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Synchrondatenbank (von Arne Kaul) | Deutsche Synchronkartei | Seriensynchron - SeSyDaB | dubDB | Die vergessenen Filme
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Dieses Thema hat 18 Antworten
und wurde 2.679 mal aufgerufen
 Allgemeines
Seiten 1 | 2
sněhurka ( gelöscht )
Beiträge:

09.03.2011 12:42
Synchronisation vs. Untertitel? Zitat · antworten

Es gibt ja immer wieder das Thema ob es nun besser ist Filme zu synchronisieren oder zu untertiteln.
Ich persönlich finde eine Synchronisation weitaus besser und sinnvoller als Filme mit Untertitel zu versehen obwohl ich zugeben muss, dass auch die Untertitel einige Vorteile bieten.

Ich liste hier mal meine persönlichen Vor- und Nachteile von Filmsynchronisationen und Untertitel auf. - Was ist eure Meinung? Vielleicht kann man ja meine Liste noch ergänzen.


Vorteil
Eigene Muttersprache: Man kann sich die Filme in der eigenen Muttersprache ansehen ohne deshalb eine andere Sprache beherrschen zu müssen bzw. die Untertitel lesen zu müssen.

Kinder- Blinden- und älteren- und sehschwachen Menschen freundlich: Kinder, blinde oder sehschwache Menschen können den Film leichter verfolgen, da sie ihn auch akkustisch in ihrer eigenen Sprache wahrnehmen können.

Mögliche Verbesserung des Originals: Synchronisierte Filme/Serien bieten den Vorteil, dass sie eventuell sogar das Original verbessern können: Es können zusätzliche Geräusche wie Husten, Summen, Lachen eingebaut werden, wenn dies zB: im Original fehlt und oder auch unauthentisch wirkt. Es können Witze, Pointen, lustige Anspielungen etc. in die eigene Sprache einbezogen werden damit das deutschprachige Publikum den Witz nicht nur eins zu eins übersetzt bekommt sondern auch ein passendes, witziges Gegenstück zum Original hat weil sonst der Witz nicht verstanden würde oder gar keinen Sinn ergeben würde:

Beispiel aus Golden Girls: Dorothy streitet mit ihrer Mutter Sophia und sie droht ihr, sie wieder zurück ins Altenheim abzuschieben wenn sie sich nicht benehmen würde und um ihr zusätzlich einen kleinen Schrecken einzujagen behauptet Dorothy (in der deutschen Fassung), dass das Altenheim aber nun von Saddam Hussein geleitet würde. Im englischen Original behauptet Dorothy jedoch, dass das Heim nun von Deutschen geleitet wird. - Das ergibt nicht nur keinen Sinn sondern wird auch nicht als Witz wahrgenommen; eine Synchronisation ist in diesem Fall viel besser weil man unabhängig was im Original gesprochen wird; einen ganz eigenen Weg gehen kann. Bei einer Unteritelung würde das Problem entstehen, wie man den Witz am besten übersetzen sollte. Entweder wortwörtlich, was jedoch keinen Sinn ergeben würde oder durch ein kreatives, sinngemäßes Gegenstück was jedoch verwirrend sein könnte, da man mit den Untertiteln ja etwas anderes zu lesen bekommt als was der Originalsprecher gesagt hat.

dazu kommt noch: gerade bei Comedy-Serien, wo andere Schaupieler, Politiker oder Sportler als Zielscheibe für Witze hinhalten müssen, stellt sich ein weiteres Problem wenn hier die englischen bzw. amerikanischen Schaupieler, Politiker oder Sportler etc. genannt werden, die bei uns aber niemand kennt. Hier kann die Synchronisation regionale Persönlichkeiten einbauen, damit das Publikum auch den Witz versteht und vorallem weiß um wen es eigentlich geht. Deshalb wurde schon einmal aus einem amerikanischen Tennisspieler, in der deutschen Fassung ein Boris Becker oder ein Thomas Muster oder aus einem unbekannten amerikanischem Model, in der deutschen Fassung eine Brigitte Nielsen. (Finde ich persönlich sehr originell und kreativ!!)

man muss nicht direkt auf den Fernseher/Monitor blicken: Wenn zB. ein Film in die Werbung geht und man geht zwischendurch aus dem Wohnzimmer um vlt. auf's Klo zu gehen oder in der Küche sicht etwas zu Essen holt, hört und merkt man sofort wann der Film wieder weitergeht und vorallem dadurch, da man ja nicht direkt im Wohnzimmer vorm Fernseher steht, bekommt man sogar von weiter weg, die Handlung akkustisch mit. Was bei der Untertitelung aber nicht der Fall ist. Wobei man bei Englisch noch etwas verstehen könnte aber bei anderen Sprachen wird es dann schon schwieriger, die Handlung zu deuten wenn man die Untertitel nicht gelesen hat.

Eine Synchronisation schafft einen neuen Film: Dadurch, dass der ganze Film/Serie "neu" gesprochen, erzählt und gespielt wird, entsteht dadurch eine Art "zweiter Film" der zwar ähnlich dem Original ist aber trotzdem feine Unterschiede aufweist. Bei DVD's gibt es dann auch noch den Vorteil, sich diese Sprache auszuwählen in welcher man sich den Film gerne anschauen würde. Bei Untertitelung ist das nicht der Fall. Es gibt nur eine einzige Originalsprache mit Untertitel die man sich ansehen kann - Es ist nur möglich den Film in einer Sprache anzusehen und hat auch keinen Vergleich zu einer anderen Version, die einem entweder besser oder schlechter gefällt.

Nachteil
Fremde Sprecher/Keine Originalstimmen: Man kann die Originalstimmen der Schauspieler und deren eigentliche Emotion akkustisch nicht wahrnehmen, sondern ist auf einen Synchronsprecher angewiesen, der vielleicht nicht so gut an das Original herankommt oder sogar schlechter ist. (Kann aber jedoch auch verbessert werden und durch die Auswahl an 2 verschiedenen Audiotracks; wieder ein Pluspunkt; weil man ja die Sprachen wechseln kann)

meistens bessere, authentischere Umgebung und Atmosphäre: Wenn ein Film zB: in den USA spielt und dort alle Straßenschilder, Plakate etc. auf Englisch sind und die Menschen Englisch sprechen kommt natürlich die ganze Atmosphäre sehr viel glaubwürdiger rüber. Bei Comedy-Serien sind die Lacher des Publikums, die man im Hintergrund hört; original vor Ort aufgenommen und klingen dementsprechend auch natürlicher und glaubwürdiger als die künstlichen Lach-Aufnahmen bei Synchronisationen.

Synchronisation kostet viel Geld: Einen Film zu synchronisieren kostet viel mehr Geld, als ihn nur zu untertiteln. Möchte man, dass die Synchronisation gut wird und das Ergebnis stimmt muss man ausgebildete Synchronsprecher anstellen und keine Laien. Andererseits zahlt sich eine Synchronisation für einen großen fremdsprachigen Markt aus (zB: Deutsch, Französisch, Spanisch)


Donnie Darko
Moderator


Beiträge: 7.311

09.03.2011 18:32
#2 RE: Synchronisation vs. Untertitel? Zitat · antworten

Gab's nicht schon mal ein ähnliches Thema??? Na ja, egal...

Untertitel zermatschen das ganze Bild, man ist doch ständig abgelenkt, weil man lesen muss. Wenn schon Original, dann also bitte komplett Original, ohne irgendwelche störenden Untertitel. Dank dem Medium DVD ist das ja aber heutzutage kein Problem mehr für die Leute, die es mögen.
Wobei ich für meinen Teil bekanntermassen ja ohnehin ausschließlich synchronisierte Fassungen konsumiere. Ich steh' einfach auf den wunderbaren sauberen deutschen Synchronton und bin zudem auch kein Freund der originalen Stimmen der fremdsprachigen Schauspieler. Synchronisation war für mich noch nie ein reines "Mittel zum Zweck", ich sehe das eher als eine ganz eigene Kunstform.


28:06:42:12

"Herr Flamme, wir nehmen auf."

PeeWee


Beiträge: 1.510

09.03.2011 21:26
#3 RE: Synchronisation vs. Untertitel? Zitat · antworten

"Fremde Sprecher/Keine Originalstimmen: Man kann die Originalstimmen der Schauspieler und deren eigentliche Emotion akkustisch nicht wahrnehmen, sondern ist auf einen Synchronsprecher angewiesen, der vielleicht nicht so gut an das Original herankommt oder sogar schlechter ist."

- Das kann man aber auch in der sog. "Originalfassung" haben. Beispiel: Die Bond-Filme. In "Dr. No" wird Ursula Andress im englischen O-Ton fremdgesprochen, in "Goldfinger" Gerd Fröbe, in "Feuerball" Adolfo Celi, in "Man lebt nur zweimal" der japanische Geheimdienstchef und in "Geheimdienst" peinlicherweise an einer Stelle sogar George Lazenby selbst. Ob Daniela Bianci sich in "Liebesgrüße" selber spricht kann man ja mal recherchieren, aber zumindest bei diesen Beispielen fällt das Argument "Originalstimme" der O-Ton-Fanatiker leider raus.

Slartibartfast



Beiträge: 5.730

06.08.2011 12:18
#4 RE: Synchronisation vs. Untertitel? Zitat · antworten

Zitat
Eigene Muttersprache: Man kann sich die Filme in der eigenen Muttersprache ansehen ohne deshalb eine andere Sprache beherrschen zu müssen bzw. die Untertitel lesen zu müssen.


Dazu ist noch anzufügen, dass nicht nur die Sprachbarriere ein Grund für dieses Argument ist. (Das klingt immer so nach Bequemlichkeit.)
Filme werden primär für ein Publikum produziert, das die Darsteller in seiner Muttersprache hört. Folglich ist das mediale Erlebnis nur dann so wie vom Produzenten intendiert, wenn auch Zuschauer aus anderen anderen Sprachlandschaften ihre Muttersprache hören können. Der Konsum einer untertitelten Originalfassung stellt medial gesehen immer eine Metaebene dar.


Gruß
Martin
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„Ich danke für jeden konstruktiven Beitrag zur Lösung des Problems. Das war keiner.“ (Herbert Weicker in "Raumschiff Enterprise")

syncman


Beiträge: 22

06.08.2011 17:57
#5 RE: Synchronisation vs. Untertitel? Zitat · antworten

Einen Aspekt den ich noch als sehr Schätzend empfinde ist die Bindung zur eigenen Sprache. In einem Land in dem immer mehr Anglizismen Einzug genommen haben, stellt eine zumindest eingedeutschte Fernsehlandschaft ein trauriges letztes Bollwerk gegen ein vollkommenes versinken/ vergessen der eigenen Sprache.

Des weiteren empfinde ich deutsche Synchronisationen wenn sie gut sind als Aufwertung des Filmes, die glassklaren einzigartigen Stimmen sind herausstechend und das absolut im positiven Sinne wie ich meine. Ich denke ein Teil des „Igit, ein deutscher Film“ geht auch auf diesen Punkt zurück, das mit Hollywood/guter Film diese „aufgesetzten“ Stimmen verbunden werden!?

Untertitel sind mal in Ordnung, aber wenn zu oft, dann wird’s nervig. Man ist gezwungen die ganze Zeit über den Bildfläche anzustarren und mitzulesen. Es ist viel schwieriger gelesenes zu verarbeiten als gesprochen und so verarbeitet man noch den Text und der Film geht schon weiter oder aber das geschriebene verschwindet bald gleich wieder aus dem Kopf weil man künstlich schnell lesen musste. Der Filmemacher hat keinen Film gedreht den man mitlesen sondern verfolgen soll, so wären Untertitel auch eine Verfälschung des Filmerlebnisses, vieles geht gezwungener Maße durch die Ablenkung verloren.

anderto-krox


Beiträge: 1.361

08.08.2011 12:54
#6 RE: Synchronisation vs. Untertitel? Zitat · antworten

Zitat
Untertitel zermatschen das ganze Bild, man ist doch ständig abgelenkt, weil man lesen muss. Wenn schon Original, dann also bitte komplett Original, ohne irgendwelche störenden Untertitel. Dank dem Medium DVD ist das ja aber heutzutage kein Problem mehr für die Leute, die es mögen.
Wobei ich für meinen Teil bekanntermassen ja ohnehin ausschließlich synchronisierte Fassungen konsumiere. Ich steh' einfach auf den wunderbaren sauberen deutschen Synchronton und bin zudem auch kein Freund der originalen Stimmen der fremdsprachigen Schauspieler. Synchronisation war für mich noch nie ein reines "Mittel zum Zweck", ich sehe das eher als eine ganz eigene Kunstform.



Danke! Bitte so einrahmen und über die Eingangstür des Forums hängen!

Auch mit den UT nennst das Kind beim Namen. Ich persönlich (wobei dieser Aspekt natürlich nicht zu verallgemeinern ist) reagiere auf den "Impuls" des auftauchenden Untertitels auch immer und blicke ganz automatisch nach unten. Ich glaube aber, dass das menschliche Auge auch schlichtweg so funktioniert und gar nicht anders kann.

Was ich noch hinzufügen möchte: Wer Filme im Original in Sprachen schaut, die er selbst auch hinreichend beherrscht, hat meinen Segen. Ich werde hingegen NIE begreifen, warum Leute bei Sprachfassungen, die sich gar nicht beherrschen, ernsthaft behaupten, dass sie die Intention des Films im O-Ton besser begreifen. Jeder, der sich nur ein bisschen mit Sprachen beschäftigt hat, dürfte doch wissen, dass der Tonfall und die transportierte Emotion keineswegs international bzw. universal gültig ist. Man vergleiche beispielsweise das Japanische. Ich werde nie verstehen, weswegen diese Kritiker nicht einsehen, dass sie mit einer sauber durchgeführten Synchronisation weit mehr verstehen als mit Untertiteln und ihrer wilden Interpretation beim Ansehen.

Mein persönliches Fazit ist: Untertitel gehen gar nicht, O-Ton unter bestimmten Umständen, aber der saubere Ton einer guten Synchronisation ist und bleibt einfach das Beste.

smeagol



Beiträge: 3.287

08.08.2011 13:15
#7 RE: Synchronisation vs. Untertitel? Zitat · antworten

Zitat von Slartibartfast
Folglich ist das mediale Erlebnis nur dann so wie vom Produzenten intendiert, wenn auch Zuschauer aus anderen anderen Sprachlandschaften ihre Muttersprache hören können. Der Konsum einer untertitelten Originalfassung stellt medial gesehen immer eine Metaebene dar.


Wunderbar beschrieben - genau so sehe ich das auch. Es geht weit über das reine "Verstehen" hinaus.

Zitat von anderto-krox
Auch mit den UT nennst das Kind beim Namen. Ich persönlich (wobei dieser Aspekt natürlich nicht zu verallgemeinern ist) reagiere auf den "Impuls" des auftauchenden Untertitels auch immer und blicke ganz automatisch nach unten.


Das habe ich auch. Und noch schlimmer ist es so, dass ich dann die UTs lese, obwohl ich es (bei englischsprachigen Filmen / Serien) garnicht brauche. Ich muss mich dann immer zwingen, die Titel zu ignorieren. Mich stören UTs ganz gewaltig. Außer natürlich bei Sprachen, die ich nicht beherrsche - dann sind sie dosiert sinnvoll (siehe "Avatar").

Zitat von anderto-krox
Mein persönliches Fazit ist: Untertitel gehen gar nicht, O-Ton unter bestimmten Umständen, aber der saubere Ton einer guten Synchronisation ist und bleibt einfach das Beste.


Dem schließe ich mich an - ich wähle auch nur dann den O-Ton, wenn ich halt vor Ort (z.B. USA) bin, weil es garnicht anders geht oder wenn mir die Synchronfassung dann hierzulande einfach nicht gefällt oder sie offensichtliche Mängel aufweist. Und das kommt ja eigentlich, vor allem bei Kinofilmen, noch nicht so häufig vor. Gottseidank.


Lammers


Beiträge: 3.556

08.08.2011 13:34
#8 RE: Synchronisation vs. Untertitel? Zitat · antworten

Zitat von Donnie Darko
Wobei ich für meinen Teil bekanntermassen ja ohnehin ausschließlich synchronisierte Fassungen konsumiere. Ich steh' einfach auf den wunderbaren sauberen deutschen Synchronton und bin zudem auch kein Freund der originalen Stimmen der fremdsprachigen Schauspieler.



Gerade der deutsche Synchronton ist aber für einige Leute ein Problem, mit denen ich schon ins Gespräch gekommen bin oder ich habe es über Dritte gehört. Da ist nämlich für manche das Problem, dass sie ihn zu unnatürlich oder auffällig lauter gegenüber dem O-Ton finden. Manchmal fällt es nämlich schon auf, dass die Synchronfassung hinterher in einem Studio aufgenommen ist, d.h. die Synchronsprecher/-innen sind näher am Mikrofon dran, während sich der Originalschauspieler direkt am Set / in der Kulisse befindet, was mir auch schon mal auffiel, als ich bei einer Zweikanalton-Ausstrahlung in der ARD (ist schon etwas länger her) zwischen Synchronisation und der O-Ton-Spur hin- und herschaltete.

Zitat von anderto-krox
Ich werde hingegen NIE begreifen, warum Leute bei Sprachfassungen, die sich gar nicht beherrschen, ernsthaft behaupten, dass sie die Intention des Films im O-Ton besser begreifen. Jeder, der sich nur ein bisschen mit Sprachen beschäftigt hat, dürfte doch wissen, dass der Tonfall und die transportierte Emotion keineswegs international bzw. universal gültig ist. Man vergleiche beispielsweise das Japanische.



Wobei das Japanische ein Sonderfall ist. Diese Sprache ist so einzigartig, dass zumindest ich keine rechte Lust habe, japanische Film auf deutsch anzuschauen. Ich habe es bei ein paar Synchronisationen versucht, aber habe dann nach ein paar Minuten auf die O-Ton-Spur umgeschaltet weil es einfach nicht dasselbe war. So z.B. geschehen bei "Ran" (J 1985, R.: Akira Kurosawa). In "Zatoichi - Der blinde Samurai" (J 2003, R.: Takeshi Kitano) habe ich mal reingehört und auch da gefiel mir der O-Ton (selbstverständlich mit UT) persönlich besser. Eine der wenigen Synchronisationen eines japanischen Films, die mir gut gefallen hat, war "Yojimbo - Der Leibwächter" (J 1962, R.: Akira Kurosawa).


Slartibartfast



Beiträge: 5.730

08.08.2011 19:28
#9 RE: Synchronisation vs. Untertitel? Zitat · antworten

Damit es zumindest mal dasteht:
Mich persönlich "stören" UT im Bild ganz und gar nicht. Sie zu lesen erfordert aus meiner Sicht keine besondere Konzentration. Man sollte sich, gerade wenn man der Synchro das Wort will, nicht an Argumenten aufhängen, die den Anschein von Bequemlichkeit haben (siehe mein obiger Beitrag), sonst lädt maan die Gegner förmlich dazu ein, darauf zu schießen.
Der Punkt, eine OmU-Fassung zu konsumieren, stellt eine völlig andere Art von Filmerlebnis dar, die mit dem Erlebnis eines Zuschauers aus dem Herstellungsland nicht identisch ist. Erst die Synchro ermöglicht es, die Metaebene des Mitlesens und Übersetzens zu verlassen.


Gruß
Martin
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berti


Beiträge: 14.349

08.08.2011 19:40
#10 RE: Synchronisation vs. Untertitel? Zitat · antworten

Zitat von Slartibartfast
Mich persönlich "stören" UT im Bild ganz und gar nicht. Sie zu lesen erfordert aus meiner Sicht keine besondere Konzentration.


Hängt das nicht davon ab, wie viel im Film gesprochen wird? Bei vielen Untertiteln müsste sich der Zuschauer schon stärker auf die Untertitel konzentrieren, so dass ihm einige Sachen (Mimiken oder Geschehnisses während des Dialogs) entgehen könnten. Oder nicht?

Slartibartfast



Beiträge: 5.730

08.08.2011 20:38
#11 RE: Synchronisation vs. Untertitel? Zitat · antworten

Nein, weil das Lesen in der eigenen Muttersprache eigentlich nebenbei erfolgt.
Aber egal wie: Synchro schauen ist nichts, wofür man sich zu schämen braucht. Leider wird häufig so getan, alss müssen man sich dafür irgendwie entschuldigen.
Lasst und doch offensiv auftreten! Wenn der O-Ton-Purist also loslegt "Sehe ich Rebert DeNiro, so will ihn auch hören" und das ganze Gedöns, entgegnet man: "Schön für dich. Ich will aber hören, was Ottokar Runze aus seiner Rolle in der deutschen Fassung gemacht hat und dabei die künstlerische Darbietung von Christian Brückner genießen und zwar über auditiv rezipierte Dialoge in meiner Muttersprache ohne dabei irgendwas lesen oder übersetzen zu müssen, so wie Ford Coppola es wollte."


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Martin
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kogenta



Beiträge: 1.522

09.08.2011 05:32
#12 RE: Synchronisation vs. Untertitel? Zitat · antworten

Mir ist es ziemlich egal, ob ein Film synchronisiert ist oder OmU gezeigt wird.
Entscheidender ist, ob mich der Film überhaupt interessiert. Wenn ja, so ist die Frage nach der Synchro Nebensache.

Ist er synchronisiert: prima, dann sehe ich mir meistens die Synchro an;
ist er nicht synchronisiert: macht nichts, habe keine Probleme mit OmU-Fassungen.

Wobei bei einigen Sprachen (japanisch wurde oben schon genannt) das Synchronisieren sehr schwer ist; da wirkt die beste Synchro zumeist etwas merkwürdig, weil die Sprachmelodie einfach zu verschieden ist. In solchen Fällen ist mir OmU dann doch etwas lieber. - Auf den Gedanken, einen US-Film im Original zu schauen, nur um die Stimme von wem auch immer im Original zu hören, käme ich dagegen eher nicht.

Jedenfalls möchte ich keine der beiden Varianten verteufeln. Jeder wie er es lieber mag!

Schade finde ich allerdings, daß für Einige das Synchronisieren unbedingte Voraussetzung ist, sich einen Film überhaupt anzusehen. Vieles (auch viel Sehenswertes!) wird halt - zumeist sicher aus Kostengründen - nicht synchronisiert; und auf mindestens 50% aller Filme mangels Synchronisation pauschal zu verzichten, halte ich schon für ziemlich dumm.

Gruß, kogenta


berti


Beiträge: 14.349

09.08.2011 11:38
#13 RE: Synchronisation vs. Untertitel? Zitat · antworten

Zitat von kogenta
Wobei bei einigen Sprachen (japanisch wurde oben schon genannt) das Synchronisieren sehr schwer ist; da wirkt die beste Synchro zumeist etwas merkwürdig, weil die Sprachmelodie einfach zu verschieden ist.


In Sabine Pahlkes "Handbuch Synchronisation" wird erwähnt, dass ostasiatische Filme deshalb so schwer zu synchronisieren seien, weil deren Sprachen nicht zur indogermanischen Sprachfamilie gehörten. Stattdessen seien es "Silbensprache(n)", bei denen "man für einen Satz, der im Deutschen fünf Worte ausmacht, manchmal ein ellenlanges Silbenfeuerwerk hat" (S. 81).

Slartibartfast



Beiträge: 5.730

09.08.2011 21:54
#14 RE: Synchronisation vs. Untertitel? Zitat · antworten

Das ist an sich kein Problem; Rainer Brandt hat ohne Not auch Dialoge in engl. Filme eingebaut, die dort nicht vorkamen. Wenn die unterschiedlichen Spraacheen diese Technik nun sogar notwendig machen, dann ist das eben so.
Was ich nicht verstehe ist kogentas Argument:

Zitat von kogenta
Wobei bei einigen Sprachen (japanisch wurde oben schon genannt) das Synchronisieren sehr schwer ist; da wirkt die beste Synchro zumeist etwas merkwürdig, weil die Sprachmelodie einfach zu verschieden ist. In solchen Fällen ist mir OmU dann doch etwas lieber.


Wenn du Synchro gut gemacht ist, sollte daran nichts "merkwürdiges" erkennbar sein, auch nicht wenn das Original südtibetanisch ist.
Wenn das Original hingegen eine völlig andere Sprachmelodie hat, ist das doch eher ein Grund dem Originaal fernzubleiben, weil in diesen Fällen die Zuordnung der UT zur Handlung wesentlich komplizierter ist. Man kann nicht mehr wie im Englischen aus Betonungen oder Mimiken den Sinn eines Dialogs erschließen, sondern muss wirklich alles allein durch Mitlesen kapieren.


Gruß
Martin
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kogenta



Beiträge: 1.522

10.08.2011 01:18
#15 RE: Synchronisation vs. Untertitel? Zitat · antworten

Zitat von Slartibartfast
Wenn das Original hingegen eine völlig andere Sprachmelodie hat, ist das doch eher ein Grund dem Originaal fernzubleiben, weil in diesen Fällen die Zuordnung der UT zur Handlung wesentlich komplizierter ist. Man kann nicht mehr wie im Englischen aus Betonungen oder Mimiken den Sinn eines Dialogs erschließen, sondern muss wirklich alles allein durch Mitlesen kapieren.


Wer wenig Erfahrung mit japanischen Filmen hat, wird das vielleicht nicht glauben, aber die Japaner beherrschen es, daß man die Filme zumeist sogar im Original OHNE Untertitel bis zu 90% versteht. Sowohl Handlung als auch Atmosphäre und Stimmungen bis hin zu den Gefühlen der Protagonisten werden dort weitgehend über die Bilder statt über die Dialoge vermittelt. Untertitel sind gewiß hilfreich, besonders was Namen angeht, aber keinesfalls muß man intensiver lesen, um der 'Handlung' zu folgen, eher im Gegenteil! Ich beziehe mich hier allerdings auf die Klassiker der 50er bis 70er Jahre; bei aktuellen Produktionen mag das teilweise anders sein.

Aber wie schon gesagt: Gibt's den Film synchronisiert, sehe ich mir sogar bei japanischen Filmen eher selten das Original an. Um wieder auf den Punkt zu kommen: Es werden aber leider weit weniger als 10% der japanischen Filme synchronisiert, soll ich auf die anderen 90% verzichten? Selbst von den 30 Kurosawa-Filmen sind etwa ein Drittel bis heute nicht synchronisiert worden, was man als Armuts-Zeugnis für Deutschland auslegen kann. Diese und viele andere sehe ich mir auch sehr gern OmU an.

Bin sehr für's Synchronisieren, aber nochmal: KEIN Synchron-Zwang, wenn mich ein Film interessiert!
Oder anders gesagt: Ein Film wird nicht erst dann interessant, wenn er synchronisiert vorliegt. Da wird man nämlich bei den meisten älteren Filmen bis zum Jüngsten Gericht warten müssen ...

Gruß, kogenta

PS:
Apropos Japan: Über japanische Filme erfährt man - abgesehen von den sehr bekannten Klassikern - in der IMDB zumeist wenig oder nichts. Die Japaner haben nämlich analog ihre eigene Datenbank. Hier der Link, den man beim Googlen vermutlich nie finden wird:
http://www.allcinema.net/prog/show_p.php?num_p=9091
... und nicht gleich verzweifeln, es gibt ja mittlerweile recht brauchbare Übersetzungsprogramme ...


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