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Dieses Thema hat 61 Antworten
und wurde 4.412 mal aufgerufen
 Synchronschaffende
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c.n.-tonfilm



Beiträge: 1.495

27.02.2015 23:49
#46 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

Um nochmals auf Fiedlers zwielichtige private Seite zurückzukommen: Artur Brauner war als Betroffener ja tief verletzt, was die NS-Vergangenheit anging und hat das Thema NS-Zeit immer wieder thematisiert. In einem Interview wurde er darauf angesprochen, warum er nie einen Film mit Wolfgang Staudte gemacht habe. Brauner antwortete darauf wie aus der Pistole geschossen, dass Staudtes Mitwirkung in "Jud Süß" (in einer kleinen Nebenrolle) ihm eine Zusammenarbeit unmöglich gemacht habe. Er betonte zwar auch, dass Staudte viele Filme gemacht hat, die "in die richtige Richtung gingen", dennoch hätte er aber wissen müssen, worauf er sich einließ, und in "Jud Süß" niemals mitwirken dürfen.

Nun ist es klar, dass viele Schauspieler in den 30er und 40er Jahren auch einmal in einem mehr oder weniger belasteten Film mitgewirkt haben. Selbst Schauspieler wie Liesl Karlstadt, Willy Fritsch oder O.W. Fischer haben da dunkle Flecke in ihren Filmographien. So bekam ich z.B. einen spürbaren Stich, als ich völlig unvermittelt die Worte "Ich verbitte mir Ihre jüdische Hast!" im Film "Zwischen Hamburg und Haiti" (1940) aus dem Munde ausgerechnet von Grethe Weiser hören musste. Andererseits muss man fairerweise gerade bei Neben-, Chargen- und Kleindarstellern berücksichtigen, dass es sich eben um Schauspieler handelt, die ihre Jobs machten und die Rollen spielten, so wie sie im Drehbuch standen und der Regisseur inszenierte. Jeder normale Arbeitnehmer findet sich in derselben Situation wieder, wenn der Chef etwas anordnet, das ihm persönlich gegen den Strich geht. Der Kinderdarsteller Norbert Rohringer, der zwischen 1933 und 1945 in rund 20 Spielfilmen mitwirkte, z.B. erzählte in einem Interview über seine Filmrollen in den 40er Jahren, er sei "kriegsdienstverpflichtet gewesen für den deutschen Film". Das heißt, er bekam einzelne Drehbuchseiten mit seiner Rolle zusammen mit einer Art "Stellungsbefehl" wo und wann er sich einzufinden hätte, um die Rolle zu spielen. Wenn in Ausweichateliers wie Prag, Budapest oder Amsterdam gedreht wurde, hatte er sich selbst darum zu kümmern, wie er dort hinzukommen hatte.

Würde man also knallhart auf absolut blütenreine Westen bestehen, wären auch dem Kulturbetrieb nach 1945 viele wertvolle Kräfte nicht mehr zur Verfügung gestanden. Sicher kann ein Produzent nicht bis zur kleinsten Charge monitoren, wer vielleicht mehr oder weniger harmlos war, und wer nicht. Im Falle Fiedler, der in der Branche also offensichtlich einen extrem schlechten Ruf als aktiver Denunziant hatte, überrascht es insoweit aber doch, dass Brauner keine Probleme damit gehabt zu haben scheint, ihn in CCC-Produktionen kontinuierlich immer wieder einzusetzen. Ich habe zwischen 1946 und 1969 15 Brauner Film- und TV-Produktionen gezählt, in denen Fiedler mitwirkte. Wenn Brauner schon mit Staudte ein Problem hatte, hätte er es mit Fiedler an sich umso mehr haben müssen...?

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

28.02.2015 01:21
#47 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

Würde man alle Schauspieler und Schauspielerinnen aus Brauners Filmen entfernen, die irgendwie einen oder mehrere graue Flecken an ihrer Weste trugen, da würde nicht mehr viel übrig bleiben. Mit ausnahme jener natürlich, die rein altersmäßig nicht in Frage kommen.

Über diese Geschichte mit Staudte habe ich auch schon gehört und sogar mit einzelnen Leuten darüber diskutiert. Entweder ist "Der Jud Süß" für Brauner das ultimativ Unverzeihliche und er lehnte deshalb Staudte ab oder, was mir oft viel eher vorkommt, er hatte eine private Antipathie gegen Staudte.

Auch wenn Fiedler als Operettenkomiker in Berlin sehr beliebt war und sogar zu Goebbels Kaffeekränzchen eingeladen war, war er in der Gesamtbranche wohl keine so große Nummer. Was auch immer vorgefallen war und warum, Leute wie Fiedler fielen nicht ins Gewicht.

Brauner hat viele bemerkenswerte Filme zur NS-Vergangenheit produziert, teils zu einer Zeit, in der man das nicht gerne sah. Andererseits war er nicht verlegen, gute Kasse zu machen. Heinz Rühmann, Oskar Sima, Hans Nielsen, Rudolf Fernau, Olga Tschechowa, Joe Stöckel, etc, spielten ja auch bei ihm und die waren auch nicht so ganz unbelastet. Ich bin mir natürlich bewußt, daß es nicht so einfach ist, in einem Regime als Künstler zu leben (generell zu leben). Aber zwischen MÜSSEN und das Beste draus machen und sich im Ruhm einer Diktatur zu sonnen und sich gerne mit den Bonzen zu zeigen, sich anzubiedern - das sind doch auch zwei Paar Schuhe. Viele der UFA-Größen (Paul Klinger, Carl Raddatz) hatten trotz scheinbar enger Verhältnisse keinen inneren Bezug zum Regime, bzw wurde ihnen nie etwas angekreidet. Dennoch ist die Weste nicht unbefleckt. Für Staude hätte das genauso gültig sein sollen. Die Haus- und Hofkomponisten der NS-Zeit hat er ja auch beschäftigt, der Herr Brauner. Und nicht wenige davon waren an Propagandafilmen beteiligt. Ich bleibe hier bei meiner These, daß Brauner einfach, aus welchem Grund auch immer, Staudte nicht mochte.

Zu vergessen, zu verdrängen - das gehörte dazu. Aber das kann man ja auch selektiv machen und nicht pauschal. Vielleicht lautete die Devise vieler: "Wer ein Nazi war, bestimme(n) ich/wir!"

kinofilmfan


Beiträge: 2.584

28.02.2015 13:02
#48 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

Zitat
Ich bleibe hier bei meiner These, daß Brauner einfach, aus welchem Grund auch immer, Staudte nicht mochte.



Das glaube ich auch. Trotz seine Mitwirkung in "Jud Süß" war Staudte sicherlich kein NS-Anhänger, wohl eher das Gegenteil.

Zu Herrn Fiedler: zu wirklichem "Star-Ruhm" hat es bei ihm ja nie gelangt. Und auch beim Synchron waren die Hauptrollen ja eher dünn gesät. Bis 1945 habe ich bei ihm bislang eine Hauptrolle herausgefunden: Allan Jones in "Tarantella". Ansonsten kleinere und kleinste Rollen, übrigens alle bei MGM.

S.T.O.F.F.E.L. ( gelöscht )
Beiträge:

28.02.2015 13:05
#49 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

Wenn Staudte nur ne kleine Nebenrolle im JUD SÜSS hatte, dann ist Brauners Verhalten schon a bissal ambivalent. Weil Carl Raddatz zum Beispiel, das hab ich in Fortinbras' gelöschtem Thread gelesen und mit ihm geplaudert darüber, hat ja etwa auch in HEIMKEHR mitgespielt und das ist ja auch einer der Hetzfilme, der gleichauf mit JUD SÜSS liegt und der die Paula Wessely ewig verfolgt hat wegen > Kauft nicht bei Juden! <. Der Raddatz spielte darin aber ne grosse Rolle, das störte den Brauner nicht???

Entweder er fand Staudte einfach einen Unsympathler und hat das vorgeschoben oder der Staudte machte was nicht nach seinem Willen und da wurde dass dann so umgedreht oder der Staudte war so eine unverbesserliche Nazi-Sau, dass es sogar dem Brauner zuviel war. Oder aber oder...

Bei allen Verdiensten Brauners um aufklärerische Filme, wovon er eine erstaunliche Anzahl produzierte, auch Respekt weil er nie verherrlichende Kriegsfilme gemacht hat, aber bei allen üblen Erfahrungen, Brauner ist ja doch...eben der Artur Brauner. Die leidende Rolle nehm ich ihm einfach nicht ab. Auch wenn seine Projekte sicher aufrichtig und ehrlich waren.

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

28.02.2015 17:06
#50 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

Zitat von kinofilmfan im Beitrag #48

Zitat
Ich bleibe hier bei meiner These, daß Brauner einfach, aus welchem Grund auch immer, Staudte nicht mochte.



Das glaube ich auch. Trotz seine Mitwirkung in "Jud Süß" war Staudte sicherlich kein NS-Anhänger, wohl eher das Gegenteil.



Ich habe mich eingehend mit Staudte beschäftigt und vor Jahren, als das Filmarchiv Austria ihm eine Retrospektive widmete, das hervorragende Rahmenprogramm in Anspruch genommen. Hier wurde sehr differenziert und realistisch sein Bezug zum NS-Regime thematisiert. Dort hörte ich auch erstmals von Brauners Weigerung, mit Staudte zu arbeiten. Das wurde von einem der Vortragenden sehr interessant hinterfragt.

Betreffend fiedler ist es natürlich sehr interessant, daß er eine jüdische Ehefrau hatte und sich von dieser nicht hatte scheiden lassen. Er blieb auch an Berliner Bühnen sehr gut beschäftigt, solange diese in Betrieb waren und hatte eine große Popularität als Operettenkomiker. Da selbst Schauspieler der "Gottbegnadetenliste" wie Hans Moser und Theo Lingen wegen ihrer jüdischen Ehefrauen dauerndem Druck ausgesetzt waren, ist bei einem ausserhalb der Berliner Region unbekannten und unbedeutenden Schauspieler wie Fiedler das ganze Drumherum natürlich interessant. Daß sich manche aus Selbstschutz oder um andere zu schützen, zu Denunzianten, Speichelleckern oder A-kriechern entwickeln, ist ja so neu auch wieder nicht.

Jeannot ( gelöscht )
Beiträge:

28.02.2015 17:57
#51 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

Für mich unverständlich lehnte Brauner auch die Zusammenarbeit mit Hildegard Knef ab.

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

01.03.2015 00:13
#52 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

Das ist auch kaum zu verstehen...

Auf der anderen Seite gibt es auch Leute, die gar nicht erst mit ihm arbeiten wollten oder nach einem Mal die Schnauze voll hatten. Etwa Peter Thomas, Alfred Vohrer, Christopher Lee, Fritz Eckhardt oder Oskar Werner. Auch ist es erstaunlich, wie wenige CCC-Filme Heinz Drache machte.

Jeder Künstler geht ja auch anders um damit, wie er engagiert wird und wie abhängig er vom Geld ist. Mancher ist selbstbewusst und steht alles durch, andere wiederum lassen es lieber bleiben. Existieren muß man ja auch. Von der Grete Zimmer weiß ich zum Beispiel, daß sie über drei Jahrzehnte aus Prinzip keinen Film mit Franz Antel machte, egal ob das Lustspiele waren oder ernsthaftere Filme. Viele Kollegen lachten sie aus deshalb, aber sie blieb konsequent.

berti


Beiträge: 17.544

01.03.2015 22:32
#53 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

Zitat von c.n.-tonfilm im Beitrag #46
Ich habe zwischen 1946 und 1969 15 Brauner Film- und TV-Produktionen gezählt, in denen Fiedler mitwirkte.

Waren das denn alles Auftritte als Schauspieler?

Von Brauners Erklärung, mit Staudte wegen dessen Statistenrolle in "Jud Süß" später nicht zusammengearbeitet zu haben, habe ich auch schon öfter gelesen. Angesichts der Wirkung dieses Films kann das natürlich sein, und dass Brauner (wie in Andreas Neumanns Buch über Siegfried Schürenberg beschrieben) sich weigerte, einen Film von Veit Harlan zu produzieren/verleihen, kann ihm niemand verdenken.
Aber wie fortinbras bereits bei anderen Gelegenheiten erwähnte, war Hans Nielsen eng mit Harlan verbunden und spielte auch eine Rolle bei dessen Entnazifizierung; trotzdem war Nielsen in späteren Jahren sehr oft in CCC-Filmen zu sehen. Ebenfalls (sogar über viele Jahre hinweg) dort beschäftigt wurde R. A. Stemmle, obwohl dieser vor 1945 an Propagandafilmen beteiligten war (allerdings an keinem mit "Jud Süß"-Dimensionen). Harald Reinls Filmkarriere begann mit einer Regieassistenz bei Leni Riefenstahl (als diese "Tiefland" drehte), trotzdem inszenierte er später oft für Brauner.
Sicher sind das alle keine Beispiele, die so schwer wie Harlan wiegen, aber gerade Staudte stand durchaus für einen zumindest nach damaligen Maßstäben recht kritischen Umgang mit der Vergangenheit. In "Rosen für den Staatsanwalt" wurden zwar Elemente eingefügt, die die Kritik des Films abschwächten, wie etwa Schramms demokratisch eingestellte Vorgesetzte, die nur darauf warten, ihn loszuwerden, weil er ihnen fragwürdig erscheint (Staudte erklärte später, diese Figuren seien gegen seinen Willen in den Film eingefügt worden), eine aufgeklebt wirkende Liebesgeschichte oder ein viel zu optimistisch erscheinendes Ende, aber trotz allem sprach er überhaupt ein damals heikles Thema an. Und wenn man dem "Lexikon des Internationalen Films glauben darf (weitere Beispiele habe ich in der Literatur leider noch nicht finden können) wurde Staudte wegen seines Films "Herrenpartie" als "Nestbeschmutzer" angegriffen.
Natürlich kann es sein, dass eine (egal wie geringe) Beteiligung an "Jud Süß" für Brauner unverzeihlich war, aber eben auch, dass er aus anderen Gründen mit Staudte nicht zurecht kam und dies erst nachträglich als Grund vorschob.

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

02.03.2015 00:40
#54 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

Folgende Personen, die irgendwie in Zusammenhang stehen mit Veit Harlans Kotzfilm "Jud Süß" haben für Brauner gearbeitet:

Komponist Wolfgang Zeller und Schauspieler Erich Dunskus - beide ausgerechnet in Brauners Pionierfilm "Morituri", was man auch als Zynismus betrachten könnte.

Harlans Regieassistent, der spätere "Erfolgsregisseur" Alfred Braun, der auch Schauspieler war, hatte einen seiner wenigen späteren Auftritte VOR der Kamera in einem Cameo in "Scotland Yard jagt Dr. Mabuse".

Auch Jakob Tiedtke, der eine Nebenrolle spielte, wirkte in einer CCC-Produktion mit: "Der Raub der Sabinerinnen".

Und alle Genannten waren keine Opfer des Nationalsozialismus, wenn sie auch vielleicht nicht freiwillig bei "Jud Süß" mitwirkten.

berti


Beiträge: 17.544

07.04.2015 22:57
#55 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

Eine Rolle Fiedlers, die in diesem Thread eher beiläufig erwähnt wurde, möchte ich noch etwas ausführlicher würdigen: Ferdy Mayne in "Tanz der Vampire"
Es dauert ziemlich lange, bis Graf von Krolock in diesem Film erstmals spricht, aber als er es tut, verrät bereits sein erster Satz, dass man es mit jemandem zu tun hat, der seiner selbst absolut sicher ist und den man nicht täuschen kann: überlegen, majestätisch, zugleich unerbittlich und formal den Ton wahrend, was man an der Art erkennt, wie er die abstrus-unbeholfenen Ausführungen des Professors über "schlafwandelnde" Fledermäuse kommentiert. Auch sein späterer Monolog auf der Terrasse ist ein Musterbeispiel für kühl vorgetragenen Fanatismus, weswegen sein ekstatisches Schreien bei der Rede vor den anderen Vampiren besonders stark wirkt.
In dieser Rolle kann ich mir nur schwer jemand anderen vorstellen. Vielleicht Klaus Miedel, der als Fantomas ähnlich frostig klang, aber zu klischeehaft gewesen wäre? Oder Friedrich Joloff (desse Synchronkarriere in Kinofilmen etwa zu dieser Zeit endete)?

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

08.04.2015 14:32
#56 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

Definitiv eine von Fiedlers allerbesten Synchronrollen und eine geniale Besetzungsidee!

Miedel hätte mir zu schablonenhaft geklungen, auch wenn er gepaßt hätte. Joloff war zu sehr auf Bösewichter abonniert.

Fiedler sprach auch viele ernste Rollen, aber irgendwie stand seine Stimme doch häufig für etwas Komisches oder zumindest jemand, der sich für besonders wichtig hielt.

Für Krolock sprach er ohne pompöse Anflüge oder Ironie und nahm die Rolle todernst. Er verleiht der Figur eine ziemliche Bedeutung. Es wäre falsch gewesen, die Rolle komisch anzulegen - das haben auch Polanski und Mayne bewusst vermieden. Aber das wäre ja kein Grund gewesen, in der deutschen Fassung nicht etwas auf Lustiger zu machen.

Fiedler strahlt hier Macht aus, sehr kontrolliert und beherrscht. Jedes seiner Worte sitzt. Die Szenen am Dachbalkon sind hervorragend, vor allem wie er sich so langsam in den Fanatismus reinredet. Bei dem Satz dann später im Saal: "Und darüber hinaus befinden sich zwei weitere Menschen in unserer Hand!" kann man echt die Gänsehaut kriegen, so grausam klingt das.

Um ganz offen zu sein: Fiedler empfand ich stärker als Ferdy Mayne es war. Krolock ist in der deutschen Fassung irgendwie härter. Und sogar emotionaler, was der Rolle gut bekommt. Wenn Krolock von den langen Abenden spricht, die er schon verbrachte, hat das einen tragischen Unterton, den Mayne im Original nicht so ganz rüberbringt.

berti


Beiträge: 17.544

08.04.2015 16:44
#57 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

Zitat von fortinbras im Beitrag #56
Bei dem Satz dann später im Saal: "Und darüber hinaus befinden sich zwei weitere Menschen in unserer Hand!" kann man echt die Gänsehaut kriegen, so grausam klingt das.

Genau diese Stelle meinte ich mit dem "ekstatischen Schreien"; die TV Spielfilm schrieb unter das entsprechende Szenenbild übrigens einmal: "Jetzt zeigt der Vampirgraf sein wahres Gebisss, äh Gesicht!"
Im Vergleich zum O-Ton würde ich Fiedler allerdings nicht unbedingt den Vorzug geben. Übrigens kam es mir so vor, als habe Ferdy Mayne im Original versucht, Vincent Price´ charakteristische Diktion zu imitieren.

Pete


Beiträge: 2.799

19.04.2015 17:30
#58 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

Schon schade, dass die Einleitung und der Epilog so nicht auch von Erich Fiedler gesprochen wurden, sondern von Rolf Schult. Im Original tut es ja auch Ferdy Mayne, wie Stefan mal erwähnte. Aber das schien für die Verantwortlichen im Deutschen wohl nicht zu passen; dabei wäre dies ebenso eine einzigartige, erwähnenswerte und interessante Leistung von ihm gewesen, das i-Tüpfelchen noch sozusagen.

Gruß

Pete

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

20.04.2015 23:31
#59 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

Das bedaure ich auch, dass Fiedler nicht den Pro- und Epilog des Filmes sprach. Nichts gegen Rolf Schult, der das sehr gut macht, aber mit Fiedler hätte es ganz anderen Charme gehabt. Eine hintergründig-triumphierende Boshaftigkeit, da es ja impliziert, dass Graf Krolock die gesamte Geschichte erzählt.

Schade, ich hätte Fiedler zu gerne gehört beim allerletzten Satz...

Pete


Beiträge: 2.799

23.04.2015 20:15
#60 RE: Erich Fiedler Zitat · antworten

Nein, somit und gerade dass und weil eigentlich der Graf erzählen soll ist es einfach eine kaputtgemachte Pointe und es passt so nicht, egal wie gut Rolf Schult den Text spricht; es sollte eben kein x-beliebiger Erzähler sein und der böse-hintergründige Gag enthalten sein; so hatte Roman Polanski sich das gedacht, aber als jemand der das Original nicht kennt kommt da natürlich niemand dahinter. Dachte man im Deutschen vielleicht auch, man könne sich Fiedlers Stimme nicht so gut merken und das nicht verbinden, wobei erst recht vor allem beim Epilog wäre es wohl bestimmt doch einigen aufgefallen wer da spricht, weil er das als Graf ja auch wirklich dermassen markant tat. Ich wäre schon gespannt, ob es in anderen "Synchronländern" mit einem bzw. den jeweiligen Sprechern des Grafen richtig gemacht wurde, z. B. in Italien, Spanien oder Frankreich.

Gruß

Pete

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