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Dieses Thema hat 0 Antworten
und wurde 206 mal aufgerufen
 Spielfilme 1970 bis 1989
fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

19.02.2015 21:52
Le Train - Ein Hauch von Glück (1973) Zitat · antworten

"Le Train"

Frankreich / Italien, 1973
Regie: Pierre Granier-Deferre
Drehbuch: Pierre Granier-Deferre / Pascal Jardin
nach dem Roman von Georges Simenon
Musik: Philip Sarde
Produktion: Lira / Capitolina
Verleih: Scotia

Deutsche Fassung (1974):

Berliner Synchron GmbH
Dialogbuch: Fritz A. Koeniger
Dialogregie: Harry Meyen

Deutsche Erstaufführung: 1. November 1974

Inhalt:

1940: die Deutschen besetzen Frankreich. Aus einer Region an der belgischen Grenze fährt ein Zug voller Flüchtlinge. Darunter ist auch Julien Maroyer mit seiner schwangeren Frau und Tochter. Die beiden kommen in einem 1. Klasse-Abteil unter, er selbst in einem Güterwaggon. Hier befindet sich eine bunt zusammengewürfelte Gruppe unterschiedlicher Charaktere. Darunter befindet sich auch die Jüdin Anna Kupfer, von der Julien sich seltsam angezogen fühlt...

Zum Film:

Obwohl der Film seine Qualitäten hat, kann ich mich persönlich nicht ganz den allgemeinen Lobeshymnen anschließen. Die Intensität und Emotionalität der Vorlage erreicht der Film kaum. Das liegt teilweise an seiner Inszenierung, die manche als sensibel empfinden, andere als melancholisch - subjektiv würde ich sagen, daß der Film phasenweise in Rührseligkeit abgleitet und es ihm schlichtweg an Schärfe fehlt. Die regelmäßigen Unterbrechungen der Handlung mit alten Wochenschau-Beiträgen (untermalt von fast lächerlich ernster Musik), stören die Homogenität des Filmes gewaltig und Philippe Sardes Musik erinnert an die Überreiztheit eines Riz Ortolani. Verglichen mit anderen zeitgenössischen Romy Schneider-Filmen hält sich hier die für sie damals typische Portion an provokanten Sexszenen sehr in Grenzen. Während im Roman die sexuellen Aspekte spannend sind, wirken diese Handvoll Momente hier allerdings ziemlich aufgesetzt. Das Sexualität an den seltsamsten Orten stattfindet, ist korrekt - nur wirkt das Aufknüpfen einer Hose in Nahaufnahme schlichtweg peinlich. Positiv zu vermerken ist jedoch, daß der Film sich auf Einzelschicksale konzentriert und niemand darin bevorzugt wird. Anna Kupfer ist zufällig Jüdin und das spielt irgendwann auch eine Rolle, aber dankenswerterweise macht der Regisseur kein Mahnmal für den Holocaust daraus, sondern bleibt am Boden.

Die deutsche Fassung:

Harry Meyen hat seine Synchronregie und Sprecherhauptrolle wohl Romy Schneiders Vertrag zu verdanken. Die deutsche Fassung ist ein ganz klassischer Fall davon, daß man nicht merkt, daß synchronisiert wurde. Romy Schneider, die bei der Synchronisation ihrer Filme gerne noch eins drauf setzte, ist hier sehr rollenkonform, allerdings ist ihr Part auch nicht sehr strapazierfähig für Eskapaden. Meyen für Trintignant ist ein Glücksfall aus meiner Sicht, die Kombination passt hervorragend.

Bisher finden sich bei Arne und in der Synchronkartei nur drei, bzw sechs Namen (einschließlich einer falschen Zuordnung).

Es spielen und sprechen:

Jean Louis Trintignant (Julien Maroyer) Harry Meyen
Romy Schneider (Anna Kupfer) sie selbst
Nike Arrighi (Monique Maroyer) Regine Mahler
Maurice Biraud (Maurice) Hans Werner Bussinger
Paul Amiot (Francois) Knut Hartwig
Paul Le Person (Gestapo-Beamter) Klaus Miedel
Anne Wiazemsky (Anna, junge Bäuerin) ???
Roger Ibanez (der Fremde) Michael Chevalier
Jean Lescot (Rene) Stefan Behrens
Franco Mazzieri (Maquignon) Peter Schiff
Serge Marquand (Moustachu) Christian Brückner
Regine (Julie, Prostituierte) Beate Hasenau
Jean Pierre Castaldi (Unteroffizier) Claus Jurichs
Michel Duplaix (Bahnhofsvorsteher) Lothar Blumhagen
George Spanelly (alter Mann) Herbert Weissbach
Pierre Collet (Bürgermeister) ???
Isabelle Le Gallon (Jocelyne Maroyer) ???
Paul Bonifas (Juliens Nachbar) ???
Jacques Rispal (Angestellter der Flüchtlingskommission) Dietrich Frauboes
Francois Valorbe (Zugführer) Heinz Palm
Jean Turlier (Fahrdienstleiter) Rainer Basedow
Carlo Nell (Schaffner) Klaus Sonnenschein
Lucienne Legrand (Hebamme) Inge Landgut
Henri Attal (Lokführer) Manfred Lehmann
Jacques Abric (Gendarme) Lothar Blumhagen

Anmerkung:

Ich find es eigentlich echt zum Kotzen, daß die IMDb in allen Filmen, in denen Wochenschaumaterial mit dem Braunauer Zahnbürstlbart gezeigt wird, in den Credits "Adolf Hitler / Himself" stehen hat. Der Hinweis "Archive Footage" ist durchaus vorhanden, aber diese Einträge sind definitiv überflüssig.


"Ich habe Augen in den Ohren!"

Wolf Martini für Jean Gabin in

"Zwei Mann, ein Schwein und die Nacht von Paris"

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