Auf Kabel1 Classics wird ab und an der britische Film "Svengali" (1954) mit Hildegard "Hildegarde Neff" Knef gesendet. Entgegen der Angaben bei Arne hat sich die Knef damals leider nicht selbst gesprochen. Das ist insofern nicht verwunderlich: als der Film im Juli 1955 in die deutschen Kinos kam, spielte sie bereits seit Februar am Broadway die Ninotschka in Cole Porters Musical "Silk Stockings" und konnte sich nicht selbst synchronisieren.
Edgar Flatau von der deutschen Rank in Hamburg führte eine Synchron-Schauspielerin hier schließlich so geschickt, dass sie die Knef teilweise verblüffend gut in Duktus und Tonfall trifft um nicht zu sagen ziemlich gut imitiert. Die Fremdsynchronisation fällt in erster Linie dann auf, wenn die Sprecherin in manchen Szenen dann doch nicht verbergen kann, dass sie Hamburgerin und keine Berlinerin ist. In zeitgenössischen Filmprogrammen behalf man sich elegant damit, dass (wie bei Rank damals üblich) die deutschen Sprecher zwar aufgeführt wurden, bei der Knef jedoch keine separate Synchronangabe sondern *** gelistet wurde. So ging jeder wie selbstverständlich davon aus, die Knef würde sich hier selbst sprechen und man vermied auf diese Weise direkt zu offenbaren dass sie nicht zur Verfügung gestanden hatte.
In der Synchronkartei ist inzwischen für die Sprecherin, die die Knef nicht nur im Dialog doubelt, sondern auch mit Sprechgesang zu hören ist (die richtigen Opernpassagen wurden von Elisabeth Schwarzkopf gesungen und auch für die deutsche Fassung aus dem englischen Original übernommen) Gertrud Meyen als Stimme der Knef gelistet, die zwischen 1939 und 1953 eine kurze Filmkarriere hatte und heute am ehesten noch als Geliebte von Rudolf Fernau im Krimiklassiker "Dr. Crippen an Bord" (1942) bekannt ist.
Woher kommt die Info mit Gertrud Meyen? Ich höre da keine Ähnlichkeit. Im Thema "Gefährlicher Urlaub" (1953) wurde bereits ausführlicher über sie geschrieben.