Zitat von Dylan im Beitrag #17
Diese Auflistung unterschlägt ein entscheidendes Detail: Vor dem Streaming-Zeitalter hatten die meisten Serien über 20 Folgen pro Staffel. Inzwischen gibt es aber viele Serien mit nur noch rund sechs Folgen pro Staffel ...
Ist mir bewusst. Und Du meinst, der dargelegte erhebliche Anstieg an Produktionen in allen Bereichen (Filme, Serien, Hörbücher, Computerspiele) kompensiere das nicht?
Dass die Zahlen derzeit wieder rückläufig sind, mag sein. Aber in keiner Branche geht es stetig nur bergauf. Wer jetzt Rückgänge beklagt, unterschlägt, dass es jahrelang immer nur bergauf gegangen ist. Von wenigen Serien, die in den 70er/80ern für ARD und ZDF synchronisiert worden sind, über den Serienboom der 90er als dutzende Privatsender aufkamen und wirklich jeden Sch... synchronisieren ließen, einschließlich tausender Folgen drittklassiger Seifenopern. Schließlich kamen - neben den nach wie vor bestehenden - privaten und öffentlichen TV-Sendern noch die Streamingdienste, PC-Spiele, Hörbücher, Direct-to-DVD-Produktionen, etc., hinzu.
Das alles wird nicht dadurch in Frage gestellt, dass TV-Serien heutzutage statt 26 Folgen pro Staffel oft nur noch 10-15 Episoden pro Staffel haben (selten nur 6). Dafür sind dank der Flexibilität der "Sendezeiten" in Streamingdiensten die einzelnen Episoden oft deutlich länger als die früher üblichen maximal 45 Minuten.
Auch Spielfilme neigen heute in der Masse zu deutlicher Überlänge. Natürlich gab es auch früher Monumentalwerke mit 3-4 Stunden Laufzeit. Heute bekommt man jedoch bei deutlich mehr Filmen im Kino "lange Zähne", weil die Lauflänge - bei gleichzeitig nicht vorhandener Story - übertrieben wird.
Ich denke, wir haben heute unter dem Strich deutlich mehr Minuten, die pro Jahr synchronisiert werden, als vor 30, 20 oder 10 Jahren. Irgendwann muss auch mal der Höhepunkt überschritten sein. Jeder merkt es an sich selbst: man hat nicht annähernd die Zeit alles anzuschauen, was man interessant fände und grundsätzlich gerne anschauen würde.