lichtton-Verfahren. Der Löwenanteil der Stereofilme stammte von Centfox (22), gefolgt von Warner (11), MGM (11), Universal (3) und Columbia (3). Neben den US-Produktionen gelangten noch zwei deutsche und je ein französischer und ein italienischer Film mit Stereo-Ton in die Kinos.

Die goldenen 50er - sie waren ganz klar das Kino-Jahrzehnt der breiten Leinwände und des Stereo-Tons!


Alte Kinofilme nach Jahrzehnten nachträglich neu zu synchronisieren ist wie Süßstoff in einen guten alten Wein kippen: ungenießbar-pappige "Spätlese".

Was wären Jack Lemmon, Danny Kaye, Peter Sellers, Bob Hope und Red Skelton im deutschsprachigen Raum ohne die Stimme von Georg Thomalla ?

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