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Dieses Thema hat 16 Antworten
und wurde 672 mal aufgerufen
 Spielfilmklassiker
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c.n.-tonfilm



Beiträge: 1.171

20.07.2017 19:59
„Der Weg nach…“ – Die sieben „Road to…“-Filme mit Bing Crosby, Bob Hope und Dorothy Lamour (1940-1962) Zitat · antworten

Sechsmal machten sich Bing Crosby, Bob Hope und Dorothy Lamour zwischen 1940 und 1953 für Paramount auf den „Weg nach…“. Jeder Film war eine Parodie auf damals beliebte Genres wie Dschungelabenteuer, 1001 Nacht, Goldsuche in Alaska oder Seeabenteuer. Dazu kam 1962 noch eine Spionage-Parodie als siebter Nachzügler für United Artists. Heute sind die deutschen Fassungen der Filmreihe mit Ausnahme des Wiederbelebungsversuchs von 1962 und des sechsten Teils der Paramount-Produktionen kaum noch bekannt und nicht verfügbar. Hans und „Der neue Film“ haben nun zumindest das Besetzungsvakuum für die Filme geschlossen, zu denen es bisher überhaupt keine Besetzungsinfos gab. Ich werde alle sieben Filme hier in chronologischer Reihenfolge posten.

Der erste Film der Reihe war Bing und Bob keineswegs auf den Leib geschrieben worden, vielmehr waren die beiden dritte Wahl für einen Stoff, der zunächst für Fred MacMurray und Jack Oakie, hernach für George Burns und Gracie Allen vorgesehen war. Im Vergleich zu späteren Filmen der Reihe sind die Gags daher noch zahmer und auch für die beiden Schauspieler, die bis dahin noch nie gemeinsam vor der Kamera gestanden hatten, war es ein erstes Warm-Up. Der Film schob sich auf Platz 17 der US-Box-Office-Charts für 1940. Hierzulande gelangte er nicht ins Kino; lief aber 1948 im OmU in Österreich. Zu einer Zeit, als den dritten Programmen der ARD noch eine Fülle an 30er/40er Jahre Paramount-Produktionen aus einem Universal-Paket zur Verfügung standen, schaffte er es schließlich 1985 mit einer TV-Synchronisation auf den Bildschirm des Bayerischen Fernsehens.





Der Weg nach Singapur (TV-Titel)

(Abenteuer in Singapur) (1948, Österreich)
(Road to Singapore)

USA 1940

Erst-Verleih Österreich		MPEA, Wien
Österr. Erstaufführung 04.05.1948 (OmU)
Deutsche Erstaufführung 12.02.1985, TV BAY3

Deutsche Bearbeitung im Auftrag des Bayerischen Fernsehens (1984)
Dialogregie
Deutsches Buch

Rolle Darsteller Deutsche Sprecher (1984)

Joshua 'Josh' Mallon V Bing Crosby Andreas Mannkopff
Mima Dorothy Lamour Dagmar Heller
Ace Lannigan Bob Hope Mogens von Gadow
Joshua Mallon IV Charles Coburn
Gloria Wycott Judith Barrett
Caesar Anthony Quinn Frank Engelhardt
Achilles Bombanassa Jerry Colonna
Häusliches Mädchen Elvia Allman
Timothy Willow Johnny Arthur
Morgan Wycott Pierre Watkin Holger Hagen
Gordon Wycott Steve Pendleton Michael Cramer



Alte Kinofilme nach Jahrzehnten nachträglich neu zu synchronisieren ist wie Süßstoff in einen guten alten Wein kippen: ungenießbar-pappige "Spätlese".

Was wären Jack Lemmon, Danny Kaye, Peter Sellers, Bob Hope und Red Skelton im deutschsprachigen Raum ohne die Stimme von Georg Thomalla ?

c.n.-tonfilm



Beiträge: 1.171

20.07.2017 22:46
#2 Der Weg nach Sansibar (USA 1941/DF 1950) Zitat · antworten

Der zweite Film der Reihe war der dritte, der bei uns in die Kinos kam. Wie beim Vorgänger führte Allround-Talent Victor Schertzinger Regie, der sich vor allem auch als Komponist einen Namen gemacht hat. Auch hier war es bereits ein vorhandener Stoff, der zunächst für Fred MacMurray und George Burns vorgesehen war und schließlich für Bing und Bob umgeschrieben wurde. Der Film ist seinem Vorgänger insgesamt sehr ähnlich. War Singapur erfolgreich gewesen, so war Sansibar noch erfolgreicher und katapultierte sich auf Platz 8 der US-Box-Office-Charts. Für die deutsche Fassung hatte man nun die Idealbesetzung Klinger – Thomalla – Schuster für die drei Hauptprotagonisten gefunden. Der Film lief 1977 im BR; allerdings nur im OmU.





Der Weg nach Sansibar

(Road to Zanzibar)

USA 1941

Erst-Verleih			Paramount
Deutsche Erstaufführung 01.07.1950


Deutsche Bearbeitung Elite Film GmbH Franz Schröder, Berlin/West (1950)
Buch und Dialogregie Bruno Hartwich

Rolle Darsteller *Deutsche Sprecher* (unter Vorbehalt)

Chuck Reardon Bing Crosby Paul Klinger
Hubert Frazier Bob Hope Georg Thomalla
Donna Lucia Latour Dorothy Lamour Friedel Schuster
Julia Quimby Una Merkel Tatjana Sais
Charles Kimble Eric Blore Erich Fiedler
Sklavenhändler Douglass Dumbrille
Französische Soubrette Iris Adrian
Monsieur Lebec Lionel Royce
Thonga Buck Woods
Scarface Leigh Whipper
Whiteface Ernest Whitman
Häuptling Noble Johnson
Dimples Joan Marsh
Eingeborener Händler Luis Alberni
Polizeiinspektor Robert Middlemass

Nennungsreihenfolge in "Der neue Film"
Paul Klinger, Georg Thomalla, Friedel Schuster, Tatjana Sais, Erich Fiedler




Alte Kinofilme nach Jahrzehnten nachträglich neu zu synchronisieren ist wie Süßstoff in einen guten alten Wein kippen: ungenießbar-pappige "Spätlese".

Was wären Jack Lemmon, Danny Kaye, Peter Sellers, Bob Hope und Red Skelton im deutschsprachigen Raum ohne die Stimme von Georg Thomalla ?

Stephen
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Beiträge: 2.582

20.07.2017 22:51
#3 RE: „Der Weg nach…“ – Die sieben „Road to…“-Filme mit Bing Crosby, Bob Hope und Dorothy Lamour (1940-1962) Zitat · antworten

Zitat von c.n.-tonfilm im Beitrag #1
Zu einer Zeit, als den dritten Programme der ARD noch eine Fülle an 30er/40er Jahre Paramount-Produktionen aus einem Universal-Paket zur Verfügung standen, schaffte er es schließlich 1985 mit einer TV-Synchronisation auf den Bildschirm des Bayerischen Fernsehens.



Ist ja seltsam, dass selbst diese TV-Fassung heute nicht mehr aufzutreiben ist. Gab's da gar keine Wiederholungen? Zumindest wohl nach 1990 nicht mehr.

c.n.-tonfilm



Beiträge: 1.171

20.07.2017 22:55
#4 Der Weg nach Marokko (USA 1942/DF 1949) Zitat · antworten

Der dritte Film der Reihe war der erste, der synchronisiert in die deutschen Kinos kam. Er hatte das Pech, etwa ein halbes Jahr zu früh herauszukommen und somit noch in die Münchner MPEA-Phase zu fallen, in der noch Bum Krüger als Sprecher für Bob Hope gesetzt war. Das ist besonders schade, da mit einem halben Jahr Verspätung nahezu vollständige Besetzungskontinuität über die ganze Reihe gewahrt gewesen wäre. Zudem setzte der Streifen gegenüber seinen Vorgängern nochmals ein Sprung nach vorn: der Film wurde den Hauptdarstellern erstmals direkt auf den Leib geschrieben und unter der lässigen Regie von David Butler begannen Bing und Bob frei zu improvisieren wie sie wollten. Der Streifen gilt zu Recht bis heute als ein Highlight der Serie und war 1942 der viert-erfolgreichste Film an den US-Kinokassen. Es gab Oscar-Nominierungen für „Best Sound Recording“ (Loren Ryder) und „Best Writing, Original Screenplay“ (Frank Butler, Don Hartmann). 1996 wurde der Film zur Archivierung im Rahmen der United States National Film Registry von der Library of Congress als "culturally, historically, or aesthetically significant" ausgewählt. Ich hab den Film immer mit Klinger – Thomalla – Schuster im Ohr gesehen. Immerhin ein Frühwerk von Alfred Vohrer, doch die nun ermittelte Besetzung will nicht recht schmecken… Der Film lief 1970 im NDR, BR, HR sowie 1971 nochmals im WDR und NDR.





Der Weg nach Marokko

(Road to Morocco)

USA 1942

Erst-Verleih			Paramount
Deutsche Erstaufführung April 1949

Deutsche Bearbeitung MPEA, München (1949)
Dialogregie Alfred Vohrer
Deutsches Buch Georg A. von Ihering, Erika Streithorst
Produktionsleitung E.G. Techow

Rolle Darsteller *Deutsche Sprecher* (unter Vorbehalt)

Jeff Peters Bing Crosby Ernst von Klipstein
Orville Jackson / Tante Lucy Bob Hope Bum Krüger
Princess Shalmar Dorothy Lamour Marianne Stanior
Mullay Kasim Anthony Quinn Wolfgang Eichberger
Mihirmah Dona Drake Hella Mora
Hyder Khan Vladimir Sokoloff Hans Pössenbacher
Ahmed Fey Mikhail Rasumny Dr. Anton Reimer
Neb Jolla George Givot Klaus W. Krause
Oso Bucco Andrew Tombes Jakob Tiedtke
Turkey's Dienerin Vivian Dandridge Gertrud Spalke

Nennungsreihenfolge in "Der neue Film":
K.W. Krause, Bum Krüger, Hella Mora, Marianne Stanior, E. v. Klipstein, Dr. A. Reimer, Hans Pössenbacher, Gertrud Spalke, Wolfgang Eichberger, Jakob Tiedtke

Für Jakob Tiedtke ist mir bislang kein anderer Synchron-Einsatz bekannt, auch vor dem Krieg nicht.



Alte Kinofilme nach Jahrzehnten nachträglich neu zu synchronisieren ist wie Süßstoff in einen guten alten Wein kippen: ungenießbar-pappige "Spätlese".

Was wären Jack Lemmon, Danny Kaye, Peter Sellers, Bob Hope und Red Skelton im deutschsprachigen Raum ohne die Stimme von Georg Thomalla ?

c.n.-tonfilm



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20.07.2017 23:01
#5 Der Weg nach Utopia (USA 1945/DF 1950) Zitat · antworten

Obwohl bereits 1943/44 gedreht, vergingen drei Jahre bis 1946 der vierte Streich der Serie ins Kino kam. Angeblich weil Paramount bei der Oscar-Verleihung nicht die Akzeptanz von Bing Crosby als ernstem Schauspieler in „Going My Way“ gefährden wollte, wurde der Film so lange zurückgehalten. In der deutschen Reihenfolge war es ebenfalls der vierte Film. Nochmals kam es zur Steigerung: Norman Panama & Melvin Frank („Die Lachbombe“, 1953; „Der Hofnarr“, 1954) wurden als Drehbuchautoren engagiert und holten erneut eine Oscar-Nominierung für „Best Writing, Original Screenplay“. In USA landete der Streifen auf Platz 9 der erfolgreichsten Filme des Jahres 1946; in Großbritannien gar auf Platz 1. Paul Klinger war hier möglicherweise verhindert, so dass Axel Monjé auf Crosby zum Einsatz kommt, den ich mir als guten Ersatz vorstelle. Eine Umbesetzung die nicht sehr weh tut. Der Film wurde 1977 und 1979 mit der Kinosynchro im BR ausgestrahlt.





Der Weg nach Utopia

(Road to Utopia)

USA 1945

Erst-Verleih			Paramount
Deutsche Erstaufführung 05.01.1951

Deutsche Bearbeitung Elite Film GmbH Franz Schröder, Berlin/West (1950)
Dialogregie Bruno Hartwich
Deutsches Buch

Rolle Darsteller Deutsche Sprecher

Duke Johnson/ Junior Hooton Bing Crosby Axel Monjé
Chester Hooton Bob Hope Georg Thomalla
Donna Lucia Latour Dorothy Lamour Friedel Schuster
Kate Hillary Brooke
Ace Larson Douglas Dumbrille
Le Bec Jack La Rue
Sperry Robert Barrat
McGurk Nestor Paiva
Robert Benchley Robert Benchley


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20.07.2017 23:13
#6 Der Weg nach Rio (USA 1947/DF 1949) Zitat · antworten

Der fünfte Film der Reihe war bei uns der Zweite, der in die Kinos kam. Der Film landete auf Platz 6 der erfolgreichsten US-Filme des Jahres 1947 und wieder gabs eine Oscar-Nominierung, diesmal für Robert Emmett Dolan für „Best Music, Scoring of a Musical Picture“ Ein witziger, gag-geladener Film voll Schwung und guter Laune. Die MPEA Synchronproduktion war inzwischen nach Berlin umgezogen und der Grundstein für die Ära klassischer Berliner Synchros war gelegt. Eine weitere unbekannte Regiearbeit von Robert A. Stemmle. Die deutsche Besetzung ist perfekt; vermutlich ist das der erste Film, in dem Georg Thomalla für Bob Hope sprach. Stemmle dürfte also der Urheber dieser späteren Stammbesetzungen sein. Der Film lief nie im deutschen TV; möglicher Weise aber im ORF. Wo ist die Synchro?





Der Weg nach Rio

(Road to Rio)

USA 1947

Erst-Verleih			Paramount
Deutsche Erstaufführung 21.11.1949

Deutsche Bearbeitung MPEA Synchronproduktion, Berlin/West (1949)
Dialogregie Robert A. Stemmle
Deutsches Buch Richard Busch, Robert A. Stemmle

Rolle Darsteller *Deutsche Sprecher* (unter Vorbehalt)


Scat Sweeney Bing Crosby Paul Klinger
Hot Lips Barton Bob Hope Georg Thomalla
Lucia Maria de Andrade Dorothy Lamour Friedel Schuster
Catherine Vail Gale Sondergaard Tatjana Sais
Trigger Frank Faylen Klaus Becker
Tony Joseph Vitale Reinhold Bernt
Sherman Mallory George Meeker Werner Oehlschläger
Rodrigues Frank Puglia Alfred Balthoff
Cardoso Nestor Paiva Erich Dunskus
Johnson Robert Barrat Walter Bluhm
Captain Harmon Stanley Andrews Kurt Mühlhardt
Zahlmeister Harry Woods
The Wiere Brothers The Wiere Brothers
The Andrews Sisters The Andrews Sisters
Colonna Jerry Colonna
Puppenspieler The Stone-Barton Puppeteers
The Carioca Boys The Carioca Boys

Nennungsreihenfolge in "Der neue Film":
Paul Klinger, Georg Thomalla, Friedel Schuster, Tatjana Sais, Klaus Becker, Reinhold Bernt, Werner Oehlschläger, Alfred Balthoff, Erich Dunskus, Walter Bluhm, Kurt Mühlhardt



Alte Kinofilme nach Jahrzehnten nachträglich neu zu synchronisieren ist wie Süßstoff in einen guten alten Wein kippen: ungenießbar-pappige "Spätlese".

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c.n.-tonfilm



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20.07.2017 23:28
#7 Der Weg nach Bali (USA 1952/DF 1953) Zitat · antworten

Fünf Jahre vergingen bis die Reihe mit einem sechsten Film fortgesetzt wurde. Diesmal gab es keine Auszeichnungen und auch die Einspielergebnisse schafften es nicht in die Top-Box-Office-Platzierungen. Dafür gabs zum ersten und einzigen Mal Technicolor. Der Film fiel noch verrückter, abgedrehter und parodistischer aus als seine Vorgänger, in der deutschen Fassung kongenial umgesetzt. Obwohl dies der Film ist, bei dem die deutsche Kinosynchro durch zahlreichen Ausstrahlungen auf Kirch-Sendern und eine Budget-DVD mit am einfachsten zugänglich ist, ist es auch der einzige Streifen, zu dem eine Neusynchro existiert. Da der Film ins Public Domain gerutscht ist produzierte Silwa Video wohl in den 80ern eine Direct-to-VHS-Synchro mit dem launigen Titel „Ein verrückter Trip nach Bali“. Ich habe sie nicht gesehen, es wäre jedoch schön, wenn jemand der Vollständigkeit halber die Besetzung hier ergänzen kann.





Der Weg nach Bali

(Ein verrückter Trip nach Bali) (VHS-Titel)
(Road to Bali)

USA 1952

Erst-Verleih			Paramount
Deutsche Erstaufführung 07.08.1953

1. Deutsche Bearbeitung (1953)
Dialogregie
Deutsches Buch

2. Deutsche Bearbeitung im Auftrag von Silwa Video (198?)
Dialogregie
Deutsches Buch

Rolle Darsteller Deutsche Sprecher (1953) Deutsche Sprecher (198?)

George Cochran Bing Crosby Paul Klinger
Harold Gridley Bob Hope Georg Thomalla
Prinzessin Lala Dorothy Lamour Friedel Schuster
Ken Arok Murvyn Vye Paul Wagner
Arbeitsvermittler Donald Lawton Hans Hessling
Gung Peter Coe
Bhoma Da Ralph Murphy
Rhamayana Leon Askin


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c.n.-tonfilm



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20.07.2017 23:41
#8 Der Weg nach Hongkong (UK 1962/DF 1962) Zitat · antworten

Damit wäre das Kapitel der Paramount „Road-to“-Filme an sich zu Ende. Wäre da nicht Danny Kaye gewesen. Nach dem „Hofnarren“ machte sich das Autoren- und Regie-Duo Norman Panama & Melvin Frank daran, für Kaye im Rahmen von dessen Paramount-Deal eine Fortsetzung zur „Lachbombe“ („Knock on Wood“) mit dem Titel „Knock on Silk“ zu entwickeln. Paramount war skeptisch da der „Hofnarr“ wegen seiner exorbitanten Herstellungskosten trotz des großen Erfolgs kein großes Geschäft war. Kaye wiederum mochte das Drehbuch nicht recht und zog schließlich „Fünf Pennies“ vor. Eine erneute Umarbeitung durch Panama & Frank zu „The Bamboo Kid“ fand ebenfalls nicht Kayes Gefallen. So schrieben die beiden das Buch nochmals um, verkauften es an Bob Hope und daraus wurde dann „Der Weg nach Hongkong“. Im Gegensatz zu den Vorgängern handelt es sich um eine britische Produktion die in den Shepperton Studios gedreht und über United Artists verliehen wurde. Die beiden Entertainer erwiesen sich hier als nicht sonderlich kollegial und zogen ihrer langjährigen Partnerin Dorothy Lamour die jüngere Joan Collins aus Altersgründen vor. So kam es, dass Lamour nur einen kleinen Cameo-Part erhielt, um das Gesamtbild der wiederaufgelegten Serie nicht zu trüben. Der Film könnte als James-Bond-Parodie durchgehen, kam aber ein halbes Jahr vor „Dr. No“ in die Kinos. Trotz des Verleihwechsels hat man bei der deutschen Synchro erfreulicher Weise für Bing und Bob die gewohnten Idealbesetzungen der Vorgänger beibehalten.





Der Weg nach Hongkong

(The Road to Hongkong)

UK 1961

Erst-Verleih			United Artists
Deutsche Erstaufführung 24.05.1962

Deutsche Bearbeitung (1962)
Dialogregie
Deutsches Buch

Rolle Darsteller Deutsche Sprecher


Harry Turner Bing Crosby Paul Klinger
Chester Babcock Bob Hope Georg Thomalla
Diane, Agentin der 3. Macht Joan Collins Gisela Peltzer
Führer der 3. Macht Robert Morley Erich Fiedler
Dr. Zorbb Walter Gotell Heinz Petruo
Der Große Lama Feliy Aymler Alfred Balthoff
Amerikanischer Beamter Alan Gifford
Mr. Asho Michel Mok
Empfangsdame Katya Douglas Renate Danz
Jhinnah Roger Delgado
FBI Beamter Robert Ayres Siegfried Schürenberg
Geheimagent Bill Nagy Gerd Duwner
Erzähler ?? Friedrich Schoenfelder
sowie als Gäste Dorothy Lamour Gisela Trowe
Dean Martin Klaus Miedel
David Niven
Peter Sellers Wolfgang Gruner
Frank Sinatra Herbert Stass
Zsa Zsa Gabor


Alte Kinofilme nach Jahrzehnten nachträglich neu zu synchronisieren ist wie Süßstoff in einen guten alten Wein kippen: ungenießbar-pappige "Spätlese".

Was wären Jack Lemmon, Danny Kaye, Peter Sellers, Bob Hope und Red Skelton im deutschsprachigen Raum ohne die Stimme von Georg Thomalla ?

c.n.-tonfilm



Beiträge: 1.171

20.07.2017 23:44
#9 Epilog Zitat · antworten

Erwähnt werden soll noch, das der findige Verleiher Robert M. Savini über seine Astor Pictures 1947 einen einstündigen B-Programmer mit dem Titel „The Road to Hollywood“ herausbrachte, um sich an den Erfolg der Paramount-Serie anzuhängen. Der Streifen war jedoch lediglich ein Zusammenschnitt aus alten Bing-Crosby-Kurzfilmen der Jahre 1931/32. Savini verzichtete darauf, auch altes Bob-Hope-Material in seinem Werk mit zu verwenden.

1977 war dann tatsächlich noch ein achter Teil mit dem Titel „Road to the Fountain of Youth“ in Planung, der nach einem bereits fertig gestellten Drehbuch von Melville Shavelson Crosby, Hope und Lamour erneut vereinen sollte. Angeblich soll es sich um ein Python-esques Konzept gehandelt haben, um die Serie für ein 70er-Jahre-Publikum attraktiv zu machen und neu zu erfinden. Da Bing Crosby vor Beginn der Dreharbeiten starb, wurde daraus nichts.

Betrüblich, dass diese Serie witziger Genre-Parodien hierzulande nahezu vergessen ist und - obwohl sie das Zeug dazu hätte - mangels Wiederaufführungen und TV-Ausstrahlungen der Synchronfassungen im deutschsprachigen Raum nie den Klassiker-Status erreicht hat, den sie in angloamerikanischen Ländern einnimmt.


Alte Kinofilme nach Jahrzehnten nachträglich neu zu synchronisieren ist wie Süßstoff in einen guten alten Wein kippen: ungenießbar-pappige "Spätlese".

Was wären Jack Lemmon, Danny Kaye, Peter Sellers, Bob Hope und Red Skelton im deutschsprachigen Raum ohne die Stimme von Georg Thomalla ?

Jeannot



Beiträge: 2.110

21.07.2017 09:21
#10 RE: Epilog Zitat · antworten

Der Weg nach Singapur (1985)

Bob Hope - Mogens von Gadow
Bing Crosby - Andreas Mannkopf
Dorothy Lamour - Dagmar Heller
Anthony Quinn - Frank Engelhardt


"Wenn du den Auftrag ausgeführt hast, kommst du sofort nach Afrika!" (Wolfgang Eichberger für Piero Lulli in MACISTE IM KAMPF MIT DEM PIRATENKÖNIG)

c.n.-tonfilm



Beiträge: 1.171

21.07.2017 20:09
#11 RE: Epilog Zitat · antworten

Einige wenige Angaben zu "Der Weg nach Sansibar" aus "Der neue Film" habe ich oben noch ergänzen können.


Alte Kinofilme nach Jahrzehnten nachträglich neu zu synchronisieren ist wie Süßstoff in einen guten alten Wein kippen: ungenießbar-pappige "Spätlese".

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vornoff


Beiträge: 22

24.07.2017 06:44
#12 RE: Epilog Zitat · antworten

Ich erinnere mich (nach etwa 40 Jahren freilich etwas vage), dass damals in einer HÖRZU erwähnt wurde, dass die Synchronfassungen "der" (wohl eher: einiger) Road-Filme bei einem Brand in einem Archiv zerstört worden wären.

guenter19650


Beiträge: 84

24.07.2017 23:11
#13 RE: Epilog Zitat · antworten

Genau das habe ich auch in Erinnerung als "Der Weg nach Bali" im ORF zum 80er von Bob Hope (das war als man große Hollywoodstars der Vergangenheit zu ihrem Geburtstag noch ehrte) 1983 ausgetrahlt wurde schrieb eine Tageszeitung, daß man versucht hat alle 7 Weg-Filme zu zeigen aber man erfahren mußte, daß die meisten dt. Fassungen dieser Filme durch einen Archivbrand zerstört wurden.

Interessant ist auch, daß in der 3 nach 9 Talkshow vom 16.9.1988 Georg Thomalla auf 0:58:00 meint, daß Wolfgang Lukschy in mindestens einem "Weg nach ..."-Film Bing Crosby synchronisiert hat.

https://www.youtube.com/watch?v=ztkT0D0An6E

Wenn tatsächlich "Der Weg nach Utopia" im BR in den 70er Jahren in der deutschen Kinofassung ausgestrahlt wurde vielleicht lagert diese Synchro noch beim Bayrischen Fernsehen.

c.n.-tonfilm



Beiträge: 1.171

25.07.2017 09:15
#14 RE: Epilog Zitat · antworten

Zitat von guenter19650 im Beitrag #13
Genau das habe ich auch in Erinnerung als "Der Weg nach Bali" im ORF zum 80er von Bob Hope (das war als man große Hollywoodstars der Vergangenheit zu ihrem Geburtstag noch ehrte) 1983 ausgetrahlt wurde schrieb eine Tageszeitung, daß man versucht hat alle 7 Weg-Filme zu zeigen aber man erfahren mußte, daß die meisten dt. Fassungen dieser Filme durch einen Archivbrand zerstört wurden.

Interessant ist auch, daß in der 3 nach 9 Talkshow vom 16.9.1988 Georg Thomalla auf 0:58:00 meint, daß Wolfgang Lukschy in mindestens einem "Weg nach ..."-Film Bing Crosby synchronisiert hat.

https://www.youtube.com/watch?v=ztkT0D0An6E

Wenn tatsächlich "Der Weg nach Utopia" im BR in den 70er Jahren in der deutschen Kinofassung ausgestrahlt wurde vielleicht lagert diese Synchro noch beim Bayrischen Fernsehen.



Der BR hat nach der Auskunft, die ich vor einigen Jahren erhalten habe "Utopia" nicht mehr im Archiv, da damals noch von 35mm gesendet wurde und die Sendekopie nach Erlöschen der Rechte an Universal zurück ging. Bei Universal in USA sollten nach meiner Kenntinis "Sansibar" und "Utopia" vorliegen. Auch "Marokko" liegt beim BR nicht mehr vor, ob es bei NDR, WDR und HR vielleicht anders aussieht, weiß ich nicht. "Rio" liegt heute nicht mehr bei Universal sondern bei Freemantle Media, was die Sache erschwert. "Bali" haben wir nur deshalb, weil er im Kirch-Archiv vorlag.

Ist denn im ORF jemals ein anderer "Road to"- Film gelaufen als "Bali" und "Hongkong"?


Ist im ORF jemals einer der folgenden Bob-Hope-Filme gelaufen?

Mit Pinsel und Degen / Der Barbier des Königs
(Monsieur Beaucaire)
USA 1946; DEA: 03.02.1950
Georg Thomalla

Herz in der Hose/ Mein Diener – der Herr Graf / Der Graf von Mexiko / Schule für reiche Leute
(Fancy Pants)
USA 1950; DEA: 22.12.1951
unbekannt


Bei seiner Erinnerung muss sich Thomalla wohl getäuscht haben.


Alte Kinofilme nach Jahrzehnten nachträglich neu zu synchronisieren ist wie Süßstoff in einen guten alten Wein kippen: ungenießbar-pappige "Spätlese".

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guenter19650


Beiträge: 84

26.07.2017 00:39
#15 RE: Epilog Zitat · antworten

Beim Stöbern durch die Arbeiter-Zeitung habe ich gesehen, daß der "Weg nach Marokko" Anfang der 70er Jahre irgendwann Freitags auf ORF 2 in der Primetime-Zeit (Freitag abend FS 2 war mal ein fixer Platz für alte Hollywood-Filme die aber ausschließlich im OmUT liefen) im OmUT gelaufen ist. Ca. 1978 wurde "Sansibar" ebenfalls im OmUT gezeigt. Nur "Bali" und "Hongkong" liefen sogar des Öfteren in den 70er und 80er Jahren mit dt. Kinosynchro im ORF-Programm.

In den 70er Jahren gab mal sogar einen Bob Hope-Schwerpunkt. Da wurde "Erbschaft um Mitternacht" "Das Testament des Dr. Norman" "Schöne Frauen, harte Dollars" "Komödiantenkinder" und "Der besiegte Geizhals" des Öfteren gezeigt.

Von "Monsieur Beaucaire" bzw. "Fancy Pants" habe ich leider keine Erinnerung, obwohl ich die beiden Filme liebend gerne (für mich wärs sogar eine Premiere) in dt. Fassung germe sehen würde.

Im Interview in "3 mal 9" ist Georg Thomalla ja auffallend nervös und es kann natürlich sein, daß er Wolfgang Lukschy mit Paul Klinger verwechselt hat.

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