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Dieses Thema hat 39 Antworten
und wurde 1.480 mal aufgerufen
 Allgemeines
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Koboldsky


Beiträge: 1.128

27.07.2017 18:08
Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Das Thema wurde im Forum schon einige Male angesprochen.

Es kommt ja manchmal vor, dass man sich bei einer Schauspielerin oder einem Schauspieler bewusst gegen die Stammbesetzung und für eine Besetzung entscheidet, die wiederum zu der gespielten Rolle besser passt.
Was meint ihr? Findet ihr es gut, dass manchmal nach Rolle besetzt wird oder würdet ihr es befürworten, wenn ein Stammsprecher seine schauspielerische Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellen kann?

Ich muss ehrlich sagen, dass ich in dieser Hinsicht sehr zwiegespalten bin...
Einerseits ist Synchron natürlich ein Teilgebiet des Schauspielerberufes und dementsprechend sollten die Schauspieler auch ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen dürfen. Andererseits gibt es einfach Rollencasts, die so hammergut passen und die Rolle stimmlich besser unterstreichen, dass man nicht auf sie verzichten möchte.

So kann ich mir beispielsweise weder Klaus Sonnenschein noch Hartmut Neugebauer in John Goodmans Rolle in THE BIG LEBOWSKI vorstellen. Beide hätten als Schauspieler natürlich die Grimmigkeit sehr gut nachempfinden können, aber Helmut Krauss hatte diese einfach bereits in der Stimme und lag einfach zu 100% drauf, finde ich.
Vielleicht wäre da ein Mittelweg der beste Weg.

berti


Beiträge: 13.983

27.07.2017 18:26
#2 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Ließe sich diese Frage eventuell hier diskutieren?Erfreuliche Abweichungen vom Standard

Silenzio
Listenpfleger

Beiträge: 14.091

27.07.2017 18:58
#3 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Nö, ich finde schon, dass das ein spezielles, eigenes Thema ist und durchaus auch einen separaten Thread verdient hat.

VanToby
Forumsleiter

Beiträge: 25.549

27.07.2017 19:00
#4 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Ja, sind sie.

Man darf nur nicht den Fehler begehen, solche Rollencasts dann als Standardsprecher einzufordern, wie hier oft schon geschehen.

Ungünstig wird es erst dann, wenn die Rolle so dermaßen Kult ist, dass man den Schauspieler praktisch nur mit ihm verbindet, der Rollencast-Sprecher aber allgemein einfach nicht passt.


"Diese Signale wurden gesendet, um auf sie aufmerksam zu machen."

Stefan der DEFA-Fan


Beiträge: 9.572

27.07.2017 19:03
#5 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Ich finde sie nur dann sinnvoll, wenn der Stammsprecher (sofern es einen gibt) eine bestimmte Fähigkeit/Eigenschaft nicht mitbringt, die dringend erforderlich ist. Das ist ja eher selten. (Stimmliche Ähnlichkeit mit dem Originalschauspieler, wenn dessen Stimme zu hören sein muss, wäre so ein Beispiel - siehe "Nell").
Streitbare Fälle wie Anthony Hopkins als Hitchcock (für den ich wirklich mal jemand in stimmlicher Richtung des Originals - Hitchcock, nicht Hopkins - bevorzugt hätte) gibt es da schon eher.

Gruß
Stefan


Nyan-Kun


Beiträge: 218

27.07.2017 19:37
#6 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Bei Rollencasts habe ich mich schon immer gefragt, ob die Tendenz hierzu größer ist, je stärker die Schauspieler verkleidet und maskiert sind, auch wenn sie bereits einen seit Jahren etablierten Stammsprecher haben.
Ansonsten sehe ich es ganz nüchtern. Wenn der Stammsprecher nicht in der Lage ist seinen Schauspieler in der entsprechenden Rolle gut genug rüber zubringen dann kann man gerne nach Rolle besetzen. Das entscheidet sich bei großen Kinofilme ohnehin durch Castings. Marcus Off hatte sich bei den Castings für "Fluch der Karibik" auch als bessere Besetzung für Jack Sparrow gegen Stammsprecher David Nathan behaupten können.

N8falke



Beiträge: 3.587

27.07.2017 19:42
#7 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Ein zwiespältiges Thema. Einerseits sollten Synchronsprecher auch die Möglichkeit bekommen, verschiedene Facetten des zu synchronisierenden Schauspielers abdecken zu können. Es ist nicht sinnvoll, einen Schauspieler ständig mit jemand anderes zu besetzen, nur weil Synchronsprecher A Facette B besser abdecken kann, als Synchronsprecher C. Andererseits ist es auch nicht sinnvoll den Synchronsprecher mit aller Macht durchzudrücken rein aus Kontinuitätsgründen, wenn er der Rolle nicht voll und ganz gerecht werden kann. Da die Balance zu finden ist sehr schwierig, aber es zeigt leider auch, dass nicht wenige Sprecher/Schauspieler-Kombis nicht so funktionieren, wie sie funktionieren sollten.

Im Zweifel ist mir mittlerweile die Rolle wichtiger als die Kontinuität, aber ich muss zugeben, dass das auch stark vom Schauspieler oder der Rolle abhängt. Für manche Rollenbesetzungen bin ich offener als für andere.


Silenzio
Listenpfleger

Beiträge: 14.091

27.07.2017 20:51
#8 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Ich bin da ganz radikal und finde, dass Kontinuität sehr oft überbewertet wird. Sicher, wenn mal eine Idealbesetzung gefunden wurde, ist es schön an ihr festzuhalten. Aber ich würde ja prinzipiell IMMER nach Rolle besetzen. Dann hat eben ein Schauspieler 20 verschiedene Sprecher. Es können dabei glänzende, einmalige Kombis entstehen. Ganz ehrlich, bei den meisten der Typecasts kann ich mir die sonst standardmäßigen Sprecher auch überhaupt nicht vorstellen.


Nyan-Kun


Beiträge: 218

27.07.2017 21:42
#9 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Bei weniger prominenten Schauspielern oder welchen wo es keinen perfekten Stammsprecher gibt (z.B. Christopher Lloyd) wird meistens immer nach Typ/Rolle besetzt. Ansonsten wäre deine Ansicht im deutschen Synchron nicht durchsetzbar Silenzio. Viele verbinden die Stimmen der Stammsprecher mit ihren jeweiligen Schauspielern. Das ist unbestreitbar und wird auch marketingtechnisch in Werbespots genutzt. Zudem erhöht dies auch das Identifikationspotenzial wenn man den berühmten Schauspieler schon anhand seiner deutschen Stimme erkennen kann. Deshalb sollten Feststimmen wenn möglich die Regel sein, gerne auch rollenbezogene Ausnahmen. Nicht zuletzt haben die Schauspieler im Original auch nur eine Stimme und nicht dutzende für jede einzelne Rolle. Ganz so leicht kann man das wie die anderen bereits angemerkt hatten es sich auch nicht machen.

Silenzio
Listenpfleger

Beiträge: 14.091

27.07.2017 21:55
#10 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Ja, ist mir schon klar. Deshalb sag ich ja, dass meine Ansicht ziemlich radikal ist. Gegen gute Kombis ist ja auch nichts einzuwenden. Aber wenn's mal nicht so ist, bin ich auch nicht super-traurig. Ich halte mich auch aus ellenlangen Diskussionen zumindest raus, wenn es mal zu einer überraschenden Umbesetzung kommt. Ist mir oft ziemlich egal. Ich betrachte die Umbesetzung dann meist ganz nüchtern, außer der andere Sprecher passt in meinen Augen partout nicht zum jeweiligen Schauspieler oder auch der Rolle.


iron


Beiträge: 1.932

28.07.2017 16:05
#11 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Zitat von Koboldsky im Beitrag #1

[quote]So kann ich mir beispielsweise weder Klaus Sonnenschein noch Hartmut Neugebauer in John Goodmans Rolle in THE BIG LEBOWSKI vorstellen. Beide hätten als Schauspieler natürlich die Grimmigkeit sehr gut nachempfinden können, aber Helmut Krauss hatte diese einfach bereits in der Stimme[...]


Also du meinst, Helelmut Krauss wäre diesbezüglich ein zweiter Udo Schenk?! Ich glaube, dass er die Rolle von Jackson einfach wunderbar "nachgespielt" hätte. Krauss wird ja mE. bei Weitem keineswegs auf solche Typen festgelegt.
Ich hätte ihn mir durchaus in dieser Rolle vorstellen können, wenn ich nur an den mE. eigenwilligen, schwarzen Humor in der Szene am Swimmingpool aus "Hangover 3" denke, wo er auf Goodman herumgebrüllt und richtige Salven von Fäkalausdrücken verbal abgefeuert hat, was mich gleich neben Goodmans anderen Auftritten irgendie an diesen Streifen denken ließ; mir ist dabei die Sprache in der DF mir irgedwie "gekünstelt schräg", (aber auf hohem Niveau) erschienen ,wenn er etwa einem der vier Freunde vorwirft, seinen Hund ermordet zu haben...

Manche rollenbedingte Umbesetzungen gefallen mir sogar, ich würde nicht immer unbedingt auf die Standardstimmen (oder auch diejenigen, die mehr als einmal zum Zug kamen) bestehen; machmal scheinen Stammstimmen in speziellen Fällen eben nicht die ideale Wandlungsfähigkeit mitzubringen, obwohl sie oft wünschenswert wäre. Noch besser wäre es schon, wenn die gewohnten Stimmen alle "Verwandlungen" der SchauspielerInnen "mitmachen" würden.


"SIE DENKEN DOCH NICHT, WAS ICH DENKE, DASS SIE DENKEN?!"
(Eberhard Haar in "Knight Rider 2000")

Koboldsky


Beiträge: 1.128

28.07.2017 16:14
#12 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Zitat von iron im Beitrag #11
Zitat von Koboldsky im Beitrag #1
Das Thema wurde im Forum schon einige Male angesprochen.

[quote]So kann ich mir beispielsweise weder Klaus Sonnenschein noch Hartmut Neugebauer in John Goodmans Rolle in THE BIG LEBOWSKI vorstellen. Beide hätten als Schauspieler natürlich die Grimmigkeit sehr gut nachempfinden können, aber Helmut Krauss hatte diese einfach bereits in der Stimme[...]



Also du meinst, helmut krauss wäre diesbezüglich ein zweiter Udo Schenk?!

Nein, das auf gar keinen Fall.
Das Beispiel ist auch vielleicht ein bisschen unglücklich gewählt, aber ich möchte trotzdem sagen, dass ich Krauss zu 100%ig passend für die Rolle mit dem schwarzen Humor fand.
Nicht unbedingt, dass er eine Klischeebesetzung für solche Sachen wäre.
Ich kann mir nicht so recht vorstellen, dass Sonnenschein und Neugebauer die gleiche Wirkung erzielt hätten.


Knew-King



Beiträge: 5.257

28.07.2017 17:48
#13 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Zitat von VanToby im Beitrag #4
Ja, sind sie.

Man darf nur nicht den Fehler begehen, solche Rollencasts dann als Standardsprecher einzufordern, wie hier oft schon geschehen.

Ungünstig wird es erst dann, wenn die Rolle so dermaßen Kult ist, dass man den Schauspieler praktisch nur mit ihm verbindet, der Rollencast-Sprecher aber allgemein einfach nicht passt.

/thread

Brian Drummond


Beiträge: 2.513

28.07.2017 18:11
#14 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Zitat von VanToby im Beitrag #4
Ja, sind sie.

Man darf nur nicht den Fehler begehen, solche Rollencasts dann als Standardsprecher einzufordern, wie hier oft schon geschehen.

Ungünstig wird es erst dann, wenn die Rolle so dermaßen Kult ist, dass man den Schauspieler praktisch nur mit ihm verbindet, der Rollencast-Sprecher aber allgemein einfach nicht passt.


Gut geschrieben. Hast du auch ein paar Beispiele? Ich wette nämlich, über die kann man herrlich streiten. :D


Stefan der DEFA-Fan


Beiträge: 9.572

28.07.2017 18:26
#15 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Ich hätte eins: Barney Geröllheimer - hihihihihi. Barney ohne Duwner ist für mich nicht Barney. Aber Duwner für Rick Moranis? Nee!
Insofern nicht ganz abwegig, da mit Merian und Wellmann ja wirklich Typecasts gemacht wurden (die schon grenzwertig waren, da hätte Branding für Goodman am Ende vielleicht besser funktioniert).

Gruß
Stefan


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