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Dieses Thema hat 54 Antworten
und wurde 2.795 mal aufgerufen
 Synchronschaffende
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fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

24.03.2014 16:37
#46 RE: Friedrich Joloff Zitat · antworten

Zitat von Jeannot im Beitrag #45
interessant, daß Joloff und Fiedler in dem anti-englischen Film SCHWERT DER WÜSTE jeweils einen jüdischen Aktivisten sprechen


Es geht hier zwar um eine nicht ganz so bedeutsame Sache, aber in Anbetracht der Tatsache, daß man ja seinen Lebensunterhalt verdienen muß, halte ich den Klaus Kinski zugeschriebenen Satz für passend: "Schicken Sie mir nicht das Drehbuch, schicken Sie mir die Gage!"

Interessant finde ich es aber immer wieder, persönliche Aspekte mit privaten zu vergleichen. Nicht nur beim Synchronisieren, sondern überhaupt bei Schauspielern.

berti


Beiträge: 16.740

11.07.2014 14:36
#47 RE: Friedrich Joloff Zitat · antworten

Zitat von fortinbras im Beitrag #22
Sein Auftritt für James Mason in "Mein Engel und ich" ist auf jeden Fall auch dem komischen Fach angehörig. Wirklich lustig ist der Film zwar nicht-oder nicht mehr, aber die Selbstironie James Masons bringt er gut rüber. Lucille Ball wünscht sich ja einen Schutzengel, der wie James Mason aussieht-das wird so im Film gesagt und recht witzig damit gespielt.

Da der Film (im Unterschied zu einigen anderen mit der Kombination Mason-Joloff) auf DVD ausleihbar ist, habe ich ihn kürzlich in Augenschein genommen. Meine ziemlich niedrigen Erwartungen wurden nicht enttäuscht, die wenigen Szenen mit dem Schutzengel und die Episode mit dem "Film im Film" waren die einzigen Lichtblicke, da Mason hier sehr schon mit seinem Image als (manchmal zwielichtiger) Charmeur spielen konnte. Dass die MGM sich hier für Friedrich Joloff entschied, finde ich lobenswert, da Wolfgang Lukschy damals Masons häufigster Sprecher und Paul Klinger von der Rolle her naheliegender war; außerdem hatte Joloff Mason zuvor nur in einem anderen Film (allerdings ebenfalls bei der MGM) gesprochen. Dass er sich hier (trotz der geringen Möglichkeiten) von seiner charmant-ironischen Seite zeigen und in der Kino-Episode (wie Jahre später in "Arsen und Spitzenhäubchen", dort aber viel ausführlicher) sein "finsteres" Image parodieren konnte, war durchaus amüsant.

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

08.08.2014 14:52
#48 RE: Friedrich Joloff Zitat · antworten

Aller guten Dinge sind drei...ich hab es schon erfolglos in zwei anderen Threads gepostet, hier also nochmal, vielleicht gibt es ja eine Meinung dazu:

Friedrich Joloff wird in der offiziellen Sprecherliste zu "Barabbas" mit Anthony Quinn als Sprecher für Michael Gwynn in der Rolle des Lazarus angegeben.

Die Szene ist eine der stärksten im Film, denn Lazarus ist keineswegs angetan von Jesus - er habe ein erbärmliches Leben geführt und der Tod sei so schön und friedlich gewesen. Jesus habe ihn zurückgeholt aus diesem Paradies und nun habe er keine friedliche Stunde mehr.

Auf der Dvd ist diese Szene vollständig im Original mit deutschen Untertiteln, als habe man sie für die deutsche Fassung gar nicht erst synchronisiert.

Leider habe ich "Barabbas" nur als Kind im Fernsehen gesehen und kann mich nicht mehr erinnern, also kann ich keinen Vergleich machen.

Wurde die Szene noch vor dem Synchronisieren entfernt (bereits bei der kontroversiell diskutierten Romanvorlage zählte diese Passage zu jenen, denen "Blasphemie" vorgeworfen wurde), aber blieb die geplante Sprecherbesetzung in den Listen bestehen? Oder wurde die Szene für die Dvd-Veröffentlichung untertitelt, weil sie deutsch sinnentstellt oder gekürzt war und die Mischung aus Dialog/Untertitel keinen Sinn ergeben hätte?

John Connor



Beiträge: 4.883

08.08.2014 16:23
#49 RE: Friedrich Joloff Zitat · antworten

Zitat von fortinbras im Beitrag #48
Wurde die Szene noch vor dem Synchronisieren entfernt (bereits bei der kontroversiell diskutierten Romanvorlage zählte diese Passage zu jenen, denen "Blasphemie" vorgeworfen wurde), aber blieb die geplante Sprecherbesetzung in den Listen bestehen? Oder wurde die Szene für die Dvd-Veröffentlichung untertitelt, weil sie deutsch sinnentstellt oder gekürzt war und die Mischung aus Dialog/Untertitel keinen Sinn ergeben hätte?


Wann kommt denn die Szene ungefähr? Ich habe eine alte TV-Aufzeichnung, die ohne Abspann eine Länge von ca. 127 min. hat - laut ofdb ist sie damit ca. 5 min. kürzer als die DVD-Edition. Gut möglich, dass diese Szene nach der Kinoaufführung in den TV-Ausstrahlungen fehlte.

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

08.08.2014 16:47
#50 RE: Friedrich Joloff Zitat · antworten

Für dein Engagement in dieser Sache schlage ich dich für den "Special Blofeld-Joloff Award 2014" vor.

Ich muß die Dvd mal raussuchen und reinschauen, dann melde ich mich. Jedenfalls kommt sie erst dann, nachdem Anthony Quinn frustriert feststellen mußte, daß seine Frau Jesus ihm vorzieht und er herumzieht, etwas über Jesus zu erfahren. Die genaue Zeit (auf der ungekürzten Dvd) kann ich erst abends angeben.

Die Sequenz fand ich genial - weil sich die Bibel und alle Verfilmungen ja nicht damit beschäftigen, was Lazarus empfindet. Ausgestoßen ist er ja auch, als von den Toten Heimgekehrter ist er seinem Umfeld unheimlich.

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

09.08.2014 00:36
#51 RE: Friedrich Joloff Zitat · antworten

Die Szene beginnt nach ca 29 Minuten Dvd-Laufzeit und dauert rund dreieinhalb Minuten.

Leider muß ich meinen oben ausgeführten Details etwas widersprechen, ich habe wohl Buch und Film etwas durcheinandergebracht in der Erinnerung. Der Film ist doch nicht so deutlich - eher zurückhaltend und mysteriös, aber er zeigt Lazarus doch als einsamen Aussenseiter, der allerdings das Paradies hier nicht zu beschreiben vermag und alles als "Nichts" bezeichnet. Die ganze Szene ist untertitelt.

John Connor



Beiträge: 4.883

09.08.2014 14:00
#52 RE: Friedrich Joloff Zitat · antworten

Die Szene fehlt in meiner Aufzeichnung, und es gibt auch keine formalen Anzeichen, dass sie herausgeschnitten wurde – bei den Szenenübergängen gibt es weder harte Schnitte noch Tonsprünge. Nach dem Schlagabtausch mit Rahel geht Barabbas in die Straße der Töpfer, dort folgt er einem von Petrus‘ Jüngern zum alten Haus, klopft an die Tür, tritt ein, argumentiert dort mit den Fischern. Dann wird soft zum Saufgelage mit Sara übergeblendet. Von dort torkeln sie eine Treppe herunter, Barabbas versucht ein Kamel zu klauen, begegnet einem alten Blinden, dann kommt Rahels große Predigtszene…

BARABBAS 1.png - Bild entfernt (keine Rechte)BARABBAS 2.png - Bild entfernt (keine Rechte)
BARABBAS 3.png - Bild entfernt (keine Rechte)BARABBAS 4.png - Bild entfernt (keine Rechte)

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

09.08.2014 14:10
#53 RE: Friedrich Joloff Zitat · antworten

Ja, genau da dazwischen liegt die Szene mit Lazarus, dessen Darsteller von Friedrich Koloff gesprochen worden sein soll. Barabbas geht nach dem Gespräch, wo Petrus ist, ins Haus zu Lazarus. Nachdem er dieses irritiert verlässt, geht's mit dem Saufgelage weiter.

Vielen Dank für die Info! Dann hat man die Szene wohl vor dem Kinostart noch entfernt oder für's Fernsehen.

So wie sie im Film ist, anders als von mir verdreht in der Erinnerung und dem Buch dazu, bietet sie aber wenig Verheissungsvolles, ist trist, düster, unheimlich und Lazarus wirkt wie ein Untoter, der aus dem einen Nichts ins andere Nichts kam.

berti


Beiträge: 16.740

07.12.2015 11:52
#54 RE: Friedrich Joloff Zitat · antworten

Zitat von Gast im Beitrag #5
"Quo Vadis" ist wirklich nicht das gelbe vom Ei. Aber eine der wenigen Filme, in denen Leo Genn wirklich sehr intensiv eingesetzt wurde und Joloff macht das ausgezeichnet. Wobei anzumerken wäre, daß auch das keine böse Rolle ist!

Keine "böse", aber dafür eine erstaunlich differenzierte und "realistische", besonders, wenn man sie mit den teilweise peinlich schwülstigen und verkitschten Szenen um die Urchristen im selben Film vergleicht. Petronius scheint manchmal fast der "normalste" und vernünftigste Mensch zu sein, was natürlich besonders im Dialog mit Ustinovs wahnsinnigen und infantilen Nero so wirkt. Natürlich umschmeichelt er den Kaiser, aber er tut dies auf eine Weise, die von einem anderen Gegenüber durchaus als versteckte Kritik erkannt werden könnte. Genns subtiles Spiel und sein leiser, ironischer Humor verleihen diesen Szenen eine besondere Würze, die Joloff perfekt rüberbringt, wobei er dem O-Ton teilweise verblüffend nahe ist.
Dass man ihn danach nie wieder zum Zuge kommen ließ, ist ebenso erstaunlich wie die Tatsache, dass man damals überhaupt ihn und nicht z. B. Paul Klinger nahm. Klinger hätte die Figur sicher auch so übergebracht, hatte aber stimmlich ein deutlich "positiveres" Image und wäre daher eigentlich naheliegender als Joloff gewesen.

berti


Beiträge: 16.740

18.11.2022 13:23
#55 RE: Friedrich Joloff Zitat · antworten

Zitat von Gast im Beitrag #20
Bei "Geheimakte M" würde ich mal sagen, daß Joloff vermutlich nicht bekannt genug war, daß man ihn extra bestellte. Bei vielen deutschen Filmen später nahm man ja selbst bei populären Schauspielern kaum Rücksicht.

Nachdem ich diesen Film nun endlich sehen konnte, wollte ich zur Fremdsynchronisation etwas schreiben: Werner Peters´ Stimme aus dem Mund von Friedrich Joloff liest sich sehr merkwürdig, funktionierte aber besser als gedacht. Obwohl die beiden nicht nur optisch und akustisch, sondern auch von der Spielweise her verschieden waren, war es kein Fehlgriff. Trotzdem fehlte mir Joloffs Stimme, da er hier seine typische Gestik, Mimik und Körpersprache einsetzte, so dass eine fremde Stimme eigenartig wirkte. Der Originalton dürfte in diesem Fall aber keine Option sein, da er dort (laut IMDB) von Paul Frees nachsynchronisiert wurde.

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