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Dieses Thema hat 61 Antworten
und wurde 4.372 mal aufgerufen
 Synchronschaffende
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fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

18.08.2013 13:42
#16 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

@ Smeagol:

Da wir zeitgleich unsere Beiträge schrieben, ist mir der deine zunächst gar nicht aufgefallen.
"Der Wachsblumenstrauß" ist wohl wirklich eine quintessentielle Morley/Fiedler-Rolle, an der keiner vorbeikommt.
Dein Hinweis sagt mir auch zu, daß er nicht nur in komischen Rollen besetzt wurde.

Von den todernsten Rollen war sicher David Niven in "Die schwarze 13" ein Highlight. Wenn ich die Stimme auf Nivens Gesicht aber nach wie vor als zu voluminös empfinde. Allerdings finde ich es um ein vielfaches besser passend als für Peter Cushing (hier wiederum: Rollenspiel genial, falsches Gesicht).

@ Berti:

Die Rathbone-Rollen waren tatsächlich unsympathische Figuren. In "Der Hofnarr" hatte das freilich komische Untertöne, aber in "Wir sind keine Engel" war es viel ernster (obwohl das ja auch eine Komödie ist)-da war auch in Fiedlers Spiel kein Sinn für Komik (wie auch bei Rathbone). Ein Mensch, den man inbrünstig hassen kann.

"Wege zum Ruhm" hab ich lange nicht mehr gesehen und erinnere mich an Fiedler auch nicht mehr.
----------------------------------------

Eine pikante Frage in Hinblick auf Fiedlers etwas schiefe Optik während der NS-Zeit: kennt jemand eine Synchronrolle, die deutlich auf Abstand geht zu jener Zeit und von Bedeutung wäre, genannt zu werden?

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

18.08.2013 13:47
#17 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

@Gama13:

You wrote to me in a mail about the impression you had of Erich Fiedlers voice. Would you maybe write it here again for everyone to read???

berti


Beiträge: 17.486

18.08.2013 14:29
#18 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

Zitat von fortinbras im Beitrag #16
"Der Wachsblumenstrauß" ist wohl wirklich eine quintessentielle Morley/Fiedler-Rolle, an der keiner vorbeikommt.

Wenn Personen aus meinem Freundeskreis oder Verwandte Morleys Gesicht sehen, assoziieren sie ihn meist sofort mit dieser speziellen Rollen, selbst wenn sie noch weitere Filme mit ihm ("Topkapi", "Das Millionending", "Die tollkühnen Männer...") kennen. Aber dieser Film ist wahrscheinlich der, der am häufigsten im Fernsehen läuft.

Silenzio
Moderator

Beiträge: 20.438

18.08.2013 17:42
#19 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

Ziemlich ungewohnt fand ich Fiedler in "Hollywood Story" für Rod Steiger. Obwohl ich hier teilweise lieber Curt Ackermann gehört hätte, der obendrein auch noch Steigers Handlanger sprach, passte Fiedler nach anfänglicher Skepsis sogar ziemlich gut. Er sprach hier mit ungewohnt tiefer Stimme, dazu ständige Wutanfälle mit selbstgefälligen Monologen - eine Besetzung, die alles andere als naheliegend ist.

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

19.08.2013 01:09
#20 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

@ Silenzio:

Rollenmäßig kann ich mir Fiedler sehr gut vorstellen, aber vermutlich hätte ich ein wenig Startprobleme bei Rod Steiger.
Zwei Schauspieler, bei denen ich ihn auch etwas kurios fand, waren Philipe Noiret (ich glaube in "Lady L.") und Michel Piccoli (wenn ich mich recht erinnere in einem Film über den Anfang des Moulin Rouge, mit Jean Gabin-"French Can Can").
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@ Berti:

Die häufige Ausstrahlung von "Der Wachsblumenstrauß" kann schon so manche Blüten treiben.
Vor ein paar Jahren war ich auf Familienbesuch, da lief nebenher im Fernsehen "Die tollkühnen Männer...". Da erstaunte mich mein an sich synchronmäßig nicht sehr bewanderter Onkel mit der Feststellung, daß "der Dicke" aber hier eine komische Stimme habe. Spannender fand ich aber seine zuerst gemachte Aussage: "Das ist doch der lustige Dicke, der immer die Filme zusammen mit der alten Schauspielerin machte, die aus den Miss Marple-Filmen."
Interessant fand ich die Betonung auf "immer" und "Filme"-obwohl das ihre (bedauerlicherweise) einzige Doppelpartie war!!! Das kann nur an umpfzig Wiederholungen liegen!

berti


Beiträge: 17.486

19.08.2013 08:37
#21 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

Zitat von fortinbras im Beitrag #20
Das kann nur an umpfzig Wiederholungen liegen!

Mit Sicherheit! In meinem Bekanntenkreis waren auch schon manche überrascht darüber, dass Margaret Rutherford Miss Marple (abgesehen von einem Cameo in "Die Morde des Herrn ABC") in "nur" vier Filmen verkörpert hatte.

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

19.08.2013 12:29
#22 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

Das mit Dauerwiederholungen ist immer so eine Sache. Man könnte ja auch glauben, daß Fernandel kaum mehr als den Don Camillo gespielt hat.
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So durch den ganzen Thread hier gesehen ist schon auffällig, daß die Bindung Morley-Fiedler sehr stark im Bewußtsein vieler Menschen geblieben ist. Ein Fiedler-Thread ist wohl zu 75% auch ein Morley-Thread.

Ich möchte mal meine früher gestellte Frage erneuern:

Kennt jemand eine Synchronrolle Fiedlers aus einem Film, die deutlich seiner nicht ganz unproblematischen Vergangenheit widerspricht?

berti


Beiträge: 17.486

19.08.2013 12:42
#23 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

Zitat von fortinbras im Beitrag #22
So durch den ganzen Thread hier gesehen ist schon auffällig, daß die Bindung Morley-Fiedler sehr stark im Bewußtsein vieler Menschen geblieben ist. Ein Fiedler-Thread ist wohl zu 75% auch ein Morley-Thread.

Da dies der einzige Schauspieler war, mit dem Fiedler wirklich fest verbunden war und sie relativ viele "gemeinsame" Filme hatten, ist das nicht weiter überraschend.
Über deine "früher gestellte Frage" habe ich mich schon etwas den Kopf zerbrochen, aber mir ist noch kein Beispiel dafür eingefallen.

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

19.08.2013 15:27
#24 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

Mir fiel auch kein Beispiel ein-die Liste seiner Synchronrollen brachte da auch keine wirkliche Offenbarung. Solche Dinge fände ich nur auch deshalb interessant, weil wenn man auch die Gefühlsebene der Schauspieler nicht überschätzen sollte (da wird viel Trara herum gemacht), manche Rollen HABEN einen persönlichen Bezug und da finde ich die hypothetische Reaktion darauf dikussionswürdig.
Andernorts ging's ja mal um Borchert und seine "dunklen Flecken" und du hast dich gefragt, ob er bei "Das Urteil von Nürnberg" vielleicht irgendwie innerlich reagiert haben könnte.

Um kurz zurückzukommen auf "Wer den Wind sät": das ist tatsächlich eine Sternstunde der Synchronisation!
Ein verdammt guter Film, exorbitante Schauspielerleistung-und die Synchronfassung verbreitet die Stimmung einer intensiven, gut eingespielten Theateraufführung, weil sie auch sehr lebendig ist.

berti


Beiträge: 17.486

20.08.2013 22:50
#25 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

Eine kleine Anmerkung zu Erich Fiedlers äußerer Erscheinung: In seinem Buch "Erich Kästner und der Film" von 1998 beschäftigt sich Ingo Tornow auch mit zwei Verfilmungen von Kästners Roman "Georg und die Zwischenfälle/Der kleine Grenzverkehr", und zwar "Der kleine Grenzverkehr" von 1943 und "Salzburger Geschichten" von 1956 (S. 98-103). Das Drehbuch zur ersten Verfilmung verfasste Kästner ebenso wie bei "Münchhausen" unter dem Pseudonym Berthold Bürger, durfte aber selbst unter diesem nicht im Vorspann erwähnt werden.
"Kästner hat sich seinerseits den Spaß erlaubt, die weitgehend funktionslose Figur eines ´Dr. Bürger´ in die Eingansszene einzubauen: Dieser (sein Darsteller Erich Fiedler hat zu allem Überfluß noch eine gewisse physiognomische Ähnlichkeit mit Kästner!) teilt (natürlich entsprechend filmisch aufbereitet und aufgelockert) in der Szene einem ´Geheimrat´ die Dinge (...) mit, die im Vorwort des Buches der Autor (...) dem Leser erzählt. Bezeichnenderweise hielt Kästner im Drehbuch zu SALZBURGER GESCHICHTEN diese Volte nicht mehr für nötig!" (S. 99)
Ob "eine gewisse physiognomische Ähnlichkeit" zwischen Kästner und Fiedler bestand, ist wohl eher relativ. Mir ist eine solche auf Bildern von Fiedler bisher noch nicht aufgefallen.

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

20.08.2013 23:30
#26 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

Danke für den interessanten Auszug! Eine Ähnlichkeit zwischen Kästner und Fiedler kann ich eigentlich nicht erkennen. Wenn ich mir Kästner vor Augen halte, wie er auf Bildern aussieht oder in der Einführung von "Das doppelte Lottchen" und Fiedler vergleiche, naja...mit viiiiiiiiiel Fantasie und schlechten Augen vielleicht.

Fiedlers Filmauftritte finde ich an sich interessant. Vor '45 bekam er viele gute Kritiken zu seinen Filmrollen und wurde auch für seine Theater- und Operettenauftritte gelobt. Überall war auch von Präsenz die Rede---die kann ich aber in den mir bekannten Filmen absolut nicht nachvollziehen! Ob das "Die Herren mit der weissen Weste" ist oder "Der lachende Vagabund", er hatte hier so viele belanglose kleine Rollen, da war er wie eine graue Maus. Auch die Präsenz seiner Stimme war gedämpft bis kaum vorhanden.
Wie kann man sich diesen Wechsel erklären? Wurde er später vor der Kamera etwas kurz gehalten wegen seiner nicht so ganz unproblematischen Vergangenheit?
Viele große Stars, die auch "belastet" waren, drehten ja munter weiter-wenns ums Geldmachen geht sind Ideale meistens Nebensache. Aber es gab schon Schauspieler, die nach dem Krieg auf eine Art Abstellgleis kamen, weil sie etwas zu weit gegangen waren. In der Regel waren es aber keine Stars, sondern beliebte Nebendarsteller oder Theater-Stützpfeiler.

berti


Beiträge: 17.486

23.08.2013 08:52
#27 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

Bei Thomas Bräutigam heißt es über Erich Fiedler, dieser sei "eine der originellsten Stimmen aus der Glanzzeit der deutschen Filmsynchronisation" und seine Arbeiten seien "fast immer akustische Kabinettstückchen" gewesen: "Figuren der zweiten oder dritten Reihe, die durch sein nasales Flöten, das meist eine hintergründige Charakterkomik ins Stimmliche transportierte, aufgewertet wurden."
Beim ersten Lesen des Buches war mir anhand der Beschreibung sofort klar, wer hier gemeint sein musste. Eine sehr treffende Charakterisierung!

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

23.08.2013 11:45
#28 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

Dem kann man nur schwer widersprechen!

Aristeides


Beiträge: 1.572

26.08.2013 00:00
#29 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

Eine Synchronrolle dieser Art fällt mir zwar nicht ein, aber immerhin hat Fiedler 1937 in Joe Stöckels "Etappenhase" nach Karl Bunje eine sehr negative Militärrolle dargestellt - als Gefreiter Hasenbein war er ein hierarchisch denkender, stets korrekter und feiger Vertreter seines Berufes, der die wirklichen Nöte der Frontsoldaten nicht versteht. (Allerdings ist der Tenor des Films weder pazifistisch noch - zumindest bei mir - besonders sympathieerweckend). Wenn ich mich recht erinnere, ist der Hasenbein auch denunziatorisch tätig, aber das weiß ich nicht mehr genau.

Unmsympathische Synchronrollen von Fiedler fallen mir mehrere ein - meist mit lustigem Einschlag (Reginald Denny in "Cat Ballou", Vernon Dobtcheff in "Assassination Bureau") - , aber bzgl. NS-Rollen kann ich mich nur an eine erinnern (lässt man die "Nicht-NS-Fassung" von Notorious außer Acht): In "Agenten sterben einsam" nach Alistair MacLean spricht FIedler m.W.n. Ferdy Mayne als General Rosemeyer. Das wirkt um so skurriler, da Mayne selbst nach England floh und so den Holocaust überlebte. Ich kann mir kaum vorstellen, dass man so eine Rolle unter den Umständen übernehmen kann ohne an die eigene Vergangenheit zu denken. Gleiches gilt für Joseph Schildkraut (Schiffbruch der Seelen) - zwar kein NS-Thema (der Film spielt in der Mitte des 19. Jhds.), aber Schildkrauts Person und Biographie waren sicherlich damals noch recht bekannt.

Wie weit Fiedler verstrickt war, mag ich nicht zu sagen: Hans-Jürgen Eitner führt ihn in "Hitlers Deutsche: das Ende eines Tabus" (1994) in einer Reihe von Schauspielern mit jüdischen Ehepartnern oder Lebensgefährten auf, denen Hitler dies "verziehen" habe:

Hans Albers, Georg Alexander, Paul Bildt, Maria Eis, Karl Ettinger, Erich Fiedler, Paul Henckels, Hans Moser, Theo Lingen, Heinz Rühmann, Albrecht Schönhals, Leo Slezak, Otto Wernicke

Lingens Situation hattest du ja schon geschildert, bei Rühmann liest man immer wieder, dass die Scheidung aus anderen, nicht politischen Gründen erfolgt sei (Gegenteiliges wird zwar auch mitunter spekuliert, aber da wüsste ich keine bequellte Aussage), Schönhals hat immerhin in einem Fall eine propagandistische Tätigkeit explizit ausgeschlagen. Ob Fiedler ggf. einen "Preis" für die Verschonung bezahlt hat oder ihn in gewisser Weise andere zahlen ließ, ist sicherlich eine interessante Frage. Vielleicht wäre das etwas für Kay Weniger bzw. eine Studie zu Mitläufertum und Täterschaften in der Darstellenden Kunst - nach Darstellungen zu Opfern und Gegnern sicherlich auch ein wichtiges Forschungsgebiet.

berti


Beiträge: 17.486

26.08.2013 09:44
#30 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

Zitat von Aristeides im Beitrag #29
bzgl. NS-Rollen kann ich mich nur an eine erinnern (lässt man die "Nicht-NS-Fassung" von Notorious außer Acht): In "Agenten sterben einsam" nach Alistair MacLean spricht FIedler m.W.n. Ferdy Mayne als General Rosemeyer. Das wirkt um so skurriler, da Mayne selbst nach England floh und so den Holocaust überlebte. Ich kann mir kaum vorstellen, dass man so eine Rolle unter den Umständen übernehmen kann ohne an die eigene Vergangenheit zu denken.

Diesen Film kenne ich, hatte Fiedlers Rolle aber bewusst nicht als Beispiel genannt, da sie (wie der Film selbst) nicht sonderlich in die Tiefe geht, in sein Unsympathen-Klischee passte und zusätzlich (nach "Tanz der Vampire") ein Fall von Kontinuität war.
Ein "skurriler" Fall war Maynes Besetzung sicher, aber jüdische (oder aus anderen Gründen emigrierte) Schauspieler in Nazi-Rollen gab es noch öfter, gerade in Hollywoodfilmen, die während des Krieges entstanden. Ob damals allerdings (ohne Internet) die deutschjüdische Herkunft des als Ferdinand Philip Mayer-Horckel in Mainz geborenen Schauspielers (der kein großer Star war) Menschen jenseits seines Freundeskreises überhaupt bekannt war, wäre eine andere Frage.

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