USA, 1955 Regie: Fritz Lang Drehbuch: Jan Lustig / Margaret Fitts Musik: Miklos Rozsa Produktion / Verleih: MGM
Deutsche Fassung (1956):
MGM Synchronatelier Berlin Dialogbuch: Dialogregie:
Deutsche Erstaufführung: 31. März 1956
Zum Inhalt:
Im 18. Jahrhundert an der englischen Küste: Der zehnjährige Waise John Mohune sucht im düsteren Ort Moonfleet seinen neuen Vormund Jeremy Fox. Dieser ist der Anführer einer Schmugglerbande, steht aber auch in einem geheimnisvollen Zusammenhang der einstmals wohlhabenden Familie Mohune. Zunächst zeigt er kein Interesse an dem Jungen. Doch als die beiden zusammen einige Abenteuer bestehen, wächst in Fox eine moralische Verantwortung...
Zum Film:
Der nahezu gänzlich im Studio entstandene Film entwickelt aus dieser Künstlichkeit eine faszinierende Traumwelt. Abseits von den altbekannten Fritz Lang-Götzenanbetungen ist das ein visuell stark und einfallsreich inszenierter Abenteuerfilm, der viel Wert auf düstere Atmosphäre und Symbolik legt. Miklos Rozsas teilweise beinahe opernhafte Filmmusik tut ihr übriges, um dem spannenden Film einen besonderen Reiz zu geben. Stewart Granger spielt den nicht gerade blütenweißen Fox ausgezeichnet und auch Wolfgang Lukschy ist herrlich frech, herrisch und überlegen. George Sanders ist ebenso herrlich undurchsichtig und Siegfried Schürenberg macht dies einmal mehr gekonnt. Im Kino war der Film keineswegs der erhoffte Erfolg, auch wenn er gut lief. Dennoch ist er sicherlich zu den Klassikern des Genres zu zählen und wohl besser, als mancher andere hymnisch umjubelte Lang-Film.
Bisher wurde der Film sprechermäßig kaum erfasst.
Es spielen und sprechen:
Stewart Granger (Jeremy Fox) Wolfgang Lukschy
George Sanders (Lord Ashwood) Siegfried Schürenberg
Joan Greenwood (Lady Ashwood) Ethel Reschke
Viveca Lindfors (Anna, Mrs. Minton) Agi Prandhoff
Jon Whiteley (John Mohune) ???
Liliane Montevecchi (Zigeunerin) kein Text
Melville Cooper (Felix Ratsey) Paul Esser
Sean McClory (Elzevir Block) Franz Nicklisch
Alan Napier (Reverend Glennie) Eduard Wandrey
John Hoyt (Richter Maskew) Paul Wagner
Donna Corcoran (Grace Maskew) Renate Danz
Jack Elam (Damen) Walter Bluhm
Dan Seymour (Hull, der Brunnenwärter) Toni Herbert
Ian Wolfe (Tewkesbury) Otto Stoeckel
Lester Matthews (Majort Hennishaw) Paul Bildt oder zweite Rolle von Otto Stoeckel
Skelton Knaggs (Jacob) kein Text
John Alderson (Greening) Peter Schiff
Frank Ferguson (Kutscher) ???
Booth Colman (Cpt. Stanhope, Wegkontrolle) Toni Herbert
Natürlich Jahrzehnte später aufgenommen. 1955 machte man sich noch die Mühe, komplette deutsche Vorspänne inklusive Einführungstexte zu produzieren, da war so ein unelegantes und unengagiertes Übersprechen nicht notwendig.
Zitat von Stefan der DEFA-Fan im Beitrag #5Natürlich Jahrzehnte später aufgenommen. 1955 machte man sich noch die Mühe, komplette deutsche Vorspänne inklusive Einführungstexte zu produzieren, da war so ein unelegantes und unengagiertes Übersprechen nicht notwendig.
In diesem Fall finde ich das Übersprechen aber nicht unelegant oder unengagiert, das klingt vernünftig und passend eingesprochen. Generell bin ich aber auch dagegen, daß die oft sehr schön deutsch be- und überarbeiteten Vorspänne sowie auch Einleitungstexte zu Filmbeginn in den Neubearbeitungen unberücksichtigt bleiben und durch die Originalfassungen ersetzt werden.
Der Text entspricht übrigens genau dem alten deutschen Einführungstext im Vorspann - nur ein einziges Wort wurde ausgelassen: "[...] Hier, in versteckten Buchten und einsamen Dörfern, blühte das heimliche Gewerbe..."
Zitat von Samedi im Beitrag #7Erkennt jemand den Erzähler und ist bekannt, wann er aufgenommen wurde?
Ich erkenne ihn leider nicht. Die Marotte, Filme neu abzutasten und dadurch die deutschen Vorspänne links liegen zu lassen, beginnt im Grunde so zu Anfang des Jahrtausends, würde ich sagen, ungefähr da würde ich dann auch die Aufnahme einordnen: Sie war ja, wie Stefan erwähnte, nur deshalb notwendig, weil der deutsche Einleitungstext wegfiel.
So absurd das klingt - das müsste Matthias Ponnier sein. Eigentlich viel zu namhaft für so einen undankbaren Job, deshalb bin ich erst beim zweiten Hören drauf gekommen.
Ein-zwei Mal möglicherweise - ich habe keine genauen Titel im Kopf, aber mir ist, als hätte ich ihn schon mal im Synchron gehört, wobei er ziemlich voice-overed war - wobei es hier ja auch kein wirkliches Synchron ist, sondern nur ein drüber gesprochener Text. Hörspieleinsätze gibt's dagegen eine Menge von ihm. Er hat offenbar viele Jahre bei Köln gelebt.
Für mich hört es sich sehr nach Matthias Ponnier an, dessen Stimme ich in erster Linie aus Fernsehbeiträgen und Dokumentationen kennen. Insofern würde er sich für einen Off-Text anbieten.