Großbritannien, 1957 Regie: Alfred Shaugnessy Drehbuch: Lou Rusoff Musik: De Wolfe-Archiv Produktion: Insignia Films Verleih: Mercator
Deutsche Fassung (19??):
Firma: ???, München Dialogbuch: ??? Dialogregie: ???
Deutsche Erstaufführung: 19. März 1965
Zum Film: Weder ist der Film ein "Fließbandprodukt aus der Hammer-Horrorschmiede", wie oft behauptet, noch ist er ein billiges Machwerk, das vom Erfolg der Hammer-Filme profitieren wollte. Alfred Shaugnessy, der später zahlreiche Episoden von "Das Haus am Eaton Place" inszenierte, lieferte einen atmosphärischen B-Movie ab, der ganz in der Tradition von Val Lewtons Produktionen steht und in schöner S/W-Malerei eine Art Remake von "Cat People" zeigt. Der Film entstand noch ehe Hammer mit "Frankensteins Fluch" neue Maßstäbe setzte und ist ein sehr amerikanisch wirkender Streifen, der nahezu ohne Blut auskommt und durch stimmungsvolle Bilder Gänsehaut erzeugt. In England war der Film sehr erfolgreich, in Deutschland kam er acht Jahre verspätet in die Kinos und spielte nur wenig Geld ein-er traf definitiv den Zeitgeschmack nicht mehr. Eine kleine Genre-Perle, die deutlich besser ist als ihr Ruf.
Die deutsche Fassung ist hochkarätig besetzt und sehr stimmungsvoll gelungen. Vielleicht war Konrad P. Rohnstein für die deutsche Fassung verantwortlich, da er ja häufig in Minirollen seiner Arbeiten zu hören war, aber ich habe dazu keinerlei Informationen. Wann genau die deutsche Fassung entstand, ist auch nicht ganz feststellbar.Ich denke aber keinesfalls vor 1961/62. Dank Helga Trümpers Schnupfen hört sich Barbara Shelley erkältet an, was natürlich der Herr Doktor über Wochen nicht registriert...! Hans Dieter Zeidler in einer kleinen Rolle ist in einem seiner raren Münchener Gastspiele zu hören.
Es spielen und sprechen:
Barbara Shelley (Leonora Brandt-Johnson) Helga Trümper
Robert Ayres (Dr. Brian Marlowe) Holger Hagen
Kay Callard (Dorothy Marlowe) Eva Pflug
Ernest Milton (Edmund Brandt) Erik Jelde
Lily Kann (die alte Anna) Lisa Helwig
Jack May (Richard Johnson) Kurt E. Ludwig
Patricia Webster (Cathy) Margot Leonard
John Lee (Allan) Manfred Andrae
Martin Boddey (Inspektor) Hans-Dieter Zeidler
Edmund Harvey (Lokal-Türsteher) ???
John Watson (Chief Constable Roberts) Harald Wolff
Es ist tatsächlich Zeidler, nicht Sterzenbach. Ich kenne zwar kaum Zeidler-Arbeiten in München, aber da er dort zwischendurch auch Theater spielte und in Fernsehproduktionen mitwirkte, ist es ganz so ungewöhnlich auch nicht. Leider kann ich keine hochwertigen Samples anfertigen, nur dürftige Aufnahmen mit dem Handy. Werd mal versuchen, was zusammenzubekommen.
Das Spiel Zeidler/Sterzenbach hatten wir ja gerade im "Maigret"-Thread. Ich springe deswegen hier mal für "fortinbras" ein und liefere noch ein Sample zum Inspektor nach. Ich würde hier auch auf Zeidler tippen, aber Sterzenbach kenne ich kaum...
Ansonsten muss ich bei "Helga Trümpers Schnupfen" widersprechen: Es ist weder Helga Trümper mit Schnupfen noch ohne Schnupfen, sondern mit ziemlicher Sicherheit Renate Grosser. Bei Konrad P. Rohnstein für den Wärter/Nachtwächter wurde ich auch noch Zweifel anmelden. Ansonsten aber Respekt "fortinbras"! Alles andere würde ich bestätigen.
Ergänzungen: Der Portier/Türsteher müsste Ernst Konstantin sein, auch wenn er etwas seltsam klingt und beim Pfleger höre ich auch Erich Ebert. Als Kriminaler, der den Inspektor begleitet ist noch Eberhard Mondry zu hören.
Angaben zu Buch und Regie kann ich auch noch liefern: Es war (wie bei Mercator seinerzeit ja üblich) Ingo Hermes. Als Firma wird die Neue Münchner Synchron Film GmbH genannt, was bedeutet, dass die Synchro frühestens 1963 entstanden sein kann, vermutlich Ende 1964/Anfang 1965.
Dateianlage:
Aufgrund eingeschränkter Benutzerrechte werden nur die Namen der Dateianhänge angezeigt Jetzt anmelden! arbeiter.mp3 clubportier.mp3 inspektor.mp3 nachtwächter.mp3 pfleger.mp3
Zitat von Stephen im Beitrag #4 Angaben zu Buch und Regie kann ich auch noch liefern: Es war (wie bei Mercator seinerzeit ja üblich) Ingo Hermes. Als Firma wird die Neue Münchner Synchron Film GmbH genannt, was bedeutet, dass die Synchro frühestens 1963 entstanden sein kann, vermutlich Ende 1964/Anfang 1965.
Der Film lief im Kabelkanal. Habe gerade kurz reingespult: Die Synchronstimmen (zumindest die des Inspektors und des Pflegers) decken sich mit den oben eingefügten Samples, es ist dieselbe Synchronfassung.
Danke fürs Nachsehen! Das ist rätselhaft. Ich muss mal schauen, ob ich meine Fassung finde (mit der Angabe Ingo Hermes). Kann mir da dann nur Vorstellen, dass es hier ganz kurzfristig eine Änderung gab und der Film woanders synchronisiert wurde, als ursprünglich geplant. Wolfgang Schick ohne Studioangabe spräche für Beta Technik. Mit dem Verleih Mercator hatten die eigentlich nie was zu tun. Die Besetzung ist allerdings auch nicht gerade typisch für Ingo Hermes, so dass ich im Moment beides für möglich halten würde.
Etwas schlauer bin ich jetzt. Die Angaben mit Ingo Hermes stammt aus dem Werberatschlag und nicht aus dem Filmvorspann. Trotzdem eine seltsame Sache. Falsche Angaben kommen ja manchmal vor, aber zwei widersprüchliche "offizielle" Angaben... kann mich nicht erinnern, sowas schon mal gesehen zu haben. Was da nun korrekt ist? An sich wäre ich geneigt dem Filmvorspann zu glauben (evtl. wurde der Werberatschlag gedruckt, bevor die Synchro fertig war), andererseits wäre es das (bisher) einzige Mal, dass Wolfgang Schick für den Verleih Mercator gearbeitet hat. Vielleicht war der Film auch zuerst bei einem anderen Verleih angekündigt (der die Synchro bereits erstellt hatte), wurde dann aber doch nicht ausgewertet und landete dann erst bei Mercator. Wer weiß...