Zitat von CrimeFan im Beitrag #30Wobei man argumentieren könnte, dass Jacksons Rollenauswahl mittlerweile auch ziemlich farblos ist. Finde EvN schon den besten Kompromiss, wenn man rollenbedingt teilweise besser gefahren wäre. Gauß in "Star Wars" ist da ein gutes Beispiel.n
Das stimmt natürlich, Jackson - gut ist halt auch schon 75 - hat aktuell echt keine großen Würfe mehr. Und ja, du sagst es richtig, EvN ist "der Kompromiss" auf den man sich einigte und genau so habe ich ihn auch immer angesehen, aber so richtig gut finde ich ihn dann nicht (auch wenn er keine Fehlbesetzung in dem Sinne ist). Aber wie du dann auch anmerkst, EvN (der da schon den Etablierungsprozess durch hatte) hätte ich in Star Wars nicht so gesehen, da passte die pastoral-nachdenkliche Stimme Gauß' einfach viel besser zu Rolle.
Ich konnte in "Die andere Mutter" von 1995 gut mit Leon Boden. Er passte da exzellent und vielleicht hat ihn Susanna Bonaséwicz auch super geführt. Dann hat er ja noch ein paar andere Filme wie "Die Stunde der Patrioten" oder "Fresh" synchronisiert. Dazu kann ich nix sagen. In "Verhandlungssache" allerdings fand ich Leon Boden doch ziemlich fehlbesetzt. Er übertrieb er doch arg, chargierte an manchen Stellen bis zur Schmerzgrenze und erdrückte SLJ doch fast mit seiner Performance.
Mir kam mal so ein Gedanke: Empfindet ihr Stammstimmen schneller als langweilig, wenn der Sprecher oder die Sprecherin mehrere Schauspieler hat?
Bei mir ist es oft so, dass ich auch feste Kombis nicht mag bzw. sie langweilig finde, wenn derjenige so seine 5–8 Leute hat. Bei Sprechern mit 1–3 ist das seltener der Fall. Vielleicht, weil man diese Konstellationen auch mehr wertschätzt?
Die Tendenz dürften auch so einige andere haben. Wenn ich für mich so nachdenke: Bei diesen Sprechern ist es dann so, dass ich sie vielleicht bei 2-3 Fällen wirklich für unverzichtbar halte und da auch optimal zur Geltung kommen. Beim Rest denke ich mir dann entweder "austauschbar" oder "beliebig". Manchmal gibt es dann so ein Ding dazwischen.
Joachim Tennstedt finde ich etwa auf Tom Hanks insofern passend, dass es auf eine natürliche Art und Weise funktioniert. Jedenfalls besser als Thomas Nero Wolff. Dennoch fehlt mir da dieses "Besondere" und "markante", was es mal zu Zeiten von Arne Elsholtz gab, was dann auch dazu führt, dass im Gegensatz zu früher Hanks-Filme bei mir irgendwie untergehen.
Zitat von Nyan-Kun im Beitrag #34Dennoch fehlt mir da dieses "Besondere" und "markante", was es mal zu Zeiten von Arne Elsholtz gab, was dann auch dazu führt, dass im Gegensatz zu früher Hanks-Filme bei mir irgendwie untergehen.
Das ist ein Aspekt, bei dem es mir genauso geht. Viele Filme wirken mit "besonderen Stimmen" auch irgendwie "besonderer", während sie durch "beliebigere Stimmen" auch irgendwie selber in die "Beliebigkeit" verschwinden. Mir geht es insbesondere bei Gillian Anderson und Russell Crowe so - ohne Günther und Umbach was vorwerfen zu wollen, mit ihnen wirken Anderson und Crowe irgendwie wie "eine(r) von vielen", während Pigulla und Fritsch sie schon sehr herausstechen ließen. Ähnliche Beispiele gibt es sicher zuhauf.
Uwe Büschken für Will Ferrell wäre da auch so ein Fall. Büschken klingt in der Regel immer nett und etwas naiv. Passt daher an sich auch und geht auch in Ordnung. Aber, oh man. Wenn man bei Ferrell einmal Stefan Staudinger gehört hat ist das nochmal was ganz anderes. Staudinger schafft es da nochmal mehr Facetten mit reinzubringen. Dagegen wirkt Büschken dann schon langweiliger.