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Dieses Thema hat 89 Antworten
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berti


Beiträge: 15.148

26.12.2011 12:33
#16 RE: James Mason Zitat · antworten

James Mason war berühmt für seine sonore, tiefe und doch sehr geschmeidige, geradezu katzenhafte Stimme. Bei der Länge seiner Karriere und der Vielzahl seiner Filme wäre es ein Wunder gewesen, wenn sich irgendjemand dauerhaft hätte etablieren können. Aber die Vielzahl an teilweise sehr unterschiedlichen Sprechern überrascht trotzdem.
Wolfgang Lukschy wurde längere Zeit öfter besetzt. Seine Stimme war ähnlich tief wie Masons eigene, ihm ging jedoch dessen Geschmeidigkeit völlig ab. Dass er in späteren Jahren nicht mehr auf ihn besetzt wurde, wundert mich nicht. Denn der späte Lukschy klang noch kerniger und hätte wohl nicht mehr gepasst, besonders bei Gentleman-Rollen.
Bei Friedrich Schoenfelder ist es genau umgekehrt: Der klang ähnlich geschmeidig und sanft, hatte aber eine viel höhere Stimme. Schauspielerisch war er in "Lolita" hervorragend (Bräutigam hat dazu alles wesentliche gesagt), aber ansonsten hätte ich ihn bei Mason entbehren können. Er klang mir zu schmal und passte nicht so recht zum Gesicht.
Holger Hagen war ein ganz guter Kompromiss, da er näher an Masons Stimmklang als Schoenfelder war, jedoch geschmeidiger als Lukschy klang. Allerdings klang er etwas zu dünn. Trotzdem hätte ich ihn gerne öfter gehört.
Friedrich Joloff war gerade in zwielichtigen Rollen genial (beim "unsichtbaren Dritten" tröstet er mich etwas über das Ode-Debakel hinweg) und hätte mehr Einsätze verdient. Schade, dass seine Synchronkarriere so früh endete, und dass er anscheinend (dem Klischee entsprechend) eher in negativen Rollen auf Mason besetzt wurde ("Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" kenne ich noch nicht).
Wilhelm Borchert hatte mit dem O-Ton zwar nichts zu tun, passte für mich aber gerade beim späten Mason ganz gut aufs Gesicht.
Heinz Engelmann kenne ich bisher nur aus einer Szene zu Beginn von "Steiner - Das eiserne Kreuz", wo er für mich als Rollencast einigermaßen funktionierte. Aber sonst stelle ich ihn mir zu hart vor. Bei Wolf Ackva und Curt Ackermann gilt für mich dasselbe.
So sehr ich Paul Klinger schätze: Bei James Mason passte er für mich gar nicht: Einerseits zu "munter", andererseits fehlte ihm auch der zurückhaltend-distinguierte Klang, den viele andere Mason-Sprecher hier hatten.
Dem selten in größeren Rollen besetzten Kurt Waitzmann war der Part in "The Verdict" eigentlich zu gönnen, aber das Wilhelm Borchert in einer Nebenrolle verschwendet wurde, ärgert mich ziemlich. Ansonsten hätte ich mir hier (trotz Berlin) auch Holger Hagen vorstellen können.


Silenzio
Listenpfleger

Beiträge: 16.394

26.12.2011 13:08
#17 RE: James Mason Zitat · antworten

Borchert habe ich bisher nur in "Anruf für einen Toten" und "Das Böse unter der Sonne" erlebt, fand ihn jetzt aber nicht überwältigend. Nicht gut, nicht schlecht. Wolfgang Lukschy fand ich da allerdings weitaus unpassender. Ansonsten: Friedrich Joloff war eigentlich die Besetzung für James Mason. Wirklich schade, dass seine Karriere so früh endete. Ihn könnte ich mir auch in "Eine Handvoll Hoffnung" vorstellen, von dem die Angabe ja noch fehlt.
Curt Ackermann, Holger Hagen und Friedrich Schoenfelder gingen in Ordnung, mehr auch nicht. Alle anderen hab ich noch nicht erlebt - Paul Klinger oder GGH z.B. kann ich mir kaum passend vorstellen, die DEFA-Sprecher Viehmann und Wolff schon eher.


berti


Beiträge: 15.148

26.12.2011 15:41
#18 RE: James Mason Zitat · antworten

Wer wäre aus deiner Sicht denn der beste Joloff-Nachfolger gewesen?

Silenzio
Listenpfleger

Beiträge: 16.394

26.12.2011 15:51
#19 RE: James Mason Zitat · antworten

Kann ich nicht sagen. Von denen, die nach Joloff kamen fand ich keinen sonderlich passend. Am ehesten vielleicht noch Holger Hagen.

berti


Beiträge: 15.148

26.12.2011 16:01
#20 RE: James Mason Zitat · antworten

Eigentlich überrascht es mich fast, dass Siegfried Schürenberg nie auf James Mason besetzt wurde. Nicht, weil ich ihn sonderlich passend gefunden hätte, sondern weil er öfter George Sanders sprach, der im Original einen ähnlichen Tonfall wie Mason hatte. Und weil Schürenberg bekanntlich auch viele Gentleman-Rollen sprach.

lupoprezzo


Beiträge: 2.565

26.12.2011 16:20
#21 RE: James Mason Zitat · antworten

Claus Biederstaedt fand ich gut, kommt dem Original sehr nahe. Bin zwar nicht sicher, ob er in jeder Rolle gepasst hätte, aber ein Versuch wär's auf alle Fälle wert gewesen. Erstaunlich, dass er offenbar nur einmal zum Einsatz kam.

berti


Beiträge: 15.148

26.12.2011 18:11
#22 RE: James Mason Zitat · antworten

Biederstaedt hätte ich mir bei Neu- und Erstsynchros älterer Filme öfter vorstellen können.
Dass man ihn statt dessen in einer zeitgenössischen Synchro auf den über 20 Jahre älteren Mason besetzt hat, kommt mir komisch vor.


Lord Peter



Beiträge: 4.076

26.12.2011 19:19
#23 RE: James Mason Zitat · antworten

Klinger in "Gefährlicher Urlaub" ist eine Katastrophe. Schlimmer kann Dux in "Ausgestoßen" auch nicht sein...


"Hm, etwas fällt mir beim Sekt immer wieder auf."
"Haferstroh, sollten Sie jetzt sagen, daß die Sektperlen Sie in der Nase kitzeln, dann ermorde ich Sie auf der Stelle!"

Gerd Duwner und Friedrich Schoenfelder in "Ein toller Käfer"

berti


Beiträge: 15.148

26.12.2011 20:46
#24 RE: James Mason Zitat · antworten

Zitat von Lord Peter
Klinger in "Gefährlicher Urlaub" ist eine Katastrophe.


In Bezug auf das Verhältnis zum Schauspieler, zur Rolle, oder zu beidem?
Ich kenne diese Kombination bisher nur aus dem "Untergang des Römischen Reiches" und einem Spionagefilm, in den ich 2004 hineingeschaut habe, als er auf 3Sat lief (Claire Bloom sprach dort in der Synchro mit britischem Akzent).


Silenzio
Listenpfleger

Beiträge: 16.394

26.12.2011 20:52
#25 RE: James Mason Zitat · antworten

Zitat von berti

Ich kenne diese Kombination bisher nur aus dem "Untergang des Römischen Reiches" und einem Spionagefilm, in den ich 2004 hineingeschaut habe, als er auf 3Sat lief (Claire Bloom sprach dort in der Synchro mit britischem Akzent).


Das wird dann aber "Gefährlicher Urlaub" gewesen sein. Claire Bloom spielte darin die weibliche Hauptdarstellerin. Den Film kenne ich bisher nur im Original.

berti


Beiträge: 15.148

26.12.2011 20:54
#26 RE: James Mason Zitat · antworten

Kann sein. Der Film, den ich meine, lief im Herbst 2004 im Rahmen eines Thementages über Spionage. Am selben Tag zeigte 3Sat auch den "Spion, der aus der Kälte kam" und "Finale in Berlin" mit Michael Caine.

Mücke ( gelöscht )
Beiträge:

26.12.2011 20:57
#27 RE: James Mason Zitat · antworten

Für Mason war mir Klinger viel zu blasiert. Dem nimmst du da überhaupt nix mehr ab, außer bei Butler James einen Kaffee zu bestellen. Borchert fand ich dahingehend auch nicht wesentlich besser. Von DEN dreien gefiel mir Lukschy wirklich noch am besten, wenngleich ihm gerade hier dieses Weinerliche eigen war, was ich an seinen 50er-Rollen überhaupt nicht leiden kann, aber das war im Grunde der einzige von denen mit dem Mason zumindest noch männlich wirkte.

Joloff war super. Für den späten Mason war auch Holger Hagen gar nicht übel. Schoenfelder kann ich mir auch gut vorstellen, da der kurioserweise trotz seiner sonoren Stimme NIE nur blasiert klang - im Gegensatz zu etwa Blumhagen -, aber ich kenne den Film leider noch nicht.


"Muss ja nich' sein..."
"Darf nicht sein!"
Wolfgang Hess für Bud Spencer und Lothar Blumhagen für Emilio Laguna in "Zwei wie Pech und Schwefel"

berti


Beiträge: 15.148

26.12.2011 21:07
#28 RE: James Mason Zitat · antworten

Zitat von berti
Der Film, den ich meine, lief im Herbst 2004 im Rahmen eines Thementages über Spionage. Am selben Tag zeigte 3Sat auch den "Spion, der aus der Kälte kam" und "Finale in Berlin" mit Michael Caine.


Wie ich gerade herausgefunden habe, war dieser Thementag seinerzeit am 3. Oktober.
Zu Joloff: Den hätte ich gerne öfter gehört, gerade (um ein konkretes Beispiel zu nennen) in "Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer".
Denn Masons Captain Nemo ist nicht einfach ein Menschenfeind, sondern wurde durch eine tragische Vergangenheit dazu, die er in einem dramatischen Monolog erklärt. Dass Joloff diese Chance nicht gegeben wurde, ist ein Jammer.

Mücke ( gelöscht )
Beiträge:

26.12.2011 21:15
#29 RE: James Mason Zitat · antworten

Zitat von berti
Denn Masons Captain Nemo ist nicht einfach ein Menschenfeind, sondern wurde durch eine tragische Vergangenheit dazu, die er in einem dramatischen Monolog erklärt.


Gerade in dieser Szene passte Lukschys Gejammere aber gar nicht schlecht.


"Muss ja nich' sein..."
"Darf nicht sein!"
Wolfgang Hess für Bud Spencer und Lothar Blumhagen für Emilio Laguna in "Zwei wie Pech und Schwefel"

berti


Beiträge: 15.148

26.12.2011 21:18
#30 RE: James Mason Zitat · antworten

Sicher war seine Besetzung eine Abweichung von Lukschys damaligem Helden-Klischee. Aber Joloff, der sonst öfter auf eindimensionale Finsterlinge besetzt wurde, hätte hier vielleicht noch mehr rausholen können. So wie vielleicht (wenn die Synchro 10 Jahre später entstanden wäre) Heinz Petruo.


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