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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 564 mal aufgerufen
 Allgemeines
AMK


Beiträge: 1.028

26.02.2007 18:27
[Off-Topic:] "Verrat" in Medien Zitat · antworten
Hallo!

Mit freundlicher Genehmigung durch Synchron-Forum-Leiter "VanToby" und (bisher ) ohne Gegenstimme(n) der beiden Moderatoren darf ich mich hier mal blamieren, so gut ich kann.

Im Ernst: Den unten wiedergegebenen Text habe ich gestern in E-Mail-Form (Betreff: "Verrat") an die ebenfalls unten aufgeführten öffentich-rechtlichen deutschen Radio- und TV-Sender geschickt. (EDIT: 3sat ist natürlich "international", mit [wesentlicher] "deutscher" Beteiligung.) Von einigen habe ich inzwischen eine Empfangsbestätigung, vom Deutschlandradio sogar eine (vorläufige) inhaltsbezogene Antwort. Falls jemand von euch mein im Text beschriebenes Anliegen teilt: Jetzt ist die Gelegenheit zu einer "konzertierten" E-Mail- oder Briefaktion! (Und man muss ja nicht unbedingt meinen Text übernehmen [zumindest nicht die "subjektiven" Beispiele], wenn man einen besseren bzw. individuellen verfassen kann ... Aber wer sich von meinem Geschreibsel "wörtlich" inspirieren lassen will, darf das im Rahmen dieser [Nicht-]Aktion tun.)

Es gibt wohl Wichtigeres bzw. Dringenderes auf der Welt - aber es war und ist mir echt ein echtes Anliegen, auch wenn ich damit alleinstehen sollte.



- - - - - "Verrat" - - - - -

[Name]
- Anschrift: [...]
- E-Mail: [...]


an:
BR; HR (über http://www.hr-online.de/website/derhr/ho...jsp?rubrik=1846); MDR; NDR; RB; RBB; SR; SWR; WDR;
ZDF;
Deutschlandradio; Phoenix; 3sat


[Ort], 25.2.2007


Sehr geehrte Damen und Herren „Medienschaffende“,

mit diesem Schreiben möchte ich Sie auf ein Anliegen aufmerksam machen, das ich schon lange habe und das nun endlich einmal „offiziell“ in Worte gefasst werden soll.

Es geht darum, dass ich beim Hören einer DLF-Kirchenfunksendung (vor dem 8.9.2004) über das Lachen nicht urplötzlich die Auflösung der Mordserie in Umberto Ecos „Der Name der Rose“ präsentiert bekommen will (auch wenn ich die schon kannte); dass ich beim Hören einer DLF-Kinofilmkritik (8.9.2004) zu M. Night Shyamalans „The Village“ – wohlwissend, dass ein Nacherzähler-Kritiker den Filmschluss verraten könnte – nicht plötzlich (nach dem Hinweis, „The Village“ sei so spannend, dass der Schluss nicht verraten werden solle!) den Schluss von M. Night Shyamalans „The Sixth Sense“ verraten bekommen will (den ich noch nicht kannte!) [siehe PS 1]; dass ich beim Hören einer SWR2-„Forum“-Diskussion (18.1.2007) über Stoiber, Pauli und die CSU nicht plötzlich die Auflösung von Agatha Christies „Mord im Orient-Express“ verraten bekommen will (die ich glücklicherweise längst kannte); usw.

Kurz: Es geht um „Verrat“. Die geschilderten und ähnliche Sachverhalte offenbaren ein schockierendes Maß an Arroganz (oder Ignoranz): gegenüber Autoren, Filmemachern und anderen Kreativen, deren Werke nicht mehr wirken dürfen (jedenfalls nicht so, wie sie es könnten und sollten), wie auch und besonders gegenüber den Hörern bzw. Fernsehzuschauern – ihres Zeichens Zwangsgebührenzahler (es sei denn, sie verzichten auch auf den Internetzugang - was heutzutage wenig vorteilhaft ist) [siehe PS 2] –, denen ihre Zahlungen dadurch „vergolten“ werden, dass man ihnen das Buch, das sie gerade lesen (nachdem sie es gekauft, d. h. bezahlt haben), bzw. den Film, den sie sich noch ansehen wollten, „verdirbt“ und ihr Recht auf „Spannung“ bzw. ungetrübten Buch-, Hörspiel-, Filmgenuss und selbstbestimmte Freizeitgestaltung missachtet.

Dabei wäre „Besserung“ ganz einfach: indem man den „Verrat“ grundsätzlich unterlässt – und indem Sie dort, wo er Ihnen gänzlich unverzichtbar erscheint, Hörer bzw. Zuschauer vorher darauf hinweisen und ihnen so die Chance geben, auszuschalten, oder auch die Information, wann sie „gefahrlos“ wiedereinschalten können. Dieses Minimum an Fairness dürfte wahrlich nicht zuviel verlangt sein. Meines Erachtens bzw. meines Empfindens geht es dabei sogar um die Respektierung eines grundlegenden Menschenrechtes.

Daher bitte ich Sie hiermit, ab sofort penibel das Recht auf „Spannung“ und diesbezügliche Selbstbestimmung anderer einzuhalten und gegen einschlägige Missachtung vorzugehen. Bitte führen Sie in Ihrer Sendeanstalt bzw. Ihren Sendeanstalten – sofern noch nicht erfolgt – entsprechende, verpflichtende Verhaltensmaßregeln ein.

Schließlich würde ich gern „angstfrei“ zuhören.

Bitte teilen Sie mir mit, ob und wie Sie meinem Anliegen gerecht werden wollen und können.

Mit Dank im voraus und mit freundlichen Grüßen

[Name]




PS 1 – Aus einer von mir am 8.9.2004 an den DLF (hoererservice@dradio.de) geschickten E-Mail:

„Sehr geehrte Damen und Herren vom Deutschlandfunk,

man ist es ja gewohnt, dass Literaturkritiker sich darin gefallen, in ihren Rezensionen Romane möglichst komplett nachzuerzählen - einschließlich aller Wendungen, die den Leser überraschen könnten, und natürlich des Schlusses -, und dass Filmkritiker es mit ihrem "Material" analog halten. Dem kann man als Leser/Hörer entgehen, indem man Buchbesprechungen und Filmkritiken meidet. Aber es sollte doch wenigstens "gefahrlos" möglich sein, sich Besprechungen von solchen Filmen anzuhören, die anzusehen man eher nicht vorhat ... Ein Irrtum, wie ich heute dank Ihres Filmkritikers in der DLF-Sendung "Corso" lernen musste.

Dabei müsste man ihn zunächst einmal loben - wenn auch für etwas, das ich für eine Selbstverständlichkeit halte: dass er den Schluss bzw. "des Rätsels Lösung" im Fall des Films "The Village" ausdrücklich nicht verraten hat.

Aber dafür hat er einfach so gleich zweimal die "Auflösung" des Films "The Sixth Sense" verkündet!

Damit hat er mich von dem Verlangen befreit, mir besagten Film bei Gelegenheit einmal anzuschauen - und die "Macher" des Films von der Möglichkeit, mich spannend zu unterhalten, und mich von der Möglichkeit, mich spannend unterhalten zu lassen.

Das kann ich nur als Arroganz den Machern wie dem (potentiellen) Publikum gegenüber empfinden.

Zumal der "Verrat" in keinster Weise für seine Besprechung von "The Village" "nötig" war! [Es] hätte festzustellen genügt, die in dem Film erfolgende Enthüllung sei so schockierend wie die Erkenntnis von Bruce Willis in "The Sixth Sense". Punkt.

Ansonsten hätte man den Hörer wenigstens warnen können - im Stil von: "Jetzt bitte weghören bzw. ausschalten, wenn Sie den Schluss von "The Sixth Sense" noch nicht kennen ..." (Mit Hinweis darauf, in wieviel Sekunden oder Minuten man denn wieder zuhören kann.)

Übrigens ist Ihr Filmkritiker - leider - nicht der einzige, der sich "Geschichtenverrat" und "Spannungsmord" erlaubt. Es war zum Beispiel einmal "Am Sonntagmorgen" vor längerer Zeit, als ebenfalls einfach so die Auflösung der Mordserie aus Umberto Ecos "Der Name der Rose" verraten wurde (mir damals, Gott sei Dank, sowohl als Film als auch als Hörspiel bekannt) – zwar mit einem gewissen Bezug zum Inhalt der Sendung, aber ohne Warnung und Notwendigkeit.

Daher meine Bitte: Achten Sie künftig mein und anderer Leute Recht (?!) auf "Spannung" und "Nichtwissen" - damit ich den DLF auch morgen noch kraftvoll zerbeißen ... äh: gerne hören kann!“



PS 2 – Zur Rundfunkgebühr für internetfähige Computer:
Formulierungen wie „Zur Gebührenerhebung für neuartige Empfangsgeräte sagte der ARD-Vorsitzende Thomas Gruber: […] Mit einer Rundfunkgebühr für neuartige Geräte wird ohnehin nur belastet, wer nicht einmal ein herkömmliches Radiogerät angemeldet hat. Dies dürfte […] eher die Ausnahme sein.“*, „[Der Intendant des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), Dr. Udo] Reiter machte außerdem deutlich, dass von der neuen Rundfunkgebühr nur ein sehr kleiner Personenkreis betroffen ist“** und „Betroffen sind nur die wenigen Privathaushalte, die weder Radio noch Fernsehen haben und auch kein Fahrzeug mit einem Autoradio besitzen, sondern nur einen internetfähigen PC.“*** bedeuten: „Scheiß auf die Minderheit! Wen schert´s, ob die ungerecht behandelt wird!“ - Keine gute Einstellung.

* http://www.br-online.de/br-intern/artike...ehren/index.xml

** http://www.mdr.de/presse/unternehmen/3461435.html

*** http://www.ard.de/intern/finanzen/gebueh...zdsx/index.html



- - - - - Senderadressen - - - - -

ARD:

- Bayerischer Rundfunk (BR):
Rundfunkplatz 1; D-80335 München.
Intendant: Prof. Dr. Thomas Gruber.
E-Mail (allgemeine Anfragen): zuschauerservice@br-online.de

- Hessischer Rundfunk (HR):
Bertramstraße 8; D-60320 Frankfurt.
Intendant: Dr. Helmut Reitze.
E-Mail: webmaster@hr-online.de (über http://www.hr-online.de/website/derhr/ho...jsp?rubrik=1846)

- Mitteldeutscher Rundfunk (MDR):
D-04360 Leipzig.
Intendant: Prof. Dr. Udo Reiter.
E-Mail: zuschauerredaktion@mdr.de

- Norddeutscher Rundfunk (NDR):
Rothenbaumchaussee 132-134; D-20149 Hamburg.
Intendant: Jobst Plog.
E-Mail: info@ndr.de

- Radio Bremen (RB):
Bürgermeister-Spitta-Allee 45; D-28329 Bremen.
Intendant: Prof. Dr. Heinz Glässgen.
E-Mail (Programm): briefkasten@radiobremen.de

- Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB):
Standort Berlin: Masurenallee 8-14; D-14057 Berlin.
Standort Potsdam: Marlene-Dietrich-Allee 20; D-14482 Potsdam-Babelsberg.
Intendantin: Dagmar Reim.
E-Mail: zuschauerredaktion@rbb-online.de

- Saarländischer Rundfunk (SR):
Funkhaus Halberg; D-66100 Saarbrücken.
Intendant: Fritz Raff.
E-Mail: info@sr-online.de

- Südwestrundfunk (SWR):
Neckarstraße 230; D-70190 Stuttgart.
Intendant: Prof. Peter Voß.
E-Mail: info@swr.de

- Westdeutscher Rundfunk Köln (WDR):
D-50600 Köln.
Intendant: Fritz Pleitgen.
E-Mail: redaktion@wdr.de

[ARTE Deutschland TV GmbH:
Postfach 10 02 13; D-76483 Baden-Baden.]

Deutschlandradio:
Raderberggürtel 40; D-50968 Köln.
Intendant: Ernst Elitz.
Deutschlandfunk: Raderberggürtel 40; D-50968 Köln.
Deutschlandradio Kultur: Hans-Rosenthal-Platz; D-10825 Berlin.
E-Mail: hoererservice@dradio.de

Phoenix:
Westdeutscher Rundfunk Köln; D-50600 Köln.
Zweites Deutsches Fernsehen; D-55100 Mainz.
E-Mail: info@phoenix.de

Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF):
- Zuschauerredaktion -; D-55100 Mainz.
Intendant: Markus Schächter.
E-Mail: info@zdf.de

3sat:
ZDF-Straße 1; D-55100 Mainz.
E-Mail: info@3sat.de
E-Mail (SWR für ARD): 3sat@swr.de
E-Mail (ZDF): info@zdf.de



- - - - - Aus dem Antwortschreiben vom Deutschlandradio-Hörerservice - - - - -

"Alles in allem fallen auch Buch- und Filmbesprechungen unter den Begriff "Pressefreiheit" und diese ist ein empfindliches Gut. [...] Die Meinungsäußerungen unserer Hörer sind uns wichtig und werden beachtet. Ihr Schreiben leiten wir deshalb an die Verantwortlichen im Programm weiter."

EDIT: In dem Schreiben findet sich auch folgender Hinweis: "Was die Kirchensendungen anbelangt, so liegen diese in der Verantwortung der Sendebeauftragten der Kirchen. Für die evangelische Kirche ist dies Pfarrerin Petra Schulze (schulze@ekd-media.de) und für die katholische Kirche Pastor Ulrich Behlau (ulrich.behlau@t-online.de)."

Gruß - Andreas

AMK


Beiträge: 1.028

15.04.2007 13:32
#2 RE: [Off-Topic:] "Verrat" in Medien Zitat · antworten

Ein "junger" Fall: In der 3sat-"Kulturzeit" am Donnerstag, 12.4.2007, erzählte Literaturkritiker Andreas Isenschmid den Roman "Die Straße" von Cormac McCarthy nach - einschließlich des Schlusses. Armer Autor. Ist so was verkaufsfördernd?


Gruß - Andreas

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