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Dieses Thema hat 37 Antworten
und wurde 1.265 mal aufgerufen
 Spielfilmklassiker
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kogenta



Beiträge: 1.625

10.08.2018 20:06
#31 RE: Zwei glorreiche Halunken. Unterschiedliche Synchronslrecher Zitat · antworten

Zitat von Slartibartfast im Beitrag #30
Ergo: Hochtrabendes Statement ohne jeden praktischen Wert.

Da möchte ich doch energisch protestieren!

Du nimmst das Statement wohl wörtlich, anstatt den Sinngehalt zu erfassen. Kurosawa will doch wohl sagen: Die wahre Leistung besteht im WEGLASSEN anstatt im HINZUFÜGEN.

Das gilt ja auch für andere Disziplinen. Literatur, Musik, Malerei, etc.
Einen langen Absatz zu einem Thema kann jeder schreiben, die Sache aber in einem einzigen Satz auf den Punkt bringen können nur wenige.

Gruß, kogenta


Slartibartfast



Beiträge: 5.972

10.08.2018 20:20
#32 RE: Zwei glorreiche Halunken. Unterschiedliche Synchronslrecher Zitat · antworten

Den Rest hast du aber auch gelesen, nicht?
Der Film LEBT von seinen Längen. Kurosawa ist übrigens auch nicht grade bekannt für kurze Werke. Weglassen ist kein Selbstzweck und sicher nicht die wahre Leistung. Hinzufügen natürlich auch nicht. Es geht darum das richtige Maß zu finden, nicht das kürzeste.
Schneide doch einfach mal die Folterszene heraus. Das könnte man nach deiner Logik nämlich tun. Vielleicht sollten wir aber doch Leone und Kurosawa selbst entscheiden lassen, was wichtig für den Film ist. Das heißt nicht, dass es mir dann gefallen muss, aber das Werk macht der Regisseur, nicht der Zuschauer. Kunst ist keine Demokratie.


Gruß
Martin
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"Ein rechter Scheißdreck war's. Altmodisch bis provinziell war's. Des war's!" (Helmut Fischer in "Monaco Franze - Der ewige Stenz" [1983])
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kogenta



Beiträge: 1.625

11.08.2018 00:20
#33 RE: Zwei glorreiche Halunken. Unterschiedliche Synchronslrecher Zitat · antworten

Unsere Ansichten liegen denke ich näher beieinander als unsere letzten Äußerungen vermuten lassen.

Ich bin allergisch gegen die These, dass eine längere Fassung automatisch die bessere ist. Dafür ist ZWEI GLORREICHE HALUNKEN ein sehr gutes Beispiel: Bescheidener Zugewinn durch zusätzliche Szenen contra das daraus resultierende Synchron-Chaos zieht die Langfassung summa summarum nach unten, dem Film wird damit ein Bärendienst erwiesen.

Die alte gekürzte Fassung war rund, aus einem Guss, ließ keine Fragen offen und bot ein ungetrübtes Filmvergnügen - die längere Fassung leistet das durch die nun eingebauten Bremsklötze leider nicht. Daran ändert auch der berechtigte Verweis auf Leones Urheberschaft als Regisseur nichts.

Seine weltweite enorme Popularität verdankt der Film übrigens der gekürzten Fassung - die Langfassung war bis vor wenigen Jahren ausserhalb Italiens unbekannt. Also auch unter diesem Aspekt im Gegensatz zu vielen anderen Filmen kein massakriertes Torso, das dank DVD endlich in der integralen Fassung zugänglich ist, sondern eine verzichtbare kommerziell motivierte Angelegenheit.

Gruß, kogenta

PS: Die verlängerte Fassung 'Lawrence von Arabien' sehe ich als ähnlich verzichtbare Veröffentlichung an.


Slartibartfast



Beiträge: 5.972

11.08.2018 11:14
#34 RE: Zwei glorreiche Halunken. Unterschiedliche Synchronslrecher Zitat · antworten

Zitat von kogenta im Beitrag #33

PS: Die verlängerte Fassung 'Lawrence von Arabien' sehe ich als ähnlich verzichtbare Veröffentlichung an.

Jetzt dachte ich schon wir könnten das Thema beerdigen. Aber das kann man so nicht stehen lassen.
1) Die deutsche Kinofassung war nicht mit der internationalen identisch. Es gabe immer wieder Veränderungen, sogar in der Reihenfolge der Szenen.
2) Die Langfassung erweitert den Film an Stellen, die vorher abgehackt wirkten, oder zumindest nicht stören.
3) Die Nachsynchro ist die gelungenste Integralsynchsro aller Zeiten.

Was deine wiederholten Einlassungen zu Leone angeht, sind wir da sich auch nicht gleicher Meinung. Für mich ist die Kinofassung die kommerziell motivierte Version und sie lässt eben schon Fragen offen.
Einig sind wir und maximal darin, dass nicht jeder Verlängerung sein muss. Aber viele davon sind gut.

Zu den positiven Beispielen gehören für mich auch "Cleopatra" (hier ist die Nachsynchro allerdings Kacke) sowie auch die Argento-Filme "Suspiria" und "Profondo Rosso". Dies sind genauso typische Beispiele für kommerziell gekürzte Exportfassungen. Die längeren Fassungen stellen hier für mich jeweils das Original dar.
Gut sind wiederum handlungserweiterte Versionen wie etwa "Das Boot" oder "Der Bader-Meinhof-Komplex", aber auch die Dan Brown-Filme "Da Vinci-Code" und "Illuminati".
Negativbeispiele sind etwa die ganzen nachträglich verlängerten Pseudo-Epen a la "Underworld" oder "Avatar".

Aber (und das ist der springende Punkt): Ich verstehe all jene, die weiterhin "ihre" kürzere Fassung haben wollen. Daher sollten immer beide Fassungen verfügbar sein - am besten auf dem gleichen Medium. Ist wie mit Neusynchros. Keiner würde sich drüber aufregen, wenn man die Wahl hätte. Leider hat man sie nur selten.


Gruß
Martin
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kogenta



Beiträge: 1.625

11.08.2018 15:50
#35 RE: Zwei glorreiche Halunken. Unterschiedliche Synchronslrecher Zitat · antworten

Zitat von Slartibartfast im Beitrag #34
... sollten immer beide Fassungen verfügbar sein - am besten auf dem gleichen Medium. Ist wie mit Neusynchros. Keiner würde sich drüber aufregen, wenn man die Wahl hätte. Leider hat man sie nur selten.

Das ist zweifellos die beste Lösung.
Insbesondere dann, wenn die seit Jahrzehnten bekannte Fassung - auch wenn sie gekürzt oder verfälscht wurde - im kollektiven Bewusstsein schon fest verankert ist, sollte sie nicht zu Gunsten einer 'verbesserten' Fassung komplett aus dem Verkehr gezogen werden (Trauriges Beispiel: 'Die Outsider' von Coppola).

Nochmal kurz zu Leone:
Wer sagt denn, dass die Kürzungen bei ZWEI GLORREICHE HALUNKEN über Leones Kopf hinweg vom Verleih zu verantworten sind? Lassen die Schnitte nicht eher vermuten, dass ähnlich wie bei SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD Leone selbst für die 'internationale Fassung' herangezogen wurde? Bei Letzterem Film ist - erstaunlich! - der Ruf nach der längeren Ur-Fassung übrigens kaum mal zu vernehmen.

Gruß, kogenta


Slartibartfast



Beiträge: 5.972

11.08.2018 20:09
#36 RE: Zwei glorreiche Halunken. Unterschiedliche Synchronslrecher Zitat · antworten

"Spiel mir das Lied vom Tod" ist nicht ganz vergleichbar.
Einmal war die deutsche Fassung eine Mischung aus der US-Fassung und der italienischen, was man besonders am Abspann erkennt.
Und zweitens gibt es hier keine längeren Handlungsergänzungen, sondern lediglich ein paar Dialogfetzen, also kein Wunder, dass die keiner groß vermisst. Interessanter waren schon die Dialogänderungen bzw- -löschungen(!), die Pro7 einst vornahm, um dem Charakter der Originalfassung näher zu kommen. Die haben schon eine gewisse Berechtigung.


Gruß
Martin
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Grubert


Beiträge: 27

Heute 11:32
#37 RE: Zwei glorreiche Halunken. Unterschiedliche Synchronslrecher Zitat · antworten

Zitat von Slartibartfast im Beitrag #28
Zitat von Grubert im Beitrag #25
Nee, das ist für mich einfach eine schwache und vollkommen überflüssige Szene. Die den Film unnötig aufhält. Sie ist auch an sich, rein von der Inszenierung her, mit die Schwächste des Films. Ich habe mich nie gefragt wo die 3 Typen herkommen. Wozu auch? Es war doch klar daß die nur dafür da waren von vorne umgelegt zu werden, damit Tuco sich von hinten anschleichen kann. Ich frage mich ja z.B. auch nicht wo Eastwood den armen Shorty aufgetrieben hat, der als Tuco Ersatz beim Hänge-Spiel herhalten musste.
Ähnliches gilt aber auch für die neue Szene in der Clint und LvC nachts lagern und Lees Leute auftauchen. Ebenfalls schwach und überflüssig

Mit der selben Logik müsste man alle anderen neuen Szenen ebenso rausschneiden. Beginnend mit der Lazerett-Szene (die ich absolut wichtig finde), über die Szene, wo Tuco am Lagereingang abgewiesen wird, bis hin zu der längeren Fassung mit dem betrunkenen Captain. Klar sind es alles Dialogszenen, aber bereits die Kinofassung ist doch stetig durchbrochen durch kontemplative Einschübe. Genauso das macht den Filmstil aus. Dass eine Extended Version den Film nicht rasanter macht, ist eigentlich klar.





Aber das sehe ich ja alles ähnlich. Ich wollte damit keinesfalls zum Ausdruck bringen daß alle für eine Handlung überflüssige Szenen geschnitten werden sollten, um Himmels willen, das wäre ja nicht nur bei Leone eine Katastrophe.
Jedoch halte ich diese 3 Szenen auch vom Rhythmus her für störend (das hat nichts mit fehlender Rasanz zu tun, sondern mit erzählerischer Balance), und dann sind sie eben auch noch thematisch wie auch inhaltlich überflüssig, und gehören auch ästhetisch zum schwächsten was der Film zu bieten hat. Aber das ist dann halt eine persönliche Einschätzung. Ohne diese 3 Szenen wäre es für mich die absolut perfekte Fassung

Ansonsten ist aber die alte KF tatsächliche eine die für sich genommen perfekt funktioniert, und die aufgrund ihrer Verbreitung auch eine Existenzberechtigung hat. Die Frage ob die zusätzlichen Szenen der Originalfassung dem Film schaden oder nützen hat mit mit der Erzähltechnik zu tun, inhaltlich braucht der Film sie jedenfalls alle nicht.

Grubert


Beiträge: 27

Heute 11:35
#38 RE: Zwei glorreiche Halunken. Unterschiedliche Synchronslrecher Zitat · antworten

Zitat von Slartibartfast im Beitrag #36
"Spiel mir das Lied vom Tod" ist nicht ganz vergleichbar.
Einmal war die deutsche Fassung eine Mischung aus der US-Fassung und der italienischen, was man besonders am Abspann erkennt.




Inwiefern?

Meinem Kenntnisstand nach, gab es immer nur eine Kinofassung, und die war 165 min (bzw 168 min mit Exit Musik) lang, und die lief auch in den USA für kurze Zeit.
(Kongenta sieht das jedoch etwas anders, aber da müsste ich noch mal versuchen etwas Licht rein zu bringen, wenn ich mehr Zeit habe)


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