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Dieses Thema hat 46 Antworten
und wurde 1.564 mal aufgerufen
 Off-Topic
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Hans-Joachim Albrecht


Beiträge: 1.285

19.02.2020 21:30
#16 RE: EINE LANZE FÜR DEUTSCHE SPIELFILME 1933 bis 1945 Zitat · antworten

Jetzt mach ich mal n´bischen weiter im "Schwelgen von Erinnerungen" anhand von m.E. wirklich sehr guten
deutschen Spielfilmen von vor 1945 (eine Reihe dieser Filme, die bis in das Jahr 1945 hinein noch begonnen
wurden, liegen vielleicht- ich weiß es nicht- als Fragment im Bundesfilmarchiv, andere wiederum sind
nach dem 8.5.45 fertiggestellt und dann erst aufgeführt worden in den Kinos).
Ich hab mich mal hingesetzt und die Filmtitel zu Papier gebracht, die nach authentischen Persönlichkeiten
oder nach authentischen "Gegebenheiten"der Geschichte gedreht wurden.
Besonders gut gefielen mir aus dieser "Abteilung" folgende Filme:

KOMÖDIANTEN, das Leben der NEUBERIN (ideal besetzt mit Käthe Dorsch!), den Neuber spielte Friedrich Domin, im
bundesdeutschen Film der 50er eine feste Größe, weiterhin war Henny Porten dabei, und Hilde Krahl in einer
Hauptrolle. Frau PORTEN war ja mit einem Mann jüdischer Abstammung verheiratet und sollte sich von ihm scheiden
lassen, um weiterhin eine große Rolle im deutschen Film spielen zu können wie sie das im Stummfilm tat.
Sie lehnte das strikt ab und hat demzufolge nicht mehr viel zu spielen bekommen....

Und von dem Schiller-Film "FRIEDRICH SCHILLER" war und bin ich nach wie vor sehr beeindruckt. Die Titelrolle
spielte Horst Caspar, der vor und nach 1945 an Berliner Theatern ein absoluter Könner war, hochgeachtet ob seiner Kunst,
leider viel, viel zu früh verstorben. Er hat auch eins, zwei Hauptrollen bei der DEFA synchronisiert, u.a. den
russischen Komponisten GLINKA. In diesem Schiller-Film brillierte auch wie immer in seinen Filmen, finde ich jedenfalls,
HEINRICH GEORGE.
Einige von euch werden vielleicht drauf warten, daß ich den zweiteiligen Spielfilm über den deutschen Kanzler
OTTO von BISMARCK erwähne. Aber ich hab diesen Zweiteiler bis heute nie gesehen, aber vielleicht schaff` ich´s
doch noch. Jedenfalls spielte PAUL HARTMANN die Titelrolle, und ganz viele deutsche Schauspieler, die man als
Liebhaber dieser altdeutschen Filme kennt, wirken mit. Ich hab die beiden Filmprogramme und habs nachgelesen.

Ja, und dann will ich sagen, daß mir die Filme nach authentischen Persönlichkeiten aus dem Musik-
leben immer wirklich sehr gut gefallen haben.
Einige sind ja hier schon genannt, z.B. "SCHRAMMELN" von der Filmprodution der WIEN-FILM.

An dem Film UNSTERBLICHER WALZER komme ich nicht dran vorbei, völlig unmöglich ! Wie reißt doch
dieser Film in ganz vielen Szenen mit. Kunststück, es geht ja um die Wiener Familie STRAUSS, um
deren unsterbliche Melodien ! Und allerste Besetzung , wie´s sein muß. Die 4 "Sträusse" werden gespielt von
Paul Hörbiger(Strauss Vater), dann seine Söhne, der älteste ist Fred Liewehr, später einer der Träger des
Wiener Burgtheaters, sowieso viel mehr Bühnen-als Filmschauspieler, dann Hans Holt und der jüngste war
der österr. Schauspieler Fritz Lehmann, der nach dem Krieg einige Filmhauptrollen spielte.

ZU Paul HÖRBIGER liest man manchmal, daß er kurz vor Kriegsende wegen Widerstands gegen das Hitler-Regime
vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt wurde, das Urteil aber nicht mehr (gottseidank!) vollstreckt
wurde.
Paul Hörbiger selbst stellte in seinen Memoiren dies jedoch richtig. Er war bis Kriegsende in Haft, kam aber
nicht vor ein Gericht, es gab keinerlei Urteil gegen ihn.

Wenn man über Wiener Musik spricht oder schreibt, über die Verfilmungen, dann wäre es geradezu frevelhaft, den
Namen WILLI FORST nicht zu nennen. Das ginge nun wirklich nicht ! Er war Autor, Regisseur und sein eigener
Hauptdarsteller !
Asche auf mein Haupt, denn ich weiß im Moment nicht, ob UNSTERBLICHER WALZER auch von ihm ist, ich glaub ja.
Wer sonst sollte das gemacht haben. Ich will für diese Rubrik keine Unterlagen wälzen, es sollen ja Erinnerungen
sein....
Was ich aber weiß ist, daß der Herr Forst den Wien_Film "OPERETTE" gedreht hat als Regisseur, und er spielte
die Hauptrolle, den Komponisten und Theaterregisseur CARL MICHAEL ZIERER, eine authentische Wiener Gestalt.
Forst´s Partnerin war die Wiener Schauspielein MARIA HOLST, und auch sonst wieder erste Besetzung!
Ein wunderbarer Unterhältungsfilm mit unvergänglichen Melodien.
Willi Schwabe, der RUMPELKÄMMERER des DFF, hatte des öfteren Ausschnitte aus diesem Film in seiner Sendung
gebracht und stets das KÖNNEN von Willi Forst in hohen Tönen, wie sich das gehört hatte, gelobt.

Forst´s Film WIENER MÄDEL wurde erst nach 1945 fertiggestellt. Mir fällt im Moment nicht ein, um welchen
authentischen österreichischen Musiker es hier geht.

Uff, das solls erstmal wieder sein.
Gruß.hans.


Mailman


Beiträge: 469

24.02.2020 19:52
#17 RE: EINE LANZE FÜR DEUTSCHE SPIELFILME 1933 bis 1945 Zitat · antworten

Hallo Hans,
da spielt Dir die Erinnerung einen Streich. In "Operette" geht es um den Schauspieler und Regisseur Franz Jauner und in "Wiener Mädel" um Carl Michael Zierer. "Unsterblicher Walzer" stammt übrigens von E.W. Emo.

Hans-Joachim Albrecht


Beiträge: 1.285

25.02.2020 09:41
#18 RE: EINE LANZE FÜR DEUTSCHE SPIELFILME 1933 bis 1945 Zitat · antworten

DANKE, Mailman, für diese Korrektur ! Für Streiche war und bin ich eigentlich immer zu haben, für solche wie
hier in meinem Text allerdings nicht...
Ich will trotzdem in künftigen Eintragungen dabei bleiben, kein Schriftgut dafür zu wälzen. Sei so gut und sei
auch künftig jemand, der hier auf die Richtigkeit von Fakten achtet. DANKE !
Gruß.hans.

Hans-Joachim Albrecht


Beiträge: 1.285

08.03.2020 16:57
#19 RE: EINE LANZE FÜR DEUTSCHE SPIELFILME 1933 bis 1945 Zitat · antworten

Folgende altdeutsche Spielfilme habe ich noch notiert, die ich gesehen habe, die nach authentischen
Persönlichkeiten gestaltet sind oder nach authentischen Ereignissen, und an die ich mich sehr gern
erinnere, weil sie m.E. durch die Bank in guter bis sehr, sehr guter künstlerischer Qualität sind:

Robert Koch, der Bekämpfer des Todes (Titelrolle Werner Krauss)
Andreas Schlüter (Heinrich George)
Friedemann Bach (Gustaf Gründgens)
Wen die Götter lieben...(Mozart) (Hans Holt)
Zirkus Renz (René Deltgen, ist- glaube ich- von jemand anderem schon genannt worden)
Paracelsus (Werner Krauss)
Ewiger Rembrandt (Ewald Balser, der in einem Ö-Film von 1949 auch Beethoven darstellte)
Diesel (Willy Birgel)
Der liebe Augustin (Paul Hörbiger)
Es war eine Rauschende Ballnacht (Peter Tschajkowski)(Hans Stüwe)
Titanic (mit Sibylle Schmitz, Hans Nielsen und als Kapitän Otto Wernicke)



Es waren viele mehr,aber mehr fallen mir im Moment nicht ein oder ich hab sie nicht gesehen oder sie haben
bei mir nicht einen so starken Eindruck hinterlassen.
Aufmerksame und wissende Leser denken bestimmt noch an die vielen Friedericus Rex-Filme (Friedrich II.(Friedrich
der Große), dargestellt von Otto Gebühr. Keinen dieser Filme hab ich gesehen.
Auch "Kolberg" (mit George und Horst Caspar in den Hauptrollen) sah ich nicht; vielleicht kann jemand, der ihn gesehen
hat, etwas zu dem Film sagen, plus kleine Inhaltsangabe vielleicht. Es war ein Farbfilm, das weiß ich.

Stichwort die ersten deutschen Spielfilme in Farbe : 1940/41 kamen die ersten in die Kinos:

Mir fallen folgende spontan ein, die ich auch sah:
FRAUEN SIND DOCH BESSERE DIPLOMATEN (die Hauptdarsteller waren Marika Rökk u.Willy Fritsch)
Der MÜNCHHAUSEN-Film (Große Besetzung; Hans Albers in Titelrolle)
DIE FRAU MEINER TRÄUME (Marika Rökk, Wolfgang Lukschy)
DAS BAD AUF DER TENNE (Will DOHM und Ehefrau Heli FINKENZELLER (beide die Eltern von GABY DOHM)

Da fällt mir ein, einen Robert-Schumann -Film (Mathias Wieman) gab´s auch; wer Lust hat, kann hier
sehr gerne weiteres ergänzen.....
Der antibritische Spielfilm "OHM KRÜGER" (Emil Jannings) gehört in diese Rubrik. Hier habe ich gehört, daß
der mitwirkende GUSTAF GRÜNDGENS äußerst ungern in diesem Film gespielt hat, aber er wohl nicht nein sagen
konnte.
Zum Schluß für heute will ich mal eine Hitliste der 10 beliebtesten Filmschauspieler aus dieser Zeit wagen, wie
sie hätte aussehen können, wäre eine Umfrage erfolgt (die Damen beim nächsten Mal).

1 Hans Albers
2 Heinz Rühmann
3 Willy Fritsch
4 Willy Birgel
5 Heinrich George
6 Paul Hartmann
7 Gustav Fröhlich
8 Emil Jannings
9 Harry Piel
10 Hans Söhnker

Tschüß für heute. der hans

Stefan der DEFA-Fan


Beiträge: 11.835

08.03.2020 17:38
#20 RE: EINE LANZE FÜR DEUTSCHE SPIELFILME 1933 bis 1945 Zitat · antworten

"Kolberg" lief vor Jahren mal auf Arte - mit zugehörigen Erläuterungen natürlich. Typischer Harlan-Film: Bildsprache wie nach dem Lehrbuch, vollgestopft mit völkischen Klischees (die interessanteste Rolle der von Kurt Meisel gespielte Pazifist - nach damaliger Deutung selbstverständlich kein mutiger Mensch) - eine unerhörte Materialschlacht, die unvermittelt in realistisches Kriegsgeschehen kippt (und deshalb schon vor der Premiere kräftig gekürzt werden musste). Keine offene Hetze wie "Jud Süß", trotzdem politisch indiskutabel und meiner Ansicht als Film völlig reizlos.

Gruß
Stefan

berti


Beiträge: 15.427

08.03.2020 18:37
#21 RE: EINE LANZE FÜR DEUTSCHE SPIELFILME 1933 bis 1945 Zitat · antworten

Zitat von Stefan der DEFA-Fan im Beitrag #20
"Kolberg" lief vor Jahren mal auf Arte - mit zugehörigen Erläuterungen natürlich. Typischer Harlan-Film: Bildsprache wie nach dem Lehrbuch, vollgestopft mit völkischen Klischees (die interessanteste Rolle der von Kurt Meisel gespielte Pazifist - nach damaliger Deutung selbstverständlich kein mutiger Mensch) - eine unerhörte Materialschlacht, die unvermittelt in realistisches Kriegsgeschehen kippt (und deshalb schon vor der Premiere kräftig gekürzt werden musste). Keine offene Hetze wie "Jud Süß", trotzdem politisch indiskutabel und meiner Ansicht als Film völlig reizlos.

Dem Urteil würde ich so nicht zustimmen: Im Dezember 2017 lief der Film auf Arte (die TV Spielfilm drückte sich ein Urteil herum: "Wertung entfällt, da Nazi-Propaganda"), zuvor war er bereits 1998 ausgestrahlt worden. Auf Youtube taucht er immer mal wieder auf, 2013 wurde er im Rahmen einer Vorführung mit anschließender Diskussion (moderiert von Professor Peter Brandt) gezeigt. Dabei spielte ein Aspekt eine wichtige Rolle, auf den auch Erwin Leiser in seinem Buch "Deutschland, erwache" eingeht: die Widersprüchlichkeit des Films.
Zunächst fällt auf, dass die Art, wie Napoleon dargestellt wird, beim heutigen Zuschauer Assoziationen zu Hitler auslösen muss: Das wirkt insofern grotesk, weil Goebbels die Produktion energisch vorantrieb, aber offenbar (ebenso wie Harlan) betriebslind war, da Napoleon ja im Film ein Feindbild ist!
Auch breitet sich gerade gegen Ende eine fatalistische Untergansstimmung und Todessehnsucht aus (besonders stark, wenn Nettelbeck und Gneisenau sich umarmen, da sie nun "gemeinsam sterben" könnten), die völlig der Absicht widerspricht, den Glauben an den "Endsieg" zu stärken, was doch eigentlich die Absicht war.
Auch ist unklar, ob der Film sich historisch auf eine preußische Tradition berufen will (was viele Szenen nahe legen) oder diese umgekehrt als dekadent darstellt (der zunächst zaudernde und schwächliche König in der Rahmenhandlung, manche preußische Bedenkenträger, die sich auf die Regeln "alter Zeiten" berufen).
Leider muss ich gestehen, dass der enorme Produktionsaufwand beeindruckend ist, erst recht, wenn man bedenkt, dass der Film 1943/44 entstand. Anscheinend glaubten Goebbels und Harlan ernsthaft, so doch noch den Krieg gewinnen zu können, anders lässt sich das kaum erklären.
Als ich mich mit jemandem über "Kolberg" ausgetauscht habe, meinte dieser, der Film sei im negativen Sinne "sehr amerikanisch", so überkitscht und pathetisch seien selbst deutsche Filme aus dieser Zeit nur selten gewesen. Hier habe Goebbels wohl wirklich seinen Wunschtraum erfüllen können, Hollywood-Epen etwas vom Aufwand her Gleichwertiges entgegenzusetzen.
Aber gerade das dick aufgetragene Pathos (wenn Gneisenau etwa inhaltlich und von der Diktion her an den Propagandaminister erinnert), die historischen Bezüge auf die Zeit um 1800 (die heute so nur noch Fachhistoriker oder SEHR speziell Interessierte deuten können) und die vergleichsweise zurückhaltende Darstellung der französischen Offiziere (verglichen mit Briten in "Mein Leben für Irland" oder "Ohm Krüger" oder Russen in "GPU") dürften verhindern, dass der Film heute noch eine starke aufhetzende Wirkung hat. Eine DVD-Veröffentlichung (natürlich mit Bonusmaterial und Audiokommentar) würde ich hier sogar befürworten.


berti


Beiträge: 15.427

08.03.2020 18:49
#22 RE: EINE LANZE FÜR DEUTSCHE SPIELFILME 1933 bis 1945 Zitat · antworten

Zitat von berti im Beitrag #21
Aber gerade das dick aufgetragene Pathos (wenn Gneisenau etwa inhaltlich und von der Diktion her an den Propagandaminister erinnert)

Siehe etwa die Rede, die zu Beginn dieses Ausschnitts vorkommt:https://www.youtube.com/watch?v=2a8AsPfYuDQ
Oder das Ende der Rahmenhandlung:https://www.youtube.com/watch?v=AYOfT4DuZtg


berti


Beiträge: 15.427

08.03.2020 18:56
#23 RE: EINE LANZE FÜR DEUTSCHE SPIELFILME 1933 bis 1945 Zitat · antworten

Zitat von berti im Beitrag #21
Leider muss ich gestehen, dass der enorme Produktionsaufwand beeindruckend ist, erst recht, wenn man bedenkt, dass der Film 1943/44 entstand. Anscheinend glaubten Goebbels und Harlan ernsthaft, so doch noch den Krieg gewinnen zu können, anders lässt sich das kaum erklären.

Einen Eindruck vom Aufwand vermittelt dieser Clip, der diverse Szenen mit dem Lied "Lützows wilde, verwegene Jagd" kombiniert (teilweise passt beides verblüffend gut zusammen!):https://www.youtube.com/watch?v=E5bmg6jJbXI


berti


Beiträge: 15.427

08.03.2020 19:25
#24 RE: EINE LANZE FÜR DEUTSCHE SPIELFILME 1933 bis 1945 Zitat · antworten

Zitat von berti im Beitrag #21
2013 wurde er im Rahmen einer Vorführung mit anschließender Diskussion (moderiert von Professor Peter Brandt) gezeigt. Dabei spielte ein Aspekt eine wichtige Rolle, auf den auch Erwin Leiser in seinem Buch "Deutschland, erwache" eingeht: die Widersprüchlichkeit des Films.

Mitschnitte von dieser Veranstaltung (im Rahmen der "Lüdenscheider Gespräche") gibt es hier:https://www.fernuni-hagen.de/videostream...o_2013-28.shtml


berti


Beiträge: 15.427

09.03.2020 08:08
#25 RE: EINE LANZE FÜR DEUTSCHE SPIELFILME 1933 bis 1945 Zitat · antworten

Hier wäre noch eine ausführliche, differenzierte und teilweise ins Detail gehende Besprechung:https://www.ssl.ofdb.de/review/17479,548886,Kolberg

Hans-Joachim Albrecht


Beiträge: 1.285

09.03.2020 10:26
#26 RE: EINE LANZE FÜR DEUTSCHE SPIELFILME 1933 bis 1945 Zitat · antworten

Vielen, vielen Dank euch beiden !
Gruß.hans.

Hans-Joachim Albrecht


Beiträge: 1.285

31.03.2020 07:25
#27 RE: EINE LANZE FÜR DEUTSCHE SPIELFILME 1933 bis 1945 Zitat · antworten

Heute beginne ich mit den nach meiner Ansicht beliebtesten Filmschauspielerinnen des dt.Films
der Filmzeit 1933-44, zehn an der Zahl, nachdem ich "meine 10 Männer" letztens
schon genannt hatte: (bitte seht es mir nach, wenn einige ganz wichtige fehlen.
Auch diesmal habe ich keine Unterlagen gewälzt)

1 Zarah Leander
2 Lilian Harvey
3 Marika Rökk
4 Hilde Krahl
5 Brigitte Horney
6 Magda Schneider
7 Karin Hardt
8 Ilse Werner
9 Sibylle Schmitz
10 Camilla Horn

Olga Tschechowa und Lil Dagover fallen mir grad noch ein. Aber wer soll dafür raus ? Jenny Jugo, Luise Ulrich,
Marianne Hoppe, Renate Müller........La Jana mit wenigen Filmrollen, aber sie war schon eine Wucht, nicht nur
ihre tadellose Figur, sondern ihre Mimik, ihre Art zu sprechen....

Auch Krimis sind jede Menge in dieser Filmzeit gedreht worden. Ich setze an die absolut erste Stelle
den Albers/Rühmann-Streifen "Der Mann , der Sherlock Holmes war", mein Gott, was für eine tolle Unter-
haltung beim Anschauen ! Für mich ein Klassiker der Filmkunst.
HERR SANDERS LEBT GEFÄHRLICH ist hier schon genannt worden, gefiel mir auch, dann der WILLY-Forst-Krimi
ICH BIN SEBASTIAN OTT.....DER FALL DERUGA mit Willy Birgel in der Titelrolle(1937), in letzterem mir
ein Satz in Erinnerung blieb: Birgel: "Hier ist man ja schon schuldig, wenn man einen Familiennamen wie ich
ihn habe, besitzt." Ja, 1936/37 waren so kleine Seitenhiebe möglich....
Dennoch, irgendwie haben mir weitere Krimis, die als Montagabend-Film im DFF gesendet wurden, nicht so gut ge-
fallen wie Krimis aus anderen Ländern. Ich kann´s nicht erklären, aber es war so bei mir.

Wenn ich ABENTEUERFILME IM III. REICH aufrufe , dann komme ich gar nicht drum herum, an die erste Stelle HANS-ALBERS-
FILME zu nennen, die den Erfolg nun wirklich gepachtet hatten. SERGEANT BERRY, prima Abenteuer, mit paar
Längen im dritten Drittel, wie ich finde, TRENCK, DER PANDUR, WASSER FÜR CANITOGA will ich aus der Fülle der
ALBERS-Abenteuer hier nur nennen.
Aber auch andere Künstler haben schöne Abenteuer-Unterhaltung geschaffen, z.B. Harry-Piel-Filme (nicht alle
vorgeführten Filme von ihm gefielen mir gleich gut, aber das ist ja alles Geschmackssache).
RENÈ DELTGEN tat sich mit einigen Abenteuern hervor, "Brand im Ozean" oder den "Grünen Kaiser" und
"Kautschuk" will ich nennen, da konnte er so schön seine hohe Stimme zum Schreien bringen....

Man müßte noch etliche mehr Abenteuerfilme nennen, die man sich wirklich gut ansehen konnte. Bitte, wer möchte,
kann hier wie ich gerne in Erinnerungen schwelgen...
(wird fortgesetzt)


c.n.-tonfilm



Beiträge: 1.319

31.03.2020 18:08
#28 RE: EINE LANZE FÜR DEUTSCHE SPIELFILME 1933 bis 1945 Zitat · antworten

Können die DEFA-Experten hier Licht ins Dunkel um das ungelöste Rätsel des Films Rätsel der Nacht (1944/45) bringen? Dieser spannende und rundum gelungene Krimi des heute zu Unrecht völlig vergessenen Regisseurs Johannes Meyer wurde als Produktion der Berlin-Film GmbH ab September 1944 in den Holland-Ateliers in Amsterdam und Den Haag gedreht. Lotte Koch, Kirsten Heiberg, Richard Häußler, Franz Schafheitlin, Malte Jäger, Lothar Firmans, Josef Sieber, Herbert Gernot und Ernst Legal waren in den Hauptrollen zu sehen; Heibergs Ehemann Franz Grothe komponierte die Musik.

Bei Kriegsende war der Film abgedreht und befand sich in der Musik-Synchronisation. Das weitere Schicksal des Streifens ist bis heute unklar. Es ist eine Videokopie ungewisser Herkunft ohne Vorspann und mit einigen Dialogstellen ohne Ton mit einer Länge von rund 84 Minuten im Umlauf, die einen im Prinzip fast fertiggestellten Film widerspiegelt. Angeblich soll "Rätsel der Nacht" wie einige andere Überläufer auch 1950 im Auftrag der Sovexport-Film von der DEFA fertiggestellt worden sein; eine Aufführung ist jedoch nicht nachweisbar. Andererseits gibt es die Variante, der Film sei unvollendet geblieben. Die DEFA-Stiftung führt den Film nicht auf ihrer Seite; dies tut sie jedoch bei anderen Überläufern, die von der DEFA fertiggestellt wurden, auch nicht.

Ich reime es mir im Moment so zusammmen, dass ein Start vorgesehen war und man evtl. auch an dem Film gearbeitet hat, die endgültige Fertigstellung dann aber abgebrochen wurde oder unterblieb. Dies ist umso rätselhafter, da das überlieferte Filmmaterial zeigt, dass eine kinotaugliche fertige Fassung in diesem Fall recht einfach umsetzbar gewesen wäre.

Hat jemand Unterlagen, Vorankündigungen, Zeitungsnotizen, Zensurkarten o.ä. die enthüllen, welche Verbindung DEFA/Sovexport zu dem Film hatten?


Kirsten Heiberg singt "Das bleibt doch unter uns" in "Rätsel der Nacht"


Alte Kinofilme nach Jahrzehnten nachträglich neu zu synchronisieren ist wie Süßstoff in einen guten alten Wein kippen: ungenießbar-pappige "Spätlese".

Was wären Jack Lemmon, Danny Kaye, Peter Sellers, Bob Hope und Red Skelton im deutschsprachigen Raum ohne die Stimme von Georg Thomalla ?

mrmisery



Beiträge: 188

31.03.2020 20:55
#29 RE: EINE LANZE FÜR DEUTSCHE SPIELFILME 1933 bis 1945 Zitat · antworten

Zitat von Mailman im Beitrag #6
Im Prinzip läuft nur noch was auf ARTE.
Filme aus den 30er\40er-Jahren waren zuletzt häufig auf 3Sat zu sehen, gerade Filme mit Hans Moser - vor ein paar Tagen erst lief dort DER HIMMEL AUF ERDEN (1935 mit Heinz Rühmann und Theo Lingen). Um Weihnachten 2019 rum zeigte 3Sat auch drei Zarah-Leander-Filme (LA HABANERA, ZU NEUEN UFERN und DER BLAUFUCHS), wobei mir persönlich der damalige "Hype" um Leander und Willy Birgel unerklärlich bleibt. Von den drei Filmen fand ich nur ZU NEUEN UFERN interessant, da das Setting (die australische Strafkolonie Paramatta im 19ten Jahrhundert) für die damalige Zeit recht ungewöhnlich war und mir Lissy Arna in der Rolle einer Zuchthäuslerin recht gut gefiel.

Zu den beliebten weiblichen Stars der damaligen Zeit würde ich noch Anny Ondra zählen wollen. Bei den männlichen Schauspielern kommt mir auch immer Gustav Knuth in den Sinn, wenn er auch wohl nicht zu den Top-Stars dieser Zeit zählt.


Hans-Joachim Albrecht


Beiträge: 1.285

01.04.2020 07:29
#30 RE: EINE LANZE FÜR DEUTSCHE SPIELFILME 1933 bis 1945 Zitat · antworten

C.N. Tonfilm, ich hab eins, zwei Nachschlagewerke zu den Überläufern. Sollte ich mich hier nicht mehr melden,
hab ich nichts Neues gefunden.
mrmisery, Anny Ondra, jawoll und danke, die gehört unter die ersten ! An die hab ich nicht gedacht.
Bei Gustav Knuth sagst du ja selbst, was Sache war, das ging bis Anfang der 60er so.
Aber dann ging seine Popularität "durch die Decke"....durch´s Fernsehen. ALLE MEINE TIERE war der Knuth-Beginn.
Etliches später gab´s seine STAMMTISCH-RUNDE, Anekdoten/Erlebnisse rund um den "Bau".
Gruß. hans

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