Hier nochmal eine Stellungnahme vom Prokino Filmverleih, zwecks der Umbesetzung (Umbach auf Depardieu )in dem Film CHANSON D'AMOUR:
Frau Stern vom Prokino Filmverleih sagt dazu: Anbei möchte ich Ihnen die Beweggründe für die Umbesetzung zukommen lassen:
Die Chansons in « Chanson d´Amour » wurden von Depardieu in Tenorlage gesungen, die der Stimmlage Martin Umbachs entspricht. Herr Lehmann hat eine tiefe Bass-Stimme. Im Gegensatz zu den Filmen, in denen Manfred Lehmann Depardieu seine Stimme geliehen hat, verlangt die Rolle des Alain Moreau in Chanson d´Amour zudem differenzierte, weiche, zärtliche, milde Töne. Diese Töne sind Herrn Lehmann im Laufe der vielen Actionfilme, die er synchronisiert hat (er spricht auch Bruce Willis) abhanden gekommen. Depardieu wurde in den letzten 26 Jahren in seinen differenzierteren Rollen schon von diversen anderen Schauspielern synchronisiert: Gerd Böckmann, Christian Brückner, Sebastian Fischer, Herrn Pampel, Thomas Fritsch, Uwe Friedrichsen 1995 und 1999... Prokino und Frau Kindl sind der festen Überzeugung, dass der wunderbaren originalen schauspielerischen Bandbreite Depardieus in dieser Rolle mit der Besetzung Martin Umbachs Rechnung getragen wurde.
Da haben wir wieder dieses Schubladendenken gegenüber Manne Lehmann.
Zitat von Porgydifferenzierte, weiche, zärtliche, milde Töne. Diese Töne sind Herrn Lehmann im Laufe der vielen Actionfilme, die er synchronisiert hat (er spricht auch Bruce Willis) abhanden gekommen.
Deshalb hat er auch Depardieu in seinen bekanntesten Actionrollen synchronisiert: Green Card; Mein Vater, der Held; Les Misérables, um nur ein paar zu nennen, ganz zu schweigen von dem Knaller "Paris, je t'aime"...
Es verwundert einen schon ein wenig, wie man als Verleih solch eine Meinung vertreten kann. Anscheinend haben die keinen oder nur sehr wenige Filme mit Depardieu gesehen, bzw. sehen sich jeden Schrott mit Bruce Willis an.
Tja, also entweder gibt es grundsätzlich Vorbehalte gegen Manfred Lehmann oder aber wie Porgy schon bemerkte, kennen die wirklich nur die Action-Sachen mit ihm, was ich mal eher annehme.
"Green Card" war einer der besten Filme, die Lehmann je auf Depardieu gesprochen hat. Konnte er ihm doch die nötige und keineswegs aufgesetzt wirkende Sensibilität seiner Rolle mit seiner Stimme verleihen. Seitdem gehört Lehmann für mich jedenfalls zu den Besten der Branche.
Ein Film später, bei "Cyrano de Bergerac" war ich dann unangenehm überrascht, dass man statt ihn einen anderen genommen hat (Sebastian Fischer), der im Grunde gar nicht zu Depardieu passte. Auch für diesen Film werden die damals Verantwortlichen sicherlich nicht gewusst haben, das Lehmann auch diesen Synchronpart sehr gut ausgefüllt hätte.
Bei "La vie en rose", Depardieu hatte hier eine eher kleinere Rolle, war es glücklicherweise wieder Lehmann, der ihn mehr als überzeugend, weil ohne sogenanntes "Overacting", gesprochen hat. Lehmann sprach fast so wie in den "Wiso-Filmchen" des ZDF, also ganz normal...und das passte.
Eigentlich bin ich kein besonders großer Fan von Lehmann, was vielleicht auch mit seinem Auftreten zu tun hat, aber auf Depardieu gelang es ihm immer wieder zu zeigen, dass er ein begnadeter Sprecher ist/sein kann.
Da er bei Hörspielproduktionen häufiger durch Lustlosigkeit und schlechte Leistung aufgefallen ist, sind es möglicherweise eher persönliche Gründe, warum er nicht besetzt wurde.
In Antwort auf:im Laufe der vielen Actionfilme, die er synchronisiert hat (er spricht auch Bruce Willis)
Ich liebe diese selten dämliche Passage. Besser kann man es nicht "schwarz auf weiß" haben, wie stereotyp bei bestimmten Besetzungsverantwortlichen gedacht wird. Ich kann doch als Person, die für die Vermarktung von Filmen in Deutschland mitverantwortlich ist, nicht derart beschränlte Pauschalurteile abgeben, wie "Bruce Willis = Wumm-Wummm!". Ich mein, wenn da "Dolph Lundgren" gestanden hätte, hätte man noch sagen können: "Gut, du hast keinen Schimmer, wen Manfred Lehmann so alles synchronisiert, dass du so ein Beispiel aus dem Ärmel zerrst, aber wenigstens ist deine Beurteilung des Einzelfalls zutreffend.", aber so tieftraurige Kategorisierungen erklären einiges in Bezug auf bestimmte immergleiche Fehlvorgänge in deutschen Synchronstudios.
In der ARD läuft gerade Chanson d'amour mit Umbach auf Depardieu. Für mich ein totaler Schock! Diese Besetzung ist eine regelrechte Ohrfeige für das deutschsprachige Publikum!
Abgesehen davon, daß ich diesen Mist der weiter oben steht, daß Lehmann die sanfteren Töne verloren hätte, für blödsinnig halte, so wie Depardieu wirkt, hat er was von nem abgehalfterten Star. Und gerade dafür ist Umbach, der hier eh ein wenid deplaziert wird, weil man einfach Lehmann erwartet, einafch zu frisch. GERADE Lehmann hätte für diese Rolle hervorragend gepaßt. Seufz!
Könnte mir vorstellen, dass Lehmann für den/die Verantwortlichen zu Depardieus Stimme in den (Gott sei Dank original übernommenen) Liedern ein zu großer Kontrast gewesen ist. Ich glaube, Umbach kommt Depardieus Originalorgan ein ganzes Stück näher. Ansonsten ist - obwohl Umbach, soweit ich mich an meinen damaligen Kinobesuch erinnern kann, keinen schlechten Job gemacht hat - natürlich jegliche Umbesetzung Gérards ein Vergehen, das ins Strafgesetzbuch gehört.
EDIT: Tja, wer auch mal ein bisschen zurückblättert, ist klar im Vorteil. Die Stellungnahme von prokino sagt’s ja auch. Dass Lehmann keine weicheren Töne mehr hinkriegen soll, erscheint mir zwar ausgesprochen fraglich, aber dass man einen zu starken Bruch zwischen Lehmanns Spreche und Depardieus Gesinge vermeiden wollte, ist zwar ärgerlich, aber zumindest irgendwie nachvollziehbar.
Zitat von Andy-Cobwohl Umbach, soweit ich mich an meinen damaligen Kinobesuch erinnern kann, keinen schlechten Job gemacht hat
Mag sein (obwohl ich mit Umbach wenig anfangen kann, aber er hat auch zu viele meiner Favoriten-Kombis ersetzt - Brannagh/Mathes, Clooney/Bierstedt, Koenig/Wepper), aber wenn schon eine Stimme, die näher an Depardiues Original liegt, um den Bruch nicht so heftig zu machen, warum zum Teufel dann nicht jemanden, der ihn schon mal synchronisiert hat? Wolfgang Pampel!
Zitat von Stefan der DEFA-FanMag sein (obwohl ich mit Umbach wenig anfangen kann, aber er hat auch zu viele meiner Favoriten-Kombis ersetzt - Brannagh/Mathes, Clooney/Bierstedt, Koenig/Wepper), aber wenn schon eine Stimme, die näher an Depardiues Original liegt, um den Bruch nicht so heftig zu machen, warum zum Teufel dann nicht jemanden, der ihn schon mal synchronisiert hat? Wolfgang Pampel!
Kann ich nachvollziehen. Obwohl ich selbst Umbach ganz gut und auf Clooney sogar besser (als Bierstedt) finde. (NEIIIN, jetzt keine neue Auflage dieses alten Streits, bitte! ) Aber für alle anderen Alternativen war er zumindest nicht schlecht. Ich hätte auch lieber wieder UM auf Branagh statt MU , aber wenn der Herr eben nicht mehr synchronisieren mag... Ich finde auch Fritsch auf Crowe besser, aber ich kann mit Umbach ohne Probleme leben. Keine Ahnung, warum Wepper nicht wieder Koenig übernommen hat (zu teuer, auf Theatertournee, was weiß denn ich), aber Umbach hat micht nicht gestört (Glaubrecht schon eher).
Um auf’s eigentliche Thema zurückzukommen: Ich hab’ Pampel noch nie auf Depardieu gehört, aber irgendwie kann ich mir das nicht so richtig vorstellen. Kann natürlich auch an meiner fehlenden Einbildungskraft liegen...
Zitat von Andy-CIch hab’ Pampel noch nie auf Depardieu gehört, aber irgendwie kann ich mir das nicht so richtig vorstellen. Kann natürlich auch an meiner fehlenden Einbildungskraft liegen...
Dem kann man abhelfen: "Ein Tolpatsch kommt selten allein" (natürlich die ARD-Synchro) - ohnehin ein lohnender Film. Obwohl ich Lehmann nun schon sehr oft für Depardieu gehört habe, ist Pampel für mich immer noch die ideale Besetzung. Ob man das auch so empfindet, wenn man gänzlich an Lehmann gewöhnt ist, mag die Frage sein ...