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Dieses Thema hat 42 Antworten
und wurde 1.530 mal aufgerufen
 Spielfilmklassiker
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Stefan der DEFA-Fan


Beiträge: 9.468

10.01.2015 20:45
#16 RE: Sherlock Holmes und das Halsband des Todes (1962) Zitat · antworten

Was "Study In Terror" betrifft - vollste Zustimmung, auch betreffs Neville (der seltsam steif wirkt) und Lee. Aber es sind wohl gerade die düsteren Filme, die zwar einer kleinen Schar besonders gefallen, aber an der Kinokasse scheitern und Holmes als Kassengift gelten lassen (ähnliches galt für "Mord an der Themse" - wohingegen die schauderhaften Action-Knaller mit Downey jr. erschreckend erfolgreich waren).

Gruß
Stefan

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

12.01.2015 16:01
#17 RE: Sherlock Holmes und das Halsband des Todes (1962) Zitat · antworten

Ich nehme einmal an, daß die Filme mit Downey, Jr auch deshalb solche Knaller an der Kinokasse waren, weil das Conan-Doyle-Universum so lange zurechtgebogen wurde, bis es in den Blockbuster-Mainstream passte. Ich bin auch kein besonderer Freund von "Sherlock", weil für mich die Atmosphäre vergangener Tage ein wesentliches Element der Geschichten sind. Allerdings habe ich es als sehr positiv empfunden, daß man das Verhältnis Holmes-Watson ganz traditionell beließ.

Zu meiner Verwunderung habe ich übrigens mal gelesen, daß Hans Söhnker in den USA überdurchschnittlich bewertet wird als Moriarty. So ähnlich wie Brandauer in "Sag niemals nie", dessen weit überschätzte Darstellung des Largo mitunter an der Kippe zur Karikatur steht. Da gehörte wohl der Exotik-Faktor dazu.

Viele Mythen halten sich ja hartnäckig. Das "Halsband" war in gewisser Hinsicht ja auch kein Flop, das Geschäft in Deutschland und Italien soll sehr respektabel gewesen sein. Die üble englische Synchronfassung ohne Lee und Walters hatte natürlich in Übersee keine Chance im Kino. Auch "Der Hund von Baskerville" mit Peter Cushing war in England sehr erfolgreich, im deutschsprachigen Raum ebenso. Nur der amerikanische Markt stagnierte und das war eben der wichtigste. Seltsamerweise kritisieren viele Amerikaner, daß Cushings Holmes kleiner war als Lees Henry Baskerville und loben, daß Lees Holmes die passende Körpergröße habe...der Rest scheint wohl wurscht zu sein. Aber da drüben war es immer schon etwas eigenwillig...

Es gab mal ein englisches Video mit einer Intro von Christopher Lee, da hatte er seinen Holmes nachsynchronisiert. Leider übernahm man sonst die grottenschlechte alte englische Fassung und die neue Tonspur hob sich negativ und steril davon ab. Auch war Lee dann doch schon etwas zu alt dafür, um offen zu sein.

Da du es schon lobend erwähnt hast: die Mischung aus O-Ton und Synchronton beim "Halsband" ist jedenfalls gelungen.

Für Lee war die Methode nicht ganz unbekannt, zudem war er ja multilingual, Thorley Walters empfand die Dreharbeiten sehr schrecklich, weil englisch, deutsch und französisch gesprochen wurde und Fishers Regieanweisungen mußten auch noch übersetzt werden. Es habe im Drehbuch auch keine Übersetzung der anderssprachigen Dialogteile gegeben, hier habe vor allem Lee immer wieder etwas geholfen.


"Ich hab' 'ne Schwäche für Geld!"

Heinz Engelmann für Robert Taylor in "Er kam nur Nachts"

berti


Beiträge: 13.947

13.01.2015 08:50
#18 RE: Sherlock Holmes und das Halsband des Todes (1962) Zitat · antworten

Zitat von fortinbras im Beitrag #17
Seltsamerweise kritisieren viele Amerikaner, daß Cushings Holmes kleiner war als Lees Henry Baskerville und loben, daß Lees Holmes die passende Körpergröße habe...der Rest scheint wohl wurscht zu sein.

Laut Conan Doyles Beschreibung ist Sherlock Holmes zwar "nur" 1,80, aber es heißt dort, dass er durch seine hagere Figur etwas größer wirke. Und man darf auch nicht vergessen, dass die Menschen im neunzehnten Jahrhundert im Durchschnitt weniger groß waren, so dass er sicher relativ viele überragte. Da ist es natürlich irritierend, wenn neben Christopher Lee auch Francis De Wolf Holmes deutlich überragen und selbst André Morells Watson ein wenig größer zu sein scheint.


Stefan der DEFA-Fan


Beiträge: 9.468

13.01.2015 09:39
#19 RE: Sherlock Holmes und das Halsband des Todes (1962) Zitat · antworten

Zitat von berti im Beitrag #18
und selbst André Morells Watson ein wenig größer zu sein scheint.

Ich glaube, über Watsons Größe wird nie etwas gesagt, aber man kann davon ausgehen, dass er eigentlich eine sehr stattliche Erscheinung ist (in "Charles Augustus Milverton" wird er als mittelgroß mit Stiernacken beschrieben), es ist also durchaus legitim. Dass Martin Freeman als einer der wenigen gleichberechtigten Watsons angenommen werden kann, hat mit der guten Chemie zu Cumberbatch und seiner Ausstrahlung als Schauspieler zu tun und das eher trotz seiner deutlich geringeren Körpergröße (und das schreibt jemand unter 1,70).

Gruß
Stefan


berti


Beiträge: 13.947

13.01.2015 09:50
#20 RE: Sherlock Holmes und das Halsband des Todes (1962) Zitat · antworten

Dass Watson als "mittelgroß" beschrieben wird, ist mir auch bekannt. Allzu klein sollte er deswegen nicht sein, aber wenn er genau so groß wie Holmes ist oder diesen sogar überragt, würde das dem "Kanon" nicht unbedingt entsprechen.


Lord Peter



Beiträge: 3.484

13.01.2015 10:09
#21 RE: Sherlock Holmes und das Halsband des Todes (1962) Zitat · antworten

Zitat von berti im Beitrag #18
Laut Conan Doyles Beschreibung ist Sherlock Holmes zwar "nur" 1,80, aber es heißt dort, dass er durch seine hagere Figur etwas größer wirke.


Somit dürfte Peter Cushing mit seinen 1,82m durchaus dem Kanon entsprechen. Daß Lee und De Wolff mit 1,96m bzw. 1,89m deutlich größer sind, ist eher einem nicht völlig durchdachten Casting anzulasten.


"Also, du bist doch das dämlichste Stück Affe, das die Welt kennt."

Claus Biederstaedt in "Detektiv Rockford - Anruf genügt" (Pilot: Die schwarze Witwe)

berti


Beiträge: 13.947

13.01.2015 10:19
#22 RE: Sherlock Holmes und das Halsband des Todes (1962) Zitat · antworten

Dass Cushing 1,82 war, habe ich im Internet schon öfter gelesen, es hat mich allerdings sehr überrascht, da er auf mich eher mittelgroß wirkt. Neben Christopher Lee wirken natürlich die meisten Darsteller "klein", was (neben seinem "fremdländischen" Aussehen) seiner Filmkarriere in England bekanntlich lange im Weg stand. Aber auch bei anderen Partnern machte Cushing auf mich körperlich keinen "überragenden" Eindruck.
Aber eben angesichts der zu Conan Doyles Zeit deutlich niedrigeren Durchschnittsgröße erscheint es durchaus vertretbar, Holmes mit einem noch etwas größeren Schauspieler zu besetzen.

berti


Beiträge: 13.947

19.01.2015 16:00
#23 RE: Sherlock Holmes und das Halsband des Todes (1962) Zitat · antworten

Zitat von fortinbras im Beitrag #17
Da du es schon lobend erwähnt hast: die Mischung aus O-Ton und Synchronton beim "Halsband" ist jedenfalls gelungen.

Dem würde ich auch zustimmen, da die gute Mischung der Grund dafür war, dass mich GGHs Stimme aus Ivan Desnys Mund früher so irritiert hat. Gerade deswegen kommt mir allerdings (entschuldigung wegen der erneuten Erwähnung!) der Stimmwechsel bei Leon Askin so komisch vor.

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

19.01.2015 16:31
#24 RE: Sherlock Holmes und das Halsband des Todes (1962) Zitat · antworten

Was die Körpergrößen anbelangt, ich bin da nicht kleinlich. Sicherlich wirkt es besser, wenn Holmes größer wirkt, aber es muß nicht sein. Cushing wirkt auf mich im "Hund" nur in einigen wenigen Szenen etwas klein, was aber Terence Fisher und dem Kameramann anzulasten ist, die hier vereinzelt eine etwas ungeschickte Positionierung der Darsteller zu verantworten haben. In Tod Brownings "Dracula" gibt es ja auch so einen "Fehler", wo man Dracula klein aussehen läßt und Dr. Seward erhöht steht.

James Mason wirkt auf mich größer als Christopher Plummer, Jeremy Brett macht auf mich generell nie einen besonders großen Eindruck und in erster Linie kommt es wohl darauf an, den Geist und die Persönlichkeit des Detektives einzufangen.

Mit Tricks kann man ja viel machen - In "An einem Tag wie jeder andere" wirkt Bogart auch oft bedrohlich groß.

Kurz zu Askin und Wandrey:

Da war vielleicht die Tonspur nicht ganz ok oder Askin, der ja "akzentreich perfekt" Englisch sprach, spielte seine Szenen in abwechselnd einer der Sprachen und Brauner ließ nur das nachsynchronisieren. Das sparte jedenfalls sicher Geld!


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Heinz Engelmann für Robert Taylor in "Er kam nur Nachts"

berti


Beiträge: 13.947

20.01.2015 08:33
#25 RE: Sherlock Holmes und das Halsband des Todes (1962) Zitat · antworten

Zitat von fortinbras im Beitrag #24
Da war vielleicht die Tonspur nicht ganz ok oder Askin, der ja "akzentreich perfekt" Englisch sprach, spielte seine Szenen in abwechselnd einer der Sprachen und Brauner ließ nur das nachsynchronisieren. Das sparte jedenfalls sicher Geld!

Natürlich kann das sein. Es hatte mich nur gewundert, dass Desny komplett synchronisiert wurde, auch wenn es um Szenen geht, in denen er deutsch sprach. Aber vielleicht wollte man bei ihm dann einen zu starken Bruch mit anderen vermeiden. Bei Senta Berger kam eine Fremdsynchro aufgrund ihrer Bekanntheit wahrscheinlich von vornherein nicht in Frage.

berti


Beiträge: 13.947

20.01.2015 08:36
#26 RE: Sherlock Holmes und das Halsband des Todes (1962) Zitat · antworten

Zitat von fortinbras im Beitrag #24
Mit Tricks kann man ja viel machen - In "An einem Tag wie jeder andere" wirkt Bogart auch oft bedrohlich groß.

Bogart ist sicher ein Fall für sich, da in seinem Fall die unterschiedlichsten Angaben zu seiner Körpergröße existieren und man die unterschiedlichsten Tricks bei Kameraführung und Inszenierung genutzt zu haben scheint, um ihn größer wirken zu lassen.

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

20.01.2015 09:27
#27 RE: Sherlock Holmes und das Halsband des Todes (1962) Zitat · antworten

Man erkennt recht gut, daß Desny deutsch gesprochen hat. Den Entschluß, ihn synchronisieren zu lassen, fand ich recht weise - mit seinem französischen Akzent einen Engländer zu geben, das hätte sicherlich in dieser akzentfreien Klangwelt für einige Heiterkeit gesorgt. GGH gefiel mir gut für ihn, auch in "Der Vorgang" (dort war es aber eine komplexe Rolle).

Vor langen Jahren gab es eine Verantsaltung mit Leon Askin und eine Werkschau. "Dabei habe ich doch immer nur kleine Rollen gespielt!", meinte er unter anderem. Der Moderator fragte chronologisch die Filmografie durch, beim "Halsband" erzählte er aber nur, daß es dauernd Ärger mit Brauner und dessen Henkersknechten gab, daß der Regisseur irgendwann verschwunden sei und jeder Schauspieler ohne Führung spielen konnte, wie er wollte. Christopher Lee wäre ein sehr reservierter Kollege gewesen, er habe ihn aber auch kaum kennenlernen können. Er war da schon ein sehr alter Mann und Publikumsfragen waren nicht vorgesehen, sonst hätte ich vielleicht gefragt - falls ich nicht zu schüchtern gewesen wäre.


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Stefan der DEFA-Fan


Beiträge: 9.468

20.01.2015 09:55
#28 RE: Sherlock Holmes und das Halsband des Todes (1962) Zitat · antworten

Ob eventuell Askin seinem Honorar hinterher laufen musste wie manch anderer Schauspieler und deswegen eine Nachsynchronisation verweigerte? Von dem sonst so zuvorkommenden und arbeitswilligen Eddi Arent wird ja genau das berichtet - möglicherweise müssen wir genau deshalb in "Mister Dynamit" trotz seiner Bekanntheit auf seine Stimme verzichten.

Gruß
Stefan


fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

20.01.2015 10:51
#29 RE: Sherlock Holmes und das Halsband des Todes (1962) Zitat · antworten

Kurt Jaggberg hat laut eigener Aussage die Gage für "Das Phantom von Soho" nie bekommen, obwohl sie nicht besonders hoch war.

Er erzählte, daß seine Agentur eine Anfrage bekam, er zustimmte und die Gage einem fixen Satz entsprach, der nicht sehr hoch war. Nicht Brauner selbst, sondern sein Bruder, glaube ich mich zu erinnern, habe Jaggberg dann nur die Hälfte geben wollen, da er ja nicht habe schauspielern müssen und ihm nur die Entlohnung eines "Edel"-Statisten zustünde.

Fritz Eckhardt nannte ihn damals einen "akademischen Naivling" (Jaggberg war hochgebildet), weil jeder wisse, wie manche Produzenten wären.


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Stefan der DEFA-Fan


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20.01.2015 11:06
#30 RE: Sherlock Holmes und das Halsband des Todes (1962) Zitat · antworten

Zitat von fortinbras im Beitrag #24
Kurz zu Askin und Wandrey:

Da war vielleicht die Tonspur nicht ganz ok oder Askin, der ja "akzentreich perfekt" Englisch sprach, spielte seine Szenen in abwechselnd einer der Sprachen und Brauner ließ nur das nachsynchronisieren.

Letztlich betrifft es ja nur zwei Szenen: eine komplette Außenszene (die in Brauners Krimis grundsätzlich nachsynchronisiert wurden, während er innen gern O-Ton verwendete) und nur Fragmente der Kneipenszene. In letzterer sprach er definitiv deutsch und es wurden wohl nur Sätze nachsynchronisiert, in denen er sich mit Lee überlagerte - ob er in seiner Szene mit Walters englisch sprach (was in der Tat nahe liegt), hab ich jetzt nicht genau beobachten können.
Was Desny betrifft, dürfte es tatsächlich an seinem leichten französischen Akzent gelegen haben.

Gruß
Stefan

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