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Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 388 mal aufgerufen
 Off-Topic
toto


Beiträge: 1.506

27.02.2020 10:00
Verlust eines Elternteils Zitat · antworten

Hallo alle zusammen,

ich hoffe euch geht es allen soweit gut. Ich persönlich mache leider im Moment eine sehr schwere Zeit durch.

Nachdem mein Vater etwa vier Jahre gegen den Darmkrebs gekämpft hat ist er gestern Abend im Krankenhaus verstorben, er war 60 Jahre alt.

Ich hatte zwar schon länger das ungute Gefühl dass es mit der Chemo keine Fortschritte gibt, aber dennoch hatte ich bis zum Schluss gehofft dass es irgendwie ein gutes Ende nehmen wird. Leider hat es das nicht.

Ich habe mich bereits am Dienstag von meinem Vater verabschiedet, da konnte er kaum noch reden und war die meiste Zeit in einem tranceähnlichen Zustand. Ich habe da zu ihm gesagt dass ich ihm über alles liebe und ihn noch einen Abschiedskuss gegeben.

Ich bin heute und morgen von der Arbeit freigestellt, wann die Trauerfeier stattfinden wird weiß ich noch nicht.

Manche fragen sich vielleicht warum ich noch hier im Forum bin. Ganz einfach: Das Schreiben von Kommentaren oder mit anderen Usern sorgt dafür dass ich keinen vollständigen Zusammenbruch erleide, am liebsten würde ich pausenlos weinen, aber ich weiß auch dass dies meinen Vater nicht mehr lebendig macht.

Gibt es hier im Forum noch andere User die so eine ähnliche Situation schon mal durchmachen mussten?? Wie habt ihr diese schwere Zeit überstanden??

An alle anderen möchte ich eine Botschaft schicken: Genießt die Zeit die ihr mit euren Eltern habt!! Man weiß nie was passieren wird!!


Buki


Beiträge: 122

27.02.2020 21:04
#2 RE: Verlust eines Elternteils Zitat · antworten

Mein Beileid. Es ist kein Trost, aber sei Dankbar, dass du dich von ihm verabschieden konntest und ihr so eine schöne Zeit hattet. Nicht jeder hat das Glück so tolle Eltern zu haben. Es ist sehr traurig, und er war ja noch nicht wirklich alt.. ich hoffe es geht dir bald besser. Tips habe ich leider keine, außer viel Zeit mit Freunden zu verbringen und den Lebensmut nicht zu verlieren. Das würde er sicher auch nicht wollen!

Dubber der Weiße


Beiträge: 5.422

29.02.2020 07:10
#3 RE: Verlust eines Elternteils Zitat · antworten

Meine Mutter hatte ebenfalls Darmkrebs. Wobei "u.a. Darmkrebs" es besser trifft, die dritte schwere, bereits experimentelle Chemo war erfolglos geblieben und an jenem Tag beendet worden, Metastasen fluteten nun ungebremst den Körper. Ich war 750 Kilometer entfernt, ging meinem recht neuen Job nach, hörte um 17.30 Uhr auf, taperte in meine 200 Meter entfernte Ex-Studentenbude. Wir telefonierten kurz darauf und ich fragte, ob ich kommen solle, wie in den letzten drei Monaten schon vier Mal, als "es" im Raum stand. Ihr Tod.

Eine zähe Frau. Früher sehr schön, nun von 55 auf 41 Kilo abgemagert, wacher Verstand, Kampfgeist. Sie verneinte, ich müsse nicht kommen. Meine Schwestern und ihr Lebensgefährte wären ja da. Stattdessen plauderten wir ein wenig. Ob ich meine Bude endlich aufgeräumt hätte. Ob ich den Kochtopf benutzen würde, den sie mir bei ihrem letzten Besuch geschenkt hatte. Nach ein paar Minuten wurde sie müde, ich hörte es. Wir verabschiedeten uns unzeremoniell.

Am nächsten Morgen, ich war mal wieder zu spät aufgewacht und gerade dabei mich anzuziehen, klingelte mein Handy. Die Nummer der unerträglicheren Schwester. Ich hätte nicht abheben müssen. Wir telefonierten nie, meine Mutter war also gestorben. Ich sammelte mich und ging ran. Schweres Atmen. Schniefen. Weinen. Ich wandte mich mit mühsam gewahrter Ruhe an sie. "Ich weiß. Ich weiß. Wann?" Sie stammelte mit wegbrechender Stimme "Vor 10 Minuten." Ich legte auf, es gab nichts zu sagen. Hätte ich etwas gesagt, wäre nichts Gutes dabei herausgekommen, denn eine unfassbare Wut packte mich.

Ich war damals arm. Meine Mutter hatte meine Kackbude gesehen, diese bei ihrem Besuch aus Verlegenheit geputzt, mir den Kochtopf gekauft und mich als Versager abgespeichert. Das war der Gedanke, den ich monate-, vielleicht jahrelang mit mir herumtrug. Sie dachte, der Junge soll sich das Geld für den Zug sparen, er braucht es.

Ich hätte die Fahrt aus dem Süden nach Hannover binnen fünf Stunden geschafft. Ich hätte da sein können. Wie meine Schwestern. Wie der Lebensgefährte.

Ich war es nicht.

Das bereue ich bis heute, und inmitten all der Dinge aus meinen jüngeren Lebensjahren, die schon die leichte Transparenz des Vergessens aufweisen, verliert dieser Tag, verliert dieser emotionale Eindruck doch nichts an seiner Klarheit und bitteren Schärfe. Rein gar nichts.

Der Verlust eines Elternteils (bei mir des einzigen, das ich geliebt habe) verändert alles. Man begreift dann erstmals die Endlichkeit der Dinge. Dabei gibt es zwei Varianten. Du hast die bessere erlebt. Das Abschiednehmen. Das freut mich für dich.

Ich bin damals übrigens zur Arbeit gegangen, nachdem ich meinen Schreibtisch kaputtgeschlagen und zusammengetreten hatte. In der Wohnung bleiben wollte ich nicht, die tägliche Routine war eine sinnvolle Zuflucht. Und ich mochte die kreative Arbeit. Wenn der Tod die Liebe nimmt, sollte man vielleicht sogar dagegenhalten.

Tu das, was du liebst. Und sei es in diesem Forum schreiben.

Und raus mit den Gefühlen. Nicht alle Tränen sind des Übels.


 Sprung  

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