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Dieses Thema hat 20 Antworten
und wurde 1.752 mal aufgerufen
 Spielfilmklassiker
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berti


Beiträge: 14.133

17.07.2015 19:06
#16 RE: König der Könige Zitat · antworten

Zitat von VanToby im Beitrag #15
Sollte es der Film einmal wieder ins Fernsehen schaffen oder sonstig verfügbar werden, bitte unbedingt bescheid sagen.


Bei Lovefilm ist er ausleihbar (falls du dort Kunde bist).

VanToby
Forumsleiter

Beiträge: 26.092

17.07.2015 19:34
#17 RE: König der Könige Zitat · antworten

Ach danke, dann gibt's den also ohnehin auf DVD ... zuletzt wurden bei mir die Suchergebnisse auf Amazon.de noch von der GRÖSSTEN GESCHICHTE überlagert, warum auch immer.

("Sie haben ernsthaft nach KÖNIG DER KÖNIGE gesucht? Nein, nein, das können Sie unmöglich gemeint haben. Sie wollen die DIE GRÖSSTE GESCHICHTE ALLER ZEITEN, glauben Sie mir." )


"Diese Signale wurden gesendet, um auf sie aufmerksam zu machen."

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

17.07.2015 23:07
#18 RE: König der Könige Zitat · antworten

Eigenartigerweise ist in den letzten Jahren "Die größte Geschichte aller Zeiten" irgendwie recht bekannt geworden und weiter verbreitet. Früher war das nicht so, da war "König der Könige" dauernd im Fernsehen präsent und die "größte Geschichte" bekam man höchst selten zu sehen (aber oft verkraftet man den ja ohnehin nicht).

Mal kurz zu Van Toby:

als Kind hat mich die Salome-Szene auch sehr beeindruckt. Mittlerweile ist das verflogen, was mich noch staunen lässt ist aber das Spiel von Frank Thring, der einen - ich hoffe ich verderbe jetzt keinen - "geilen Sabberer" spielt wie aus Alice Schwarzers "Männer-Schwarzbuch". Thring hätte für den Herodes einen Oscar verdient!

Von erotischen Belangen verstand ich als Kind nichts. Ob ich's heute tue, sei dahingestellt - wohl auch nicht. Oder ich habe einen Webfehler, weil ich gegen rein äußere Reize nahezu vollständig immun bin. Das Problem bei den filmischen Salomes ist es, dass diese jeweils nichts anderes ist als eine ziemlich blöde Tussi (so eine Art Dieter Bohlen mit Brüsten) und ich nie verstehen kann, wie man so jemandem verfallen kann.

Jeffrey Hunters Augen haben bis heute nichts an Suggestivkraft verloren, die ziehen mich noch immer in ihren Bann - das hat Ray sehr gut ausgenutzt und eingesetzt.

Noch etwas zu Silenzio und seiner Bemerkung zur Musik: Miklos Rozsa hat in den 1970ern zahlreiche Fans und Freunde seiner Filmmusiken, bzw besonders der Moumentalfilme erschauern lassen. Einerseits sagte er, dass er die Möglichkeiten des Komponisten im Bereich der Filmmusik sehr schätze, aber sich für das Kino als solches kaum interessiere. Er gehe selten ins Kino und die Filme zu denen er Musik machte, gefielen ihm großteils nicht - er mochte eher kleine, intimere Filme oder solche, in denen die dunkle Seite der Menschen wichtiges Thema war. Seine Musiken zu Noir-Thrillern stufte er als deutlich bedeutsamer ein als jene zu Monumentalfilmen. Diese belasteten ihn zusehends und einige lehnte er auch ab. Bei "König der Könige" fand seine Musik viel Kritik bei den MGM-Bossen, weil er zu sehr die getragene Seite des Filmes betonte und sich im typischen "Römerklang" vergleichsweise zurückhielt. Rozsa selbst sagte, er habe hier sehr aus "Ben Hur" geschöpft. Diese Filme hätten wenig Möglichkeit für dissonante Musik geboten und die war ihm sehr wichtig und bedeutsam, seine Nähe zu Bartok ist vor allem in seinen Konzertarbeiten zu hören. Jedenfalls mochte er von seinen Filmmusiken jene monumentalen Scores am wenigsten, weil es hier die eingeschränktesten Ausdrucksformen gab. Aber er komponierte sie dennoch sorgfältig, wobei er bei einem Film wie "El Cid" dankbar war, dass er spanische Klänge einarbeiten wollte. Versuche, mehr Dissonanz in den Score von "König der Könige" zu bringen in den Jesus-Szenen (das wäre interessant gewesen), wurden allesamt abgelehnt - allerdings nicht von Nicholas Ray, der selbst sagte, er hätte da und dort gerne traumwandlerisch-halluzinatorische Musik gehabt.

Übrigens: mit geänderten Namen hätte man aus dem Drehbuch einen interessanten Western machen können.


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berti


Beiträge: 14.133

19.07.2015 18:50
#19 RE: König der Könige Zitat · antworten

Zitat von fortinbras im Beitrag #18
Eigenartigerweise ist in den letzten Jahren "Die größte Geschichte aller Zeiten" irgendwie recht bekannt geworden und weiter verbreitet. Früher war das nicht so, da war "König der Könige" dauernd im Fernsehen präsent und die "größte Geschichte" bekam man höchst selten zu sehen (aber oft verkraftet man den ja ohnehin nicht).

Hat sich das wirklich erst "in den letzten Jahren" geändert? Nach meiner Erinnerung lief die "größte Geschichte" schon in den 90ern praktisch jedes Jahr um Ostern herum; der "König" wurde um diese Zeit zwar auch noch öfter gezeigt, aber nicht unbedingt in jedem Jahr.

Noch etwas: Viele der Dialogszenen wirken eher so, als ob der Film auf einem Theaterstück basieren würde, da sie relativ statisch sind. Ob diese Wirkung noch dadurch verstärkt wird, dass viele Dinge (neben der Speisung noch das Wandeln über Wasser oder die dem Volk angebotene Freilassung eines Verurteilten) nur erwähnt, aber nicht gezeigt werden?


fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

20.07.2015 01:27
#20 RE: König der Könige Zitat · antworten

Ich spreche natürlich noch von viel älteren Zeiten, den 1980ern - da lief "König der Könige" dauernd, der andere Film jedoch nicht. Der kam meiner Meinung nach erst in den frühen 90ern wieder stärker in den Vordergrund und hier begann es dann mit regelmäßigen Wiederholungen. Seit Anfang des Jahrtausends wird er scheinbar öfters im Fernsehen gezeigt als Rays Film.

Als theaterhaft würde ich "König der Könige" nicht bezeichnen. Auch wenn er viele markante Szenen ausspart und man nur darüber spricht, trifft das doch nur auf spezielle Geschehnisse zu - auf der anderen Seite strotzt der Film nur so von groß angelegten Szenen und scheut sich nicht, etwas zu zeigen.


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berti


Beiträge: 14.133

20.07.2015 08:45
#21 RE: König der Könige Zitat · antworten

Zitat von fortinbras im Beitrag #20
Als theaterhaft würde ich "König der Könige" nicht bezeichnen. Auch wenn er viele markante Szenen ausspart und man nur darüber spricht, trifft das doch nur auf spezielle Geschehnisse zu - auf der anderen Seite strotzt der Film nur so von groß angelegten Szenen und scheut sich nicht, etwas zu zeigen.

Natürlich belässt er es nicht nur beim "darüber reden", aber wenn manche Dinge gezeigt werden und andere nicht, lässt es den Film stilistisch teilweise sehr unausgewogen wirken. In dieser Hinsicht ist die "größte Geschichte" zumindest ausgewogener.

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