Ich habe heute "Die Tage des Weines und der Rosen/Stärker als alle Vernunft" gesehen, altes Open-Matte-Vollbild-Master mit deutschem Vorspann. Was mich besonders beeindruckt hat: Die berühmte Szene, in der Lemmon im Gewächshaus nach der letzten Flasche sucht, und die gerade für die damalige Zeit unglaublich drastische Szene des kalten Entzugs. Beide Szenen, die vor allem aus Geräuschen bestehen, spielte Thomalla unglaublich präzise und intensiv nach. Dass nur keiner auf die Idee kommt, bei einer DVD-BD-Veröffentlichung solche Sequenzen durch O-Ton zu ersetzen...
Zitat Pat und Patachon: Der unfreundliche Nachbar aka: Pat und Patachon als Modekönige/Pension Fortuna. OT: Højt på en kvist. DK 1929. R: Lau Lauritzen sr. mit Carl Schenstrøm (Pat), Harald Madsen (Patachon) UA: 26.12.1929. EA: 30. 3.1984 (ZDF).
Für den (Stumm-)Film wurde 1950 von der Kaudel-Film eine Tonfassung hergestellt. Mit einem Kommentator und teilweiser Synchronisation mit verschiedenen Sprechern. Georg Thomalla spricht für Harald Madsen.
Zitat von Gast im Beitrag #55Für Jack Lemmon war er ausgezeichnet-was sonst. Sowohl in komischen Rollen, als auch in ernsten. Das ist eine der glücklichsten Synchronbeziehungen überhaupt gewesen. (...) Bei Lemmon fehlt mit Thomalla immer, ist wer anderer zu hören-fast immer.
Gerade lese ich Manfred Krugs Tagebücher aus den Jahren 2000-2001 ("Ich beginne wieder von vorn"). Aus dem Eintrag vom 28. Juni 2001 (S. 204):
"Gestern ist Jack Lemmon mit 76 Jahren an Krebs gestorben. Ohne die große Klasse von Georg Thomalla hätte ich ihn auf Deutsch nicht hören wollen und nicht lieben können. Ein seltener Fall."
Das zeigt wieder, wie eng die beiden offenbar in der Wahrnehmung vieler deutscher Zuschauer miteinander verbunden waren.
Georg Thomalla bei Joachim Fuchsberger. Interessantes Gespräch, weil er ausführlich und immer wieder ernsthaft über seine Kindheit und Jugendjahre sowie die Erfahrungen der NS-Zeit spricht. Ab 00:30 geht es um Synchronarbeit, kurz durch Kalauer unterbrochen, aber Blacky steuert wieder zurück zum Thema:
Danke für den Hinweis auf dieses Fundstück! Was alles in den Archiven schlummert ...
Was die "frühen" Jahre/Jahrzehnte seines Lebens angeht, so war mir manches schon aus seinen (1988 erschienenen) Memoiren bekannt; aber von ihm "direkt" erzählt bekommt es natürlich noch einen zusätzlichen Unterhaltungswert.
Hätte ich nicht die Länge des Clips vor Augen gehabt, wäre es mir vermutlich am Ende wie Fuchsberger gegangen; so schnell können knapp 45 Minuten vergehen! Natürlich fällt es bei manchem Geplänkel zwischen den beiden schwer zu glauben, dass dieses ganz "spontan" ablief; aber das schadet ja nicht weiter. Spaßig war auch die Anekdote über die verpasste Begegnung mit Danny Kaye (selbst wenn diese erfunden sein sollte).
Mal sehen, was noch so alles aus den Fernseharchiven seinen Weg zu Youtube finden wird!