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Dieses Thema hat 6 Antworten
und wurde 290 mal aufgerufen
 Spielfilmklassiker
Hans-Joachim Albrecht


Beiträge: 627

08.03.2018 09:02
IN GEWISSEN NÄCHTEN -Spielfilm Frankreich 1951 Zitat · antworten

IN GEWISSEN NÄCHTEN- Französischer Spielfilm von 1951

OT: BONIFACE SOMNAMBULE

Produktion: SFC/SIRIUS

REGIE: MAURICE LABRO......VERLEIH: PROGRESS BERLIN/Ost für die DDR-KINOS

DDR-ERSTAUFFÜHRUNG: 1956

DEUTSCHE SYNCHRO: DEFA-STUDIO für SYNCHRONISATION
Regie: HILDEGARD HEYNE
dt.Dialoge:Verfasser nicht genannt
Ton: Kurt Witte, Herbert Henke
Schnitt: Gerda Bachmann


Boniface FERNANDEL Gerhard Frickhöffer
Stella Gaby Andreu Gisela Reißmann
Direktor Raoul Marco Herbert Kiper
Mlle. Thomas Mathilde Casedesus Angelika Hurwicz
René Yves Deniaud Paul Heidemann

weitere Darsteller: Andrex, André Roanne, LOUIS DE FUNES, Maffre, Numes Fils,
....................Rives-Cadet, Michel Ardan

weitere dt. Sprecher: Hubert Suschka, Wolf Kaiser, Willi Narloch, Werner peters,
......................Hans Fiebrandt

Für die Richtigkeit der Abschrift aus dem DDR-Filmprogramm Nr. 30/56 :
Hans.

von den 10 dt. Sprechern hatten 7 ihren Wohnsitz damals in BERLIN/WEST.

Kann mir denken, daß LOUIS DE FUNES von WILLY NARLOCH, einem später, ende der 50er bis mitte
der 60er jahre des vorigen Jhd. im Osten sehr populären ostberliner Schauspieler synchronisiert
wurde. (NARLOCH hat viel synchronisiert).
Es käme auch deshalb hin: de Funes an 8.stelle genannt, NARLOCH dito. Sein Sohn MICHAEL NARLOCH,
fällt mir gerade ein, hat bis weit in die 2000er Jahre synchronisiert. ob jetzt noch, weiß ich nicht.
er müßte ja fast mitte 70 sein.
gruß hans.


Stefan der DEFA-Fan


Beiträge: 10.454

08.03.2018 10:24
#2 RE: IN GEWISSEN NÄCHTEN -Spielfilm Frankreich 1951 Zitat · antworten

Das ist aber höchst ungewöhnlich, dass der Dialogautor nicht genannt wurde. Deutet darauf hin, dass er auf irgend eine Weise missliebig war/wurde - entweder wegen brauner Vergangenheit oder weil er kurz vor Veröffentlichung bei den Parteioberen in Ungnade fiel. Flucht in den Westen kann's ja kaum sein, da bemerkenswert viele westdeutsche Sprecher hier beteiligt waren.
Ich glaube mich zu erinnern, dass ich irgendwo Werner Stock gelesen habe als de-Funes-Sprecher - sicher kann ich's nicht sagen. Ich werde versuchen, es genauer heraus zu finden.

Gruß
Stefan

Hans-Joachim Albrecht


Beiträge: 627

08.03.2018 19:16
#3 RE: IN GEWISSEN NÄCHTEN -Spielfilm Frankreich 1951 Zitat · antworten

Das mit WERNER STOCK kann gut sein, ich müßte nachgucken. Falls.....sag bescheid.

Wenn ein DDR-bürger/bürgerin vor dem 13.8.1961 seinen Wohnsitz nach dem Westen verlegen wollte, so konnte er/sie das tun.Er/sie meldete sich
dann bei den Ost-Behörden (sprich Volks- Polizei) ab und auch bei anderen, z.b.beim Arbeitgeber, stichwort Vertragsauflösung.

Ganz ganz viele haben das nicht getan, wie wir wissen, sie haben Angst gehabt, daß sie schwierigkeiten kriegten, hatten Angst vor Verhaftung.
Diese Angst war wohl nicht immer unbegründet. Wer also seinen Wohnsitz im Westen nahm, ohne bei der DDR "Tschüss" zu sagen, der galt als
REPUBLIKFLÜCHTIG, und dieser Übertritt in den Westen galt als illegal.

Der Schauspieler UWE JENS PAPE hat das so gemacht, er hat es mir in einem Brief geschildert, hat sich nirgendwo abgemeldet und fing dann
zur Theatersaison 1959/60 am Theater Lübeck mit´m Ferdinand in KABALE UND LIEBE an. Sein Name wurde soweit möglich in der DDR getilgt.


Genauso war´s mit dem Schsp. KURT OLIGMÜLLER.
Anders war´s mit LOTHAR BLUMHAGEN, der 1956 ganz offiziell vom ostberliner DEUTSCHEN THEATER ans westberliner SCHILLERTHEATER gewechselt ist
und dann in BERLIN/West wohnte. Seinen Namen hat man im Osten nicht getilgt.

gruß.hans.


c.n.-tonfilm



Beiträge: 1.260

08.03.2018 23:10
#4 RE: IN GEWISSEN NÄCHTEN -Spielfilm Frankreich 1951 Zitat · antworten

Kurioser Weise fehlt bei den Angaben zur West-Fassung in "Der neue Film" vier Jahre früher auch der Dialogautor, obwohl der sonst immer dort genannt wird. Hier wäre allerdings zu vermuten, dass Regisseur Franz Otto Krüger auch das Dialogbuch geschrieben hat. Die Westfassung wartet mit einigen wirklichen Überraschungen auf. Von Gretl Schörg war bislang überhaupt kein Synchronfilm bekannt. Ihre Besetzung hätte einen gewissen Sinn gemacht, wenn Gaby Andreu im Film als Cabaret-Star auch gesungen und man dies synchronisiert hätte, doch im Film hat sie kein Lied. Auch für Camilla Spira und Aribert Wäscher sind sonst bislang keine Synchronfilme nachgewiesen.

Willi Narloch für Louis de Funes in der DEFA-Fassung stimmt; Werner Peters spricht Rivers Cadet. Die Stimmen von Hans Fiebrandt, Wolf Kaiser und Hubert Suschka sind mir zu wenig vertraut.

Ich habe nur die Ost-Fassung gesehen. Alles in allem ein ziemlich flauer und klamaukhafter Fernandel-Film, der sehr an einem lahmen Drehbuch krankt. Selbst wenn die West-Fassung etwas flotter geraten sein sollte und mit Alfred Balthoff und einer sehr ungewöhnlichen Besetzung punktet, dürften wegen dem schwachen Plot auch hier keine großen Wunder zu erwarten sein.



In gewissen Nächten (BRD) (DDR)

(Das Nachtgespenst) (BRD)
(Fernandel als Warenhausdetektiv) (AT)

(Boniface Somnambule)

FRA 1951

Erst-Verleih BRD		Panorama Film GmbH, Göttingen
Erst-Verleih Österreich Oefram-Film, Wien
Erst-Verleih DDR Progress Film-Verleih, Berlin/Ost
Deutsche Erstaufführung 15.12.1952
Österreichische Erstaufführung 25.06.1954
Ostdeutsche Erstaufführung 13.04.1956, Kino DDR
Ostdt. TV-Erstausstrahlung 08.11.1957, DDR 1


1. Deutsche Bearbeitung Mars-Film GmbH, Berlin-Spandau (1952)
Dialogregie Franz Otto Krüger
Deutsches Buch ??


2. Deutsche Bearbeitung DEFA-Studio für Synchronisation, Berlin/Ost (1956)
Dialogregie Hildegard Heyne
Deutsches Buch ??
Ton Kurt Witte, Herbert Henke
Schnitt Gerda Bachmann


Rolle Darsteller *Sprecher BRD (1952)* Sprecher DDR (1956)
(unter Vorbehalt)

Victor Boniface Fernandel Alfred Balthoff Gerhard Frickhöffer
Charlie, Gangsterboss Andrex Kurt Meisel Wolf Kaiser
Stella Gazzini Gaby Andreu Gretl Schörg Gisela Reissmann
Louis, Feuerzeugdieb André Roanne
Direktor des Warenhauses Raoul Marco Aribert Wäscher Herbert Kiper
Anatole Louis de Funès Walter Bluhm
Victor, Laternenanzünder Julien Maffre Ewald Wenck Willi Narloch
Jules, Kammerdiener André Numès Fils Klaus Schwarzkopf
Polizeiinspektor Jean Benoit Rivers Cadet Walther Suessenguth Werner Peters
Gangster Michel Ardan Eckart Dux Hubert Suschka
Mademoiselle Thomas Mathilde Casadesus Camilla Spira Angelika Hurwicz
René, Gangster Yves Deniaud Paul Heidemann
Un policier Léo Campion Paul R. Henker
Aline Nicole Lemaire
Verkäuferin Christiane Richard
Louise Simone Silva
Ginette, Verkäuferin Nadine Tallier
Leila Lampi
Liliane Barrial
Liliane Charpentier
Eliane Corteyn
Luce Huet
Huguette Montréal

Nennungsreihenfolge in „Der neue Film“, 22/1952 (17.03.1952):
Gretl Schörg, Camilla Spira, Alfred Balthoff, Walter Bluhm, Kurt Meisel, Eckart Dux, Aribert Wäscher, Walther Suessenguth, Ewald Wenck, Klaus Schwarzkopf

Mars-Film GmbH Berlin-Spandau wird so in der Zeitschrift angegeben; das kann ein Fehler sein oder aber darauf hindeuten, dass man sich für die Synchronisation ins CCC-Filmstudio eingemietet hat.


Offene Sprecher der DEFA-Fassung: Hans Fiebrandt


Alte Kinofilme nach Jahrzehnten nachträglich neu zu synchronisieren ist wie Süßstoff in einen guten alten Wein kippen: ungenießbar-pappige "Spätlese".

Was wären Jack Lemmon, Danny Kaye, Peter Sellers, Bob Hope und Red Skelton im deutschsprachigen Raum ohne die Stimme von Georg Thomalla ?

Stefan der DEFA-Fan


Beiträge: 10.454

09.03.2018 10:57
#5 RE: IN GEWISSEN NÄCHTEN -Spielfilm Frankreich 1951 Zitat · antworten

Kaiser und Suschka erkenne ich sicher (zumindest wenn ich sicher weiß, dass Schuschka in einer DEFA-Fassung zu hören ist, ansonsten hätte ich ihn natürlich ausgeschlossen), aber ich komme erst in ca. einer Woche dazu, die DEFA-Synchro zu sichten. Aber Narloch für Louis - das ist etwas, worauf ich mich schon freuen kann.

Gruß
Stefan

Aristeides


Beiträge: 1.562

09.03.2018 15:28
#6 RE: IN GEWISSEN NÄCHTEN -Spielfilm Frankreich 1951 Zitat · antworten

Zitat von c.n.-tonfilm im Beitrag #4
Von Gretl Schörg war bislang überhaupt kein Synchronfilm bekannt.

Das ist nicht so ganz richtig. Unsere Hauptquelle für österreichische Synchros hat sie bereits vor einiger Zeit als Sprecherin in einer Folge der ORF-Fassung von Rumpole of Old Bailey identifiziert.


"Was war eigentlich schlimmer - die miesen Schauspieler oder die furchtbare Synchronisation?"
Philipp Moog in Highlander: Unsichere Helden

Stefan der DEFA-Fan


Beiträge: 10.454

15.07.2018 20:47
#7 RE: IN GEWISSEN NÄCHTEN -Spielfilm Frankreich 1951 Zitat · antworten

Julien Maffre sieht nicht nur so aus wie Willi Narloch, er hat auch seine Stimme. Keine Doppelrolle, Narloch für Louis ist leider ein Irrtum.
Michel Ardan = Hubert Suschka
Andrex = Wolf Kaiser
Leo Campion = Paul R.Henker

Die reinste Brecht-Besetzung bei der DEFA.

Der Schuldige an der schwachen Machart ist allerdings nicht nur der Autor. Henri Verneuil wurde später zum Experten für Gangsterfilme und Politthriller. Und wer jetzt denkt, dass diese Genres allzu weit von Komödien entfernt sind und ein Regisseur nicht beides bewältigen kann ... hat zumindest in diesem Fall leider recht.

Zitat von c.n.-tonfilm im Beitrag #4
Ihre Besetzung hätte einen gewissen Sinn gemacht, wenn Gaby Andreu im Film als Cabaret-Star auch gesungen und man dies synchronisiert hätte, doch im Film hat sie kein Lied.

Aber natürlich singt sie - im Duett mit Fernandel. Ob man das allerdings synchronisiert hat ...

Gruß
Stefan


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Wir lie... also, wir finden Synchron ganz in Ordnung.
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