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Dieses Thema hat 51 Antworten
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 Allgemeines
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Silenzio
Listenpfleger

Beiträge: 15.278

31.07.2017 22:42
#31 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Zitat von Koboldsky im Beitrag #30
Nebenbei bemerkt fand ich es auch furchtbar schade, dass man Udo Schenk statt Santiago Ziesmer für Steve Buscemi in der Serie "Boardwalk Empire" besetzt hat.
Hätte ihn nur zu gerne mal in einer düsteren Rolle erlebt.

Um Gottes Willen, zum Glück war er's nicht.

*duckundweg*


Koboldsky


Beiträge: 1.535

02.08.2017 11:49
#32 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Es ist auch für den (Synchron-)Schauspieler wesentlich befriedigender und interessanter, wenn er eine Rolle richtig gestalten darf und nicht bereits vom Typ her die offensichtliche Wahl darstellt.
Ich fürchte, dass das im schlimmsten Fall nur zu "schauspielerischen Andeutungen" statt richtigem Schauspiel führen könnte und der Reiz dadurch verloren geht.

Mittlerweile bin ich definitiv der Meinung: Rollencasts ja, aber bitte nur in Maßen.

VanToby
Forumsleiter

Beiträge: 27.796

02.08.2017 12:17
#33 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

So hatte ich die Frage auch von Anfang an verstanden. Sonst hätte da was von "Ausschließlich Rollencasts" gestanden.

Gerade in Berlin kommt es mir aber oft so vor, dass einige Sprecher recht aufgeschmissen sind, wenn man sie mal etwas uneingefahrener besetzt. Die haben eine Nummer drauf, die sie über Jahre hinweg perfektioniert haben, und können oder wollen aus Bequemlichkeit mehr nicht.

(Daneben gibt es aber auch in jüngerer Zeit völlig daneben gehauene Besetzungsversuche, bei denen der AL/Booker oder wer auch immer offenbar keine Ahnung hatte, wen und was er da eigentlich besetzt. Das ist wohl die Folge eines völlig übersättigten Marktes, mit viel zu vielen neuen Leuten in viel zu vielen Produktionen in viel zu wenig Zeit.)


In München hat zwar eigentlich noch mehr als in München jeder seine Nische. Aber da es da schon immer zu wenig Leute gab, musste jeder immer auch schon Rollen bedienen, die er *eigentlich* nicht war. Die Variabilität ist da Überlebensgrundlage.

Tobias


"Diese Signale wurden gesendet, um auf sie aufmerksam zu machen."

Lammers


Beiträge: 3.591

05.08.2017 14:29
#34 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Zitat von Silenzio im Beitrag #8
Ich bin da ganz radikal und finde, dass Kontinuität sehr oft überbewertet wird. Sicher, wenn mal eine Idealbesetzung gefunden wurde, ist es schön an ihr festzuhalten. Aber ich würde ja prinzipiell IMMER nach Rolle besetzen. Dann hat eben ein Schauspieler 20 verschiedene Sprecher. Es können dabei glänzende, einmalige Kombis entstehen. Ganz ehrlich, bei den meisten der Typecasts kann ich mir die sonst standardmäßigen Sprecher auch überhaupt nicht vorstellen.


Apropos: Bei Spätsynchros war und ist das ja durchaus eine Herausforderung, da man dann ja größtenteils jemand anders nehmen musste und muss, weil der Stammsprecher entweder stimmlich nicht mehr passt, nicht mehr lebt etc. Sehr spannend wird es dann, wenn bei solchen Rollencasts positive Überraschungen herauskommen, bei denen man nie und nimmer auf dem Schirm haben würde, dass sie passen.

Ich möchte in diesem Thread nochmal eine der größten Überraschungen mitteilen, die ich hinsichtlich eines Rollencasts erlebt habe und die ich 2009 auch schon mal in dem Thread Die kuriosesten Synchronbesetzungen (13) erwähnt habe. 1940 entstand der Spielfilm "Ein Mann mit Phantasie". Dabei handelt es sich um ein Biopic über Julius Reuter, den Pionier der Nachrichtenübermittlung und Begründer der Reuters Nachrichtenagentur. Julius Reuter wird in diesem Film von Edward G. Robinson gespielt. Der Film wurde 1962 für die ARD synchronisiert und Edward G. Robinson wird von Lothar Blumhagen (!) gesprochen. Auf dem Papier wirkt das furchtbar, aber das Gegenteil ist der Fall. Blumhagen passt hier wunderbar für Robinson, was aber auch daran liegt, dass er hier noch nicht den blasierten, mitunter hochnäsigen Tonfall hat, wie in späteren Jahren. Er nimmt sich angenehm zurück und klingt hier beinahe schüchtern und zum anderen trägt Edward G. Robinson hier einen Schnurrbart, was dem Rollencast auch zugute kommt. Ohne diese Maskerade hätte dieser Cast bestimmt nicht so gut funktioniert.

Hier der Trailer:


iron


Beiträge: 2.259

08.08.2017 23:25
#35 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Man kann sich nur bei diesem Originaltrailer schwer einen Eindruck davon verschaffen... So sehr verfremdet der schmale Pornobalken Robinsons Gesicht auch wieder nicht.
Wäre für dich Alfred Balthoff in dieser Rolle ähnlich vorstellbar gewesen?

Eine starkes Makeup oder ein markanter Bart können eine solche Besetzung verständlich oder akzeptabel erscheinen lassen. Am Besten wäre wie geschrieben, immer noch die Standardstimme oder zumindest eine öfter zum Einsatz gekommene.


"SIE DENKEN DOCH NICHT, WAS ICH DENKE, DASS SIE DENKEN?!"
(Eberhard Haar in "Knight Rider 2000")

andreas-n


Beiträge: 430

08.08.2017 23:44
#36 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Zitat von iron im Beitrag #35
Man kann sich nur bei diesem Originaltrailer schwer einen Eindruck davon verschaffen... So sehr verfremdet der schmale Pornobalken Robinsons Gesicht auch wieder nicht.
Wäre für dich Alfred Balthoff in dieser Rolle ähnlich vorstellbar gewesen?


Die Frage ist zwar nicht an mich gerichtet...
Ein wenig her, dass ich diesen Film gesehen habe. Blumhagen hat hier gepasst; allerdings hätte Balthoff auch sehr gut funktioniert. Und Fred Maire hätte in einer noch späteren Synchro ebenfalls gut gepasst.

berti


Beiträge: 14.601

09.08.2017 08:25
#37 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Da ich den Film kenne: Balthoff hätte damals schon zu alt für die Rolle geklungen. Und da Robinson hier noch schmaler als in späteren Jahren war, passt auch die "schlank" klingende Stimme von Blumhagen gut.
Maire wäre zum Zeitpunkt der Synchro (der 1964 verstorbene Walther Süssenguth ist in einer Nebenrolle zu hören) in einer Hauptrolle kaum denkbar gewesen.


Lammers


Beiträge: 3.591

09.08.2017 17:23
#38 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Zitat von iron im Beitrag #35
Man kann sich nur bei diesem Originaltrailer schwer einen Eindruck davon verschaffen... So sehr verfremdet der schmale Pornobalken Robinsons Gesicht auch wieder nicht.
Wäre für dich Alfred Balthoff in dieser Rolle ähnlich vorstellbar gewesen?


Sagen wir mal so: Wäre der Film um einiges früher synchronisiert worden, dann eventuell schon. 1962 hätte ich ihn mir nicht mehr so gut vorstellen können; da wäre er (berti hat da recht) vielleicht stimmlich schon etwas zu alt gewesen. Wäre die deutsche Synchro um 1950 entstanden (plusminus 2 Jahre), dann vielleicht schon eher.


andreas-n


Beiträge: 430

09.08.2017 18:17
#39 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Zitat von berti im Beitrag #37

Maire wäre zum Zeitpunkt der Synchro (der 1964 verstorbene Walther Süssenguth ist in einer Nebenrolle zu hören) in einer Hauptrolle kaum denkbar gewesen.


Ich schrieb ja "in einer späteren Synchro".

berti


Beiträge: 14.601

09.08.2017 19:52
#40 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Entschuldigung, das hatte ich überlesen (es war wohl noch zu früh am Morgen)!

Nyan-Kun


Beiträge: 956

23.04.2018 10:58
#41 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Mir fällt auf, dass Rollenbesetzungen sich vor allem dann anbieten, wenn die jeweilige Stammbesetzung selbst aus einer Rollenbesetzung resultiert ist oder der Schauspieler eine extrem unübliche Performance abliefert. So z.B. bei Martin Freeman, wo Manuel Straube abseits von Bilbo Beutlin nicht so wirklich zu Freeman passt oder auch beim Rowan Atkinson "Mr. Bean", wo Atkinson Bean völlig anders als seine üblichen Rollen spielt und dem Lutz Mackensy allein schon stimmlich nicht wirklich gerecht wird.

Insofern finde ich, dass man sich unter diesen Umständen nicht gleich an den Stammsprecher festklammern sollte, sondern da ruhig auch andere vielleicht bessere Alternativen im Blick haben sollte, die zusammen mit dem eigentlichen Stammsprecher an einem Vorsprechen teilnehmen. Wenn der jeweilige Stammsprecher sich behaupten kann und gleichwertig zu seiner Stammkraft die Rolle auch im deutschen komplett ausfüllen kann, wie z.B. Udo Schenk für Premierminister Churchill in "Die dunkelste Stunde", ist es umso besser. Ansonsten hätte man Alternativ eine schicke Rollenbesetzung, die dem Original gerecht wird und nicht wie ein Fremdkörper klingt.


iron


Beiträge: 2.259

26.04.2018 17:21
#42 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Zitat von Nyan-Kun im Beitrag #41
Mir fällt auf, dass Rollenbesetzungen sich vor allem dann anbieten, wenn die jeweilige Stammbesetzung selbst aus einer Rollenbesetzung resultiert ist[...]


Würdest du mir bitte ein paar Beispiele dafür nennen? ich wüsste gerade keine Stammkombis, bei denen sowas der Fall war... Aber du hast sicherlich recht, solche Faktoren können Rollencasts oft sogar notwendig machen.


"SIE DENKEN DOCH NICHT, WAS ICH DENKE, DASS SIE DENKEN?!"
(Eberhard Haar in "Knight Rider 2000")

Nyan-Kun


Beiträge: 956

26.04.2018 18:34
#43 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Was diesen Fall betrifft hatte ich doch Manuel Straube für Martin Freeman genannt. In anderen Freeman-Rollen funktioniert Straube schlicht nicht. Ansonsten ist es eher so, dass Schauspieler meist in ihrem angestammten Rollenrepotoir verbleiben, sodass ihre jeweiligen Stammsprecher, die man zum Teil nach der Rolle, aber auch nach dem optischen Bild des Schauspielers besetzt hat, auch weiterhin bestens passen. Deshalb dürfte es solche Fälle nicht so oft geben und wenn geht es da meist in die Kategorie "unübliche Performance".
Ein Streitfall dürften sicherlich die Stammkräfte von Gerd Duwner gewesen sein. Bei seiner Stimme hat man meist nach optischen Rollentypen besetzt, woraus dann einige Stammkombis hervorgekommen sind. Durchgängig wurde Duwner aber nur auf Mickey Rooney (finde es auch heute noch lustig, dass er ihn erstmals in einer Rolle gesprochen hat, wo Rooney einen Asiaten gespielt hat. Einer von Duwners Rollentypen) und in einer kurzen 80er Jahre Phase auf Danny DeVito besetzt. Ansonsten kamen mal zwischendurch immer mal andere Sprecher zum Einsatz in bestimmten Filmen, die aus Sicht der Verantwortlichen besser zur Rolle passten.


berti


Beiträge: 14.601

26.04.2018 19:06
#44 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Zitat von Nyan-Kun im Beitrag #43
Durchgängig wurde Duwner aber nur auf Mickey Rooney (...) und in einer kurzen 80er Jahre Phase auf Danny DeVito besetzt.

Bei Ned Beatty kann man ihn durchaus auch als Stammsprecher bezeichnen. Und im Falle von DeVito war es gar keine so "kurze Phase", sondern zum einen über 10 Jahre (mit ein paar Ausnahmen) und gerade die Zeit, in der dieser am populärsten gewesen sein dürfte, weshalb ihn sicher noch heute sehr viele mit Duwners Stimme in Verbindung bringen dürften.


Nyan-Kun


Beiträge: 956

26.04.2018 19:18
#45 RE: Sind Rollencasts sinnvoll? Zitat · antworten

Stimmt. Den guten Ned Beatty hab ich noch vergessen.
Und das viele DeVito nicht mit Duwner in Verbindung bringen hab ich auch nie gesagt, sondern lediglich, dass Duwner in dieser 80er Jahre Zeit DeVito durchgängig gesprochen hatte. Ob 10 Jahre kurz oder lang sind liegt da im Auge des Betrachters, aber es war auf jeden Fall eine enorm prägende Phase gewesen, auch für mich. Da stimme ich zu.


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