Ein echter Kosinski. Style over Substance. Aber den Style hat er einfach drauf. Im IMAX ist der Film schon ein Erlebnis. Audiovisuell ein Hochgenuss. Inhaltlich natürlich nicht mehr als ein Werbefilmchen. Das digitale Makeup von Pitt mitunter war aber schon ein wenig Panne.
Räuker dabei zu haben und nicht auf Bodnia zu besetzen, ist übrigens ein Unding. Röth hätte Whigham sprechen sollen, wie schon einige Male zuvor auch und Räuker Bodnia. Wäre direkt viel passender.
Zitat von Danosys im Beitrag #30 Storytechnisch aber eher noch gerade so lauwarm aufgewärmte Semmel
Da dieser Aspekt auch nicht groß beim Marketing hervorgehoben wird erwarte ich da ohnehin nichts. Werden wohl die typischen Klischees sein soweit ich gehört habe.
Werde mich in ein paar Tagen selber von Film überzeugen können.
Ich meine mich zu erinnern, dass dies ursprünglich ein exklusiver Apple TV+ Original Film sein sollte. Hätte dem Film denke ich das Genick gebrochen. Ein Film, der so sehr von den Bildern lebt zeigt man am besten erst mal in den Kinos, am besten IMAX.
Einer der besten Filme des Jahres – im besten Sinne ein echter Bruckheimer-Film. Kein Versuch, tiefsinnig die Probleme eines alternden Sportlers in der modernen Gesellschaft zu analysieren oder den Helden wegen toxischer Männlichkeit an den Pranger zu stellen. Nein: einfach ein Film, der das Genre „Sportfilm“ in Perfektion beherrscht. Mit durchweg charismatischen Darstellern, spektakulären Rennszenen und viel Witz.
Top inszeniert, perfekt geschnitten – und da wir im Synchronforum sind: exzellent synchronisiert. Tobias Meister klingt so jung, wie Brad Pitt aussieht (eine Frechheit, mit 60 noch so auszusehen!). Meister passt heute fast besser als früher, mit angenehm tiefem, markantem Timbre.
Unbedingt anschauen – wenn ihr auf 80er-Jahre-Filme, Top Gun, Racing-Action und klassische Klischees steht. Wer dagegen Tiefgang und Gesellschaftskritik sucht: bitte woanders weiterschauen.
Dialogbuch: Markus Jütte Dialogregie: Marius Clarén
Hab den Film nun auch gesehen. Hat natürlich so diese Hollywood-Klischees drin ohne die es wohl nicht gänzlich geht, aber hatte mich am Ende weniger gestört als erwartet. Muss man auf jeden Fall im IMAX mal gesehen haben, zumal der Film auch dafür gedreht wurde.
Zu der Synchro hab ich nur folgendes anzumerken:
- Leider hatten bis auf die F1-Teamchefs Zak Brown, Fred Vasseur und Toto Wolff keine anderen realen Person aus dem F1-Zirkus Dialoge. Toto Wolff hatte sich bekanntlich bei seinem Gastauftritt selbst synchronisiert. In der Selbstsynchro klang er nochmal stärker nach warmherzigen "Daddy", der seinen Schützling am liebsten durchknuddeln möchte. So klingt er teils auch in normal, wenn er über seine Nachwuchsfahrer welche er selber fördert spricht, wie Kimi Antonelli etwa, aber in der Selbstsynchro tritt dieser Effekt nochmal verstärkt auf.
- Tobias Meister gebührt großes Lob. Im ersten Trailer, wo er noch so klang wie er biologisch alt ist, war ich erst mal skeptisch, ob das was werden wird. Das haute noch so gar nicht hin auf den Mitte/Ende 40 getrimmten Brad Pitt. Die Sorgen waren am Ende unberechtigt. Denn Meister hatte es geschafft 20 Jahre jünger zu klingen. Ich hab da noch Synchronrollen von Meister aus den 2000ern im Kopf und zwischen denen und seiner Leistung im F1 Film hört man kaum einen großen Altersunterschied. So harmonierte er auch weiterhin auf Pitt in diesem Film. Sowas ist auch nicht einfach zu bewerkstelligen. Bin mir sicher, dass sich da alle Beteiligten die Zeit für genommen haben eine gute und saubere Arbeit abzuliefern. Das ist großes Kino. Dafür hut ab.
Edit: Hätte ich fast vergessen: Die beiden Rennkommentatoren im Film sind die kultigen englischen Sky Sports UK F1 Kommentatoren Martin Brundle und David Croft, welche man meine ich ab Abu Dhabi auch richtig zu sehen bekommt. Clarén übernahm den Part von Crofty und Flechtner den Part von Brundle. Brundle ist übrigens, für die die mit der F1 nicht ganz so vertraut sind, der Experte und Crofty der laute entertainerhafte Kommentator. Kommt im deutschen weniger deutlich rüber, aber schätze mal das Clarén und Flechtner da mehr ihr eigenes Ding durchgezogen haben, zumal man die beiden Kommentatoren eh kaum zu sehen bekommt und der Wiedererkennungswert sich mehr aus den Stimmen ergibt, welche so natürlich nur im O-Ton zu hören sind.
Seit heute bei Apple verfügbar. Ich find's schade für deutsche Zuschauer, dass man bei den Kommentatoren sein eigenes Ding gemacht hat, anstatt Sascha Roos und einen Experten (Ralf Schumacher oder alternativ Timo Glock) das machen zu lassen. Finde, dass man sich da der Atmosphäre für lokale Zuschauer beraubt hat. Das englische Duo war zwei Sekunden in ner etwas dunklen Kommentatorenbox im Bild, also fast völlig egal, dass die darauf nicht gepasst hätten. So wie besetzt wurde, empfand ich die Wahl von den Gesichtern her ebenfalls nicht als gute Fits, von daher... Und Fred Vasseur hätte man btw. auch ruhig in dem einen Take nen leichten Akzent verpassen können.
Zitat von Chrono im Beitrag #37Seit heute bei Apple verfügbar. Ich find's schade für deutsche Zuschauer, dass man bei den Kommentatoren sein eigenes Ding gemacht hat, anstatt Sascha Roos und einen Experten (Ralf Schumacher oder alternativ Timo Glock) das machen zu lassen. Finde, dass man sich da der Atmosphäre für lokale Zuschauer beraubt hat. Das englische Duo war zwei Sekunden in ner etwas dunklen Kommentatorenbox im Bild, also fast völlig egal, dass die darauf nicht gepasst hätten. So wie besetzt wurde, empfand ich die Wahl von den Gesichtern her ebenfalls nicht als gute Fits, von daher...
Hatte ich auch etwas schade gefunden. War an sich eine professionelle Synchro, aber man merkte da schon, dass da keine F1-Fans am Werk waren. Bei "Rush" hatte man den cleveren Einfall gehabt Heinz Prüller als Kommentator zu besetzen, was enorm zur Atmo beigetragen hatte. Auch da sah man für paar Sekunden den Originalkommentator von hinten, sodass ich da auch sagen kann, dass es kein Beinbruch war, dass Prüllers Stimme so gar nicht zu der Person gepasst hätte.
Da konnte man schon froh sein, dass man für die paar Worte noch Toto Wolff geholt hatte, damit er sich selbst synchronisiert.
Was das Thema Akzente anbelangt, so wurde im Film bei der Synchro insgesamt ziemlich drüber gebügelt. Das dann Vasseur auch keinen Akzent hatte passte daher ins Bild.
Edit: Trotz allem muss man bedenken, dass es für alle Beteiligten einen deutlichen Mehraufwand bedeutet. Denn im Synchronstudio einen gescripteten Kommentar auf Filmszenen einzusprechen ist nochmal was ganz anderes als Live ein Rennen zu kommentieren. Den Unterschied hatte man seiner Zeit auch bei RTL F1-Kommentator Heiko Wasser gehört, wenn er mal für die deutschen Kommentare in den F1-Videospielen geholt wurde. Auch dem englischen F1-Kommentator David Croft hört man immer mal wieder an, dass er einen Skript abliest, wobei die Regie im Film wohl besser war als für die Videospiele. Könnte mir vorstellen, dass es mit Roos auch einen erhöhten Mehraufwand gegeben hätte und erst recht mit Ralf Schumacher. Ganz zu schweigen von den höheren Gagen, wobei dies wiederum gut vermarktbar gewesen wäre. Sowas ist man entweder nur bereit einzugehen, wenn da wirklich ein F1-Fan in der Regie oder sonst wo im Team das durchgeboxt hätte oder dies vom Auftraggeber explizit so gewünscht gewesen wäre.
Dass da keine Fans am Werk waren, jap, hat man allein schon am "Gäsly" gemerkt. :D
Bei Roos wäre es wohl nicht so wild gewesen. Der wohnt ja wohl in/um München. Wäre für ne FFS also relativ einfach zu bewerkstelligen gewesen sein. Kann mir auch kaum vorstellen, dass der da groß Geld verlangt hätte. Vielleicht auch einfach so gemacht, um dabei zu sein. Pfeiffer wird man ja wohl auch in München aufgenommen haben?! Hätte da auch nur grobe Vorgaben gemacht, wenn es vom Auftraggeber keine große Order gegeben hätte. So wie der gerne rumschreit, hätte man damit gut fehlendes Schauspieltalent kompensieren können. :P
Bin mir sicher, dass Roos mit Freuden ja gesagt hätte, wenn man ihn gefragt hätte . Verfügbarkeit wäre da weniger ein Problem gewesen. Eher die Frage wie er sich in anderer Form am Mikro geschlagen hätte und wie viel mehr Arbeit das gewesen wäre bzw. man überhaupt bereit gewesen wäre einzugehen. Das wäre aber mehr was für einen Regisseur gewesen, der selber F1-Fan ist und auch weiß was man mit Roos überhaupt hat.
Würde da auch so weit gehen zu sagen, dass man sich beim Synchronteam (ohne irgendwelche Vorgaben vom Auftraggeber) keine Sekunde groß über dieses Thema Gedanken drum gemacht hat.