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Dieses Thema hat 7 Antworten
und wurde 354 mal aufgerufen
 Allgemeines
fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

25.08.2014 13:33
Freie oder an die Vorlage gebundene Übersetzung bei Literaturverfilmungen? Zitat · antworten

Viele Bücher klassischer oder moderner Literatur lassen sich, was die Dialoge anbelangt, leicht in ein Drehbuch umsetzen und die deutschen Synchronfassungen sind auch nicht so besonders schwierig. Wichtig erscheint mir nur, was leider bei vielen Filmen/Synchronisationen und Buchübersetzungen der jüngeren Zeit negiert wird, das Gefühl für die Sprache der jeweiligen Zeit, die sich einem präsentiert oder ein Gefühl für die spezielle Sprache des Autors. Bei Bedarf kann man hier später noch ins Detail gehen, ich möchte es nur einmal grob umreißen.

Bei Verfilmungen guter Unterhaltungsliteratur a la Agatha Christie oder Conan Doyle muß man natürlich (im O-Ton und der Synchronisation) auf gewisse sprachliche Gepflogenheiten eingehen, aber hat viele Freiheiten, die einem beim Sehen des Filmes nicht schlimm treffen. Diese Literatur hat ohnehin sehr flüssige Sprache.

Anders sieht es bei Verfilmungen von Stoffen aus, in denen die Sprache eines Autors oder die Regeln der von ihm geschaffenen Kunstwelt besonders hervorstechen. Hier kann es auch bei Synchronfassungen zu Konflikten und unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Sicherlich ist "Herr der Ringe" eines der Beispiele aus jüngerer Zeit, das sich zur Diskussion anbietet, da es hier auch Buch-Übersetzungen gibt, die einen "Kult-Status" haben und sicherlich berücksichtigt werden mußten bei der deutschen Fassung.

Die bislang letzte Verfilmung des "Dorian Gray"-Stoffes lehnte sich im Original stark an Wildes eigener Sprache an und modifizierte nur sehr behutsam an einigen Passagen. Viele deutsche Filmbesucher werden das Buch nicht gelesen haben. Wildes Roman-Sprache ist nicht die der deutschen Filmfassung. Hier wäre es sicher nicht schlecht gewesen, sich etwas mehr für die Vorlage zu interessieren. Genaugenommen ist Oscar Wilde generell arm dran in deutschen Synchronfassungen. Seine Sprachgestaltung ist auch in den Übersetzungen der Bücher/Stücke teilweise schwierig umzusetzen, allerdings ist gerade bei den älteren Fassungen ein starkes Gespür für den Hintergrund merkbar und nicht wenige seiner Dialoge, Sprüche, etc, sind auch bei uns bekannte Zitate in deutscher Sprache. Bei Wilde-Theaterverfilmungen jüngerer Zeit ("Ein idealer Gatte" oder "Ernst sein ist alles") hat man sich bei den deutschen Synchronfassungen nicht die geringste Mühe gemacht, ihnen den verbliebenen Schliff der klassischen deutschen Übersetzungen zu geben, weswegen die Sprachmelodie abhanden kam und es den an Sinn für Salonkomödien fehlenden Synchron-Schauspielern noch schwerer fiel, die Texte zeitlos klassisch zu sprechen. Daß "Ernst sein ist alles" besser abschnitt, dürfte wohl eher Zufall sein.

Bei Shakespeare ist es auch schwierig. Die Engländer haben, nicht zuletzt durch die Modernisierung der Shakespeare-Sprache durch Laurence Olivier, einen schönen flüssigen Weg erhalten, Shakespeare sprachlich verständlich am Leben zu erhalten. Auf deutschen Bühnen werden meistens noch immer die überfrachteten alten Übersetzungen gespielt. Dort fallen die Unterschiede aber nicht so auf.

Bei Oliviers filmischem "Hamlet" (damals hochmodern trotz historischem Gewande) hört man im Original dieses herrlich flüssige Shakespeare-Englisch, das sich bis heute in der Heimat des Barden gehalten hat - zusammen mit einer so natürlich wie möglich gehaltenen Aussprache, also vergleichsweise bodenständig ausgesprochen und nicht deklamiert. "Hamlet" hatte eine kongeniale Synchronfassung, die man an die klassische Übersetzung anlehnte, aber an den Originalfilm anpaßte, weswegen er absolut großartig die gespaltenen Lager vereinen konnte. Bei "Richard III." ein paar Jahre später nahm man nur den Text der klassischen deutschen Übersetzung und machte eine dermaßen schwerfällige Synchronfassung daraus, daß einem der Film sehr sperrig und schwierig erscheint.

Charles Dickens ist auch ein vielgelesener Autor mit eigener Sprache, die aber nicht so prägend ist wie etwa jene von Tolkien oder Wilde. Aber es gibt viele berühmte und weitverbreitete Zitate von ihm. Zu seinen bekanntesten Werken zählt "A Tale of two Cities". Darin sind u.a. zwei berühmte Zitate vorhanden, die auch in "Star Trek" Bedeutung erlangten: "Es war die schönste aller Zeiten, es war die schlimmste aller Zeiten" und "Das was ich jetzt tue, ist weit besser als all das, was ich je getan habe und die Ruhe der ich entgegentrete, ist eine weitaus bessere Ruhe als jene, die ich bisher gekannt habe."

Das kommt in allen Verfilmungen vor. Nur eine deutsche Synchronfassung weicht ab, jene 1968 angefertigte des zehn Jahre zuvor entstandenen Filmes mit Dirk Bogarde. Hier ist generell das Synchronbuch frei übersetzt und baut nicht so stark auf den Buch-Übersetzungen auf. Generell ist es absolut gelungen, aber einige markante Passagen verraten, daß der Synchronautor die Vorlage kaum oder nur oberflächlich kannte. Die für's Fernsehen hergestellte Fassung der TV-Version von 1980 hingegen hört sich so an, wie man Dickens deutsch liest. So, als habe man das berücksichtigt.

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Lammers


Beiträge: 3.492

25.08.2014 14:08
#2 RE: Freie oder an die Vorlage gebundene Übersetzung bei Literaturverfilmungen? Zitat · antworten

Zitat von fortinbras
Bei Shakespeare ist es auch schwierig. Die Engländer haben, nicht zuletzt durch die Modernisierung der Shakespeare-Sprache durch Laurence Olivier, einen schönen flüssigen Weg erhalten, Shakespeare sprachlich verständlich am Leben zu erhalten. Auf deutschen Bühnen werden meistens noch immer die überfrachteten alten Übersetzungen gespielt. Dort fallen die Unterschiede aber nicht so auf.



War das auch bei Baz Luhrmanns "Romeo und Julia" (1996) so ? Dort hörte man auch die Shakespear'schen Originaldialoge, die man wohl 1:1 ins Deutsche übertragen hat. Ich kenne nur die Übersetzung von August Schlegel aus dem 19. Jahrhundert und weiß daher nicht, ob man bei der o.g. Version auf eine andere Übersetzung für das Dialogbuch zurückgriff. Den Kontrast zwischen der modernen Inszenierung und den klassischen Dialogen fand ich jedenfalls, als ich den Film in Teilen mal gesehen habe, ganz reizvoll.


fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

25.08.2014 14:28
#3 RE: Freie oder an die Vorlage gebundene Übersetzung bei Literaturverfilmungen? Zitat · antworten

"Romeo und Julia", da bin ich Banause. Ich kenne hier nur die Zeffirelli-Fassung, die deutsch auf der klassischen Übersetzung aufbaute, aber da und dort ein wenig anpasste, wo es wegen der Wortanzahl einfach nicht mehr paßte.

Ich bin bei solchen modernen Experimenten immer etwas skeptisch-distanziert. Für mich ist es nicht reizvoll, zumindest nicht für eine Adaption voller Länge, wenn in der heutigen Zeit im Shakespeare-Versmaß gesprochen wird. Dadurch wird m. E. auch nicht die Zeitlosigkeit des Stoffes transportiert.

Moderne Shakespeare-Adaptionen, da bin ich mehr für so Experimente wie "Der Rest ist schweigen" von Helmut Käutner - eine der besten Hamlet-Verfilmungen.

Am Wiener Burgtheater gab es eine "Romeo und Julia"-Inszenierung, die man stark an den Film mit di Caprio anlehnte, allerdings ging die Rechnung nicht so ganz auf. Näher brachte man den meisten Jugendlichen das Stück dadurch nicht, auch senkte sich nicht der Altersdurchschnitt des Publikums. Den schönen Leo sahen sich damals viele Leute im Kino an, den meisten wird's wurscht gewesen sein, ob es Shakespeare war oder nicht. Wogegen grundsätzlich alles erlaubt ist beim Experimentieren und mir Shakespeares Versmaß in der Gegenwart deutlich lieber ist als unsere Alltagssprache in einem Film, der zur Antike spielt.

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berti


Beiträge: 14.144

09.10.2014 22:24
#4 RE: Freie oder an die Vorlage gebundene Übersetzung bei Literaturverfilmungen? Zitat · antworten

Zitat von fortinbras im Beitrag #1
Bei "Richard III." ein paar Jahre später nahm man nur den Text der klassischen deutschen Übersetzung und machte eine dermaßen schwerfällige Synchronfassung daraus, daß einem der Film sehr sperrig und schwierig erscheint.

Diese Verfilmung kenne ich noch nicht, aber dafür die von "Julius Caesar" aus dem Jahr 1953, bei dem man auf die "klassische" Übersetzung zurückgriff, die von den Synchronsprechern teilweise betont "pathetisch" gesprochen wurde, was nicht immer zum "natürlicheren" Spiel von Mason, Gielgud, Brando oder Calhern passend will.
Thomas Bräutigam zitiert zwei konträre zeitgenössischen Kritiken, die auf das Dialogbuch eingehen: Helmut Müller meinte, es sei "vorbildlich" gewesen, Schlegel-Tieck zu wählen, und die "Diktion" sei "zuchtvoll, vital, stilsicher" gewesen. Für Günter Groll dagegen erklang der Text "ohne viel Rücksicht auf die Lippenstellung gleichsam aus Nase, Mund und Ohr", "doch anders ging´s wohl nicht".

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

09.10.2014 23:10
#5 RE: Freie oder an die Vorlage gebundene Übersetzung bei Literaturverfilmungen? Zitat · antworten

Am Film selbst scheiden sich ja auch die Geister - nicht nur an Brandos Darstellung. Der hineingepresste Originalübersetzungstext liegt wirklich oft sehr auf den Schauspielern, aber immerhin hat der Film durchaus einen Vorteil, nämlich die Synchronbesetzung. Fast alles Synchronprofis mit vertrauten Stimmen, aber klassischer Theaterausbildung, die es verstehen, den Text so flüssig wie möglich zu gestalten. Da sind die theatralischen, vollkommen dem 19. Jahrhundert verhafteten Sprecher in "Richard III." deutlich im Nachteil.


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E.v.G.



Beiträge: 2.101

10.10.2014 01:48
#6 RE: Freie oder an die Vorlage gebundene Übersetzung bei Literaturverfilmungen? Zitat · antworten

Shakespeare ist ein Problem an sich, da oft nicht klar ist, ob a) das Stück wirklich von Shakespeare stammt, b) in Cooperation z.B. mit Thomas Middleton entstanden ist und c) eine "rekonstruierte" Version ist, da es keine Originalhandschriften von Shakespeare gibt. Von vielen Stücken existieren mehrere Versionen mit unterschiedlichem Wortlaut und Versmaß. Persönlich finde ich die Schlegel Version von Hamlet gut, aber wenn es dann im Deutschen auffalned asynchron ist, stört es schon sehr.


http://www.die-silhouette.de/

Begas



Beiträge: 1.049

10.10.2014 10:40
#7 RE: Freie oder an die Vorlage gebundene Übersetzung bei Literaturverfilmungen? Zitat · antworten

Ein weiteres Beispiel in dem die Frage einer freien oder literaturgebundenen Übersetzung für die deutsche Synchronisation zur Debatte stand, ist zwar kein Klassiker ansich, aber auch erwähnenswert: Peter Jacksons Der-Herr-der-Ringe-Trilogie. Die Drehbuchschreiber verwandten eine Vielzahl von buchinternen Zitaten bei der filmischen Umsetzung, änderte manche minimal, oder setzten sie an eine andere Stelle im Handlungsverlauf.

Problematisch war hierbei vor allem, dass die Verantwortlichen der deutschen Fassung zunächst eine Entscheidung zu treffen hatten, welche Übersetzung der Bücher als Basis der Synchronfassung, so notwendig, dienen sollte. Im Jahr 2000, also noch vor dem Erscheinen des ersten Filmes (Die Gefährten) war eine neue Übersetzung der Bücher erschienen. Wolfgang Krege (1939–2005) versuchte durch Modernisierungen und sprachliche Belebung einen neuen Zugang zu dem Buchstoff zu schaffen. Inwiefern ihm das gelungen ist, muss jeder selbst entscheiden. Der Verlag nahm daraufhin die erste Übersetzung Margaret Carrouxs (1912–1991) und Ebba-Margareta von Freymanns (1907–1995) vom Markt. Da es aber diese Übersetzung war, die ein Großteil der Fans eher zusagte, stand der zuständige Verleih der Trilogie (Warner) vor einem Problem.

Man entschied jedoch zugunsten der alten Fans und damit für Carroux (womit man Krege jedoch nicht komplett fallen ließ). Als Berater soll damals Stefan Servos fungiert haben. Da er einiges veröffentlicht hat, und Forumsleiter von herr-der-ringe-film.de ist, nehme ich an, dass er maßgeblich an der Entscheidung beteiligt war. Andreas Fröhlich arbeitete als Dialogbuchautor sehr genau. Er schaffte es zum Beispiel bei Passagen, die inhaltlich aus Eigenformulierungen und Buchzitaten zusammengesetzt waren, das entsprechende Zitat in den Büchern zu finden und, soweit möglich, wortwörtlich zu übernehmen. Dabei entschied er auch, ob er Carrouxs Übersetzung wörtlich übernahm, diese abwandelte, oder sogar manchmal Formulierungen Kreges einflocht. Dabei schien nicht nur die Lippensynchronität entscheidend gewesen zu sein, sondern auch die Atmosphäre der Szene. Einen guten Überblick über dieses Thema bietet die Arbeit von Nikolaos Aslanidis: http://www.aslanidis.de/lotr/chapter%203.03.html

Bei dem Zeichentrickfilm Der Herr der Ringe von 1978, bereichterte Dialogbuchautor Niels Clausnitzer die Texte sogar noch um Hintergrunderklärungen oder verwandte deutsche Buchzitate an Stellen, die Eigenformulierungen des Drehbuchautors oder abgewandelte Zitate aufwiesen. Auch hier ist auf die Arbeit von Herrn Aslanidis zu verweisen: http://www.aslanidis.de/lotr/chapter%202.03.html

Bei der aktuellen Hobbit-Trilogie hat der Dialogbuchautor Thomas Keck bisher soweit alles richtig gemacht. Die Bindung an die inzwischen etabliertere Übersetzung des Hobbits von Wolfgang Krege aus dem Jahr 1997, ist deutlich erkennbar. Sicherlich sind Kreges Übertragungen der Lieder und Gedichte vielfach extrem fragwürdig, aber insgesamt macht die deutsche Synchronfassung soweit einen soliden Eindruck. Dass sich Herr Keck offensichtlich mit den Hintergründen beschäftigt hat, ist mir positiv aufgefallen. In einer Szene, in denen Gandalf Bilbo und die Zwerge warnt, spricht er im Original unter anderem von goblins. In allen bisher erschienenen deutschen Tolkien-Übersetzungen war dieser Begriff ein Problem. Dass Thomas Keck hier den von Margaret Carroux in ihrer Der-Herr-der-Ringe-Übersetzung verwandten Begriff Bilwisse nahm, zeugt für mich von wirklichem Feingefühl. Damit verwies Herr Keck auch zurück auf eine Szene in Der Herr der Ringe, wo Gandalf Elrond erklärt, dass Saruman es geschafft habe, "durch verderbte Zauberkraft, Orks mit Bilwissmenschen zu kreuzen". Dieses Feingefühl ließen jedoch Übersetzer in anderen Bereichen vermissen, sodass sich hierzulande zunehmend, auch im Bezug auf Tolkien, das englische Wort Goblin durchsetzt. So treffen, einigen Rezensenten zufolge, Bilbo und die Zwerge im Nebelgebirge auf den Großen Goblin, statt den Großen Ork/Großork (Buch) oder, im Konsens mit Herrn Kecks Wahl, den Großen Bilwiss.

Ein insgesamt sehr komplexes Thema, dass aber auch zeigt, dass man auf verschiedene Arten an das Problem Buchvorlage herangehen kann. Ein komplettes Außerachtlassen der Literaturübersetzung ist aber, besonders bei der Verfilmung von Kultbüchern, nicht ratsam. Für mich stellt sich jedoch die Frage, ob eine komplette Neuübersetzung durch den Dialogbuchautor nicht legitim ist, wenn von dem verfilmten Buchstoff keine akzeptable, d. h. nur eine veraltete, verfremdete oder unvollständige Übersetzung vorliegt? Bei den Klassikern kommt die Fülle an verfügbaren Übersetzungen hinzu. Welche soll man verwenden? Steht hier im Vordergrund, welche die aktuellste ist? Wie sollte man hier abwägen? Ist es vielleicht sinnvoll Mischfassungen aus verschiedenen Übersetzungen zu nutzen, oder soll es dem Zuschauer tatsächlich möglich sein, die Dialoge wortwörtlich mitzulesen? Alles Dinge, die bei der deutschen Lokalisierung einer Literaturverfilmung zunächst geklärt werden müssen.


fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

10.10.2014 10:41
#8 RE: Freie oder an die Vorlage gebundene Übersetzung bei Literaturverfilmungen? Zitat · antworten

Immerhin - ob Willie, der Barde, nun Urheber seiner Stücke war oder nicht, für die Filmsynchronisation spielt das keine Rolle.

Top-Synchronisationen von Shakespeare-Filmen hört man bei "Hamlet" von Laurence Olivier, "Romeo und Julia" und "Der Widerspenstigen Zähmung" von Zeffirelli.

Neuere Filme haben leider ein anderes Problem, nämlich daß sämtliche der Synchronsprecher/innen keinerlei Gespür für's Versmaß haben, geschweige denn es vergleichsweise natürlich sprechen können.

Und die möglichst natürliche Aussprache dieser Kunstgebilde war eine der größten Errungenschaften des englischen Theaters im 20. Jahrhundert. Leider ist das bis heute nicht so ganz in den deutschsprachigen Raum durchgedrungen.

Meister darin, Shakespeare fast alltäglich zu sprechen waren Holger Hagen und G. G. Hoffmann, aber auch Eduard Wandrey und Friedrich Joloff konnten es sehr flüssig.

Schade, daß man bei uns dauernd abstruse Shakespeare-Interpretationen sieht von Regisseuren, die glauben, daß wenn man Ophelia nackt sieht oder Richard III. eines seiner Opfer zu Tode fi**en darf, sei das schon modern und zeitnah. Dabei wäre eine sprachlich entschlackte und flüssige Inszenierung mal höchste Zeit. Immerhin haben hier kleine Off-Theater meistens gegenüber den großen Bühnen die Nase vorn. Burgtheater und Co. sind leider in den meisten Fällen von Klassikerinszenierungen in den frühen 70ern stecken geblieben.


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