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Dieses Thema hat 11 Antworten
und wurde 623 mal aufgerufen
 Allgemeines
Jörn


Beiträge: 350

02.10.2009 20:00
KONTINUITÄT Zitat · antworten

Ich wollte hier nochmal das Thema "Kontinuität bei Besetzungen" ansprechen, weil mir in vielen Thread aufgefallen ist, wie unterschiedlich die Leute mit dem Thema umgehen!

Es scheinen sich da im wesentlichen zwei Standpunkte hervorzuheben :

Die Einen (zu denen ich mich selbst auch zähle), legen sehr großen Wert auf die REGELMÄßIGE und dauerhafte Besetzung EINES Sprechers auf einen bestimmten Schauspieler.
Ob dieser Sprecher nun noch zig andere Schauspieler regelmäßig synchronisiert, ist dabei nicht so relevant.
Wenn erstmal ein passender Sprecher gefunden worden ist, dann wünscht man ihn sich immer auf diesen Schauspieler,unabhänig von der Rolle, die es zu verkörpern gilt.

Die selbe Schwierigkeit, die es für den Schauspieler zu bewältigen gilt, nämlich einem "Type-Casting" durch ungewöhnliche Rollen zu endgehen, hat natürlich auch der Synchronsprecher.
Wie oft kam und kommt es vor, dss Sprecher ausgetauscht werden, weil der Schauspieler, den er sonst gesprochen hat, vielleicht nicht wie üblich den "netten Verführer", sondern den "bösen Tyrannen" mimt.
Aber genau das hebt den Synchronsprecher und seine Arbeit hervor, wenn er sich dem Spiel des Schauspielers auch in ungewöhnlichen Rollen stimmlich anpasst.

Durch eine (oft mehrere Jahre andauernde), regelmäßige und dauerhafte Stammbesetzung, "verschmelzen" der Schauspieler und seine Synchronstimme für den Zuschauer miteinander und prägen sich zu einem festen Bild ein (John Wayne/A. Marquis, Connery/Hoffman oder De Funes/Martinzen sind nur einige Beispiele).
Eine Neubestezung des Sprechers kann den Zuschauer dermaßen irritieren, dass es ihm schwerfällt, die Rolle und/oder sogar den gesammten Film zu aktzeptieren.
Die Illusion wird durch eine Sprecher-Umbesetzung bei vertrauten Schauzspielern empfindlich gestört und wird in den meißten Fällen als sehr unbefriedigend wahrgenommen.



Bei den Anderen scheint die Frage der Kontinuität eher zweitrangig zu sein.
Hier geht es den Leuten anscheinend mehr um ein "Type-Casting", wo die Stimme vor allem der Rolle, die der Schauspieler verkörpert, angepasst werden soll.
Mal ganz vereinfacht gesagt: Rauher Typ braucht auch eine harte Stimme, um die Rolle gut rüberzubringen.

Auch die "Überbelegung" eines Sprecher als feste Stimme für allzu viele Stars wird von vielen als störend empfunden und so versucht man, jemand Neues zu "etablieren".
Der persöhnliche Geschmack eines Verantwortlichen, welche Stimme nun am besten zu einem Schauspieler bzw. zu einer Rolle passt, ist auch schon häufig maßgebend für eine Synchronbesetzung gewesen.

Das es natürlich auch eine Menge andere Gründe für eine wechselnde Stimm-Besetzung auf einen Schauspieler gibt (allen voran natürlich finanzielle), möchte ich hier mal außer acht lassen.




Wie steht denn ihr so zu dem Thema "Kontinuität"?
Wie wichtig ist es euch, dass ein Schauspieler seine gewohnte Stimme hat?
Ist es euch lieber, wenn der Sprecher nach Kriterien ausgesucht wird, die die Rolle vorgeben?
Vielleicht ist das manchen auch egal?

Nennt ruhig mal einige Beispiele, wo euch die Umbesetzung einer vertrauten Schauspieler/Sprecher-Kombination sehr negativ aufgefllen ist, oder wo ihr sie begrüßt habt!
Allerding wäre es schön, wenn ihr euch nicht zu sehr an Einzelbeispielen festbeißen würdet (davon gibt es in den "Stars und Stimmen"- Threads schon genug),sondern das Thema mehr allgemein behandeln würdet.

Ich bin auf eure Meinungen gespannt!

Gruß,

Jörn

Synchronfan


Beiträge: 688

03.10.2009 14:26
#2 RE: KONTINUITÄT Zitat · antworten

Ich bin sehr für Kontinuität. Wie du ja schon geschrieben hast kann sich ja der Synchronsprecher der jeweiligen Rolle des Schauspielers anpassen. Deswegen ist eine Umbesetzung meiner Meinung nach unnötig.

AMK


Beiträge: 1.027

03.10.2009 15:25
#3 RE: KONTINUITÄT Zitat · antworten

Eigentlich bin ich für die "Kontinutät".

Aber die Probleme fangen schon an bei deiner eigentlich "richtigen" Feststellung:

In Antwort auf:
Wenn erstmal ein passender Sprecher gefunden worden ist, dann wünscht man ihn sich immer auf diesen Schauspieler,unabhänig von der Rolle, die es zu verkörpern gilt.

... die ich präzisieren würde: "Wenn erstmal der passendste Sprecher gefunden worden ist, dann wünscht man ihn sich immer auf diesen Schauspieler, unabhänig von der Rolle, die es zu verkörpern gilt."

Beide Formulierungen aber lassen auch schon auf das eigentlich unüberwindbare Hauptproblem schließen: Die Geschmäcker sind verschieden! Was ich als passende Besetzung empfinde, die ich mir als Regelfall wünsche, kann für dich eine Fehlbesetzung par excellence sein. Und ein auch meiner Meinung nach passender Sprecher kann dennoch eine Fehlbesetzung sein - wenn es einen noch passenderen Sprecher gibt. (Genau dieses Problem habe ich beispielsweise mit Ronald Nitschke auf Tommy Lee Jones: eigentlich passend - aber Manfred Lehmann wäre "perfekt"! Das heißt: Ich bin für Lehmann-Kontinuität auf TLJ - und damit für einen Bruch der "realen" Kontinuität ...)

Und die "Geschmacksfreiheit", die ich mir zubillige, steht natürlich auch jedem Regisseur und Synchronregisseur zu. Ein Regisseur, der glaubt, sein Kunstwerk Film sei "runder", wenn der Hauptdarsteller eine andere als die übliche deutsche Stimme erhält, hat das Recht, entsprechend zu besetzen bzw. umzubesetzen. (Und die Zuschauer bzw. -hörer haben das Recht, den Film zu meiden ...)

Was allerdings nicht nur ärgerlich, sondern tatsächlich überflüssig ist: wenn bei Mainstream-Filmen, bei denen ohnehin nicht die "Künstler", sondern Produzenten, Verleiher und Supervisoren (die wiederum Künstler sein können) das letzte Synchronsprecherbesetzungswort haben - will sagen: bei Produktionen, bei denen es ums Geschäft geht und nicht um die Verwirklichung der künstlerischen Vision eines einzelnen "Machers" -, des klischeehaften "Type-Castings" wegen umbesetzt wird! Sodass beispielsweise Udo Schenk - den ich zugegebenermaßen sehr gern höre - Ralph Fiennes nur in den "bösen" Rollen sprechen darf (und auch ansonsten vornehmlich auf "Bösewichter" besetzt wird) bzw. umgekehrt in den "bösen" Rollen kein "sanfterer" Sprecher zum Einsatz kommt. Da unterschätzt und unterfordert man meines Erachtens sowohl die Synchronsprecher als auch das Publikum. (Obwohl - vielleicht war es tatsächlich das Publikum, das Klausjürgen Wussow seit der "Schwarzwaldklinik" nur noch in Arztrollen sehen wollte?? Aber dann das Publikum "minus" ich ...)


Gruß - Andreas

Taccomania


Beiträge: 705

19.06.2018 15:27
#4 RE: KONTINUITÄT Zitat · antworten

Ich war ja früher sehr für Kontinutiät. Inzwischen bin ich aber deutlich flexibler, insbesondere bei jüngeren Schauspielern und Synchronsprechern, weil sowohl Gesichter als auch Stimmen für mein Empfinden austauschbarer geworden sind. Bei langjährigen markanten Synchronbesetzungen auf Charaktergesichtern möchte man natürlich ungern einen Bruch. Aber im übrigen fallen mir heutzutage Sprecherwechsel viel weniger auf als früher, insbesondere bei weiblichen Stimmen.

Ich bin diesbezüglich auch nicht mehr so empfindlich wie früher, weil man die meisten Schauspieler schon mit unterschiedlichen Stimmen gehört hat. Je mehr Filme und Serien man im Leben geschaut hat und je öfter mal Schauspieler in unterschiedlichen Rollen gesehen sowie mit unterschiedlichen Stimmen gehört hat, desto weniger störe ich mich daran.

Als junger Mensch, als ich noch viel weniger Filme und Serien kannte, fand ich es fast katastrophal, wenn man einen Sprecherwechsel "erleiden" musste (insbesondere innerhalb einer Serie oder Reihe). Ich finde Kontinuität zwar wünschenswert, aber bei so vielen Wechseln, die man schon gehört hat, ist es zumindest nichts mehr, worüber ich mich aufrege. Irgendeinen Anlass oder Grund, auf den man als Zuschauer ohnehin keinen Einfluss hat, wird es schon haben.

Mr.Voice


Beiträge: 200

19.06.2018 18:09
#5 RE: KONTINUITÄT Zitat · antworten

Also ich bin eigentlich sehr für Kontinuität. Fand das damals schon furchtbar wenn ein Schauspieler dauernd eine andere Stimme bekommen hat. Allerdings finde ich es manchmal schon merkwürdig wenn gewisse Schauspieler schon Kontinuität bekommen haben und dabei nicht die großen Weltstars sind, während andere weltweit bekannt sind, aber dauernd eine andere Stimme bekommen. So z.B. ist Freddie Prinze Jr. nicht gerade ein "Schauspieler" den jeder kennt und ,abgesehen von ein paar Hits, nie so wirklich den Durchbruch geschaft hat aber fast ausnahmlos von Dennis Schmidt-Foß synchronisiert wurde, während so jemand wie Cate Blanchet wirklich eine erfolgreiche Schauspielerin ist, aber andauernd eine andere Stimme hat. Das finde ich einfach seltsam. Deswegen frage ich mich wiederum, ab wann ist Kontinuität wirklich notwendig?

Stefan der DEFA-Fan


Beiträge: 10.631

19.06.2018 18:19
#6 RE: KONTINUITÄT Zitat · antworten

Prinze hatte sein spezielles Zielpublikum, das kräftig an den Kassen was einbrachte, zumindest zeitweise - insofern finde ich nachvollziehbar (nicht berechtigt!), dass man hier mehr auf Kontinuität achtete.
Ich persönlich finde Kontinuität spätestens ab einer Serie bzw. einer Filmreihe, durch die man einen Schauspieler mit einer spezifischen Stimme identifiziert, ziemlich wichtig bis entscheidend. Schult bzw. Meincke waren ab einem bestimmten Zeitpunkt für Patrick Stewart für mich Pflicht - Sonnenschein in "Canterville Ghost" schon dadurch, dass TNG längst lief, ein absolutes Unding.

Gruß
Stefan

CrimeFan



Beiträge: 229

19.06.2018 19:05
#7 RE: KONTINUITÄT Zitat · antworten

Kontinuität ist mir, bei Männern wichtiger als bei Frauen. Was hauptsächlich daran liegt, dass die jungen Frauenstimmen, immer gleicher klingen.
Die einzige Schauspielerin, wo ich auf die Stammstimme bestehe, ist Sabine Arnhold auf Lisa Edelstein.

Nyan-Kun


Beiträge: 1.438

19.06.2018 19:20
#8 RE: KONTINUITÄT Zitat · antworten

Ich finde bevor man sich die Frage mit der Kontinuität stellt sollte man sich die Frage stellen, ab wann ein bestimmter Sprecher auf einen bestimmten Schauspieler als etabliert gilt und von der breiten Mehrheit der Branche auch so angesehen wird oder eben nicht mehr bzw. ab wann es sich lohnt eine Kontinuität aufrecht zu erhalten.

Finde da vor allem, die Schauspieler interessant, die Phasenweise regelmäßig von einem bestimmten Sprecher synchronisiert wurden, ehe im Jahr x plötzlich jemand anderes etabliert wird und seitdem die Person synchronisiert. Einige Fälle dürften da bereits bekannt sein, vor allem die aus persönlichen Gründen oder finanziellen Streitereien. Schwerer nachvollziehbar dürften da so Fälle wie Cate Blanchett sein, die in der Anfangsphase bis mitte der 2000er Bettina Weiß hatte, dann eine Weile Arianne Borbach und aktuell Elisabeth Günther hat.

Besonders markante und passende Kombinationen haben es da einfacher sich fest zu etablieren und da wird auch die Kontinuität konsequent durchgezogen. Ausnahmen sind hierbei die weniger erfolgreichen Schauspieler bzw. die die in der Versenkung verschwunden sind, wie z.B. Sean Astin bei dem ich Patrick Bach genial finde. Wird nur leider nicht konsequent durchgezogen, da seine Filme und Rollen öfters bedeutungslos und wenig bekannt sind. Wenn man bedenkt, dass Astin in "Herr der Ringe" eine der bekanntesten und schönsten Hauptrollen gespielt hat ist es schon traurig, dass er dermaßen in die Bedeutungslosigkeit hinuntergerutscht ist, dass es sich nicht lohnt Bach mal nach München oder öfters mal nach Berlin rüber zuholen.


Jensheyroth


Beiträge: 1.145

27.06.2018 21:51
#9 RE: KONTINUITÄT Zitat · antworten

Schlimmer finde ich die Beispiele G.W.Bailey, Ernie Hudson und Harold Ramis wo versucht wude eine Kontinuität durchzusetzen. Schade eigentlich.


MfG
Jens

Jensheyroth


Beiträge: 1.145

27.06.2018 21:52
#10 RE: KONTINUITÄT Zitat · antworten

Schlimmer finde ich die Beispiele G.W.Bailey, Ernie Hudson und Harold Ramis wo versucht wude eine Kontinuität durchzusetzen die aber irgendwie gescheitert ist. Schade eigentlich.


MfG
Jens

Slartibartfast



Beiträge: 6.038

27.06.2018 23:18
#11 RE: KONTINUITÄT Zitat · antworten

Typecast ist aus meiner Sicht kein Gegenentwurf zur Kontinuität. Wenn aus künstlerischen Aspekten Umbestezungen stattfinden, kann das kreative Höchstleistungen hervorrufen.
Ärgerlich sind und waren für mich immer die Diskontinuitäten aus finanziellen Gründen. So wie früher jeder Standort und manchmal sogar jedes Studio seine eigenen Stammbesetzungen hatte.
Um die Kontinuität zu wahren, sind heutzutage interregionale Castings nötig was entweder hoher Budgets oder multipräsenten Synchronfirnen wie der FFS oder Scalamedia bedarf.


Gruß
Martin
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"Ein rechter Scheißdreck war's. Altmodisch bis provinziell war's. Des war's!" (Helmut Fischer in "Monaco Franze - Der ewige Stenz" [1983])
Visit http://www.synchronkartei.de

Nyan-Kun


Beiträge: 1.438

27.06.2018 23:36
#12 RE: KONTINUITÄT Zitat · antworten

Im Gegensatz zu früher kommen heutzutage solche Diskontinuitäten aus finanziellen Gründen doch kaum noch vor, zumindest bei Filmen, die es in die Kinos schaffen oder Serien, die bei einem soliden etablierten Studio bearbeitet werden (da werden die Stammsprecher in aller Regel "eingeflogen").

Ausnahmen sind da Leute, die eigentlich gar nicht mehr synchronisieren und nur für ihre Stammkraft immer wieder mal ran geholt werden. Bei einigen wie Wolfgang Pampel klappt das ausgezeichnet. Bei anderen wie Peter Matic ist das schon bedeutend schwieriger und da nehme ich es den Synchronstudios auch nicht so übel, wenn sie es nicht schaffen Matic für Ben Kingsley zu holen. Dabei muss das Budget noch gar nicht mal so niedrig gewesen sein.

Was die Billigheimer Studios, die besetzungstechnisch ohnehin kaum was reißen, betrifft erübrigt sich jeglicher Kommentar, aber die bearbeiten meist sowieso nur billige DtV Sachen, wo mal tatsächlich ein bekannter Star mitspielt oder in letzter Zeit auch mal die ein oder andere Netflix Serie/Film.


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