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Dieses Thema hat 38 Antworten
und wurde 2.456 mal aufgerufen
 Spielfilmklassiker
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berti


Beiträge: 15.132

23.10.2014 09:05
#16 RE: Der Hund von Baskerville (UK 1958/DF: 1959) Zitat · antworten

Zitat von Gast im Beitrag #15
Ausser dem 'Vielen, aber herzlichen Dank auch!' find ich noch zwei Stellen ungewöhnlich, nämlich dass Holmes auch deutsch mal 'Damned!' flucht (was wenig Sinn macht, weil das ja kein unbedingt gebräuchliches Wort im deutschen Sprachgebrauch war/ist) und dann gibt er Barrymore die dreckigen Treter und fügt am Ende ziemlich unpassend und fast tuntig hinzu, dass die Reinigung 'aber nicht so husch-husch!' zu sein habe. Schon a bissal strange!!!

Daneben ist mir noch eine kleine Hinzudichtung am Anfang aufgefallen: Als Holmes aufzählt, dass am Fundort der Leiche die Fußspuren von Dr. Mortimer, Barrymore und Sir Charles gewesen sein müssten, fügt Fiedler beim Diener sarkastisch hinzu: "... falls er nicht fliegen kann". Aber zu Holmes´ Gereiztheit passt dieser Einschub durchaus, so dass ich seinerzeit beim Vergleich mit der Originalfassung überrascht war, dass die Bemerkung dort fehlte.


berti


Beiträge: 15.132

13.01.2015 09:14
#17 RE: Der Hund von Baskerville (UK 1958/DF: 1959) Zitat · antworten

Bei der erneuten Sichtung un dem Vergleich mit dem Originalton sind mir noch ein paar kleine, aber merkwürdige Punkte aufgefallen:
Als am Anfang zwei Männer aus Sir Hugos Gefolge dessen Diener aus dem Wasser ziehen, fallen im Original nur ein paar kurze, nichtssagende Worte, im Deutschen dagegen viel mehr. U. a. murrt einer der beiden (mit Harry Wüstenhagens Stimme): "Ein Kreuz ist das mit dem Personal!" Auch spricht GGH Sir Hugo eigentlich viel zu locker-leicht, ohne jeden sarkastischen Unterton, so dass die Figur (trotz des Erzähltextes) nicht gerade grausam wirkt und das zu Tode Foltern des Dieners und der Tobsuchtsanfall nach dem Verschwinden des Mädchens nicht recht dazu passen wollen. Vielleicht wollte die Synchronregie hier den Kontrast zwischen Fassade und Charakter betonen, aber die Wut- und Gewaltausbrüche wirken so ziemlich abrupt und nicht sehr glaubwürdig.
Dass der Bischof von Schürenberg in einem kindischen Tonfall gesprochen wird und so sehr viel alberner als im Original wirkt, ist bekannt. Bei der gemeinsamen Szene zwischen ihm und Holmes fallen auch einige Dialogstellen auf: Als sein Fernrohr eingeölt wurde und nun wieder bewegt werden kann, kommentiert er das mit "Wer gut schmiert, der gut fährt!", nachdem er damit eine Fensterscheibe zerbrochen hat, hofft er im Original, seine Haushälterin möge sich daran nicht verletzen. In der Synchro quengelt er dagegen, wenn sie das sehe, gäbe es wieder "eins aufs Dach", was aus dem Mund eines Erwachsenen im reiferen Alter absolut lächerlich wirkt. Als Holmes erklärt, er sei "nicht von Warburton und Crawley", fragt Frankland im Deutschen "Wieso nicht?", die (dazugedichtete) Antwort lautet "Ich weiß nicht.".
Neben dem "husch-husch" gibt es noch eine andere Stelle, in der Fiedler kurz etwas tuntig klingt und die auch ziemlich unpassend wirkt (da Cushing die Rolle alles andere als dandyhaft spielt): als Holmes Dr. Mortimer fragt, ob er ihn zu den verlassenen Minen führen können und "Könnten Sie es?" nachhakt.
Keine Ahnung, ob solche kleinen, aber trotzdem seltsamen Abweichungen in einer eigentlich ernsthaften Synchro für Franz-Otto Krüger typisch waren. Wenn ja: Könnte er hier wirklich am Werk gewesen sein?


Stefan der DEFA-Fan


Beiträge: 11.225

13.01.2015 09:32
#18 RE: Der Hund von Baskerville (UK 1958/DF: 1959) Zitat · antworten

Krüger - das ist gar kein schlechter Gedanke. Auf jeden Fall wären gerade solche Zeilen wie "Wer gut schmiert ..." und die Abbiegung einer Figur ins Infantile durchaus seine Handschrift.

Gruß
Stefan

berti


Beiträge: 15.132

13.01.2015 09:36
#19 RE: Der Hund von Baskerville (UK 1958/DF: 1959) Zitat · antworten

Hat er sowas denn auch bei eigentlich ernsthaften Filmen/Figuren öfter gemacht?
Dass seine Bearbeitungen von Laurel & Hardy-Filmen für dich (im Unterschied zum "großen Diktator") ein rotes Tuch sind, ist ja bekannt.

Stefan der DEFA-Fan


Beiträge: 11.225

13.01.2015 09:44
#20 RE: Der Hund von Baskerville (UK 1958/DF: 1959) Zitat · antworten

Schwer zu sagen, da es keine endgültige Übersicht dazu gibt, was nun wirklich von ihm stammt. Seine bekannten Bearbeitungen sind jedenfalls in ihrer Qualität summa summarum so widersprüchlich wie bei kaum einem anderen (Apings Urteil darüber ist teilweise vorurteilshaft eingefärbt - Krüger darf nicht gelobt werden, selbst wenn er sich nichts hat zuschulden kommen lassen wie bei "Als Lachen Trumpf war").

Gruß
Stefan

berti


Beiträge: 15.132

13.01.2015 09:46
#21 RE: Der Hund von Baskerville (UK 1958/DF: 1959) Zitat · antworten

Zitat von Stefan der DEFA-Fan im Beitrag #20
Schwer zu sagen, da es keine endgültige Übersicht dazu gibt, was nun wirklich von ihm stammt.

Weil er anscheinend oft bei der Ultra Regie führte und dort (anders als etwa bei der BSG) Angaben nicht systematisch archiviert wurden?

Lord Peter



Beiträge: 4.068

13.01.2015 10:15
#22 RE: Der Hund von Baskerville (UK 1958/DF: 1959) Zitat · antworten

Zitat von S.T.O.F.F.E.L. im Beitrag #15
wieso hat man hier was nachsynchronisiert am Anfang? Im ORF läuft der Film da doch immer mit komplettem Ton??? Dafür ist er am Ende stumm, wo auf der Dvd die Schlussmusik einsetzt.


Der Off-Text am Anfang ist zwar in der Kinosynchro vorhanden, aber leicht gekürzt (roter Teil):

"So hört denn ihr Leute die Sage von dem Hund von Baskerville, vernehmt, dass dieses Schloss dereinst von Sir Hugo aus dem Geschlecht der Baskerville bewohnt wurde, einem gewalttätigen, gottlosen Manne, der von Übel besessen war und der einen gewissen bösen, grausamen Humor hatte, der ihn in weitem Kreis berüchtigt machte."

Die Kürzung erfolgte wohl seinerzeit, da der Off-Text nur auf Schwarzbild zu hören ist, während in der Originalfassung eine Kamerafahrt auf das Turmfenster und der Sturz des Dieners durch dasselbe zu sehen sind. Die deutsche Kinofassung setzte erst bei Sir Hugo am kaputten Fenster ein.

Warum man hier allerdings nicht einfach das IT-Band zum Überbrücken genommen und Eichbergers Einleitung beibehalten hat? Außer natürlich, es war nicht mehr verfügbar. Denn wirklich wichtig ist der fehlende Halbsatz nicht. Koch Media ging bei der Folge "Seine Lordschaft Danny Wilde" von "Die 2" so vor


"Also, du bist doch das dämlichste Stück Affe, das die Welt kennt."

Claus Biederstaedt in "Detektiv Rockford - Anruf genügt" (Pilot: Die schwarze Witwe)

berti


Beiträge: 15.132

13.01.2015 10:21
#23 RE: Der Hund von Baskerville (UK 1958/DF: 1959) Zitat · antworten

Welcher Satz von Sir Henry war bei der Szene mit der Kerze denn bereits in der Kinosynchro vorhanden?

Lord Peter



Beiträge: 4.068

13.01.2015 10:29
#24 RE: Der Hund von Baskerville (UK 1958/DF: 1959) Zitat · antworten

Nachsynchronisiert wurden drei Sätze von Lee:

"Watson, kommen Sie doch mal!"
"Bewegen Sie die Kerze mal hin und her!"
"Ich schwöre, dass ich ein Licht auf dem Moor gesehen habe, als sie die Kerze weggenommen haben."

Die ersten beiden waren in der Kinofassung schon vorhanden, aber der dritte vermutlich auch. Im Gegensatz zum ersten Cut liegt schließlich keine Gewaltzensur vor, hier dürfte es sich schlicht um einen Materialfehler handeln (Rollenwechsel?).


"Also, du bist doch das dämlichste Stück Affe, das die Welt kennt."

Claus Biederstaedt in "Detektiv Rockford - Anruf genügt" (Pilot: Die schwarze Witwe)

berti


Beiträge: 15.132

13.01.2015 11:02
#25 RE: Der Hund von Baskerville (UK 1958/DF: 1959) Zitat · antworten

Dass es diese drei Sätze waren, war mir klar. An anderer Stelle hattest du bereits erwähnt, dass höchstens einer davon früher noch nicht existierte. Da meine eigene Erinnerung an den Mitschnitt nicht mehr so deutlich war, wollte ich nur wissen, welcher es war.
Danke!

lupoprezzo


Beiträge: 2.556

14.07.2015 20:25
#26 RE: Der Hund von Baskerville (UK 1958/DF: 1959) Zitat · antworten

Ich hab hier einen rätselhaften Eintrag in einen TV-Zeitschrift gefunden (anlässlich einer Ausstrahlung des Films im ZDF am 29.12.1987), der folgende Sprecher listet:

Peter Cushing: Harry Wüstenhagen
André Morell: Wolfgang Völz
Christopher Lee: Uwe Paulsen

Falls damals wirklich eine Neusynchro gemacht wurde, müsste die doch schon mal jemand erwähnt haben. Wird wohl eher nur eine geplante Synchro gewesen sein, die dann doch nicht gemacht wurde, oder was meint ihr?


Gruß
Horst

berti


Beiträge: 15.132

14.07.2015 20:28
#27 RE: Der Hund von Baskerville (UK 1958/DF: 1959) Zitat · antworten

Vielleicht liegt hier eher eine Verwechslung mit der Verfilmung des Stoffes mit Ian Richardson vor? Denn dort sind in den entsprechenden Rollen Wüstenhagen, Völz und Paulsen zu hören.


fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

14.07.2015 21:59
#28 RE: Der Hund von Baskerville (UK 1958/DF: 1959) Zitat · antworten

Die Verwechslung mit dem Ian Richardson-Film liegt auf der Hand.

Allerdings - Wüstenhagen hätte ich zu gerne für Peter Cushing als Sherlock Holmes gehört! Völz/Paulsen für Morell/Lee hingegen absolut nicht.


"Mutter! Komm her!"

Wolfgang Kieling für David Peel in "Dracula und seine Bräute"

Und hier das passende Ambiente:

http://www.ruine.at

lupoprezzo


Beiträge: 2.556

16.07.2015 19:54
#29 RE: Der Hund von Baskerville (UK 1958/DF: 1959) Zitat · antworten

Ohja, das muss es wohl gewesen sein: Eine Verwechslung mit dem Richardson-Film, der ja in den 80ern auch mehrfach im ZDF gelaufen ist.

Völz und insbesondere Paulsen für Morell und Lee konnte ich mir auch überhaupt nicht vorstellen.


Gruß
Horst

Lord Peter



Beiträge: 4.068

06.09.2019 12:31
#30 RE: Der Hund von Baskerville (UK 1958/DF: 1959) Zitat · antworten

Da im Holmes-Forum demnächst Cushings Auftritte besprochen werden, habe ich mir den Film mal wieder angesehen. Dabei ist mir aufgefallen, daß die Synchro - neben Fiedlers totaler Fehlbesetzung - noch einen etwas subtileren Schwachpunkt hat - Doppelbesetzungen.

Neben GGH für die beiden Baskervilles auch noch Toni Herbert (als Kutscher Perkins und als Sir Hugos Diener im Prolog) und Elfe Schneider (als Mrs. Barrymore und als Bischof Franklands Haushälterin Mrs. Goodlippe).

Da war die Nachsynchro im Grunde nur konsequent und ließ Rainer Doering auch gleich zwei Rollen sprechen...


"Sie erinnern mich an den Mann, für den ich arbeiten muß. Den find' ich auch zum Kotzen!"

Manfred Schott in "Achterbahn"

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