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Dieses Thema hat 47 Antworten
und wurde 3.761 mal aufgerufen
 Off-Topic
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Silenzio
Listenpfleger

Beiträge: 16.458

27.03.2015 18:58
Welcher Tätigkeit gehen denn die Forumianer nach? Zitat · antworten

Um noch ein bisschen weiter Off-Topic zu gehen. Mich würde interessieren, welcher Tätigkeit denn die einzelnen Mitglieder nachgehen. Einige sind es ja, aber die wenigsten wahrscheinlich tatsächlich im Synchrongewerbe tätig.

Also... ich mache zurzeit einen Bundesfreiwilligendienst (BufDi) in einer Wohnstätte für psychisch Kranke. Vorrangiges Ziel ist es, diese dahingehend so weit "auf Vordermann" zu bringen, dass sie wieder das Leben in einer eigenen Wohnung auf die Reihe bekommen. Es ist größtenteils eine sehr abwechslungreiche Arbeit, vor allem gegenüber meines bisherigen Jobs. Ich komme nämlich ursprünglich aus einem ganz anderen Bereich: Verwaltung bzw. Buchhaltung. Ganz aus der Verwaltung bin ich allerdings nicht raus. Wenn die großen Dienstberatungen oder auch Teamberatungen der einzelnen Wohngruppen sind, bin ich der Protokollant.

Krankheitsbilder der Bewohner sind recht vielseitig - von Depressionen (teilweise auch den manischen), über paranoider Schizophrenie (oft hervorgerufen durch massiven Alkohol- und Drogenkonsum), bis hin zu massiver Persönlichkeitsstörung und Borderlinern. Ständige Ticks von Wortwiederholungen gehören auch dazu - so z.B. ein Bewohner der u.a. ständig sagt: "Ich bin der Earl von Greystoke" Anfangs ganz witzig, aber wenn man das den ganzen Tag hört...


Ja, soviel dazu. Jetzt seid ihr dran. Habt ihr ähnlich aufregende Jobs? Oder nicht so spektakuläre? So oder so, Silenzio will's wissen.


Stefan der DEFA-Fan


Beiträge: 11.381

27.03.2015 19:02
#2 RE: [Off-Topic] Welcher Tätigkeit gehen denn die Forumianer nach? Zitat · antworten

Tja - ist Schauspieler ein spektakulärer Beruf? Aufregend auf jeden Fall. Und ich bin wohl einer der wenigen, denen ihre frühe Leidenschaft für die Synchronisation tatsächlich auch den Berufsweg mitbestimmt hat.

Gruß
Stefan

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

28.03.2015 00:42
#3 RE: [Off-Topic] Welcher Tätigkeit gehen denn die Forumianer nach? Zitat · antworten

Wenn nicht grad wer auf den Synchronstrich geht, braucht man ja nicht unbedingt ein großes Geheimnis aus seiner Tätigkeit machen. Aber ich fürchte, großen Zuspruch wird der Thread hier nicht finden - weil er einen ja doch aus einer gewissen Anonymität herausholt. Dabei ist das sehr interessant.

Also, was mich anbelangt:

zum Einen bin ich Hoher Priester meines hauseigenen Katzenkulttempels samt Göttlichkeit auf vier Pfoten.

Aber im Ernst: ich bin auf ähnlichen Pfaden unterwegs wie Silenzio, also im sozialen Bereich. Das war nicht immer so, lange Zeit arbeitete ich im Kultur- und Veranstaltungsbereich, wenn auch in profanen Aufgabengebieten und nicht künstlerisch. Aber trotzdem das sehr interessant war, von den ganzen Künstlern, ihrer Scheinwelt, den Pseudopromis und Möchtegernkünstlern, den selbsternannten Stars der DJ-Szene und überintellektuellen Literaten und Philosophen, pseudosozialen Charity-Freaks, selbstherrlichen Moderatoren, usw, habe ich Alptraumstoff bis an mein Lebensende. Also bin ich heilfroh, daß das vorbei ist. Ebenso mein Ausflug in die Werbebranche, bei der man unter dem Mäntelchen "Öffentlichkeitsarbeit für wohltätige gemeinnützige Organisationen" nichts anderes macht, als Geld in die eigene Tasche wirtschaften - pfui deibel.

Jetzt eben bin ich in einem betreuten Wohnhaus. Darin gibt es drei WGs und 20 kleine Wohneinheiten für ein bis zwei Personen. Darin leben ausschließlich Männer, die aus der Maßnahmehaft kommen und kurz vor der Entlassung stehen. Hier lernen sie wieder das normale Leben und Eigenverantwortung zu übernehmen. Die Regeln sind teilweise sehr streng, aber es ist doch ein Gefühl der Freiheit. Die Angst vor dem normalen Leben ist teilweise sehr groß, vor allem bei Menschen aus asozialen Verhältnissen, die im Knast - so grotesk das klingt - erstmals eine Tagesstruktur bekommen, geregelte Mahlzeiten, eventuell einen kleinen Job, den Schulabschluss nachholen oder Freunde haben. Man hält das nicht für möglich, aber es gibt Menschen, die mit Mitte 20 das erste Mal einen Weihnachtsbaum sehen und vor Glück weinen, wenn die Heilsarmee dazu Lieder singt.

Untergebracht sind im Haus großteils Sexualstraftäter, wobei die Bandbreite hier groß ist. Da sie alle aus der Maßnahmehaft kommen, bedeutet das konkret kein Gewaltverbrechen im üblichen Sinn, sondern es sind Menschen mit psychischen Störungen, die teils massiv sind. Hauptziel der Maßnahmehaft ist eine möglichst vollständige psychische Rehabilitation. Für viele eine langwierige Sache, denn es kann bis zu zwei Jahre dauern, bis man das erste Mal mit einer Psychotherapie beginnt.

Im Haus sind Männer von 20 bis 67 Jahren bunt gemischt. Es sind sogar Akademiker drunter, die soziale Herkunft ist bunt gemischt. Es gibt Freizeitgruppen, ich bin beim Kochen dabei, bei Kulturausgängen und Heimkinoabenden. Nebenbei muss natürlich alles irgendwie beaufsichtigt werden, müssen die Bewohner motiviert werden zur Eigenverantwortung. Von normalem Plaudern bis zum Streitschlichten, vom Helfen beim Briefeschreiben bis zum Durchplanen von Behördenwegen ist vieles dabei, das zu tun ist.

Manchesmal ist es sehr anstrengend, geht auch an die Substanz, aber es ist doch auch mitunter eine sehr ruhige Angelegenheit und besteht aus Herumsitzen und Daumendrehen, vor allem Abends.

In dem bunten Haufen finden sich ehemalige Vergewaltiger, Stalker, Exhibitionisten, Neonazis, Pädophile und andere Zeitgenossen: Berührungsängste darf man da keine haben. Und es ist oft interessant, mit welchen dieser Bewohner man relativ gut zurecht kommt und eine regelrechte persönliche Ebene da ist. Da es im gesamten Haus keine Justizwachbeamten gibt, ist die Atmosphäre natürlich recht locker - man darf nur zu gewissen Zeiten nicht raus und einige Gruppenteilnahmen sind verbindlich.

Ausgesucht hab ich mir das eigentlich nicht, aber ich rutschte da zufällig hinein und habe es bisher noch nicht bereut. Allerdings mache ich es auch noch nicht so lange und kann mit meinem Idealismus sicher noch gehörig auf die Nase fallen.


"Körper sind leicht zu beschaffen, Seelen aber nicht!"

Friedrich Schoenfelder für Peter Cushing in "Frankenstein schuf ein Weib"

The Baron



Beiträge: 37

28.03.2015 01:04
#4 RE: [Off-Topic] Welcher Tätigkeit gehen denn die Forumianer nach? Zitat · antworten

Ganz prosaisch: Reklamationssachbearbeiter in der Korrespondenz. Abscheulicher Beruf. Ab einem bestimmten Alter darf man freilich nicht mehr wählerisch sein.


Mew Mew
Moderator

Beiträge: 14.194

28.03.2015 08:45
#5 RE: [Off-Topic] Welcher Tätigkeit gehen denn die Forumianer nach? Zitat · antworten

Um meinen Beruf habe ich ja nie ein Geheimnis gemacht. Ich bin gelernter Erzieher und arbeite aktuell im Kindergarten und betreue Kinder im Alter von 3-6 Jahren. Ganz kurz und schmerzlos. (Obwohl so ganz schmerzlos ist dieser Beruf auch nicht. )


E.v.G.



Beiträge: 2.233

28.03.2015 10:29
#6 RE: [Off-Topic] Welcher Tätigkeit gehen denn die Forumianer nach? Zitat · antworten

ich bearbeite unerlaubte Bildnutzungen für eine Bildagentur. Und könnte mir auch hier deswegen regelmäßig die Haare ausreißen. Meine Erfahrung ist leider, dass es erst richtig teuer werden muss, da es sonst keiner Ernst nimmt.


http://www.die-silhouette.de/

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

28.03.2015 10:58
#7 RE: [Off-Topic] Welcher Tätigkeit gehen denn die Forumianer nach? Zitat · antworten

@ Fortinbras:

Die Eigendynamik deiner romanlangen Postings ist oft echt anstrengend! Geht das nicht etwas einfacher, bitte? Danke!

@ Mew Mew:

Ein interessanter Beruf! Wie ist das in Deutschland eigentlich mit dem männlichen Anteil in solchen Berufen?

In Österreich sind Erzieher/Kindergärtner/Volks(Grund-)schullehrer verschwindend gering in der Relation zu Frauen. An den höheren Schulstufen ist das dann sehr ausgewogen.

Seit längerer Zeit gibt es eine Charmeoffensive, die mehr Männer in diese Berufe bringen soll. Aber abgesehen davon, dass diese bedeutsamen Betätigungen bei uns generell noch unterbezahlt sind (ein Grundschullehrer erhält etwa von Vornherein weniger Einstiegsgehalt als einer für die Haupt-/Mittelschule oder gar die AHS), es sind da noch andere Hürden.

In manchen Bundesländern existiert nur eine eingeschränkte Ausbildungsmöglichkeit für Männer, wo mitunter eine Mindestanzahl benötigt wird, um diese überhaupt aufzunehmen. In kirchlichen Ausbildungsstätten ist es teils einfacher, allerdings ist es etwa einem nicht katholischen Interessenten mitunter nicht möglich, an einer entsprechenden Stelle aufgenommen zu werden. Und das zur heutigen Zeit!!! Auch sind die Ausbildungsstätten dermaßen auf Frauen fixiert, daß männliche Aspekte in diversen Gebieten kaum vorhanden sind.

Viele der Männer, die so einen Beruf ergreifen wollen, stehen bei uns unter einem Pauschalverdacht pädophil zu sein. Der Kampf gegen Pädophilie und Kinderpornographie ist sinnvoll und gut, nur hat das schon dermaßen eine Eigendynamik entwickelt, daß es häufig übers Ziel hinausgeht und kontraproduktiv ist, bzw die Kernzone der Problematik nicht erreicht wird: mehr als 90% aller pädophilen Übergriffe geschehen nach wie vor im direkten familiären Umkreis der Opfer.

Kindergartenleiterinnen, Volkschuldirektorinnen und auch -direktoren buhlen um die jungen Männer und schreien oft auf gegen die Pauschalverdächtigungen, aber an den verantwortlichen Stellen ist man meist taub. Leider sind die höchsten verantwortlichen Stellen immer noch in politisch sehr konservativer Hand und da geht nichts weiter.

Junge Männer, die in solche Berufe einsteigen wollen, müssen sich bei uns oft monatelangen Tests und Befragungen aussetzen, ihr Leben ausbreiten, wie man es von einer Frau nie erwarten würde. In manchen Bundesländern sind die Regeln besonders scharf, da muss man drei bis sechs Monate einen Psychologen aufsuchen und dieser stellt dann fest, ob man nicht eine pädophile Tendenz hat.

Im Bundesland Salzburg ist es am krassesten, da wird jetzt bereits überlegt, dass jeder Handwerker oder Lieferant, der einen Kindergarten betritt, einen Strafregisterauszug vorlegen muss und vorab die Zustimmung erteilt, dass sein Name bei der Sexualstraftäterbank abgefragt werden darf. Die Jugendämter laufen sogar Amok gegen diese Pläne, aber das Wohl der Kinder liegt den verantwortlichen Politikern eben am Herzen.

Übrigens sind es dieselben Politiker, die nach wie vor nicht bereit sind, die an sich schon längst verbotene körperliche Züchtigung von Kindern gesetzlich schärfer zu ahnden. Die im Volksmund als "G'sunde Watsch'n" bekannte Ohrfeige ist nach wie vor gesellschaftlich opportun und Sache der Erziehungsberechtigten, wo man sich nicht einmischen soll. Erst wenn es gröber wird, dann kann man ja mal...! Eine "g'sunde Watsch'n" gibt es nicht, es bleibt selten bei einer. Entgegen dem Klischee des prügelnden Familienvaters werden diese prophylaktischen Ohrfeigen in deutlich höherem Maß von Frauen angewandt, by the way. Da spreche ich jetzt nicht nur aus eigener Erfahrung, aber das unterstützt natürlich mein Unverständnis dafür: keine der erzieherisch sinnvollen Ohrfeigen, die ich als Kind einkassierte (und das waren eine ganze Menge), haben mich zu einem besseren Menschen gemacht.

In Wien oder der Steiermark ist man jungen Männern gegenüber deutlich aufgeschlossener, wenn sie einen solchen Beruf ergreifen wollen. Da der Anteil von Kindern mit muslimischem Hintergrund recht hoch ist und es dort immer noch ein traditionelles Familienbild gibt, hat sich in der Praxis auch gezeigt, dass männliche Bezugspersonen für männliche Kinder hier eine sehr bedeutsame Rolle spielen und sie besser in ein weniger traditionelles Gesellschaftsbild gebracht werden können. Es sind nämlich auch die Eltern, die häufig hier einem Mann mehr Gewicht schenken, als es bei einer Frau der Fall ist. Über diese Problematik wird meist nur polemisch überzogen gesprochen. Die Rechten nutzen es als Hetze, die Linken verleugnen die Problematik. Die Realität bedarf aber einer Lösung.

Das veränderte Familienbild der heutigen Zeit, das auch immer wieder als Errungenschaft zur weiblichen Selbstbehauptung vermarktet wird, versagt zumindest bei uns vollkommen in der Begleitung und pädagogischen Erziehung der Kleinsten: das ist politisch betrachtet noch immer traditionell Frauensache und somit recht paradox, genaugenommen.

Sorry für den erneuten Exkurs in die unendlichen Weiten des Universums...


"Körper sind leicht zu beschaffen, Seelen aber nicht!"

Friedrich Schoenfelder für Peter Cushing in "Frankenstein schuf ein Weib"

Edigrieg



Beiträge: 2.556

28.03.2015 12:27
#8 RE: [Off-Topic] Welcher Tätigkeit gehen denn die Forumianer nach? Zitat · antworten

muss ich das jetzt verstehen, dass sich Fortinbras selbst kritisiert? *Kopp kratz*

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

28.03.2015 14:11
#9 RE: [Off-Topic] Welcher Tätigkeit gehen denn die Forumianer nach? Zitat · antworten

Ich habe mich seit jeher selbst erzogen, weswegen ich das auch jetzt im hohen Alter nicht aus den Augen verlieren darf.


"Körper sind leicht zu beschaffen, Seelen aber nicht!"

Friedrich Schoenfelder für Peter Cushing in "Frankenstein schuf ein Weib"

Mew Mew
Moderator

Beiträge: 14.194

28.03.2015 15:19
#10 RE: [Off-Topic] Welcher Tätigkeit gehen denn die Forumianer nach? Zitat · antworten

@fortinbras: Also der Anteil von männlichen Erziehern steigt immer weiter. Er hat noch nicht die Quote vom Frauenanteil erreicht, aber es steigert sich. Viele Männer wollen dann aber weniger in Kitas arbeiten, sondern im Bereich Hort/Jugend. Was die Vorurteile angeht, so musste ich mich diesen noch nie stellen. Bisher waren die Eltern in der Krippe/Kindergarten immer positiv davon überrascht, dass eine männliche Bezugsperson da ist. Ein wichtiger Teil davon ist natürlich auch, wie der Träger/Verein und der Leiter dazu stehen. Stehen die oberen Leute hinter dem Erzieher, so gibt es eigentlich von Anfang an keine Probleme. Dazu kommt (bei uns) natürlich auch knallhart der Fall, dass falls Eltern mit einem Mann als Erzieher für ihr Kind nicht einverstanden sind, dass ihnen dann nahe gelegt wird, sich eine andere Kita zu suchen. Beschwerden gab es noch nicht, aber es wurde intern schon einmal besprochen, wenn dieser Fall eintreten sollte.

Also kurzum ich kann diese Vorurteile nicht verstehen und habe bisher auch nicht gegen sie kämpfen müssen. Es kann noch irgendwann mal passieren, aber bisher nicht.


Koboldsky


Beiträge: 1.920

28.03.2015 15:31
#11 RE: [Off-Topic] Welcher Tätigkeit gehen denn die Forumianer nach? Zitat · antworten

Zitat von Stefan der DEFA-Fan im Beitrag #2
Tja - ist Schauspieler ein spektakulärer Beruf? Aufregend auf jeden Fall. Und ich bin wohl einer der wenigen, denen ihre frühe Leidenschaft für die Synchronisation tatsächlich auch den Berufsweg mitbestimmt hat.

An welchem Projekt arbeitest du gerade?


Danke für die Antwort(en).
Schöne Grüße, Koboldsky.

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

28.03.2015 16:18
#12 RE: [Off-Topic] Welcher Tätigkeit gehen denn die Forumianer nach? Zitat · antworten

@ Mew Mew:

Vielen Dank für deinen Einblick!

Bei uns ist es durchaus so, dass Kindergärten selbst, Volksschulen und vor allem auch sehr viele Eltern unbedingt Männer haben möchten, die bei der Betreuung von Kindern dabei sind.

Leider sind es in der Regel gewisse Trägervereine oder politische Verantwortliche, an denen es häufig scheitert.

Ein spezielles Problem in Österreich ist, dass es neben einigen generellen Gesetzen neun unterschiedliche Ländergesetze gibt, die wiederum teilweise in verschiedene Gemeindeebenen weiter verstreut werden.

Bei uns wird ein Lehrer nicht vom Direktor besetzt, das macht die Lanesschulbehörde. Die macht alle Bewerbungsgespräche und stellt die Lehrer an. Die Direktoren haben hier nahezu nichts mitzureden.

Kindergärten und Tageshorte sind kommunale Angelegenheiten. Beispielsweise ist bei uns jeweils die Ortsgemeinde der Träger des Dorfkindergartens. Wenn er es so will, kann der Bürgermeister die Anstellung eines neuen pädagogischen Personales an die Einrichtungsleitung delegieren und das absegnen (letzteres muss er so oder so). Aber das ist eine Kann-, keine Mussbestimmung. Eine gute Bekannte von mir ist Kindergärtnerin in meinem Heimatdorf und erst der jetzige Bürgermeister macht die Neu-Einstellungen zusammen mit der Leiterin.

Bei kirchlichen Trägern ist es im Grunde nicht viel anders, hier wird auch immer von der Diözese aus eingestellt. Allerdings ist das Mitspracherecht der Einrichtungen dort größer und die Kommunikation wird deutlich besser gehandhabt.

Bildungsexperten und Pädagogen wettern seit vielen Jahren gegen dieses System, das in vielen Fällen gegen die Gleichbehandlung verstößt und bemühen sich um veränderte Zugangs- und Eingangsbedingungen. Leider ergebnislos!

Erst unlängst war ein längerer bericht über männliche Pädagogen in Kindergärten. Letztes Jahr haben ganze sechs Männer in Österreich die Ausbildung abgeschlossen, von denen wiederum nur drei eine Anstellung gefunden haben. Einer sagte in einem Interview, dass ihn die Pauschalverdächtigung pädophil zu sein sehr zusetzte und die Tests zur Aufnahme ihn dermaßen demütigten, daß er mitten im Prozedere ausstieg. Das macht es bei öffentlichen Einrichtung dann schwerer beim Wiedereinstieg.

In privaten Einrichtungen läuft das ganz anders.

Ich selbst wollte mal Kindererzieher werden, da war ich noch in Tirol. Damals gab es im gesamten Bundesland nur eine Ausbildungsstätte, die Männer überhaupt nahm - und das waren die "Barmherzigen Schwestern". Allerdings musste es mindestens fünf Anwärter geben, sonst kam es nicht dazu. Groteskerweise benötigte man aber auch ein Empfehlungsschreiben des zuständigen Pfarramtes...

Das hat sich mittlerweile geändert, aber so lange ist das noch gar nicht her.

Die Mehrzahl an Pädagogen, verantwortlichen Leitern, Eltern und Experten halten es für mehr als ausreichend, auch männliche Anwärter nach Ende der Ausbildung ohne zusätzliche Hürden einzustellen - schließlich wurde man während der Ausbildung ausreichend beobachtet und geprüft.

Diese speziellen Verfahren, Verdächtigungen und Eignungstests entfallen übrigens vollkommen für jene Pädagogen, die mit Kindern arbeiten, die die vierte Schulstufe abgeschlossen haben.


"Körper sind leicht zu beschaffen, Seelen aber nicht!"

Friedrich Schoenfelder für Peter Cushing in "Frankenstein schuf ein Weib"

Isch


Beiträge: 3.402

28.03.2015 19:26
#13 RE: [Off-Topic] Welcher Tätigkeit gehen denn die Forumianer nach? Zitat · antworten

@Silenzio und fortinbras:
Meinen größten Respekt! Ich bin dankbar, dass es solche Einrichtungen gibt und Leute die darin arbeiten und sicherlich einen großartigen Job leisten!

@E.v.G.: Wie stehst du denn der "Kulturflatrate", einen pauschalen Urheberrechtsvergütung auf Internetanschlüsse, gegenüber? Abgesehen davon, dass sie dich deinen Job kosten würde.


"Heiliger Quackstrudel!"

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

28.03.2015 19:35
#14 RE: [Off-Topic] Welcher Tätigkeit gehen denn die Forumianer nach? Zitat · antworten

Zitat von The Baron im Beitrag #4
Ganz prosaisch: Reklamationssachbearbeiter in der Korrespondenz. Abscheulicher Beruf. Ab einem bestimmten Alter darf man freilich nicht mehr wählerisch sein.


Eigentlich hätte ich mir bei dir zumindest erwartet, dass du Reklamationssachbearbeiter in Peter Cushings allgemeinchirurgischer Station bist!


"Körper sind leicht zu beschaffen, Seelen aber nicht!"

Friedrich Schoenfelder für Peter Cushing in "Frankenstein schuf ein Weib"

Silenzio
Listenpfleger

Beiträge: 16.458

28.03.2015 20:18
#15 RE: [Off-Topic] Welcher Tätigkeit gehen denn die Forumianer nach? Zitat · antworten

@ fortinbras

Deine Tätigkeit geht ja schon in eine recht ähnliche Richtung wie bei uns. Auch wir unterstützen die Bewohner beim Kochen, allerdings wirklich nur als Unterstützung. Sie sollen ja wie gesagt irgendwann mal den Absprung schaffen (wobei es bisher die wenigsten tatsächlich geschafft haben) und dementsprechend überwiegend selbst agieren. Wenn diejenigen, die eigentlich an jenem Tag mit Kochen dran sind, aber absolut keine Lust auf Kochen haben und/oder lieber im Bett liegen und schlafen wollen - ja, dann gab es eben auch schon mal nichts zu Essen. Manche unserer Leutchen kennen da echt keine Schmerzgrenze.

Dass es mitunter anstrengend ist kann man wohl hier auch sagen und man muss viel Einfühlungsvermögen mitbringen. So kam es auch schon vor, dass ein Bewohner mich in sein Zimmer bat, weil er aus seinem Schrank Stimmen hörte, die ihn umbringen wollen. Tja, eine von vielen Begegnungen, die man so täglich erlebt...


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