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Dieses Thema hat 20 Antworten
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 Allgemeines
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c.n.-tonfilm



Beiträge: 1.295

30.12.2014 16:32
Zum 100. Geburtstag von Alfred Vohrer - Synchron-Filmographie Zitat · antworten

Gestern hätte der Regisseur Alfred Vohrer seinen 100. Geburtstag gefeiert. Aus diesem Anlass erschien im Edgar-Wallace-Forum eine schöne Würdigung, die ich hier wiedergeben möchte:

Aufgrund des 100. Geburtstag von Alfred Vohrer, den er heute begangen hätte, möchte ich die Gelegenheit nutzen, in diesem Rahmen an ihn zu erinnern und vielleicht auch einige seiner Filme in Erinnerung zu bringen, sofern sie hier im Forum nicht sowieso schon omnipräsent sind.

Alfred Vohrer, der zweitgeborene Sohn eines Stuttgarter Kaufmanns, wurde am 29.12.1914 Mitten in die Wirren des 1. Weltkrieges hineingeboren und verbrachte in der schwäbischen Großstadt dennoch eine unbeschwerte, jedoch von überaus christlichen Werten geprägte Kindheit. Schon in der Schule zeichnete sich ab, dass der kleine Fred, wie er von seinen Familienangehörigen genannt wurde, musikalisch talentiert war. Dies erfreute zwar die Mutter, aller Wahrscheinlichkeit nach aber wenig den Vater, der sich für seinen Sohn einen eher bodenständigen weiteren Lebensweg gewünscht haben dürfte. Als sich zudem mit Heranwachsen Alfred Vohrers herauskristallisierte, dass er keinerlei Interesse am weiblichen Geschlecht hat und er diese Tatsache auch kaum über die Maßen zu verstecken gedachte, kam es zu Irritationen im Verhältnis zu den strenggläubigen Eltern, die zeitlebens in einem nur mehr rudimentär vorhandenen Kontakt mündeten.

Nach einer Station am Württembergischen Staatstheater spielte der Lauf der Weltpolitik nicht in die Karten Alfred Vohrers. Er beabsichtigte, Operettensänger zu werden und plante nicht, in den Russlandfeldzug Hitlers einzutreten. Dennoch musste der zeitlebens wenig politische Alfred Vohrer für Führer, Volk und Vaterland an der Ostfront kämpfen und verlor dort bereits 1941 seinen rechten Arm. Der Verlust des Armes indes war für Vohrer Fluch und Segen zugleich. Die Amputation beschied ihm einerseits den Ausstieg aus dem Krieg, machte jedoch andererseits alle seine Berufspläne zunichte. Im weiteren Verlauf seines Lebens reagierte Vohrer zumindest bei Menschen, mit denen er nicht eng befreundet war, allergisch, wenn diese ihn, sei es aus Unachtsamkeit oder aus übertriebener Hilfsbereitschaft, auf sein von ihm selbst stets ignoriertes Handicap hinwiesen. Der ansonsten ruhige und ausgeglichene Alfred Vohrer konnte in solchen Fällen schnell ungehalten und zornig werden. Menschen, die häufig mit ihm zu tun hatten jedoch, wussten rasch um diese Eigenschaft und ließen den nicht vorhandenen rechten Arm gewissermaßen links liegen. Mehr noch rang es vielen einen gehörigen Respekt ab, wie hervorragend Alfred Vohrer im Laufe der Jahre mit seinem Handicap, das schlicht und ergreifend in seinem Leben kein wesentliches mehr war, umgehen konnte.

Da Vohrer nach seinem Kriegseinsatz nicht in die Stuttgarter Heimat zurück wollte, bewarb er sich bei der Herstellungsgruppe um Veit Harlan bei der Ufa in der Reichshauptstadt Berlin und wurde dort auch prompt bis zum Ende des Krieges sowohl bei Harald Braun als auch bei Alfred Braun vorwiegend als Regieassistent beschäftigt. Es ist hierbei mindestens ein Foto-Beleg erhalten, dass Vohrer in dem leider unvollendet gebliebenen Film "Der Puppenspieler" dabei auch als Nebendarsteller vor die Kamera trat.

Nach dem Krieg verschlug es Alfred Vohrer entgegen ursprünglicher Planungen doch erst einmal wieder in seine Heimat Stuttgart, ehe er bei der MPEA in München mit der Synchronisation anfangs ausschließlich englischer Filme begann. In diese Zeit fiel dann auch eine der wichtigsten Begegnungen im Leben Alfred Vohrers: Er lernte Anfang der 1950er Jahre den kaum 20-jährigen Tänzer Herbert kennen und schließlich auch lieben. Die Verbindung der beiden hielt, wenngleich nicht in Form einer Liebesbeziehung, bis zum Tode Alfred Vohrers. Herbert - der Spross einer süddeutschen Industriellenfamilie - darf aus heutiger Sicht als Alfred Vohrers innigster Vertrauter gelten. Aufgrund damaliger Gesetze jedoch, die z.T. aus dem Gesetzeswerk Adolf Hitlers stammten und bis weit in die 1980er Jahre der BRD überdauerten, war es nicht möglich, dass die beiden legal zusammenlebten, sodass der Entschluss einer Adoption fiel und so die gemeinsame Zukunft quasi durch die dafür erforderliche Hintertür legalisiert werden konnte.

Beruflich verschlug es Alfred Vohrer in den 1950er Jahre wieder nach Berlin. Da der kriegsgebeutelten Stadt Aufbauhilfe zuteilwerden sollte, entschieden die Entscheider der MPEA, Teile des bis dato vor allem in München ansässigen Synchrongewerbes quasi als Gegengewicht dorthin zu verlegen. So erging es dann auch der Ultrasynchron, deren Gesellschafter Alfred Vohrer wurde und die ab ca. 1953 in den Gebäuden der Mosaik-Film in der Berliner Mühlenstraße ansässig wurde. Alfred Vohrer soll während seiner aktiven Tätigkeit der Ultrasynchron, so wollen es die Internetquellen, für über 1.000 Filme die deutsche Fassung hergestellt haben. Vor allem als Synchronregisseur, aber auch als Dialogbuchautor.

Doch der überaus eifrige und zielstrebige Alfred Vohrer wollte mehr. Er wollte endlich selber einen eigenen Film machen, Regie führen, und so überzeugte er seinen Teilhaber bei der Ultrafilm, Josef "Juppi" Wolf, 1957 davon, den Film "Schmutziger Engel" mit Hilfe des Europa-Filmverleihs eigenzuproduzieren. Dies ganz nach dem Vorbild der im gleichen Gebäude in der Mühlenstraße untergebrachten Berlin Synchron Wenzel Lüdeckes, der mit seiner Inter-West-Film höchst erfolgreich eigene Stoffe verfilmte. Das Vorhaben gelang und machte Alfred Vohrer ab 1958 bis zu seinem Tode zu einem der meistbeschäftigten und erfolgreichsten Filmemacher seiner Zeit.

Als Horst Wendlandt, den Vohrer bereits seit seinen Anfängen in den 1950er Jahren in Berlin kannte und mit dem ihn bereits vor jeder Zusammenarbeit eine wirkliche Freundschaft verband, zu Beginn der 1960er Jahre bei der Rialto-Film Preben Philipsens anheuerte, folgte ihm Vohrer unmittelbar als neuer Regisseur der bereits enorm erfolgreichen Edgar-Wallace-Reihe. Vohrers Erstling in den Diensten Wallace' "Die toten Augen von London" stellte seinen Produzenten mehr als zufrieden und so zeichnete Vohrer schlussendlich für nicht weniger als 14 Edgar-Wallace-Streifen verantwortlich, die im Rahmen ihrer Kinoauswertungen an die 30 Millionen Menschen in die Lichtspielhäuser gelockt haben dürften und deren herausragende Beiträge "Die toten Augen von London" sowie "Das Gasthaus an der Themse" hier im Forum heute abwechselnd die Nummer 1 auf dem Grand-Prix-Treppchen der beliebtesten Edgar-Wallace-Filme darstellen. Besieht man sich die Edgar-Wallace-Filme in ihrer Gesamtheit, fällt schlussendlich auf, dass Alfred Vohrer mit seinen 14 Beiträgen nicht nur quantitativer Spitzenreiter ist, sondern der Reihe mit seinem oftmals ausgefallenen und häufig kreativen und einfallsreichen Regiestil einen guten Teil ihres Charmes bescherte, von der sie noch heute lebt.

Darüber hinaus steuerte Alfred Vohrer auch drei Beiträge zur Karl-May-Reihe bei. Mit "Unter Geiern" erzielte er den größten Auslandserfolg der Constantin/Rialto-Karl-May-Serie und bescherte seinem engen Freund und Produzenten Horst Wendlandt hierfür darüber hinaus eine weitere Goldene Leinwand für mehr als 3 Millionen Zuschauer in einem Jahr. Vohrer, der mit Karl May nie sonderlich viel am Hut hatte, unternahm in Folge bis 1966 dann noch weitere Versuche, die Reihe mehr in Richtung "Italo-Western" zu drehen, was aber schlussendlich nicht zuletzt durch die mangelnde Konsequenz dieses Ansatz scheiterte.

Eine Goldene Leinwand konnte sich dann jedoch wieder Produzent Luggi Waldleitner für Vohrers erste Simmel-Verfilmung "Und Jimmy ging zum Regenbogen" im Jahr 1972 abholen. Gemeinsam mit seinem Regisseur Alfred Vohrer, dem eigenwillig und unverkennbar filmenden Kameramann Charly Steinberger sowie Drehbuchautor Manfred Purzer wurde so eine der wenigen Kinoserien der 1970er Jahre hervorgebracht, die abseits der unaufhörlich rollenden Sexwelle enorme Erfolge beim Publikum feierte.

Nachdem zur Mitte der 1970er Jahre das Publikumsinteresse selbst an den bis dato erfolgreichen Vohrer-Filmen deutlich nachließ, die Produktionsbedingungen gerade bei den von Hans Pflüger produzierten Streifen immer unerfreulicher wurden, nahm Alfred Vohrer den Ratschlag seines Freundes Horst Tappert an und wechselte zum Fernsehen. Vorgesehen war, dass Vohrer, quasi als Intermezzo zur Überbrückung einer damals vielleicht noch nicht als endgültig angesehenen Flaute im deutschen Kino, drei Episoden der Reihe "Derrick" inszenieren sollte. Aus diesen drei Episoden wurden schlussendlich 28 Episoden und Vohrer avancierte neben Theodor Grädler zum meistbeschäftigten Regisseur bei Helmut Ringelmann, der neben "Derrick" u.a. auch die Reihe "Der Alte" produzierte und Vohrer hier neben seiner Regietätigkeit auch als Drehbuchautor beschäftigte, ehe er zu Beginn der 1980er Jahre auch aufgrund weiterer Engagements z.B. bei Günther Herbertz aus der Reihe mit dem Hauptdarsteller Siegfried Lowitz ausstieg.

In das Jahr 1980 fiel auch die erste Zusammenarbeit mit dem Berliner Produzenten Wolfgang Rademann. Vohrer inszenierte hier als Erstling den von Herbert Reinecker geschriebenen Episodenfilm "Liebe bleibt nicht ohne Schmerzen", in dem als Erzähler Johannes Heesters auftritt, der die verbindenden Sätze zwischen den einzelnen Episoden in Alfred Vohrers Wohnzimmer in der Koenigsalle 66 spricht. Doch den eigentlichen Erfolg fuhr Vohrer erst nach dem plötzlichen Tode Fritz Umgelters ein, für den er bei Rademanns Erfolgsserie "Das Traumschiff" einsprang und hierfür auch einmalig unter dem Pseudonym Alfred Sterzel einen höchst amüsanten Drehbuchbeitrag leistete. Als Rademann an die Vorbereitungen seines weiteren Quotenknüllers "Die Schwarzwaldklinik" ging, war Alfred Vohrer dann von Beginn an maßgeblich eingebunden. Der von Rademann eigentlich favorisierte Hauptdarsteller Armin Müller-Stahl wollte zwar einen einzelnen Film machen, jedoch keine zwölfteilige Serie, und so verabredeten Vohrer und Rademann, Klausjürgen Wussow die Hauptrolle anzubieten. Mit Wussow hatte Vohrer bereits zuvor eine "Traumschiff"-Episode sowie einige Ringelmann-Krimis inszeniert, und Vohrer wusste, dass er mit Wussow den richtigen Hauptdarsteller hatte.

Vohrer verfilmte sodann in den Jahren 1984 und 1985 die ersten 12 Episoden der Schwarzwaldklinik. Den enormen Publikumserfolg der ersten ausgestrahlten Folgen konnte er noch miterleben, ehe er in der Nacht zum 03.02.1986 im Münchener Hotel Königshof in Folge einer Herzinsuffizienz verstarb. Noch Tage zuvor hatte er Rücksprache mit seinem behandelnden Arzt gehalten, da er unter starker Atemnot litt. Der Arzt, der ihm bereits in eine der Adern am Hals einen künstlichen Stint eingesetzt hatte, schlug vor, dass Vohrer nach seinen Dreharbeiten zu einer der ersten Episoden "Der Alte" mit Rolf Schimpf schleunigst auch die andere Seite machen lassen solle. Dieser Rat erwies sich schlussendlich als zu leichtfertig.

Alfred Vohrer kannte neben seiner Arbeit wenig anderes. Er liebte seine Hunde, mochte amerikanische Autos, interessierte sich für Fußball und war innerhalb der Familie ein eifriger und geschickter Kartenspieler. Doch seine eigentliche Passion war der Film. Dem Film hatte er sich verschrieben, für den Film hatte er gelebt und inmitten der Vorbereitungen zu einem Film verstarb er. Auf die Frage hin, was er an Alfred Vohrer am meisten geschätzt habe, antwortete Peter Thomas mir vor längerer Zeit wie folgt: "Seine u n e i n g e s c h r ä n k t e Gradlinigkeit. Sein Wort galt, er war ein Gentleman, einer, wie man ihn nicht so schnell wiederfindet."

Alfred Vohrer wäre heute 100 Jahre alt geworden.

Gruß
Jan


Quelle: http://1686.homepagemodules.de/t62808f22...red-Vohrer.html


Alte Kinofilme nach Jahrzehnten nachträglich neu zu synchronisieren ist wie Süßstoff in einen guten alten Wein kippen: ungenießbar-pappige "Spätlese".

Was wären Jack Lemmon, Danny Kaye, Peter Sellers, Bob Hope und Red Skelton im deutschsprachigen Raum ohne die Stimme von Georg Thomalla ?

c.n.-tonfilm



Beiträge: 1.295

30.12.2014 16:36
#2 RE: Zum 100. Geburtstag von Alfred Vohrer - Synchron-Filmographie Zitat · antworten

Ergänzt werden soll hier noch, wie stark Vohrer durch seine Synchronarbeiten in den 50er Jahren den Erfolg internationaler Filme in Deutschland ermöglichte und mitprägte. Zahlreiche häufig in seinen Synchronisationen eingesetzte Schauspieler wie Siegfried Schürenberg, Heinz Drache, Hans Nielsen, Werner Peters, Friedrich Joloff, Jan Hendriks, Harry Wüstenhagen, Michael Chevalier, Heinz Petruo, Edith Schneider oder Friedel Schuster setzte er später auch in seinen Wallace-Filmen ein. Aufgrund der schwierigen Quellenlage wird dieser überaus umfangreiche Anteil in seiner Filmographie meist vergessen und bleibt im Dunkeln; eine umfassende und vollständige Aufstellung seiner Synchron-Arbeiten ist heute kaum mehr möglich. Hier rund 60 Titel, bei denen seine Mitwirkung gesichert ist:


Sync-Jahr Verleih DT/Prod. Titel Originaltitel Land DrehjahrRegie Synchronfirma Synchronort Dialogregie Dialogbuch

1947 Paramount In Ketten um Kap Horn Two Years before the Mast USA 1947 John Farrow Filmstudio Tempelhof Berlin Josef Wolf Alfred Vohrer
1947 MGM Das Haus der Lady Alquist Gaslight USA 1943 George Cukor MPEA München Kurt Hoffmann, Kurt Hoffmann
Alfred Vohrer
1948 Centfox Das Lied der Bernadette The Song of Bernadette USA 1943 Henry King Bavaria Film Synchron GmbH München Kurt Hoffmann, Kurt Hoffmann
Alfred Vohrer
1949 MGM Erpressung A Woman's Face USA 1941 George Cukor MPEA München Alfred Vohrer Isolde Lange-Frohloff
1949 MGM Arzt und Dämon Dr. Jekyll and Mr. Hyde USA 1949 Victor Fleming MPEA München Alfred Vohrer Kurt Hinz
1949 MGM Die Wildnis ruft The Yearling USA 1947 Clarence Brown MPEA München Alfred Vohrer Bertha Gunderloh
1949 Warner Humoreske Humoresque USA 1946 Jean Negulesco MPEA München Alfred Vohrer Bertha Gunderloh
1949 Columbia Polonaise A Song to remember USA 1945 Charles Vidor MPEA München Alfred Vohrer Bertha Gunderloh
1949 Warner Hemmungslose Liebe Posessed USA 1946 Curtis Bernhardt MPEA München Alfred Vohrer Erika Streithorst
1950 Warner Stern vom Broadway Look for the Silver Lining USA 1949 David Butler Ultra Film Synchron GmbH München Alfred Vohrer Ursula Zell,
Hans Fritz Beckmann
1949 Universal Die Freibeuterin The Spoilers USA 1942 Ray Enright Ultra Film Synchron GmbH München Alfred Vohrer Bertha Gunderloh
1949 Columbia Gilda Gilda USA 1946 Charles Vidor Ultra Film Synchron GmbH München Alfred Vohrer Isolde Lange-Frohloff
1950 Universal Ali Baba und die 40 Räuber Ali Baba and the Forty Thieves USA 1943 Arthur Lubin Ultra Film Synchron GmbH München Alfred Vohrer Bertha Gunderloh
1950
1950 Centfox Schlagende Wetter How green was my Valley USA 1941 John Ford Ultra Film Synchron GmbH München Alfred Vohrer Bertha Gunderloh
1950 Centfox Seemannslos Down to the Sea in Ships USA 1949 Henry Hathaway Ultra Film Synchron GmbH München Alfred Vohrer Bertha Gunderloh
1950 Centfox Todsünde Leave her to Heaven USA 1946 John M. Stahl Ultra Film Synchron GmbH München Alfred Vohrer ??
1950 Paramount Der besiegte Geizhals Sorrowful Jones USA 1949 Sidney Lanfield Ultra Film Synchron GmbH München Alfred Vohrer G.A. von Ihering
1950 Centfox König der Toreros Blood and Sand USA 1941 Rouben Mamoulian Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Edith Schultze-Westrum,
Ursula Zell
1950 Centfox Die Schlangengrube The Snake Pit USA 1948 Anatole Litvak Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer ??
1950 Paramount Wem die Stunde schlägt For whom the Bell tolls USA 1943 Sam Wood Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Alfred Vohrer
1950 Universal Rächer der Unterwelt The Killers USA 1947 Robert Siodmak Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Alfred Vohrer
1950 Universal Der schwarze Spiegel The Dark Mirror USA 1946 Robert Siodmak Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Bertha Gunderloh
1950 Paramount Pauline, lass das Küssen sein The Perils of Pauline USA 1947 George Marshall Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Kurt Schwabach,
Tina Eilers
1951 Paramount Samson und Selilah Samson and Delilah USA 1949 Cecil B. DeMille Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Bertha Gunderloh
1951 Warner Mein Traum bist Du My Dream is yours USA 1948 Michael Curtiz Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Bert Grund
1951 Columbia Der Mann, der herrschen wollte All the King's Men USA 1950 Robert Rossen Ultra Film Synchron GmbH München Alfred Vohrer Alfred Vohrer
1952 Centfox Entscheidung vor Morgengrauen Decision before Dawn USA 1950 Anatole Litvak Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Carl Zuckmayer
1952 Centfox Viva Zapata! Viva Zapata! USA 1951 Elia Kazan Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Alfred Vohrer
1953 Centfox Schnee am Kilimandscharo Snows of Kilimanjaro USA 1952 Henry King Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Alfred Vohrer
1953 Universal Gefährliches Blut The Lawless Breed USA 1953 Raoul Walsh Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer ??
1953 Columbia Verdammt in alle Ewigkeit From here to Eternity USA 1953 Fred Zinnemann Ultra Film Synchron GmbH München Alfred Vohrer G.A. von Ihering
1954 Luther-Film Martin Luther Martin Luther USA 1953 Irving Pichel Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer ??
1954 Columbia Die Faust im Nacken On the Waterfront USA 1954 Elia Kazan Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer ??
1954 Columbia Schachmatt Pushover USA 1954 Richard Quine Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer ??
1954 Columbia Vor verschlossenen Türen Knock on any Door USA 1949 Nicholas Ray Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Theodor Mühlen
1955 Columbia Ehe in Fesseln Queen Bee USA 1955 Ronald MacDougall Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Alfred Vohrer
1955 Columbia Das Ende einer Affaire The End of the Affair UK 1954 Edward Dmytryk Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Alfred Vohrer
1955 Columbia Zwischen Hass und Liebe Footsteps in the Fog UK 1955 Arthur Lubin Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Alfred Vohrer
1956 Columbia Port Afrika Port Afrique UK 1956 Rudolf Mate Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Theodor Mühlen
1956 Columbia Für Amerikaner verboten? Three Stripes in the Sun USA 1955 Ralph Murphy Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Alfred Vohrer
1956 Columbia Jenseits Mombasa Beyond Mombasa UK 1956 George Marshall Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Alfred Vohrer
1956 Columbia Geliebt in alle Ewigkeit The Eddy Duchin Story USA 1956 George Sidney Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Alfred Vohrer
1956 Columbia Picknick Picnic USA 1955 Joshua Logan Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Alfred Vohrer
1956 Columbia Prärie-Banditen Reprisal! USA 1956 George Sherman Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Alfred Vohrer
1956 Columbia Odongo Odongo UK 1956 John Gilling Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Alfred Vohrer
1956 Columbia Die Rebellenbraut La Escondita MEX 1956 Roberto Gavaldon Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Alfred Vohrer
1956 Columbia Ausser Rand und Band Rock around the Clock USA 1956 Fred F. Sears Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Franz Otto Krüger
1956 Columbia Legion der Hölle Joe Macbeth USA 1955 Ken Hughes Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Alfred Vohrer
1956 United Artists Der Mann mit dem goldenen Arm The Man with the Golden Arm USA 1955 Otto Preminger Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Harald G. Pettersson
1956 Austria Entfesselte Jugend Crime in the Streets USA 1956 Don Siegel Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Wolfgang Schnitzler
1957 Columbia Ohne Liebe geht es nicht You can't run away from it USA 1956 Dick Powell Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Erika Streithorst
1957 Columbia Die Angst hat tausend Namen Abandon Ship! UK 1957 Richard Sale Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Harald G. Pettersson
1957 Columbia Der Mann, den keiner kannte Interpol USA 1956 John Gilling Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Alfred Vohrer
1957 Columbia Das Spiel mit dem Feuer Fire Down Below USA 1957 Robert Parrish Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Alfred Vohrer
1957 Columbia Galgenvögel Wyoming Renegades USA 1955 Fred F. Sears Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Alfred Vohrer
1957 Columbia Das Gesetz der Strasse La Loi des Rues FRA 1956 Ralph Habib Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Alfred Vohrer
1957 Columbia Hyänen der Strasse The Brothers Rico USA 1957 Phil Karlson Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Alfred Vohrer
1957 Columbia Zarak Khan Zarak UK 1956 Terence Young Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Alfred Vohrer
1957 Columbia Am seidenen Faden Fortune is a Woman UK 1956 Sidney Gilliat Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Alfred Vohrer
1958 Columbia African Queen The African Queen USA 1951 John Huston Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Harald G. Pettersson
1958 Columbia Die Brücke am Kwai The Bridge on the River Kwai USA 1957 David Lean Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Friedrich Luft
1958 Centfox Der Sierra-Baron Sierra Baron USA 1958 James B. Clark Elite Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Wolfgang Schick
1958 United Artists Flucht in Ketten The Defiant Ones USA 1958 Stanley Kramer Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Theodor Mühlen
1959 Columbia Mitten in der Nacht Middle of the Night USA 1959 Delbert Mann Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Erika Streithorst
1959 United Artists Lasst mich leben I want to live! USA 1958 Robert Wise Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Erika Streithorst
1959 Europa Sie küssten und sie schlugen ihn Les Quatre Cents Coups FRA 1959 Francois Truffaut Real Film Synchron GmbH Hamburg Alfred Vohrer Wolfgang Schnitzler
1959 Columbia Sie kamen nach Cordura They came to Codura USA 1958 Robert Rossen Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Hans Joachim Szelinski
1960 Columbia Nur wenige sind auserwählt Song without End USA 1960 George Cukor Ultra Film Synchron GmbH Berlin Alfred Vohrer Alfred Vohrer



Wie realistisch mag die im Raum stehende Zahl von rund eintausend Synchronbearbeitungen sein, für die Vohrer verantwortlich gewesen sein soll? Sicher verbirgt er sich noch hinter einer ganzen Reihe von Columbia-Filmen. Wer kennt weitere Synchron-Arbeiten von Alfred Vohrer, die oben nicht aufgeführt sind?


Alte Kinofilme nach Jahrzehnten nachträglich neu zu synchronisieren ist wie Süßstoff in einen guten alten Wein kippen: ungenießbar-pappige "Spätlese".

Was wären Jack Lemmon, Danny Kaye, Peter Sellers, Bob Hope und Red Skelton im deutschsprachigen Raum ohne die Stimme von Georg Thomalla ?

Stefan der DEFA-Fan


Beiträge: 11.413

30.12.2014 17:26
#3 RE: Zum 100. Geburtstag von Alfred Vohrer - Synchron-Filmographie Zitat · antworten

Beeindruckend. Aber einer der bekanntesten Filme fehlt noch: "Die Killer - Rächer der Unterwelt", für den Vohrer auch die Dialoge schrieb.

Gruß
Stefan

c.n.-tonfilm



Beiträge: 1.295

30.12.2014 17:50
#4 RE: Zum 100. Geburtstag von Alfred Vohrer - Synchron-Filmographie Zitat · antworten

Zitat von Stefan der DEFA-Fan im Beitrag #3
Beeindruckend. Aber einer der bekanntesten Filme fehlt noch: "Die Killer - Rächer der Unterwelt", für den Vohrer auch die Dialoge schrieb.


Steht drin unter dem Kinotitel "Rächer der Unterwelt".


Alte Kinofilme nach Jahrzehnten nachträglich neu zu synchronisieren ist wie Süßstoff in einen guten alten Wein kippen: ungenießbar-pappige "Spätlese".

Was wären Jack Lemmon, Danny Kaye, Peter Sellers, Bob Hope und Red Skelton im deutschsprachigen Raum ohne die Stimme von Georg Thomalla ?

Stefan der DEFA-Fan


Beiträge: 11.413

30.12.2014 19:02
#5 RE: Zum 100. Geburtstag von Alfred Vohrer - Synchron-Filmographie Zitat · antworten

Ah - habe ich übersehen, da ich ihn im (Synchron-)Jahr 1949 eingeordnet habe.

Gruß
Stefan

berti


Beiträge: 15.181

30.12.2014 19:06
#6 RE: Zum 100. Geburtstag von Alfred Vohrer - Synchron-Filmographie Zitat · antworten

Ist es realistisch, dass Vohrer später auch die deutschen Fassungen der von ihm inszenierten Karl-May-Filme erstellte?

kinofilmfan


Beiträge: 2.347

30.12.2014 19:15
#7 RE: Zum 100. Geburtstag von Alfred Vohrer - Synchron-Filmographie Zitat · antworten

Zitat
Ist es realistisch, dass Vohrer später auch die deutschen Fassungen der von ihm inszenierten Karl-May-Filme erstellte?




ja!

John Connor



Beiträge: 4.883

30.12.2014 21:15
#8 RE: Zum 100. Geburtstag von Alfred Vohrer - Synchron-Filmographie Zitat · antworten

Sehr interessante Liste! Bei unserem (verständlichen) Star-Kult um Sprecher, vernachlässigen wir solche Akteure des Synchrons leider zu oft (wenn es sich nicht gerade um Extrembeispiele wie Brandt geht).
Bei Gelegenheit bitte auch gerne analytische Kommentare ergänzen (berti?): gab es so was wie einen markanten Vohrer-Stil, eine Affinität zu besonderen Themen, Genres...


"Ich habe keinen Bond-Film mehr gesehen, seit Sean Connery aufgehört hat!"
(Niels Clausnitzer in LAW & ORDER)

berti


Beiträge: 15.181

30.12.2014 22:56
#9 RE: Zum 100. Geburtstag von Alfred Vohrer - Synchron-Filmographie Zitat · antworten

Zitat von John Connor im Beitrag #8
Bei Gelegenheit bitte auch gerne analytische Kommentare ergänzen (berti?): gab es so was wie einen markanten Vohrer-Stil, eine Affinität zu besonderen Themen, Genres...

Du wirst lachen: An eine Nachfrage zu diesem Bereich hatte ich tatsächlich gedacht, wollte sie aber erstmal zurückstellen.
Mich würde zumindest interessieren, ob er in seinen Synchros bestimmte Sprecher öfter einsetzte. Immerhin gebührt ihm die Ehre, als Erster Wilhelm Borchert auf Alec Guinness besetzt zu haben (im Falle von Henry Fonda geschah dies durch Peter Elsholtz). Harald Juhnkes erster Einsatz für Marlon Brando war ebenfalls unter seiner Regie, allerdings auf Veranlassung von Sam Spiegel, da Vohrer (warum auch immer) ursprünglich an Sebastian Fischer dachte.
Und dass Heinz Engelmann zwei seiner drei Einsätze als Stimme von Stewart Granger bei Vohrer hatte, dürfte für diesen sprechen (auch wenn er Jahre zuvor noch Curt Ackermann besetzt hatte).

berti


Beiträge: 15.181

30.12.2014 23:01
#10 RE: Zum 100. Geburtstag von Alfred Vohrer - Synchron-Filmographie Zitat · antworten

Zitat von c.n.-tonfilm im Beitrag #2
Zahlreiche häufig in seinen Synchronisationen eingesetzte Schauspieler wie Siegfried Schürenberg, Heinz Drache, Hans Nielsen, Werner Peters, Friedrich Joloff, Jan Hendriks, Harry Wüstenhagen, Michael Chevalier, Heinz Petruo, Edith Schneider oder Friedel Schuster setzte er später auch in seinen Wallace-Filmen ein.

Schürenberg, Nielsen und Drache waren zu diesem Zeitpunkt häufig besetzte Schauspieler, ebenso Peters (der allerdings auch gerne von Reinl und Gottlieb in deren Filmen besetzt wurde) und Joloff. Anders sieht die Sache bei Friedel Schuster oder Michael Chevalier aus, die ansonsten nicht viele Auftritte vor der Kamera hatten, ebenso Thomas Danneberg, der gleich in zwei späteren Vohrer-Wallace zu sehen ist oder Klaus Miedel, der nicht nur im "Glasauge", sondern auch einige Jahre später in "Jeder stirbt für sich allein" zu sehen war.

JanP



Beiträge: 3

31.12.2014 01:42
#11 RE: Zum 100. Geburtstag von Alfred Vohrer - Synchron-Filmographie Zitat · antworten

Habe mich eben dem Link aus dem Edgar-Wallace-Forum folgend angemeldet und platze hier mal etwas ungeniert herein...:

Zitat von berti im Beitrag #6
Ist es realistisch, dass Vohrer später auch die deutschen Fassungen der von ihm inszenierten Karl-May-Filme erstellte?

Sicher kann ich das für "Old Surehand" sagen. Da habe ich ein Polaroid des Dialogbuches gesehen und soweit mir bekannt, liegt das Dialogbuch heute ebenso wie Vohrers Originaldrehbuch (von dem weiß ich's bestimmt) bei der Karl-May-Gesellschaft. Diese fragte nach dem Tode Vohrers bei den Erben an, ob sie seine noch vorhandenen Unterlagen zu den Karl-May-Filmen haben könne und sie bekam sie. Bei den anderen beiden Vohrer-Mays erscheint es daher ebenfalls als realistisch, dass Vohrer die Synchronisation selbst durchführte. Allerdings war er Ende 1964 / Anfang 1965 (das beträfe "Unter Geiern") bedingt durch Nierensteine bisweilen komplett außer Gefecht gesetzt. Und ein Fragezeichen gibt es auch hinsichtlich "Winnetou und sein Freund Old Firehand". Die Dreharbeiten endeten am 20.10.1966 und kurz darauf war Vohrer schon dabei, den Edgar-Wallace-Film "Die blaue Hand" vorzubereiten. Gedreht wurde zwar erst ab Februar des darauffolgenden Jahres, jedoch hatte der offenbar in wilde Schreibwut verfallene Herbert Reinecker ein Buch vorgelegt, das mindestens zwei, wenn nicht drei, Kürzungsrunden durchlaufen musste. Ob Vohrer also abgesehen von "Old Surehand" auch Zeit fand, seine anderen beiden Mays zu machen, bleibt für mich momentan noch unklar.

Gruß
Jan

P.S.: Mindestens ebenso interessant fände ich im Übrigen, wer bei der Ultra Synchron die deutschen Fassungen der übrigen Rialto-Mays gemacht hat...

c.n.-tonfilm



Beiträge: 1.295

31.12.2014 11:03
#12 RE: Zum 100. Geburtstag von Alfred Vohrer - Synchron-Filmographie Zitat · antworten

Vohreres eigene Spielfilme habe ich in der Aufstellung bewußt ausgelassen. Nachsynchronisation ist in der Postproduktion eines Films immer in irgendeiner Form nötig - selbst wenn der Anspruch besteht, so viel O-Ton zu verwenden als möglich. Die Synchronisation gehört insoweit zum Handwerk des Filmemachens mit dazu. Vohrer hat bei seinen Kinofilmen gern immer mal Kleinstrollen, Radio- oder Lautsprecherdurchsagen selbst übernommen. Das ist ein starkes Indiz, dass er in die Postproduktion seiner Kinofilme stets vollumfänglich eingebunden war.

Auffällig und insoweit beachtlich: mir ist bisher tatsächlich kein einziger reiner "Synchron-Film" untergekommen, in dem Vohrer auch mal selbst ein paar Worte gesprochen hat.


Alte Kinofilme nach Jahrzehnten nachträglich neu zu synchronisieren ist wie Süßstoff in einen guten alten Wein kippen: ungenießbar-pappige "Spätlese".

Was wären Jack Lemmon, Danny Kaye, Peter Sellers, Bob Hope und Red Skelton im deutschsprachigen Raum ohne die Stimme von Georg Thomalla ?

berti


Beiträge: 15.181

31.12.2014 12:38
#13 RE: Zum 100. Geburtstag von Alfred Vohrer - Synchron-Filmographie Zitat · antworten

Zitat von c.n.-tonfilm im Beitrag #12
Auffällig und insoweit beachtlich: mir ist bisher tatsächlich kein einziger reiner "Synchron-Film" untergekommen, in dem Vohrer auch mal selbst ein paar Worte gesprochen hat.

Vielleicht wollte er solche stimmlichen Cameos nur in Filmen hinterlassen, die "tatsächlich" von ihm stammten?

fortinbras ( gelöscht )
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31.12.2014 13:05
#14 RE: Zum 100. Geburtstag von Alfred Vohrer - Synchron-Filmographie Zitat · antworten

Zu Vohrers Synchronschaffen könnte ich nur lobende Standardfloskeln beitragen und möchte seine Arbeiten als Filmregisseur nicht überproportional hier im Forum diskutieren. Aber ein paar Gedanken dazu habe ich...

Nach geschätzten siebenhundertdreiundvierzig Büchern über Fassbinder, wäre es mal schön, auch eines über Alfred Vohrer lesen zu können. Ein geradliniges Buch und nicht das eines intellektuellen Cineasten, der sich Vohrers Werk geradebiegen muß. Leider wird Machern von Unterhaltungsfilmen meist nur dann ein Buch gewidmet, wenn sie gewisse Kriterien erfüllen (Hollywoodkarriere, Oscar, Vertriebener oder Täter der Zeit des Nationalsozialismus).

Naserümpfend wird ein Regisseur wie Alfred Vohrer im deutschen Raum stets als Routinier oder Fließbandarbeiter bezeichnet. Auch Vohrers Kino hatte Schwachstellen ("Wartezimmer zum Jenseits", "Der Gorilla von Soho", etc), aber für mich stellt es eine enorme Leistung da, als Auftragsregisseur in relativ kurzer Zeit bei durchschnittlichen Budgets dermaßen routiniert hochwertige Qualität zu liefern. Leider wird das nicht anerkannt, man spöttelt eher darüber.

Vohrer zählt für mich zu den herausragendsten Vertretern des guten Unterhaltungskinos, wobei man nicht vergessen darf, daß er durchaus auch tiefergehende Werke inszenierte. Nur eben keine intellektuellen, sonst hätte er schon ein Buch. Oder zwei oder drei...

Nahezu alle seiner Filme zeigten hohe Kreativität und er bemühte sich stets, teils auch von ihm geschaffene Formeln zu variieren und aufzulockern.

Beachtenswerterweise konnte er nahezu jedes Genre bedienen. Daß "Old Firehand" ein inkonsequentes Mischmasch war, kann man nicht alleine ihm ankreiden. Die Karl May-Welt war wohl denkbar schlecht, um in Richtung Italowestern zu schielen. Aber der Film hat teilsweise so tolle Bilder, Härten und Actionsequenzen, daß ich es schade finde, daß Vohrer keinen kompromisslosen Teutonenwestern drehen konnte.

Auch wenn oft über diesen Film als sentimentales Rührstück vor historischem Hintergrund gelästert wird - "Jeder stirbt für sich allein" ist ein großartiger, berührender und vor allem in der Schauspielerführung beeindruckender Film (von Heinz Reinckes Clownereien mal abgesehen), der Fallada absolut gerecht wird. Wieder ein Film, in dem viele Synchronschaffende zu sehen sind (Carl Raddatz, Martin Hirthe, Peter Matic, Arnold Marquis, Otto Czarski, Beate Hasenau, etc).

Mir gefiel in Vohrers Filmen immer, daß er etwas vom Eskapismus verstand, den der Unterhaltungsfilm braucht und wegen dem das Publikum ihn liebt. Dennoch schienen in diesen Welten die Menschen recht real. Und in seinen ernsten Filmen waren sie selten Kunstfiguren.

Ich habe mit zwei Schauspielern über Vohrer sprechen können, dies waren Heinz Ehrenfreund und Michael Janisch. Letzterer nannte Vohrer zwar "eine schwule Drecksau", aber das hatte beim ungestümen "Inspektor Fichtl" wenig zu bedeuten, der vom Schimpfen lebte. Aber er hatte größten Respekt vor diesem Regisseur, der härter war, als alle anderen, einem alles abverlangte, aber nie gehässig oder boshaft war (im Unterschied zu Harald Reinl). Vohrer habe alle gleich und streng behandelt, aber immer im Sinne der Arbeit, nie in privaten Belangen.

Heinz Ehrenfreund war wenig angetan von den Quälereien mit seinen Versuchen zu "Berlinern". Im Thread zu "Jeder stirbt für sich allein" hab ich davon erzählt. Er sagte, Vohrer wäre ein Regisseur und Mensch gewesen, den man "so hassen, wie man ihn nur lieben konnte".


"Doktor? Dann tragen Sie also auch den Titel, den mein Vater mir nach dem Studium kaufte."

Siegfried Schürenberg für Nigel Bruce in "Das Korn ist grün"

berti


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31.12.2014 13:14
#15 RE: Zum 100. Geburtstag von Alfred Vohrer - Synchron-Filmographie Zitat · antworten

Vor einigen Jahren wurden im Wallace-Forum Vohrers und Reinls Qualitäten verglichen: Dort hieß es, Reinls große Stärken seien Naturaufnahmen, gefühlvolle Momente und Actioneinlagen gewesen, Vohrer habe sich dagegen auf die Schauspielführung besser verstanden.
Letzteres rührte wahrscheinlich von seinen eigenen Berufsplänen (vor seiner Kriegsverletzung) her. Ein praktisch nur im Studio gedrehter Film wie "Das indische Tuch" kam ihm sicher sehr entgegen.
Interessieren würde mich natürlich, ob er und Harald G. Petersson im Synchronbereich auch öfter zusammengearbeitet haben.

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