Sowas hätte ich eben auch vermutet, c.n.! Im Deutschen könnte man ggf. noch vermuten, daß beim Titel das "s" weggelassen worden wäre ("Ladykiller"), aber das ist nur Spekulation.
Zeitgenössische Quellen wie das SPIO Filmhandbuch, die Filmprogramme usw sind da eindeutig: der Film hieß immer "Ladykillers" - sowohl in Deutschland als auch in Österreich (und nicht etwa "Damenmörder"...).
Ich bleib bei dem Film immer an einer Szene hängen. Als Lom zu Guinness sagt, der Plan klinge wie das Werk eines Verrückten, dreht dieser sich unter dramatischer Musik langsam um, es folgt eine Totale von Lom, dem Angst und bange wird. Plötzlich stirbt die Musik, das Tantchen kommt rein. Man sieht Guinness noch etwas im Profil mit einem bösen Blick und Schmollmund. Meiner Meinung nach fehlt da eine Totale von Guinness mit völlig verrückter Fratze. Ob man das schon vor Kinorelease als zu grässlich geschnitten hat?
Ladykillers ist ja auch ein hier reichlich missbrauchter Begriff. Eigentlich bezeichnet man damit ja einen Mann, der Frauen reihenweise den Kopf verdreht ... natürlich nicht physisch!
Mehr als unwahrscheinlich, denn genau dieses Weglassen und der plötzliche Bruch passt haargenau in die Stilistik des Filmes. Lom spielt ja scheinbar seine damals übliche Rolle als finsterer Schurke mit vollem Ernst durch und erst beim zweiten Hinsehen blitzen kurze Brüche auf, die sein später offenbartes wunderbares komisches Talent klar erkennen lassen. Es wird hier viel der Phantasie und dem Mitdenken überlassen.
Die ungekürzte deutsche Fassung erschien Anfang der 1970er-Jahre als Super-8-Veröffentlichung im Verlag Ullstein AV. Die Kopien mit Lichtton wurden über Foto-Quelle verliehen. Da sich Ullstein AV im Super-8-Geschäft nicht behaupten konnte, verschwanden die Filme schnell wieder vom Markt. Einige Verleihkopien gelangten in Sammlerbestände. Mittlerweile gibt es mehrere DVD- und Blu-ray-Umsetzungen des Filmes.
Bedeutet das, daß der Film sonst oder auch in einer geschnittenen Fassung vorliegt? Die Filmlänge wird mit 91 Minuten angegeben, die arte Aufzeichnung kam auf 88 Minuten. Ich habe leider kein Vergleichsmaterial, aber möglicherweise fehlt ja hier und da doch noch die ein oder andere Szene?!
Erstens: Wiki ist grundsätzlich etwas mit Vorsicht zu genießen. In diesem Falle aber bedeutet es wohl, dass eine vollständige Fassung auf Super8 erschien, was eher selten vorkam, da meist Ausschnittfassungen von 15 bis 45 min Länge verkauft wurden.
Was die unterschiedliche Lauflänge betrifft, entspricht dieser Unterschied exakt der unterschiedlichen Geschwindigkeit von Kino/BluRay (24 Bilder pro Sekunde) zu TV/DVD (25 Bilder pro Sekunde).
Zitat von Stefan der DEFA-Fan im Beitrag #37Erstens: Wiki ist grundsätzlich etwas mit Vorsicht zu genießen. In diesem Falle aber bedeutet es wohl, dass eine vollständige Fassung auf Super8 erschien, was eher selten vorkam, da meist Ausschnittfassungen von 15 bis 45 min Länge verkauft wurden. Was die unterschiedliche Lauflänge betrifft, entspricht dieser Unterschied exakt der unterschiedlichen Geschwindigkeit von Kino/BluRay (24 Bilder pro Sekunde) zu TV/DVD (25 Bilder pro Sekunde).
Natürlich sind Wiki-Angaben nicht inmer das Gelbe vom Ei. - Allerdings dachte ich immer, daß die unterschiedliche Länge bloß dem Fernsehsystem PAL vs. NTSC geschuldet wäre, da Ladykillers aber ein britischer Film ist, hätte ich jetzt vermutet, daß das da nicht zum Tragen gekommen wäre. Zählt als Standard denn die TV-Länge oder die Kino-Länge eines Films?
Standardlänge ist im Allgemeinen abhängig vom ursprünglichen "Ziel" des Materials - ich weiß nicht, wie ich es anders nennen kann. Die Standardgeschwindigkeit von 24 b/sec galt und gilt weltweit, das ist völlig unabhängig vom Fernsehsystem, das in den jeweiligen Ländern verwendet wird. Beim Fernsehen sieht es anders aus: NTSC hatte schon immer eine Bildfrequenz von 60 Halbbildern pro Sekunde, weshalb hier die Filme mit 24 abgespielt werden. PAL und SECAM (vor allem in Europa verwendet) unterscheiden sich in der Codierung des Farbsystems, haben aber beide 50 Halbbilder pro Sekunde - daher die auf 25 b/sec erhöhte Geschwindigkeit von Kinofilmen. Es gilt aber jeweils die ursprüngliche Laufgeschwindigkeit von 24 - bei Kinofilmen. Problematisch wird's bei Fernsehfilmen und -serien. Wenn sie auf 24 b/sec gedreht wurden, müsste hier automatisch diese Länge gelten, aber 16mm (zunehmend ab den 70ern verwendet) läuft auf 25 b/sec. Videomaterial wiederum hängt vom verwendeten TV-System ab. Hinzu kommt außerdem, dass bei amerikanischem TV-Material die geplante Werbung mit drauf gerechnet wird - 48-minütige Sendungen werden gewöhnlich als Einstünder bezeichnet, Anderthalbstünder haben für gewöhnlich 71 min Nettolaufzeit und was in Europa mit etwas über 90 min zu Buche schlägt, gilt in den USA als zweistündige Sendung. Deshalb ist bei der TV-Serie "Shogun" (1980) bei Wikipedia von 3-stündiger Laufzeit für die Pilotepisode die Rede, obwohl die Länge de facto 137 min (ohne Abspann) beträgt und so auch auf der DVD zu sehen ist.
Lauf BBFC wurde der Film 1955 ungeschnitten sogar als "Universal – Suitable for all" freigegeben. Für die Kino-Wiederaufführung 2020 wurde er dann auf "Parental Guidance" hochgestuft wegen "mild threat, violence". Die Videofassungen blieben aber immer "Universal – Suitable for all". Da kenn sich einer aus...
Zitat von Stefan der DEFA-Fan im Beitrag #40 Beim Fernsehen sieht es anders aus: NTSC hatte schon immer eine Bildfrequenz von 60 Halbbildern pro Sekunde, weshalb hier die Filme mit 24 abgespielt werden. PAL und SECAM (vor allem in Europa verwendet) unterscheiden sich in der Codierung des Farbsystems, haben aber beide 50 Halbbilder pro Sekunde - daher die auf 25 b/sec erhöhte Geschwindigkeit von Kinofilmen. Wenn sie auf 24 b/sec gedreht wurden, müsste hier automatisch diese Länge gelten, aber 16mm (zunehmend ab den 70ern verwendet) läuft auf 25 b/sec. Videomaterial wiederum hängt vom verwendeten TV-System ab.
50 Halbbilder pro Sekunde auf 25 "ganze" je Sekunde abzuspielen, paßt ja - aber 60 halbe auf 24 ganze - das sind ja immerhin 12 ganze Bilder mehr. Da müßte bei NTSC eine Sendung doch noch erheblich kürzer sein?! (Sorry, aber ich bin bei diesem Thema etwas unbeleckt) :-/
Zitat Hinzu kommt außerdem, dass bei amerikanischem TV-Material die geplante Werbung mit drauf gerechnet wird - 48-minütige Sendungen werden gewöhnlich als Einstünder bezeichnet, Anderthalbstünder haben für gewöhnlich 71 min Nettolaufzeit und was in Europa mit etwas über 90 min zu Buche schlägt, gilt in den USA als zweistündige Sendung.
Ja, das ist aber noch eine andere Sache und hat mit der amerikanischen Programmgestaltung zu tun, wo Sendungen im Fernsehen generell zur vollen oder halben Stunde beginnen. "Krumme" Anfangszeiten wie bei uns (20.15 Uhr, 19.25 Uhr, 18.55 Uhr) gibt's 'drüben' gar nicht - die verbleibende Zeit wird mit Werbeblöcken aufgestockt, aber die zähle ich nicht zur Filmlänge. Ich bin auch ganz froh darüber, daß Fernsehzeitungen hierzulande i.d.R. neben der Sendedauer eines Films auch die tatsächliche Originallänge angeben.
Zitat von Omskakas im Beitrag #4350 Halbbilder pro Sekunde auf 25 "ganze" je Sekunde abzuspielen, paßt ja - aber 60 halbe auf 24 ganze - das sind ja immerhin 12 ganze Bilder mehr. Da müßte bei NTSC eine Sendung doch noch erheblich kürzer sein?! (Sorry, aber ich bin bei diesem Thema etwas unbeleckt) :-/
Die 24 Vollbilder werden auf 60 Halbbilder durch Verdoppeln einiger Halbbilder erreicht. Das passierte beim "Telecining" sowie heute per Software durch "Pulldown". Daher war einen Film im NTSC-Fernsehen zu schauen immer etwas ruckelig. Man kann die Originalbilder durch "Inverse Telecine", kurz IVTC in ihre ursprüngliche Form zurückführen, also zurück auf (etwas weniger als) 24fps (und dann so gewünscht auf 25fps beschleunigen, fürs PAL-Fernsehen). Bei miserablen Normwandlungen kann dieses Ruckeln mitunter aber auch bei uns sichtbar werden, heute allerdings selten, meist bei historischem NTSC-Dokumentarmaterial, das "einfach so" mal schnell eingebaut, indem weiteres Ruckeln oder Blending dazugemurkst wird.
Das aber nur rudimentär, das Thema ist weitschweifig...