Duwner empfand ich nicht als so überpräsent in Komödien wie Gentzen, allerdings -das geht jetzt zu den Klischeebesetzungen- nervte er mich zuweilen schon mal für asiatische Charaktere. Vor allem finde ich solche Dauerbesetzungen oft schade, wenn es sich um Sprecher handelt, die durchaus auch mehr können.
Gentzen etwa fand ich großartig in "Tanz der Vampire"-auch eine Komödie, aber da war die Rolle selbst nicht komisch (sondern nur die Situation). In "Der Arzt und die Teufel" sprach er für Melvyn Hayes als geistig beeinträchtigten "Dorftrottel" zwar auch aufgedreht, aber auf sehr differenzierte Weise. Er brachte die manischen Züge der Figur gut ein. Jerry Lewis interessierte mich nie, für Kenneth Williams war Gentzen in meinem Ohr die denkbar ungünstigste Besetzung (da werden mir 99% der Fans widersprechen).
Und noch etwas-manchmal, vor allem während der 60er, fand ich Ursula Krieg etwas überpräsent bei älteren Damen. Wenn sie klischeebesetzt war, sprach sie die Rollen sehr einheitlich und nur bei besseren Rollen ließ sie sich ganz hineintreiben.
Zitat von fortinbras im Beitrag #47Er brachte die manischen Züge der Figur gut ein. Jerry Lewis interessierte mich nie, für Kenneth Williams war Gentzen in meinem Ohr die denkbar ungünstigste Besetzung (da werden mir 99% der Fans widersprechen).
Sagen wir mal so. Kenneth Williams gehörte zu den Personen, die so eine einzigartige Stimme hatten, dass du ihn eigentlich gar nicht synchronisieren konntest. Von daher würde ich sagen, auch wenn Gentzen die Figur oder auch die Person vielleicht nicht ganz getroffen hat, von der Stimme war er immer noch am nächsten dran. Mir wäre bei einer Synchronisation von Kenneth Williams auch nur Gentzen eingefallen, wobei Erik Schumann in der Zeichentrickserie "Willo, das Waldlicht" natürlich auch nicht schlecht war aber gegen Williams den Kürzeren zog.
Zitat von fortinbras im Beitrag #47Und noch etwas-manchmal, vor allem während der 60er, fand ich Ursula Krieg etwas überpräsent bei älteren Damen. Wenn sie klischeebesetzt war, sprach sie die Rollen sehr einheitlich und nur bei besseren Rollen ließ sie sich ganz hineintreiben.
In der Erstsynchro von "Das Fenster zum Hof" von 1955 empfand' ich Ursula Krieg ebenso ... "einheitlich" sprechend (wie du es beschrieben hast) und daher auch deutlich weniger passend als Ingeborg Wellmann in der "Neu-"Synchro von 1984. Dass sie es viel besser konnte, hat sie ja zigfach unter Beweis gestellt - und dazu muss man noch nichteinmal die Paraderolle der "Miss Marple" heranziehen (obwohl das natürlich schlichtweg genial war - kein Vergleich zum ersten Marple-Film mit Rutherford, wo Rutherford ja leider nicht von Ursula Krieg gesprochen wurde).
Egal, was er spielte-Williams hatte immer etwas an sich, das "Upperclass" verströmte und Teil seiner Komik war. Wenn Gentzen etwas schon so gar nicht hatte, war es ein Gefühl für diesen "Upperclass-Touch". Es gab zwei Stimmen, die für Williams absolut hinreissend waren: Lothar Blumhagen und Stefan Behrens. Ich glaube, daß sogar Jürgen Thormann gepasst hätte. Übrigens gibt's zu Kenneth William ein ausgezeichnetes, auch sehr erschütterndes Buch: "Born Brilliant" von Christopher Stevens (nur englisch). Wie gesagt: insgesamt war mit Gentzen im Zeitraum von vollen 30 Jahren zu überpräsent in aufgedrehteren Komödien.
@ Smeagol zu Ursula Krieg:
Ich persönlich kann Agnes Windeck im ersten Miss Marple-Film sehr viel abgewinnen. Sie gefiel mir auch sonst sehr gut bei ihr! Dennoch war Ursula Krieg absolut hinreissend und konnte ihr komödiantisches Talent voll ausspielen. Ihr Zusammenspiel mit Erich Fiedler war auch großartig! Mir fallen einige großartige Rollen von ihr ein, aber bei vielen altjüngferlichen oder ältlichen Damen war sie mir zu überpräsent und einheitlich. Von "Das Fenster zum Hof" kenne ich nur die neue Fassung und da war Ingeborg Wellmann für Thelma Ritter das absolute Synchronhighlight des Filmes, weil sie allem eine spezielle Note verlieh. Wenn das Ursula Krieg so in ihrer Standardweise gemacht hat, müsste ein erheblicher Teil des schwarzen Humores verloren gegangen sein.
kenneth williams war schwul, daher diese diese Stimme und die mannerismen (?). Michael Sheen hat ihn in einem autobiografischen Film "Fantabula ... " verkoerpert, der auf Williams Tagebuechern basiert. sehr sehenwert.
Erstmals: Kenneth Williams war nicht schwul. Er war schwuler als schwul! Und hat sich sein ganzes Leben lang dafür geschämt und gequält dafür.
Zweitens: Allerdings ist das ausgesprochen simpel und unwahr, aus seiner sexuellen Veranlagung seine Stimme und Verhaltensweisen ableiten zu wollen. So richtig tuntig war er dann, wenn eine Rolle auch diesen Anschein erwecken konnte. Als Stimmtalent konnte er sogar fallweise ohne jegliche Spracheskapaden sehr natürlich und auch maskulin sprechen. Wenn man oft näselndes Sprechen, affektiertes Gehabe und Upperclass-Snobismus mit schwul gleichsetzt, dann weiß ich jetzt:
Roger Moore muß schwul sein und legte es nur manchmal ab. Robert Morley war schwul. Ebenso Rex Harrison und Peter o' Toole sowieso. Nicht zu vergessen Vincent Price (ok, da weiß man ja heute, daß er bisexuell war). Und David Niven muß auch eine starke schwule Seite gehabt haben. Oh, und natürlich Nigel Patrick! Alec Guinnes und Laurence Olivier auch meistens. Das mitunter klischeehafte "Englische" auf Homosexualität zurückzuführen ist ein bisserl simpel. Bei Kenneth Williams, Charles Gray und Charles Hawtrey mag es ja passen, weil die schwul waren. Aber was machen wird dann mit Harry Andrews? Der war auch schwul und doch hatte er nie ein affektiertes Gehabe.
wenn man vergleichsweise freizuegigen London lebt, dann sieht man, dass man von der Koerpersprache und der Art zu reden, durchaus auf die sex. Orientierung schliessen kann. Warum war das Coming out von Ben Wishaw genau 1 Tag eine Schlagzeile? Weil jeder einsah, dass es offensichtlich ist
Zitat von fortinbras im Beitrag #54Roger Moore muß schwul sein und legte es nur manchmal ab. Robert Morley war schwul. Ebenso Rex Harrison und Peter o' Toole sowieso. Nicht zu vergessen Vincent Price (ok, da weiß man ja heute, daß er bisexuell war). Und David Niven muß auch eine starke schwule Seite gehabt haben. Oh, und natürlich Nigel Patrick! Alec Guinnes und Laurence Olivier auch meistens.
Danke, ich wollte schon immer mal wissen, welche Namen Kent Brockman da auflistet, nur ging es mir da immer zu schnell!
Ein Outing im Jahr 2013 kann man wohl schwer mit einer Zeit und den in ihr lebenden Menschen vor Jahrzehnten vergleichen. Deine Argumentation ist ausgesprochen naiv, sowohl was den Londo-Bezug betrifft (gibt's das sonst nirgendwo?), als auch die generellen Zusammenhänge. Tut mir leid, daß ich das so direkt sage.
Ist wem bekannt, ob Synchronsprecher mittlerweile auch in einem Festangestelltenverhältnis arbeiten? Anders kann ich mir die aktuelle Überpräsenz von Lara Trautmann bei Arena respektive Patrizia Carlucci bei Cinephin nicht erklären. Lara Trautmann sprach jüngst nur Hauptrollen für Arena, die da wären "APB", "Kamen Riders", "The Deuce" sowie ganz neu "American Horror Story" und "Famous in Love". Dafür, dass sie vor wenigen Monaten ausschließlich für die Lokalisation von Videospielen tätig war, ganz schön viele Serienverpflichtungen auf einmal. Bei Patrizia Carlucci sieht es ähnlich aus mit ihren Rollen in "Rocco Schiavone", "Dynasty", "White Famous", "Veep" und "I'm Dying Up Here". Ihre Engagements sind alle auf die Cinephon zurückzuführen.