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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 239 mal aufgerufen
 Allgemeines
Steppke


Beiträge: 4

Heute 13:53
Qualität deutscher Synchronisation (gesunken) Zitat · antworten

Mich würde interessieren, wie Ihr die aktuelle Qualität deutscher Synchro beurteilt. Ich bin und war eigentlich immer ein Fan von deutscher Synchronisation, vor allem bis zum Ende der 90er. Seit den Nullerjahren finde ich allerdings, dass die Qualität stetig gesunken ist. Es liegt natürlich auf der Hand, dass auch Sprecher altern und nicht ewig leben (Danneberg, Höppner, Beckhaus...), doch der Nachwuchs lässt meiner Meinung nach schwer zu wünschen übrig.

Ich habe schon oft gelesen und gehört, dass die Synchronfirmen unter enormen Zeitdruck stehen, da ja heutzutage neben Filmen auch sehr viele Serien produziert werden müssen. Darüber hinaus wird schon seit langem ge...X...t. Allerdings scheint man bei den "Sprechern" nicht mehr wirklich wählerisch zu sein. Der Nachwuchs hört sich für mich fast durchgehend miserabel an. Zum einen sind die Stimmen in keinster Weise mehr eigenständig, sondern erschreckend austauschbar geworden.

Daneben scheinen die meisten Sprecher keinerlei Schauspielerfahrung mehr aufzuweisen, denn Emotionen werden kaum noch glaubhaft rübergebracht. Zum Teil merke ich dass sogar bei den alten Hasen: Tobias Meister mochte ich z.B. immer sehr gerne, doch wenn ich ihn heute auf Brad Pitt höre, ist da immer so eine Betonung, bei der ich sofort an eine Komödie denke. So erging es mir zumindest bei "F1 - Der Film".

Die Nachwuchssprecher klingen dagegen oftmals so, als wären sie bekifft und artikulieren sich in einem Möchtegern-coolen Slang, dass es bereits nach kurzer Zeit nervt. Vielleicht bin ich einfach etwas verwöhnt von Recken wie Chavelier, Gressieker, Hess, Hoffman, Kindler, Dittberner, Brückner, (Volker) Brandt, Kronberg etc., aber die Eigenständigkeit ist einfach verschwunden. Nehmen wir z.B. einen Sprecher wie Hans Georg Panczak. Da denke ich sofort an Richard Thomas und Mark Hamill. Sowas ist heute gar nicht mehr vorhanden, da die Stimmen gar keinen Wiedererkennungswert haben. Ich war wirklich erschüttert, als ich mir "Horizon" ansah und Kevin Costner plötzlich nicht mehr von Frank Glaubrecht gesprochen wurde.

In dem Interview, das ich mir die Tage angehört habe "Die Stimme der Anderen" (Gast: Hansi Jochmann) erklärte diese, dass es oft an der Gagenforderung liegt, die eine Synchronfirma sparen möchte. Da wird dann eben ein günstigerer Sprecher gebucht, egal ob er passt oder nicht. Schlimm finde ich dass vor allem dann, wenn ich lese, das die Synchronregie oftmals von bekannten Sprechern wie Marius Claren geführt wird, die anscheinend auch nicht mehr an der passenden Auswahl interessiert sind, bzw. keine Wahl haben...

Wie denkt Ihr darüber?

CrimeFan



Beiträge: 9.285

Heute 14:54
#2 RE: Qualität deutscher Synchronisation (gesunken) Zitat · antworten

Ich finde es interessant, dass retrospektiv die 90er immer so gelobt werden für ihre Synchros, da ich diese Zeit zur schlimmsten für die Synchrolandschaft zähle. Das war wirklich die Zeit, in der alles nur noch auf Fließband produziert wurde und gar nichts eine Einheitlichkeit hatte, gerade bei Zeug fürs TV.

Auch hier kann man das nicht so pauschal sagen. Es gibt Dinge, die damals besser waren, und Sachen, die heute besser sind. Gerade was den Austauschbarkeitsfaktor angeht, gehe ich bis zu einem gewissen Grad mit, aber das ist auch allgemein eine Entwicklung im Filmbereich (gerade in den USA). Die Studios wollen keine Stars und Sternchen mehr, weil diese am Ende mehr kosten. Das Synchron passt sich dementsprechend an.

Um etwas Positives zu nennen: Heutige Synchros sind im Schnitt viel besser recherchiert als damals. Sowohl was die Darsteller angeht (auch wenn es besser geht), als auch allgemein in Bezug auf den Inhalt. Gerade wenn es Faktoren betrifft, die für den europäischen Markt nicht zum Allgemeinwissen gehören.

Zitat von Steppke im Beitrag #1

In dem Interview, das ich mir die Tage angehört habe "Die Stimme der Anderen" (Gast: Hansi Jochmann) erklärte diese, dass es oft an der Gagenforderung liegt, die eine Synchronfirma sparen möchte. Da wird dann eben ein günstigerer Sprecher gebucht, egal ob er passt oder nicht. Schlimm finde ich dass vor allem dann, wenn ich lese, das die Synchronregie oftmals von bekannten Sprechern wie Marius Claren geführt wird, die anscheinend auch nicht mehr an der passenden Auswahl interessiert sind, bzw. keine Wahl haben...

Ein Regisseur kann halt wenig machen, wenn der Auftraggeber etwas vorsagt. Und gerade bei den alten Leuten verlangen viele mittlerweile einen hohen Betrag für ihre Arbeit (zurecht). Oder sprechen nur noch unter bestimmten Voraussetzungen. Allerdings schließen sie sich so teilweise automatisch aus Produktionen aus, weil diese einfach nicht im Budget drin sind. Sie werden dann meistens nur noch für Stammstimmen geholt.

Webweaver086


Beiträge: 34

Heute 15:32
#3 RE: Qualität deutscher Synchronisation (gesunken) Zitat · antworten

Es kommt ganz auf die Produktion an. Ich kann und will nicht pauschalisieren. Allerdings finde ich gar nicht, dass der Nachwuchs schlecht ist. Es gibt natürlich Kandidaten, die versuchen, etablierte Sprecher und Sprecherinnen „nachzuahmen“, was natürlich dazu verdammt ist, in die Hose zu gehen.
Aber es sind wirklich nicht alle schlecht. Gerade bei den Damen fällt mir auf, dass es da wirklich ein paar ungeschliffene Rohdiamanten gibt, die, wäre der Faktor KI nicht, ihre Fähigkeiten in den nächsten Dekaden dermaßen optimieren könnten, dass sie den Großen in nichts nachstehen würden.
Johanna von Gutzeit. Vanessa Wirth. Um mal nur ein paar zu nennen. Aber es gibt wirklich Newcomer, die großes Potential haben, auch wenn man natürlich hier und da hört, dass sie noch nicht so routiniert sind, aber sowas dauert natürlich viele Jahre, da ist es mit drei Jahren Berufserfahrung noch lange nicht getan.

Es gibt jedoch einen Bereich, in dem mir tatsächlich ein Qualitätsabfall auffällt: Anime. Die heutigen Anime klingen teilweise katastrophal auf Deutsch. Und da gibt es auch einige junge Sprecher und Sprecherinnen, die ich wirklich nicht gut finde. Könnte natürlich daran liegen, dass sie überwiegend diesen Anime-Ton draufhaben. Aber heutige Synchronisation im Bereich Anime ist wirklich nur noch mittelmäßig bis Ohrenkrebs. Da muss ich gestehen, dass ich meist nach einer Folge aufgebe und danach mit Untertiteln weitermache.

MusicalFan


Beiträge: 22

vor 25 Minuten
#4 RE: Qualität deutscher Synchronisation (gesunken) Zitat · antworten

Wenn in den heutigen Hollywoodfilmen die Schauspieler und die Handlung den Effekten untergeordnet sind, statt andersherum, dann kann eine Synchronisation auch nichts mehr retten. Eine Sache die ich auch negativ sehe, ist dass sich die deutsche Synchronbranche mittlerweile fast völlig auf Berlin zentriert. Zumindest alle "prestigeträchtigen" Filme landen nur noch dort. In München z.B. ist die Branche spätestens seit dem K.I. Streik scheinbar tot und begraben.

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