Wenn du den selben Jürgen Wilke meinst wie ich, schließe ich ihn wegen der starken österreichischen Färbung des Gesuchten aus; nicht zuletzt deshalb, weil er nämlich trotz seines langen Lebens und Wirkens in Wien sein bundesdeutsches Idiom nie ganz abgelegt hat.
Ich kenne Wilke (und Tellering) gar nicht, das sind beides Angaben aus der SK zu zwei vermeintlichen Synchronisationen, von denen es aber vermutlich nur eine gibt...
Friedrich Schoenfelder schreibt in seiner Autobiografie "Ich war doch immer ich" (1996), warum er auf Harrison nicht in "Venedig sehen und erben" zu hören ist:
"Einmal werde ich von einer Firma zum Probesprechen gebeten. Das ist nichts Unübliches. "Wen soll ich denn sprechen?" "Rex Harrison." "Na, hören Sie mal, den hab ich doch schon ein paarmal synchronisiert." "Das wissen wir, Herr Schoenfelder, das war sogar bei uns. Aber der Verleih besteht darauf, daß neue Sprecher ausprobiert werden sollen. Wir müssen vier Stmmen zur Auswahl schicken." "Na, in Gottes Namen. Aber höchst ungern." "Das verstehen wir, sind ja auch der Meinung, daß nur Sie in Frage kommen." Nach einer Woche kommt der Anruf. "Wir haben es ja gesagt. Sie sind es natürlich." Ein Aufnahmetermin wird vorgesehen. Der Termin wird verschoben. Dann folgt der felsenfeste Termin. Er wird verschoben. Der nächste. Ich passe, muß nach Wien zu Proben für eine Theatertournee. Traurig bin ich und verärgert. Ich habe Harrison verloren - an Kurt [sic!] Ackermann. Naja, der Film hieß ja auch: 'Venedig sehn und erben'!" (S. 139f)
Danke für das Zitat! Allerdings ist dieser Punkt schon seit Jahren bekannt (siehe den Eröffnungsbeitrag von "Gründe für Umbesetzungen" oder einen Kommentar unterhalb der Sprecherliste bei Martin.
Dass er über diese Nicht-Besetzung verärgert war, kann ich mir gut vorstellen, da Cecil Fox eine SEHR dankbare Rolle für ihn gewesen wäre. Allerdings hat Curt Ackermann für mich hier eine seiner besten Leistungen überhaupt geboten, weshalb ich hier zwiegespalten bin.