Seit den frühen Fünfzigern wurde "Maigret" immer wieder adaptiert von verschiedensten Rundfunkstationen - nur zwischen Mitte der 60er und Ende der 70er gab es eine merkliche Lücke (wohl in Zusammenhang mit den verschiedenen TV-Adaptionen). Und gerade in dieser Zeit hätte ich mir eine Besetzung wirklich gut vorstellen können: Horst Niendorf. Er hatte die bodenständig-sympathische Ausstrahlung für die Rolle, der man sogar ein gewisses Dauergrummeln verzeihen würde. Ebenso bedaure ich, dass im DDR-Rundfunk nie ein solches Hörspiel produziert wurde. Ich habe mir für beide Gedanken (SFB und Rundfunk der DDR) eine der populärsten Geschichten ausgesucht (deren tatsächliche Umsetzung erst viele Jahre später erfolgte):
"Maigret stellt eine Falle"
Jules Maigret Horst Niendorf Kurt Böwe Inspektor Lucas Lothar Blumhagen Holger Mahlich Yvonne Maurin Brigitte Grothum Jutta Wachowiak Marcel Maurin Christian Brückner Wolfgang Ostberg Lagrume Gerd Duwner Edwin Marian Madame Maurin Sigrid Lagemann Marion van de Kamp Madame Maigret Agnes Prandhoff Helga Labudda
Zitat von Stefan der DEFA-Fan im Beitrag #15Eine hypothetische Radioadaption des DDR-Rundfunks von Agatha Christies "Das letzte Wochenende" (ein recht gebräuchlicher und weniger verfänglicher Alternativtitel zu "Zehn kleine N........") aus den späten 60ern mit höchst illustrer Besetzung:
Vera Claythorne Monika Lennartz Philip Lombard Manfred Krug Detektiv Blore Erik S. Klein Richter Wargrave Robert Trösch Dr. Armstrong Herbert Köfer General MacArthur Herwart Grosse Emily Brent Marion van de Kamp Rogers Hans-Joachim Hanisch Mrs. Rogers Marianne Wünscher Tony Marston Peter Reusse
Gruß Stefan
Du hast die Stimme von Mr. Owen vergesssen. Wäre Fred Alexander eine Option?
Und hier eine westdeutsche Variante aus den seligen 60ern (trotzdem natürlich werkgetreu bis zum bitteren Ende natürlich):
Vera Claythorne Margot Leonard Philip Lombard Heinz Drache Detektiv Blore Jochen Schröder Richter Wargrave Siegfried Schürenberg Dr. Armstrong Rolf Schult General MacArthur Friedrich Schoenfelder Emily Brent Ursula Krieg Rogers Toni Herbert Mrs. Rogers Rosemarie Fendel Tony Marston Eckart Dux
Und Special Guest als Stimme von Mr. Owen: Fritz Rasp!
Sehr schöne Besetzung (nur hätte ich mir bei Blore Werner Peters gewünscht - perfekte Besetzung bis ins Optische).
Ja, wie konnte ich nur Owen vergessen - aber Alexander hätte da nicht recht reingepasst. Das wäre was für Wolfgang Brunecker gewesen - der bewies in einigen Filmen, dass er perfekt wie die übelsten Richter des Dritten Reiches schnarren konnte.
An Peters hatte ich tatsächlich auch gedacht, aber nachdem ich jetzt schon zwei Besetzungen aus der Clair-Verfilmung übernommen hatte (zu denen mir tatsächlich keine gleichwertigen Alternativen einfielen), wollte ich nicht noch mehr klauen.
Auch Owen fiel mir sehr schwer, Weicker und Petruo waren ebenfalls erstklassige Besetzungen. Ansonsten fiel mir noch Joloff ein.
Zitat von Lord Peter im Beitrag #17Und hier eine westdeutsche Variante aus den seligen 60ern (trotzdem natürlich werkgetreu bis zum bitteren Ende natürlich):
Vera Claythorne Margot Leonard Philip Lombard Heinz Drache Detektiv Blore Jochen Schröder Richter Wargrave Siegfried Schürenberg Dr. Armstrong Rolf Schult General MacArthur Friedrich Schoenfelder Emily Brent Ursula Krieg Rogers Toni Herbert Mrs. Rogers Rosemarie Fendel Tony Marston Eckart Dux
Und Special Guest als Stimme von Mr. Owen: Fritz Rasp!
Dabei hätte es sich vermutlich um eine SFB-Produktion gehandelt? Heinz Drache wäre eine gute Wahl gesen, zumal er gelegentlich auch Hörspiele machte. Daneben dachte ich auch an Rainer Brandt, zu dessen damligem Klischee eine romangetreue Darstellung der Figur gepasst hätte; aber dann hätte ihn natürlich die Regie im Griff haben müssen. Witzigerweise haben beide ja mit "inoffiziellen" Verfilmungen des Stoffes zu tun gehabt (das fiel mir erst im Nachhinein ein)! Wolfgang Kieling wäe auch denkbar, gar nicht in erster Linie wegen seiner Rolle in Clairs Film, sondern weil er auch sehr "zwielichtig" klingen konnte. Bei Blore könnte ich mir (Klischee hin oder her) sogar Vielsprecher wie Martin Hirthe oder Arnold Marquis vorstellen, in erster Linie wegen ihrer damaligen Besetzung in den Gruhl-Hörspielen. Ernst Wilhelm Borchert hätte akustisch einen guten Wargrave abgegeben (Hörspiele machte er ja auch), da er sehr streng und autoritär klingen konnte. Bei dem nervösen und finanziell erfolgreichen Dr. Armstrong kam mir eher Harry Wüstenhagen in den Sinn, Friedrich Schoenfelder hätte ich mir eher als Rogers vorstellen können (wegen des Butler-Klischees); als alten General könnte ich mir eher Erst Fritz Fürbringer vorstellen. Ursula Krieg konnte natürlich auch "härter" klingen, aber die mitunter sehr "kratzbürstig" klingende Gudrun Genest wäre für mich naheliegender. Friedrich Joloff wäre in der Tat sicher ein effektvoller Ankläger gewesen. Hätte dieses Hörspiel nicht auch einen Erzähler benötigt? Da hätte für mich Rolf Schult gut die düstere, fatalistische und morbide Stimmung der Geschichte wiedergegeben.
Zitat von Stefan der DEFA-Fan im Beitrag #18Sehr schöne Besetzung (nur hätte ich mir bei Blore Werner Peters gewünscht - perfekte Besetzung bis ins Optische).
Was das Optische angeht, so war für mich Gert Fröbe ungeschlagen, da Blore im Buch als "bärig" beschrieben wird. Aber da er Hörspielrollen ablehnte (weil er seine Stimme dafür als nicht geeignet empfand) wäre er hier wohl kaum wahrscheinlich gewesen. Daneben vermisse ich in deiner Liste Walter Niklaus.
Zitat von berti im Beitrag #20Bei dem nervösen und finanziell erfolgreichen Dr. Armstrong kam mir eher Harry Wüstenhagen in den Sinn
In diesem Fall wäre die zuvor vorgeschlagene Besetzung von Eckart Dux auf Anthony Marston natürlich ein Problem gewesen, da er und Harry Wüstenhagen sich in den 60ern noch sehr ähnelten. Vielleicht hätte man bei bei Marston auch Randolf Kronberg nehmen können?
Auch eine sehr hübsche alternative Besetzung, lieber berti. An Hirthe oder Marquis für Blore hatte ich tatsächlich auch gedacht, dann aber als „zu unoriginell“ verworfen. Aber Brandt - nee, bitte nicht in der Vertonung eines meiner Lieblingskrimis.
Genest wäre mir vielleicht einen Tick zu „schrullig“ erschienen, passend zur Atmosphäre der Clair-Verfilmung, aber IMHO weniger zum düsteren Roman.
Zitat von Lord Peter im Beitrag #23Genest wäre mir vielleicht einen Tick zu „schrullig“ erschienen, passend zur Atmosphäre der Clair-Verfilmung, aber IMHO weniger zum düsteren Roman.
Für mich passte eher Ursula Krieg zur Atmosphäre des Clair-Films mit seiner leichten Wohlfühl-Stimmung und den eher weichgespülten Figuren. Mitte/Ende der 60er klang sie eher älter, als sie damals war, weswegen Emily Brent im Hörspiel vielleicht eher als eine gebrechliche, weißhaarige Frau herübergekommen wäre. An Gudrun Genst dachte ich, weil diese offenbar manchmal eingesetzt wurde, um bestimmten weiblichen Figuren eine neurotische oder kratzbürstige Note zu verleihen - bei Schauspielerinnen, die ansonsten eher andere Sprecherinnen bekamen (Deborah Kerr in "Getrennt von Tisch und Bett" oder Maggie Smith in "Tod auf dem Nil").