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Dieses Thema hat 41 Antworten
und wurde 4.462 mal aufgerufen
 Stimmen & Co.
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fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

27.06.2015 12:57
#16 RE: Michael Chevalier Zitat · antworten

Vermutlich hat das auch mit einer Erstidentifikation zu tun. Manchesmal kann eine andere als die gewohnte Stimme ja durchaus eine Offenbarung sein, mitunter gefällt einem dEr Erstkontakt einfach. Richard Harris spielte in einer Reihe von Filmen, die ich Ende der 80er sah und die mich damals beeindruckten - "Verflucht bis zum jüngsten Tag", "Caprice", "Treffpunkt Todesbrücke". Da war überall Chevalier zu hören, das prägte mich wohl.

Glemnitz kam erst später, den fand ich aber ausgezeichnet. Chevalier im Norden, Glemnitz im Süden - das wäre die Patentlösung gewesen.

Hier noch drei Beispiele, in denen ich Michael Chevalier nicht mochte:

für Orson Welles in dem Horrormachwerk "Horror Attack". Dicke Stimme für dicken Schauspieler? Nein, das macht es nicht aus. Chevalier klang viel zu beweglich und dynamisch für den behäbig-dicken Welles.

Dann Burt Lancaster in "Die den Hals riskieren" - Chevalier war 1968 für den Mittfünfziger schlichtweg zu jung und klang auch so. Keine Ahnung, wie man auf die Idee kam. Da wäre Gene Hackman viel naheliegender gewesen, der da auch mitspielte. Lancaster hatte keine alte Stimme, aber sie passte einfach zu seinem Alter. Chevalier war einfach hörbar zu jung und er ist keine Stimme, die jenes Hollywood verkörpert, in dem Lancaster seine Karriere begründete.

Gregory Peck im "Moby Dick"-Remake - das war auch eine Fehlbesetzung. Er passt einfach nicht zu Peck und dessen Art, hier ist zudem so ein Problem wie bei Lancaster: Chevalier ist mir zu sehr eine Stimme der 60er/70er-Jahre und dort für die jüngere Garde bestimmt, er hat nicht die Atmosphäre, die ein Gregory Peck braucht.


"Mutter! Komm her!"

Wolfgang Kieling für David Peel in "Dracula und seine Bräute"

Und hier das passende Ambiente:

http://www.ruine.at

berti


Beiträge: 15.144

27.06.2015 21:17
#17 RE: Michael Chevalier Zitat · antworten

Zitat von fortinbras im Beitrag #16
Gregory Peck im "Moby Dick"-Remake - das war auch eine Fehlbesetzung. Er passt einfach nicht zu Peck und dessen Art, hier ist zudem so ein Problem wie bei Lancaster: Chevalier ist mir zu sehr eine Stimme der 60er/70er-Jahre und dort für die jüngere Garde bestimmt, er hat nicht die Atmosphäre, die ein Gregory Peck braucht.

Allerdings waren die "klassischen" Stimmen, die Peck zuvor hatte (Lukschy, Engelmann, Hirthe, Hagen) zum Zeitpunkt der Synchro alle nicht mehr am Leben.


fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

27.06.2015 23:17
#18 RE: Michael Chevalier Zitat · antworten

Das ist mir natürlich bewusst, dass keiner seiner ehemaligen Sprecher damals am Leben war. In gewisser Hinsicht ist Chevalier sicher innerhalb der Synchronisation die größte "Kinokapazität", aber er passt trotzdem nicht zu Peck. Er passt nicht zum Schauspieler und wirkte auch fast zu jung. Abgesehen davon, dass man in Berlin hervorragende ehemalige Ost-Sprecher wie Otto Mellies und Walter Niklaus gehabt hätte, wäre sicher ein Versuch mit Friedrich Schoenfelder interessant gewesen. Auch Horst Niendorf, damals noch am Leben, aber nur wenig aktiv, hätte ich mir deutlich besser vorstellen können als Chevalier.


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kogenta



Beiträge: 1.705

28.06.2015 00:43
#19 RE: Michael Chevalier Zitat · antworten

Michael Chevalier ist für mich ein großartiger Sprecher, der so gut wie nie fehlbesetzt klang. Selbst wenn er manchmal im ersten Moment gewöhnungsbedürftig war wie z.B. für Marlon Brando, was er aber doch auch sehr gut gemeistert hat. Oder für Tatsuya Nakadai in den Kurosawa-Filmen. Aber - ich sage das ungern und er möge mir verzeihen! - bei nahezu allen Darstellern gab es doch zumindest eine gleichwertige Alternative; es gibt komischerweise keinen Darsteller, wo ich ihn zwingend erwarten würde.

Mit einer Ausnahme: Omar Sharif. Dabei denke ich weniger an Schiwago als vielmehr an 'Der Coup', wo er neben Peer Schmidt (Belmondo) absolut brillant ist. Da kann ich mir wirklich keinen anderen Sprecher vorstellen! Das gilt mehr oder weniger auch für andere Omar-Sharif-Filme.

Noch nicht erwähnt wurde 'Bonanza', wo er über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren in fast 400 Folgen den Hoss Cartwright sprach. Auch das sehr gut, aber auch hier war Martin Hirthe zumindest ebenbürtig.

Wie dem auch sei: Er gehört auf jeden Fall zu den sowohl markantesten als auch vielseitigsten Stimmen aller Zeiten.

Gruß, kogenta


Jeannot



Beiträge: 2.110

28.06.2015 08:51
#20 RE: Michael Chevalier Zitat · antworten

Interessant finde ich, daß Chevalier immer dann ran mußte, wenn Sprecher das rollende R (wie ich vermute) einfach nicht drauf hatten. Als Beispiel fällt mir da GGH ein, der Paul Newman (aus diesem Grunde?) nicht in CARRASCO, DER SCHÄNDER sprach. Bei Hoffmann ist mir das mehrmals aufgefallen.


"Wenn du den Auftrag ausgeführt hast, kommst du sofort nach Afrika!" (Wolfgang Eichberger für Piero Lulli in MACISTE IM KAMPF MIT DEM PIRATENKÖNIG)

Stefan der DEFA-Fan


Beiträge: 11.326

28.06.2015 09:17
#21 RE: Michael Chevalier Zitat · antworten

Möglich, aber "Carrasco" ist insofern ein Sonderfall, da es eine MGM-Synchro war - MGM verweigerte Paul Newman über viele Jahre seinen GGH, auch ohne Akzent.
Und Chevalier war meinem Eindruck nach generell der erste zur Wahl stehende "Ersatzsprecher" - er wurde häufig für Schauspieler besetzt, die sonst andere Stammsprecher hatten (Sidney Poitier sogar recht häufig, Sean Connery, Gene Hackman), andererseits wurde er auch am schnellsten ersetzt, wo er eigentlich Pflicht gewesen wäre (Oliver Reed, Omar Sharif und sogar Richard Harris).
Auffallend ist, dass es gerade mit GGH häufig Überschneidungen gab (Newman, Sharif, Harris!).

Gruß
Stefan

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

28.06.2015 13:24
#22 RE: Michael Chevalier Zitat · antworten

Ein begeisterter Paul Newman-Fan war ich nie, abgesehen von einigen Ausnahmen. Mein Favorit für ihn war eigentlich Wolfgang Kieling, aber durch die Erwähnung von "Carrasco" fiel mir erst wieder ein, wie hervorragend Michael Chevalier für Paul Newman war. Das hätte gerne öfters sein können.

Newman klang für mich mit Hoffmann immer enorm austauschbar, ein schöner Mann mehr, den er sprach. Newman mit Chevaliers Stimme hingegen klang kantiger, maskuliner und nicht so eindimensional.

GGH pendelte ja mitunter schon, ehe er hauptsächlich in München zu hören war, so wäre er auch für Shatner als Kirk in einer Berliner Synchro von "Raumschiff Enterprise" durchaus realistisch gewesen. Ansonsten wäre für mich in Berlin nur Chevalier als Kirk in Frage gekommen, wodurch mir wieder einmal die Parallelen zu den beiden deutlich werden.

Chevalier gefiel mir übrigens jeweils rollenbezogen auch sehr gut für Anthony Hopkins, vor allem in "Der Löwe im Winter".


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Silenzio
Listenpfleger

Beiträge: 16.393

28.06.2015 16:40
#23 RE: Michael Chevalier Zitat · antworten

"Der Löwe im Winter" kenne ich nicht, aber bei der "Bounty" gefiel mir Hopkins mit Chevalier gar nicht. Aber vielleicht ist auch gerade Hopkins selbst eine Fehlbesetzung für die Rolle.

Zu Chevalier: Eine konkreten Favoriten hab ich nicht, was ihn angeht. Ist für mich der Mann fürs Grobe, wo man sich auf eine gewisse Qualität verlassen kann, wenn er Haupt- oder Nebenrollen sprach. Ansonsten seh ich's wirklich ähnlich wie kogenta. Auch für mich gibt es nicht unbedingt einen Darsteller, wo ich zwingend auf Chevalier bestehen würde.


John Connor



Beiträge: 4.883

28.06.2015 19:33
#24 RE: Michael Chevalier Zitat · antworten

Zumindest ich verbinde Chevalier in allererster Linie mit Bronson - eine sehr schöne Kombination war das. Irgendwie scheint man Bronson heutzutage nicht mehr ernst zu nehmen, was ich sehr schade finde, denn verglichen mit 'ner Menge Seventies-Stars war er immer eine markante und erfrischende Ausnahme, und viele seiner Filme haben die Zeit auch besser überstanden als manch ein zeitgenössischer Hit.
Mit Omar Sharif verbinde ich ihn dagegen überhaupt nicht, zumal ich mit Ausnhame von LAWRENCE VON ARABIEN selten etwas mit ihm anfangen konnte.


„Eastwood. Clint Eastwood.“
„Was für’n bescheuerter Name is‘n das!?“
(Sven Hasper und Thomas Petruo in ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT III)

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

28.06.2015 21:06
#25 RE: Michael Chevalier Zitat · antworten

Ich war nie der große Sharif-Fan, aber Omar ohne Chevalier ist für mich schlichtweg nur eine halbe Sache. Die einzige Alternative, die ich akzeptierte, war Harald Leipnitz - aber auch nur in bestimmten Filmen.

Bei Richard Harris war mir Chevalier wichtig, aber mit Glemnitz klappte es genausogut - Horst Niendorf war auch eine gute Alternative. Empfindlicher war ich hier bei Oliver Reed, bei dem fehlt mir auch etwas, wenn er nicht Chevaliers Stimme hatte. Hier hat mich, ausser Rainer Brandt in der Anfangsphase und Claus Wilcke in "Mörder GmbH", keine Alternative wirklich überzeugt.

Charles Bronson gefiel mir mit Chevalier irgendwie auch am Besten, sofern man sagen kann, dass mir Bronson überhaupt gefiel - mit dem konnte ich nie so warm werden. Mit Marquis und Hess ging es erst recht nicht. Wobei ich Bronson als Schauspieler durchaus ernst nahm, seine Filme sind keinesfalls schlechter als manche Zeitgenossen. Und dass er oft wegen seiner späteren Mitwirkung in B-Filmen nach Schablone F kritisiert wurde, das fand ich auch unfair - gab es doch viele Alt-Stars, die in solchen Filmchen zu sehen waren (Robert Mitchum, Anthony Quinn, Tony Curtis, uva).


"Mutter! Komm her!"

Wolfgang Kieling für David Peel in "Dracula und seine Bräute"

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funkeule



Beiträge: 777

11.07.2016 17:51
#26 RE: Michael Chevalier Zitat · antworten

Für mich ist Chevalier der wahre deutsche Bronson gewesen. Hess und Marquis, naja...Waren auch nicht schlecht. Aber an sich war Chevalier für mich der beste.

Und in Over the Top also Bill Hurley einfach grandios. HAST KEINE POWER!!!...himmlisch im Dialog mit Stallone/Danneberg.

Ansonsten habe ich ihn auch mal in einem Tatort gesehen. So schön als alter Mann mit seinem weißen Vollbart und Unterhemd beim Zigaretten stopfen. Der Tatort hatte den Beinamen Falsches Alibi. Einfach klasse.

Eine seiner letzten Aufnahmen an die ich mich sonst noch persönlich erinnern kann ist die aus Gladiator.

Schade dass er dann aufgehört hatte
Über ihn hat man ja sonst kaum was gelesen. Ich jedenfalls nicht.

iron


Beiträge: 3.091

11.07.2016 18:28
#27 RE: Michael Chevalier Zitat · antworten

Zitat von funkeule im Beitrag #26
Für mich ist Chevalier der wahre deutsche Bronson gewesen. Hess und Marquis, naja...Waren auch nicht schlecht.


Nun ja, sagen wir, Hess war wahrscheinlich die beste Münchner stimme für bronson;). Aber was Chevalier für ihn betrifft, kann ich dir nur zustimmen!


Koboldsky


Beiträge: 1.881

06.08.2016 21:21
#28 RE: Michael Chevalier Zitat · antworten

Lebt Michael Chevalier noch? Es hieß zuletzt Nein, aber ist das wirklich sicher?

Stefan der DEFA-Fan


Beiträge: 11.326

06.08.2016 22:21
#29 RE: Michael Chevalier Zitat · antworten

Ich habe nirgends einen Hinweis darauf gefunden, dass er verstorben wäre. Und es gibt auch keinen Grund, das anzunehmen.

Gruß
Stefan

Koboldsky


Beiträge: 1.881

06.08.2016 22:23
#30 RE: Michael Chevalier Zitat · antworten

Toby erwähnte es hier jedenfalls mal:
In Memoriam - Synchronschaffende (9)

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