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Dieses Thema hat 46 Antworten
und wurde 3.216 mal aufgerufen
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Manuel K


Beiträge: 56

17.05.2013 00:56
#16 RE: John Dies at the End (2012) Zitat · antworten

Zitat von Ohne Wiederkehr im Beitrag #15
Klar sonst hätte es ja nicht so gut gepasst, aber nichtsdestotrotz empfinde ich diese Besetzung als sehr ungewöhnlich und wenig naheliegend und wette darauf, dass sie bei fast keinem anderen Studio zustande gekommen wäre.


Ich zeichne mich für die Mischung der Synchro verantwortlich, und muß sagen, daß mir dieses ständige Gebashe unverständlich ist.
Die Entscheidungen, welche Sprecher verwendet werden, ist selten die Entscheidung von Metz-Neun. Oftmals wird bei den größeren Rollen - also denen mit vielen Takes - nach Kundenwunsch besetzt. So war es auch in diesem Fall. Torsten Sense wurde angefragt.
Und - mit Verlaub - auf das Alter des Sprechers wird das Augenmerk nicht gerichtet, sondern auf die Stimme. Und Sense hört man sein Alter wirklich nicht an.

So, jetzt habe ich Euch erleuchtet, erweist mir doch bitte im Gegenzug ebenfalls die Ehre, und erklärt mir, wie man es allen Ernstes schafft, einen positiven Umstand in ein negatives Licht zu rücken, und das nur, weil "Metz-Neun"?

Als gelegentlicher stiller Mitleser habe ich hier schon öfter das Gefühl gehabt, daß viele der regen Teilnehmer dieses Forums einen nassen Hut aufhaben.
Ich habe schon für diverse Studios aufgenommen und gemischt, und ich kann Euch sagen, daß es bei Metz-Neun nicht nur entspannter, freundlicher und lustiger, sondern auch professioneller zugeht, als in so manch anderer Niederlassung tonschaffender Kollegen.
Die Qualität einer Synchro liegt - wie bei fast allem auf dieser Welt - zum größten Teil am Budget, das man zur Verfügung hat. Mit mehr Geld kauft man sich nicht zuletzt auch mehr Zeit, und DAS ist der springende Punkt.

ElEf



Beiträge: 1.910

17.05.2013 01:18
#17 RE: John Dies at the End (2012) Zitat · antworten

Ich glaube, Ohne Wiederkehr hat das nicht böse oder abwertend gemeint, sondern vielmehr darauf spekuliert, dass so eine ungewöhnliche Besetzung wohl in keinem anderen Studio in Frage käme.
Ist natürlich Ansichtssache, man denke an Böll auf Cavil, Halm auf Gordon-Levitt oder Breuer auf Evans.

Fraglich finde ich solche Besetzungen schon, aber Torsten Sense kann man immer hören.

Ich finde, Metz-Neun-Synchron hat sich im Laufe der Jahre sehr positiv weiterentwickelt, für mich das Splendid des neuen Jahrtausends.

Manuel K


Beiträge: 56

17.05.2013 02:09
#18 RE: John Dies at the End (2012) Zitat · antworten

Zitat von ElEf im Beitrag #17
Ich glaube, Ohne Wiederkehr hat das nicht böse oder abwertend gemeint, sondern vielmehr darauf spekuliert, dass so eine ungewöhnliche Besetzung wohl in keinem anderen Studio in Frage käme.



Auch das ist leider falsch, und zeugt schlicht von Unwissenheit, weil es wie gesagt in den seltensten Fällen alleinige Entscheidung des Studios ist, wer auf die Hauptrollen besetzt wird.
Und ich verstehe auch nicht, inwiefern das fraglich ist. Wenn eine Stimme jung klingt, kann man sie auf jung besetzen, auch wenn der Sprecher einen Zivi braucht, um die Morgentoilette zu bestreiten. Das ist doch vollkommen belanglos, in diesem Zusammenhang.

Knew-King



Beiträge: 6.542

17.05.2013 02:18
#19 RE: John Dies at the End (2012) Zitat · antworten

Nein, ist es nicht.
Es gibt oft genug den Fall das Stimmen sich (altersgemäß) verändern und dann nicht mehr passen.
Freilich gibt es Ausnahmebesetzungen aber der Normalfall sieht doch anders aus. Nach Sichtung des Trailers funktioniert es nicht übel, sollte sich Sense/Mayes aber etablieren wird es spätestens in 10 Jahren zu einer Umbesetzung kommen.
Ausserdem ist es unfair gegenüber den jungen Sprechern.
Eine Stimme ist zudem auch mehr als hoch/frisch etc. denn Reife spiegelt sich auch immer drin. Ein 50 jähriger spielt eine Rolle ganz anders als ein 25 jähriger.
Die Vergreisung im Synchron ist mir schon lange ein Dorn im Auge und diese Verharmlosung ist nicht angebracht.

ElEf



Beiträge: 1.910

17.05.2013 02:24
#20 RE: John Dies at the End (2012) Zitat · antworten

Ich gebe zu, dass Torsten Sense noch was frisches, jugendliches (?) in der Stimme hat. Aber jung klingt er nicht, sondern seinem Alter entsprechend.

Manuel K


Beiträge: 56

17.05.2013 02:25
#21 RE: John Dies at the End (2012) Zitat · antworten

Man muß schon ein bißchen weiter denken.
Einem Verleih ist es vollkommen wurscht, ob die Stimme in zehn Jahren umbesetzt werden muß, oder nicht. Er will die Stimme auf den Schauspieler, weil er denkt, daß es für den Film, den er veröffentlicht, super passt. Und im diesem Fall hat das wunderbar funktioniert.
Daß Dir die Vergreisung im Synchron ein Dorn im Auge ist, ist tragisch - und Du hast ja nicht einmal Unrecht. Leider ist das eine Branche, in der Geld verdient, und nicht auf Einhörnern durch Regenbogenwiesen geritten wird. Insofern setzt man auf das, was man als funktionierend kennt. Diese Einstellung ist in vielen Bereichen vorherrschend, und steht Innovationen oftmals störend im Weg. Zugleich ist sie aus wirtschaftlicher Sicht aber vollkommen nachvollziehbar.
Wenn Du viel Geld in ein Produkt investierst, und darauf angewiesen bist, daß das Geld auch wieder reinkommt, wirst Du - wenn Du einigermaßen bei Trost bist - auch keine Wagnisse eingehen, sondern auf bewährtes setzen, von dem Du genau weißt, das es funktioniert. Auf Risiko spielen ist schön, aber im echten Leben nicht praktikabel.

ElEf



Beiträge: 1.910

17.05.2013 02:28
#22 RE: John Dies at the End (2012) Zitat · antworten

Danke für die Info, über Verleihentscheidungen weiß der Großteil der Forumsgemeinschaft aber bescheid. Wie gesagt, ich denke das ist alles nur ein Mißverständnis.

Edit:

Warum wäre es ein Wagnis gewesen, einen Synchronsprecher für die Rolle zu besetzen, der jünger als Sense ist? Verstehe ich nicht.

Ich stufe die Sense-Besetzung als sehr mutig ein (nicht falsch verstehen, ich finde Sense klasse).

Würde ich als Verleihchef für die Synchronisation verantwortlich sein, würde ich keinen Sprecher besetzen, der 25 Jahre älter als der Schauspieler ist. Zu hohes Risiko.

AmirTroy


Beiträge: 5

17.05.2013 02:28
#23 RE: John Dies at the End (2012) Zitat · antworten

Zitat von Manuel K im Beitrag #16
Ich habe schon für diverse Studios aufgenommen und gemischt, und ich kann Euch sagen, daß es bei Metz-Neun nicht nur entspannter, freundlicher und lustiger, sondern auch professioneller zugeht, als in so manch anderer Niederlassung tonschaffender Kollegen.

Synchron mit Kopfhörern, O-Ton auf dem Ohr und ohne Taker-System ist also Professionell? Und das mit Doppelbesetzungen und Stundensatz statt Takegage.
Also ich weiß ja nicht...

Manuel K


Beiträge: 56

17.05.2013 02:36
#24 RE: John Dies at the End (2012) Zitat · antworten

Zitat von AmirTroy im Beitrag #23
Zitat von Manuel K im Beitrag #16
Ich habe schon für diverse Studios aufgenommen und gemischt, und ich kann Euch sagen, daß es bei Metz-Neun nicht nur entspannter, freundlicher und lustiger, sondern auch professioneller zugeht, als in so manch anderer Niederlassung tonschaffender Kollegen.

Synchron mit Kopfhörern, O-Ton auf dem Ohr und ohne Taker-System ist also Professionell? Und das mit Doppelbesetzungen und Stundensatz statt Takegage.
Also ich weiß ja nicht...


Daß Du nicht weißt, merkt man. Schonmal auf diese Weise gearbeitet? Wohl nicht. Ich kenne beide Verfahren, und finde schon allein die Zeitersparnis bei ungetaketem Arbeiten äußerst hilfreich und der Sache dienlich.
Inwiefern ist es denn nicht professionell? Es ist zudem wirtschaftlicher und - O-Ton der Sprecher, mit denen ich mich darüber unterhalten habe -, angenehmer und für sie praktikabler, da man sich bei ungetaketer Arbeitsweiser besser in die Situation einfinden könne, und mit O-Ton auf dem Ohr einen hilfreichen "Guide-Track" habe, was Sprechpausen angeht.
Doppelbesetzungen sind je nach Budget überall an der Tagesordnung, und wenn man es vernünftig macht, merkt das niemand. Kein Studio lässt wegen eines Halbsatzes im Off einen extra Sprecher kommen. Und was hat die Abrechnungsweise mit Professionalität zu tun?

Mir scheint, hier schreibt die Konkurrenz?

AmirTroy


Beiträge: 5

17.05.2013 02:56
#25 RE: John Dies at the End (2012) Zitat · antworten

Zitat von Manuel K im Beitrag #24
Schonmal auf diese Weise gearbeitet? Wohl nicht.

Korrekt.
Würde ich auch nie.
Es behindert Konzentration und schlägt sich auf das Spiel nieder. Was letztendlich ausschlaggebend ist für eine gelungene Synchronfassung.

Zitat von Manuel K im Beitrag #24
Inwiefern ist es denn nicht professionell? Es ist zudem wirtschaftlicher und - O-Ton der Sprecher, mit denen ich mich darüber unterhalten habe -, angenehmer und für sie praktikabler, da man sich bei ungetaketer Arbeitsweiser besser in die Situation einfinden könne, und mit O-Ton auf dem Ohr einen hilfreichen "Guide-Track" habe, was Sprechpausen angeht.

Wirtschaftlicher. Da haben wir's doch wieder. Und wo bleibt die Qualität?
Synchronisation ist aber eine Kunstform. Wenn auch eine sehr technische.
Man kann schneller durch die Takes jagen (wenn es denn welche gäbe). Genau so ein Unding wie direkt den Text mitzusprechen beim anschauen.
Die meisten Sprecher hassen es. Sie sagen nur nichts weil sie auf das Geld angewiesen sind.

Nachtrag: Das Vorhanden sein eines Cutters bzw. einer Cutterin ist auch nicht zu unterschätzen. Regie und Tonmeister haben schließlich andere Aufgaben auf die sie sich zu konzentrieren haben.

Zitat von Manuel K im Beitrag #24
Doppelbesetzungen sind je nach Budget überall an der Tagesordnung, und wenn man es vernünftig macht, merkt das niemand. Kein Studio lässt wegen eines Halbsatzes im Off einen extra Sprecher kommen.

Darum geht es auch nicht.

Zitat von Manuel K im Beitrag #24
Und was hat die Abrechnungsweise mit Professionalität zu tun?

Ganz einfach: Je schneller der Sprecher desto weniger muss bezahlt werden. Regie winkt durch, zack zack, fertig.
Grund- und Takegage hingegen sind ein bewährtes System zur Qualitätssicherung.

Zitat von Manuel K im Beitrag #24
Mir scheint, hier schreibt die Konkurrenz?

Nein.

Manuel K


Beiträge: 56

17.05.2013 03:26
#26 RE: John Dies at the End (2012) Zitat · antworten

Zitat von AmirTroy im Beitrag #25
Zitat von Manuel K im Beitrag #24
Schonmal auf diese Weise gearbeitet? Wohl nicht.

Korrekt.
Würde ich auch nie.
Es behindert Konzentration und schlägt sich auf das Spiel nieder. Was letztendlich ausschlaggebend ist für eine gelungene Synchronfassung.


Ich habe schon als Kind gelernt, nicht abschließend über Dinge zu urteilen, mit denen ich keine unmittelbare Berührung hatte.
Ich kann verstehen, daß man sich das so vorstellen mag, wie Du es darstellst, aber das Gegenteil ist der Fall. Bei ungetaketer Arbeitsweise bekommt der Sprecher die komplette Szene mit. Er weiß, was vor und nach dem Take passiert, bekommt sein Gegenüber mit, kriegt das Mimenspiel seiner Rolle oder der anderen mit, wenn mal länger nicht gesprochen wird - all das widerspricht doch Deiner These. Es behindert nicht die Konzentration, es fördert das Einfinden in die Stimmung der Szene. Das schlägt sich auf das Spiel nieder. Und beim letzten Punkt stimme ich Dir vollkommen zu.


Zitat von AmirTroy im Beitrag #25

Wirtschaftlicher. Da haben wir's doch wieder. Und wo bleibt die Qualität?
Synchronisation ist aber eine Kunstform. Wenn auch eine sehr technische.
Man kann schneller durch die Takes jagen (wenn es denn welche gäbe). Genau so ein Unding wie direkt den Text mitzusprechen beim anschauen.


(Erstmal - ich meinte "Wirtschaftlichkeit" in Bezug darauf, daß man sich das Taken im Vorfeld spart, ich hab nicht von der Aufnahmesituation gesprochen.)
Seh nur ich da den Widerspruch? Einerseits kreidest Du das Augenmerk auf die Wirtschaftlichkeit an, andererseits ist es super, wie man "schneller durch die Takes jagen" kann. Das klingt nicht nach einer qualitätssichernden Arbeitsweise, und so arbeite ich jedenfalls nicht, ganz gleich ob getaked oder ungetaked, wenn es sich irgend vermeiden lässt. Davon mal ab - Du würdest Dich wundern, wenn Du wüßtest, wie schnell es ungetaked von ganz allein geht, ohne zu jagen - und ohne Qualität einzubüßen.

Zitat von AmirTroy im Beitrag #25

Die meisten Sprecher hassen es. Sie sagen nur nichts weil sie auf das Geld angewiesen sind.


Wie kommst Du darauf? Wenn ich mit Kopfhörern arbeiten lasse (was ich bevorzuge), frage ich die Sprecher, ob sie den O-Ton drauf haben wollen oder nicht. Nach anfänglicher Skepsis und "hmm, weiß nicht, lass mal versuchen" gewöhnen sich die meisten schnell daran, und wollten ihn ausdrücklich mitlaufen haben. Wenn sie diese Arbeitsweise insgeheim hassen würden hätten sie die Möglichkeit, das ganze über einen Monitor laufen zu haben, und ohne KH zu arbeiten. Wollen sie nicht.

Zitat von AmirTroy im Beitrag #25
Ganz einfach: Je schneller der Sprecher desto weniger muss bezahlt werden. Regie winkt durch, zack zack, fertig.
Grund- und Takegage hingegen sind ein bewährtes System zur Qualitätssicherung.


Ich habe noch mit keinem Regisseur gearbeitet, der durchwinkt, damit es schneller geht. Er bezahlt die Gage nicht, und schneidet sich ins eigene Fleisch, wenn's hinterher schlecht geworden ist, weil er jagen war, um Deinen Terminus aufzugreifen. Einen schlechten Regisseur bucht man so gern, wie einen schlechten Übersetzer.
Ich verstehe da Deinen Denkansatz durchaus, aber meine Erfahrung bestätigt das nicht.

AmirTroy


Beiträge: 5

17.05.2013 03:46
#27 RE: John Dies at the End (2012) Zitat · antworten

Zitat von Manuel K im Beitrag #26
Bei ungetaketer Arbeitsweise bekommt der Sprecher die komplette Szene mit.

Bei einer anständigen Synchro schaut man sich sowieso die ganze Szene gemeinsam vorher an.

Zitat von Manuel K im Beitrag #26

Seh nur ich da den Widerspruch? Einerseits kreidest Du das Augenmerk auf die Wirtschaftlichkeit an, andererseits ist es super, wie man "schneller durch die Takes jagen" kann.

Mißverständnis. Man jagt meiner Meinung nach durch die Takes ohne Taker-System. Und das ist natürlich negativ.

Zitat von Manuel K im Beitrag #26
Wie kommst Du darauf?

Auch ich habe schon einige Meinungen von Synchronsprechern zu dem Thema gehört.
Erfahrungsgemäß engen die Kopfhörer ein. Tonangeln ist vielleicht utopisch (wenn auch manchmal vorhanden), aber je freier der Sprecher desto besser die Arbeit.

Zitat von Manuel K im Beitrag #26
Ich verstehe da Deinen Denkansatz durchaus, aber meine Erfahrung bestätigt das nicht.

Da stehen sich dann zwei Erfahrungsreichtümer gegenüber.

Manuel K


Beiträge: 56

17.05.2013 04:09
#28 RE: John Dies at the End (2012) Zitat · antworten

Zitat von AmirTroy im Beitrag #27

Bei einer anständigen Synchro schaut man sich sowieso die ganze Szene gemeinsam vorher an.


Das hoffe ich doch. Es ist trotzdem etwas anderes, ob man die Szene ein Mal sieht, und dann die Takes abarbeitet, oder ob man den Gegenpart hört, und direkt darauf antwortet.

Zitat von AmirTroy im Beitrag #27

Auch ich habe schon einige Meinungen von Synchronsprechern zu dem Thema gehört.
Erfahrungsgemäß engen die Kopfhörer ein. Tonangeln ist vielleicht utopisch (wenn auch manchmal vorhanden), aber je freier der Sprecher desto besser die Arbeit.


Tja, dann hab ich wohl immer zufällig gerade die, die es gut finden, und Du die, die es mit KH nicht gut finden. Oder ich werde immer angelogen. Oder Du wirst immer angelogen. Weiß man alles nicht. Auch weiß man nicht, wann sich ein Sprecher frei, bzw ob er sich von Kopfhörern eingeschränkt fühlt. ICH weiß es zumindest nicht, würde aber denken, daß das eine Frage der Gewohnheit, bzw der individuellen Auffasung ist.
Hast Du schonmal ADR aufgenommen? Dann wirst Du wissen, daß ein guter Schauspieler noch lange kein guter Synchronsprecher sein muß. Da erlebt man bisweilen böse Überraschungen.
Was ich damit sagen will - ein Sprecher kommt mit der Situation in einer Sprecherkabine gut klar - was sich der ein oder andere Schauspieler vielleicht niemals wird vorstellen können, weil ihn das viel zu sehr hemmen und unfrei machen würde.

Ich finde solche Generalisierungen einfach unreflektiert und unangebracht. So kann man nicht argumentieren, finde ich. Ich nenne Dir gern ein paar Titel, die ich dieses Jahr bearbeitet, und allesamt ungetaked und mit Deckeln auf dem Ohr aufgenommen habe.


Zitat von AmirTroy im Beitrag #27
Da stehen sich dann zwei Erfahrungsreichtümer gegenüber.

Offenbar.
Ich würde den Austausch ja gern mal bei einem Bierchen Aug in Aug vertiefen. Die Gelegenheit hat man ja leider nicht oft und ich fänd es interessant.

Manuel K


Beiträge: 56

17.05.2013 12:41
#29 RE: John Dies at the End (2012) Zitat · antworten

Zitat von AmirTroy im Beitrag #25
Nachtrag: Das Vorhanden sein eines Cutters bzw. einer Cutterin ist auch nicht zu unterschätzen. Regie und Tonmeister haben schließlich andere Aufgaben auf die sie sich zu konzentrieren haben.


Wenn überhaupt, dann ist das Vorhandensein eines Cutters ÜBERschätzt. Man braucht keinen Cutter, wenn man die Möglichkeit hat, den Take schnell nochmal zu rücken, wenn man sich nicht sicher ist, ob er passt.
Und mal ganz ehrlich - ein Tonmeister, der auch nur halbwegs routiniert ist, ist mit Pegeln und Aufnahme einstarten nicht wirklich ausgelastet. Ich habe in keinster Weise ein Problem damit, auf die Lippe zu achten, während der Aufnahme. Und da ich es in der Regel hinterher auch editiere weiß ich eh am besten, was passt und was nochmal gemacht werden muß. Tut mir leid für den Berufsstand der Cutter, aber ich brauche keinen - und das soll bitte nicht als Überheblichkeit verstanden werden. Es ist nett, wenn man einen Cutter dabei hat, aber es wäre auch nett, wenn man jemanden hätte, der einem im Sommer ein nasses Handtuch in den Nacken drückt. Es geht aber halt auch ohne ganz gut.

anderto-krox


Beiträge: 1.361

06.07.2013 19:15
#30 RE: John Dies at the End (2012) Zitat · antworten

Zitat von Manuel K im Beitrag #29
Wenn überhaupt, dann ist das Vorhandensein eines Cutters ÜBERschätzt. Man braucht keinen Cutter, wenn man die Möglichkeit hat, den Take schnell nochmal zu rücken, wenn man sich nicht sicher ist, ob er passt.


Man kann sich das schön reden, aber die meisten Ergebnisse, die ich bislang gesehen habe, bei denen kein Cutter involviert war, bewegten sich in einem Bereich zwischen leichter bis grotesker Asynchronität. Häufig stimmt nicht mal die Länge und ob man weiß, dass es Labiale gibt, die man schönstenfalls bedienen sollte, ist mir auch nicht immer ersichtlich.

Das System, den O-Ton auf den Kopfhörern zu haben, verleitet einen zudem zum Irrglauben, dass es synchron wäre, wenn die Audiospuren gleich lang sind. Aber je nachdem, ob es stumme Schnapper gibt oder mal ein Mund offen steht oder ähnliches, sieht das ganz schnell ziemlich daneben aus, selbst, wenn es eigentlich mit dem O-Ton identisch ist.

Problematisch am Zack-und-drauf-Synchron mit den Kopfhörern finde ich auch, dass die Leute dazu neigen, den Singsang des Originals zu kopieren und dadurch ein oft sehr unorganisches Deutsch rauskommt. Eine gewisse Affektiertheit ist infolgedessen - meines Empfindens nach - häufiger mal zu beobachten.

Was übrigens in diesem Video hier passiert (http://www.youtube.com/watch?v=NL1dg25XXmU) finde ich auch grenzwertig. Und ich sage das unter dem Vorbehalt, dass das alles natürlich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit nur für die Kamera entstanden ist und deshalb nicht zu ernst bewertet werden sollte. Aber es erweckt einen hochgradig dilettantischen Eindruck. Für mich wirkt das unfreiwillig wie eine "Jugend forscht"-Projektwoche zum Thema Synchron, die relativ gut läuft, aber halt doch nicht in der Welt der Erwachsenen mitspielen kann. Ich hätte so eigentlich nichts von dem gekauft, was Peter Lehn da macht. Den anderen hätte ich spätestens im Nachhinein umbesetzt, der Dialekt ist indiskutabel. Für meinen Geschmack wird in dem Video, allem Anschein nach, außerdem auch zu laut aufgenommen, aber das sind Details.

Zitat
Ich habe in keinster Weise ein Problem damit, auf die Lippe zu achten, während der Aufnahme. Und da ich es in der Regel hinterher auch editiere weiß ich eh am besten, was passt und was nochmal gemacht werden muß.



Ich habe übrigens aus dem Hause Metz-Neun schon Sachen gesehen, bei denen du mir nicht erzählen kannst, dass irgendjemand überhaupt nur versucht hat, da was gerade zu rücken. Was ich jedoch nicht verneinen will: Ich habe auch schon absolut gelungene Ergebnisse gesehen, keine Frage.

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