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Dieses Thema hat 13 Antworten
und wurde 567 mal aufgerufen
 Spielfilmklassiker
fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

21.05.2015 12:33
Irrtum im Jenseits (1946) Zitat · antworten

"Heaven, I'm in Heaven..."

Originaltitel: "A Matter of Life and Death"
Us-Titel: "Stairway to Heaven"

Großbritannien, 1946
Regie / Drehbuch: Michael Powell / Emeric Pressburger
Musik: Allen Gray
Produktion: Archer Films
Verleih: Rank / Columbia

Deutsche Fassungen:

I) Eagle-Lion (Rank) Verleih, 1948:
Linzer Film, Berlin
Dialogbuch/-regie: C. W. Burg
Kinostart: 17. September 1948

II) Columbia Verleih, 1965
Ultra Film ?, Berlin
Dialogbuch:
Dialogregie:
Kinostart: xx. xx. 1965

Zum Film:

Ein visuell sehr schön, aber nicht aufdringlich verfilmtes Märchen für Erwachsene. Das anspruchsvoll unterhaltende Werk befasst sich mit Leben und Sterben und es wird dem Zuseher überlassen, ob man die rationale Lösung (Halluzinationen nach einer Hirnverletzung) bevorzugt oder die Geschichte für einen wirklichen Ausflug ins Jenseits hält, bei dem ein Todeskandidat Einspruch erhebt. Bemerkenswert übrigens, dass der Film auf religiöse Symbolik, die einen bestimmten Glauben darstellt, betont verzichtet und alle Menschen gleich macht. Die bis in kleinste Rollen gute Besetzung ist ein Freudenfest.

Vor allem in den USA nahm man längere Zeit Anstoß an einer Szene: wenn David Niven die reale Welt verlässt, wird er in den Dünen von einem flötenspielenden Jungen von etwa 11, 12 Jahren begrüßt, der ihm den weiteren Weg weist. Das Kind ist vollkommen nackt. Auch wenn der Intimbereich nicht zu sehen ist, stieß man sich immer wieder an der Szene. Sogar vor vergleichsweise kurzen Zeit bei einer Powell/Pressburger-Retrospektive sah eine Pädagogin diese Szene sehr kritisch: Peter Carter fragt nicht, warum das Kind nackt ist. Er bietet ihm auch keine Bekleidung an. Es spielt keine Rolle. Dies könne man so deuten, dass Carter der Anblick vertraut sei und "man fragt sich hier schon: ist dieser Mann pädophil?" Eigentlich seltsam, dass eine kurze Szene voll schöner Symbolik für Kontroversen sorgt. Das Kind uns seine Unbefangenheit ist eine Allegorie auf den Tod, für den alle gleich sind. Mitunter frage ich mich, was in Menschen vor geht, die immer und überall etwas Schmutziges sehen.

Die deutsche Fassung von 1948 dürfte verschollen sein, es finden sich nur karge Angaben. Die zweite Synchronisation, die Columbia 1965 für den neuen Kinostart anfertigen ließ, dürfte wohl bei der Ultra entstanden sein. Holger Hagen ist perfekt besetzt für David Niven. Schoenfelder fehlte mir hier nicht, der hätte zu britisch gewirkt - auch Niven hatte 1946 noch nicht ganz das Gentleman-Image und war hier sehr maskulin-draufgängerisch. Innerhalb der hervorragenden Besetzung sticht Sebastian Fischer heraus. Marius Goring als affektierter, leicht dekadenter Aristokrat, der einst geköpft wurde und nun als Beamter die Todeskandidaten holen muss, ist ein Schmankerl für sich - und Fischer macht daraus bei jedem Dialog ein kleines Fest samt herrlichem Akzent.

Bislang wurde der Film sprechermäßig nur wenig erfasst.

Es spielen und sprechen:

David Niven  (Peter Carter)  Holger Hagen  /  Axel Monje (1948)
Kim Hunter (June) Roswitha Krämer / Agathe Poschmann (1948)
Robert Coote (Bob) Gerd Martienzen
Roger Livesey (Dr. Reeves) Heinz Engelmann
Marius Goring (Nummer 71) Sebastian Fischer
Kathleen Byron (Verwaltungsbeamtin) Bettina Schön
Joan Maude (Verwaltungschefin) Tilly Lauenstein
Raymond Massey (Ankläger Farlan) Klaus W. Krause
Abraham Sofaer (Richter) Wolfgang Lukschy
Richard Attenborough (verstorbener Pilot) Wolfgang Draeger
Robert Atkins (Vikar) Eduard Wandrey
Bob Roberts (Dr. Gaertler) Claus Holm
Edwin Max (Dr. McEwen)
Robert Arden (Soldat beim Theater) Wolfgang Draeger
Bonar Colleano (US-Pilot) H. W. Clasen
Robert Beatty (US-Soldat) kein Dialog
Betty Potter (Mrs. Tucker)
Tommy Duggan (P. A. Mahoney, Juror)
Howard Marshall (Radiostimme)
Lois Maxwell (Schauspielerin)
Richard Nielson (verstorbener Pilot) Wolfgang Draeger
N. N. (US-Pilot, Juror) Holger Hagen (mit starkem Klischeeakzent)
N. N. (verstorbener Soldat) Otto Czarski
John Longden (Erzähler) Arnold Marquis


"Wenn ich das Wort 'Toleranz' noch einmal höre, dann werd ich verdammt intolerant, Freundchen!"

Ich für mich, leider nicht mit Arnold Marquis' Stimme.

Dies ist mein Beitrag zum ESC 2015.

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Jeannot



Beiträge: 2.110

21.05.2015 16:08
#2 RE: Irrtum im Jenseits (1946) Zitat · antworten

Bonar Colleano (US-Pilot) - Hans Walter Clasen
Attenborough - da steht bei mir Draeger
Kim Hunter - Roswitha Krämer


"Wenn du den Auftrag ausgeführt hast, kommst du sofort nach Afrika!" (Wolfgang Eichberger für Piero Lulli in MACISTE IM KAMPF MIT DEM PIRATENKÖNIG)

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

21.05.2015 16:31
#3 RE: Irrtum im Jenseits (1946) Zitat · antworten

Hallo Rolf,

ich habe Draeger nur zweimal gehört. Aber ich vertraue mal auf dein Ohr - die drei oder vier Worte die Attenborough glucksend spricht, waren mir zu wenig.

Und danke für die Ergänzungen! Vor allem bei Kim Hunter - Roswitha Krämers Stimme ist auch so eine, die mich stets an diverse andere Sprecherinnen erinnert.


"Wenn ich das Wort 'Toleranz' noch einmal höre, dann werd ich verdammt intolerant, Freundchen!"

Ich für mich, leider nicht mit Arnold Marquis' Stimme.

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Lord Peter



Beiträge: 3.848

21.05.2015 17:58
#4 RE: Irrtum im Jenseits (1946) Zitat · antworten

Bei Kim Hunter hatte ich eher Marion Degler vermutet. Und bei der Verwaltungschefin Alice Treff. Aber mit den Damen habe ich es ja eh nicht so...


"Es ist in den Bäumen. Es kommt!"

Klaus Höhne in "Der Fluch des Dämonen"

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

21.05.2015 18:21
#5 RE: Irrtum im Jenseits (1946) Zitat · antworten

Bei Tilly Lauenstein hab ich ausnahmsweise auch zweimal hinhören müssen, weil sie hier einen für sie recht unüblichen Sprachrythmus hat. Sie ist sichtlich bemüht, "verwaltungsbeamtisch" ausdruckslos und emotionsfrei zu sprechen.

Ist Clasen nicht auch für Tommy Duggan in dessen wenigen Worten zu hören?


"Wenn ich das Wort 'Toleranz' noch einmal höre, dann werd ich verdammt intolerant, Freundchen!"

Ich für mich, leider nicht mit Arnold Marquis' Stimme.

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kinofilmfan


Beiträge: 2.285

21.05.2015 18:27
#6 RE: Irrtum im Jenseits (1946) Zitat · antworten

Zitat
Deutsche Fassungen:

I) Rank Verleih, 1948:



Kleine Korrektur: Eagle-Lion dürfte das gewesen sein. Aus Eagle-Lion wurde Anfang der 50er dann Rank.

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

21.05.2015 18:44
#7 RE: Irrtum im Jenseits (1946) Zitat · antworten

Danke, ich habe Rank vom Filmdienst übernommen und bei Arne stand es natürlich auch. Ich werde es dann korrigieren.


"Wenn ich das Wort 'Toleranz' noch einmal höre, dann werd ich verdammt intolerant, Freundchen!"

Ich für mich, leider nicht mit Arnold Marquis' Stimme.

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Lord Peter



Beiträge: 3.848

21.05.2015 20:35
#8 RE: Irrtum im Jenseits (1946) Zitat · antworten

Zitat von fortinbras im Beitrag #5
Bei Tilly Lauenstein hab ich ausnahmsweise auch zweimal hinhören müssen, weil sie hier einen für sie recht unüblichen Sprachrythmus hat. Sie ist sichtlich bemüht, "verwaltungsbeamtisch" ausdruckslos und emotionsfrei zu sprechen.


Ich hatte da sofort eine Assoziation zu Lotte Lenya in "Liebesgrüße aus Moskau", deshalb kam ich auf die Treff.


"Es ist in den Bäumen. Es kommt!"

Klaus Höhne in "Der Fluch des Dämonen"

berti


Beiträge: 14.765

28.04.2016 12:46
#9 RE: Irrtum im Jenseits (1946) Zitat · antworten

Zitat von Gast im Beitrag #3
ich habe Draeger nur zweimal gehört. Aber ich vertraue mal auf dein Ohr - die drei oder vier Worte die Attenborough glucksend spricht, waren mir zu wenig.

Für mich ist das eindeutig Draeger, daneben habe ich ihn in noch weiteren Rollen gehört: einmal als eine der Stimmen zu Beginn des Wellensalats nach dem Ende des Prologtextes und als der chinesischstämmige Amerikaner unter den "neuen" Geschworenen, der sich als "George Wong" vorstellt. Bei der Funkstimme bin ich sicher, bei Wong nicht ganz, da er mit Akzent spricht. Immerhin nahm man hier nicht Gerd Duwner oder Horst Gentzen!
Dass Holger Hagen als Sprecher der Hauptrolle noch den Take des amerikanischen Geschworenen übernahm, ist trotz der Kürze und des Akzents zu auffällig. Ob sich der unbekannte Regisseur einen Scherz erlauben wollte, weil ihm Hagens amerikanischer Hintergrund bekannt war? Oder eventuell sogar ein spontaner Einfall von ihm selber? Leider kann man dazu niemanden mehr befragen.


c.n.-tonfilm



Beiträge: 1.267

22.03.2018 22:51
#10 RE: Irrtum im Jenseits (1946) Zitat · antworten

Hier noch ein paar Angaben zur Erstsynchro von 1948:


Irrtum im Jenseits

(A Matter of Life and Death)

Erst-Verleih Deutschland	Rank
Verleih Wiederaufführung BRD Columbia
Erst-Verleih Österreich Eagle-Lion-Film, Wien
Deutsche Erstaufführung 17.09.1948
Österreichische Erstaufführung 30.07.1948
Wiederaufführung ??.??.1965 (Neusynchronisation)

1. Deutsche Bearbeitung Firma Emil Unfried, Berlin (1948)
Buch und Dialogregie C.W. Burg

2. Deutsche Bearbeitung (1965)
Dialogregie
Deutsches Buch


Rolle Darsteller *Deutsche Sprecher (1948)* Deutsche Sprecher (1965)
(unter Vorbehalt)


Peter D. Carter David Niven Axel Monjé Holger Hagen
June Kim Hunter Agathe Poschmann Roswitha Kraemer
Bob Trubshaw Robert Coote Herbert Hübner Gerd Martienzen
Ein Engel Kathleen Byron Bettina Schön
Englischer Pilot Richard Attenborough Wolfgang Draeger
Amerikanischer Pilot Bonar Colleano Hans Walter Clasen
Chief Recorder Joan Maude Tilly Lauenstein
Nummer 71 Marius Goring Erich Fiedler Sebastian Fischer
Dr. Frank Reeves Roger Livesey Heinz Engelmann
Der Vikar Robert Atkins Walter Suessenguth Eduard Wandrey
Dr. Gaertler Bob Roberts Claus Holm
Dr. Mc.Ewen Edwin Max
Mrs Tucker Betty Potter
Der Richter/der Arzt Abraham Sofaer Wolfgang Lukschy
Abraham Farlan Raymond Massey O.E. Hasse Klaus W. Krause
US Soldat im Theater Robert Arden Wolfgang Draeger
US Soldat Robert Beatty kein Dialog kein Dialog
Patrick Aloyusius Mahoney Tommy Duggan
Radiosprecher Cricketspiel Howard Marshall
Schauspielerin Lois Maxwell
ARP Warden Wally Patch
Prosecuting Council Laurence Payne
Mann auf der Treppe Robert Rietty
James Monahan Roger Snowdon
Schwester Wendy Thompson
RAF Kaplan Frederick Valk
Mann im Gerichtssaal John Huntley
Mann im Gerichtssaal Geoff van Rijssel
Mädchen Joan Verney
Richard Neilson
Spaniel Erik
Spaniel Spangle
Erzähler der Einleitung John Longden Arnold Marquis

Nennungsreihenfolge in „Der neue Film“ 18/1948 (September 1948):
Axel Monjé, Agathe Poschmann, O.E. Hasse, Erich Fiedler, Walther Suessenguth, Herbert Hübner


Alte Kinofilme nach Jahrzehnten nachträglich neu zu synchronisieren ist wie Süßstoff in einen guten alten Wein kippen: ungenießbar-pappige "Spätlese".

Was wären Jack Lemmon, Danny Kaye, Peter Sellers, Bob Hope und Red Skelton im deutschsprachigen Raum ohne die Stimme von Georg Thomalla ?

berti


Beiträge: 14.765

23.03.2018 08:22
#11 RE: Irrtum im Jenseits (1946) Zitat · antworten

So gut mir die Neusynchro gefällt, so interessant liest sich die Liste zur älteren, besonders Fiedler und Hasse kann ich mir sehr gut in diesen Rollen vorstellen!
Enthält das Programm auch Angaben zur Länge des Films? Mich würde nämlich interessant, ob man eventuell am Anfang leicht gekürzt hat.

c.n.-tonfilm



Beiträge: 1.267

23.03.2018 08:34
#12 RE: Irrtum im Jenseits (1946) Zitat · antworten

Nach den Freigabelängen von 1948 zu urteilen war der Film in der Erstsynchro ungekürzt.


Alte Kinofilme nach Jahrzehnten nachträglich neu zu synchronisieren ist wie Süßstoff in einen guten alten Wein kippen: ungenießbar-pappige "Spätlese".

Was wären Jack Lemmon, Danny Kaye, Peter Sellers, Bob Hope und Red Skelton im deutschsprachigen Raum ohne die Stimme von Georg Thomalla ?

berti


Beiträge: 14.765

23.03.2018 08:43
#13 RE: Irrtum im Jenseits (1946) Zitat · antworten

Danke! Das überrascht mich, weil ich erwartet hatte, dass der direkte Bezug zum Luftangriff am Anfang durch Schnitte entfernt worden wäre.

Lord Peter



Beiträge: 3.848

23.03.2018 10:43
#14 RE: Irrtum im Jenseits (1946) Zitat · antworten

Zitat von berti im Beitrag #13
Danke! Das überrascht mich, weil ich erwartet hatte, dass der direkte Bezug zum Luftangriff am Anfang durch Schnitte entfernt worden wäre.


Und die Szene mit dem nackten Kind war ja schon in den USA ein Stein des Anstoßes.


"Tantchen?"
"Tantchen ist nicht da. Du musst mit Onkelchen Vorlieb nehmen."

Christian Marschall und Hans Wilhelm Hamacher in "Kommissar Maigret" (Folge 1: Maigret und die Tänzerin Arlette)

 Sprung  

Farb-Legende: blau = Spekulation, orange = Trailer-Besetzung, grün = endgültige Besetzung, rot = Korrektur/Ergänzung zur endgültigen Besetzung

Wir lie... also, wir finden Synchron ganz in Ordnung.
Erreichbar unter
215072.homepagemodules.de -- synchron-forum.de.vu


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