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Dieses Thema hat 62 Antworten
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 Off-Topic
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Hans-Joachim Albrecht


Beiträge: 1.009

18.07.2018 09:54
#61 RE: DER FILM-OPA ERZÄHLT.............................. Zitat · antworten

DANKE, Stefan! Bin immer dankbar, wenn ich was neues erfahre. Gruß.hans.

Hans-Joachim Albrecht


Beiträge: 1.009

06.10.2019 21:39
#62 RE: DER FILM-OPA ERZÄHLT.............................. Zitat · antworten

Der DEFA-Aufnahmeleiter HEINZ WALTER, der leider vor wenigen Jahren verstarb und von dem ich hier schon einige seiner
"Erlebnisse " mit Künstlerinnen/Künstlern eingegeben habe, soll nun wieder das Wort haben.

......Der DEFA-Regisseur MARTIN HELLBERG war zwar vom Wuchs her eher klein, mal gerade 1,60 m groß (was ja gar nicht wich-
tig ist), aber er hatte ein Organ, oho, und das setzte er auch des öfteren bei den Dreharbeiten ein. Er war ein recht im-
pulsiver Mann, beruflich wie privat. Seine Biografie hat er selbst verfaßt, liegt in 3 Bänden vor.

Prof.Dr.KURT MAETZIG war ein ruhiger DEFA-Regisseur, mit ihm war sehr gutes Arbeiten. Er hat ein interessantes Leben geführt,
er war durch seine Mutter sogenannter Halb-Jude, also Mischling 1.Grades, wie es im Nazi-Jargon hieß und hatte einflußreiche
Freunde, die ihn vor der Deportation in eines der Vernichtungslager retteten.
Ich kann das Buch von Günther Agde von ca. 1978 über Prof.Maetzig sehr empfehlen. Es ist ein sehr langes, äußerst interessantes
Interview mit Maetzig enthalten.

.....Slatan DUDOW, der bulgarische DEFA-Spielfilmregisseur, wohnte bis zu seinem tödlichen Unfall in West-Berlin, hatte aber
eine Datsche in Ostdeutschland, wo er sich viel aufhielt. Mit ihm war es oftmals sehr schwierig zu arbeiten, viele konnten
da ein Lied von singen, auch die DEFA-Direktion. Er mochte die hübschen jungen Schauspielerinnen sehr gern, eine "Eigenschaft",
die er mit etlichen "Leuten vom Bau" teilte.

.....Der Schauspieler, Regisseur und Autor in Diensten des DEFA-Spielfilms, JOHANNES ARPE, dieser norddeutsche (nicht normannische,
das ist ein anderer) Kleiderschrank, war ein ganz dufter Typ, am Set und außerhalb, und er war ein großer Witze-Erzähler vor dem
Herrn. Er hat in den beiden THÄLMANN-Filmen (1954/55) den Schauspielern, allen voran Günther Simon, dem Titelhelden, den Hamburger
"Slang", also plattdeutsch, beigebracht, denn der ganze erste Teil dieses Zweiteilers spielt in Hamburg. Thälmann war n´echten
Hamburger Jung´.
Johannes Arpe hat nur 1x in einem ausländischen Film synchronisiert: Jean Gabin in den "ELENDEN" nach HUGO´s Roman (Synchron:DEFA).

......Der ausgezeichnete Bühnendarsteller JOCHEN BROCKMANN hat im Zuge der "Tauwetterzeit" in einigen DEFA-Filmen in den 50ern
mitgewirkt und auch bei DEFA´s synchronisiert. Mit ihm war gutes Arbeiten.
Seine große Schauspielkunst zeigte er auch nach dieser Zeit, und zwar u.a. in einigen Edgar-Wallace_Filmen wie DER FROSCH MIT DER
MASKE und vor allem als Oberganove Mr. Messer, der vom "HEXER" zur Strecke gebracht wird, im gleichnamigen Film.

HANS-RÜDIGER RENN , oder auch nur RÜDIGER RENN, war bis 1955 im Osten tätig, am Theater, beim DEFA-Film und DEFA-Synchron und beim
Rundfunk der DDR. Danach versuchte er im Westen sein Glück als Schauspieler; auch hat er als Regisseur gearbeitet.
Er lernte seine spätere Ehefrau CATJA GÖRNA 1953 bei den Dreharbeiten zum prima Unterhaltungsfilm der DEFA CAROLA LAMBERTI-EINE
VOM ZIRKUS kennen.
Aber er war ein Pussierstengel vor dem Herrn, sah ja auch blendend aus, und war der sympathischen Catja, wo ich die Ehre hatte,
sie persönlich kennenzulernen, nicht treu, außerdem war er alkoholabhängig. Die Scheidung kam bald und folgerichtig.
Frau Görna konnte oder wollte mir nicht sagen, wo RENN zum Zeitpunkt unseres Besuches bei ihr in West-Berlin (1992) wohnte.

......Zum Schluß einiges zu DEFA-/DFF-Arbeiten:
......Der vierteilige DFF-TV-Film "FLUCHT AUS DER HÖLLE"(1960) ist auf DVD kaufbar. Der Regisseur Hans-Erich Korbschmitt hatte für
die Hauptrolle den MANNE KRUG mehr als im Visier. Aber die Leitung beauftragte Korbschmitt, ARMIN MUELLER-STAHL zu nehmen,
der damals in West-Berlin wohnte.

......Im folgenden hatte ARMIN MUELLER-STAHL aber das Nachsehen: In dem DEFA-Film ANTON DER ZAUBERER wollte Regisseur Günter Reisch
ihn für die Titelrolle haben, bekommen hat sie aber, wie wir bestens wissen, ULLI THEIN. Dies hing mit dem Ausreiseantrag Mueller-
Stahls zusammen. Er ließ von seinem Antrag nicht ab, so hat man dem Armin die Rolle nicht gegeben......

.....Da wir gerade bei den beiden sind, also bei Armin und Ulli: Es gibt da eine A-5-Broschüre von 1962 vom Henschelverlag (DDR)
zu ULLI THEIN. In ihr wird ausführlich beschrieben, daß Ulli und Armin zu dem Zeitpunkt enge Freunde waren. 1961 lernte Ulli
bei Dreharbeiten die bezaubernde tschechische Schauspielerin JANA BREJCHOVA kennen. Dazu wird in besagter Broschüre der
Armin u.a. mit den Worten zitiert, ich gebe es sinngemäß wieder: ....dann bekam ich den Ulli immer weniger zu Gesicht: Jana Brejchova
wurde seine Frau......
Zu gern hätte ich gewußt, was aus dieser Männerfreundschaft geworden ist, ab den 60ern bis zum Ableben Theins 1995.
Weiß das jemand? Vielleicht steht es in der MUELLER-STAHL- Biografie, ich hab sie noch nicht gelesen....

.......Zum Schluß nochmal zu o.g.DEFA-Film "ERNST THÄLMANN"(1954/55): Wenn ich dies schon mal eingegeben habe, bitte
ich um Entschuldigung.
Für die Titelrolle war kurzfristig auch GUSTAV KNUTH bei der DEFA im Gespräch. Hätte alles gepaßt: die Größe, die Pfunde
zuviel auf den Rippen, die Stimme mit dem norddeutschen "Slang".....
Ausgemacht war aber die Besetzung der zweiten Hauptrolle (Fiete Jansen, Gefährte Thälmanns, junger Kämpfer) mit dem zu dem
Zeitpunkt im Osten wohnenden CLAUS HOLM ! Ich habe mit Herrn Holm telefoniert gehabt; er sagte mir, daß er nicht habe nein sagen
können aus verschiedenen Gründen, und so blieb ihm keine Wahl als die DDR zu verlassen, um (dann im Westen) weiterhin als Schauspieler
arbeiten zu können.
Tschüß sagt der Film-Opa hans.


Hans-Joachim Albrecht


Beiträge: 1.009

22.10.2019 21:21
#63 RE: DER FILM-OPA ERZÄHLT.............................. Zitat · antworten

Bei der DEFA sind in den Jahren nach dem Krieg einige "Jungens-Filme" entstanden. Der beste von ihnen war wohl "1-2-3 Corona"
(1948), den es ja auch auf DVD zu kaufen gibt.
Gern hätte ich den zweitbesten, wie man mir sagte, ".....und wenn´s nur einer wär`"(1949) auch gekauft, aber ich habe ihn
nicht als Kauf-DVD gefunden....
Habe mit einem der Kinderdarsteller (Jahrgang 1936) Verbindung aufgenommen, und er hat mir einiges zu den Schauspielern,
zu den Dreharbeiten u.a. erzählt:

"....UND WENN´ S NUR EINER WÄR´" - DEFA-"Jungens"-Film 1949 (gedreht 1948 in den Sommerferien):

.......Von den größeren Kinder-und Jugenddarstellern wie Lutz Moik, Uwe Jens Pape oder Thomas Dunskus abgesehen, sind die
anderen sämtlich aus Ost-Berlin gewesen, entdeckt und ausgesucht auf dem Alexanderplatz Frühsommer 1948.

......Er sagt, daß er WERNER GLADOW (Gladow-Bande) gut kannte, sie hätten damals ja alle geklaut, weil sie Hunger hatten.
(is ja n´Ding, fast wäre der Gladow ja wohl ebenfalls als "Schauspieler" entdeckt worden).
Vor Gladow hatten die Jungs auf´m Alex alle Respekt.

......Es erklingen lt.ihm 2 Lieder, eines haben die Jungs selber unter Anleitung gesungen.

......Jetzt seine Meinung über einzelne Mitwirkende:

...Lutz Moik: er wähnte sich schon als etwas höheres, als Künstler, gab Kommentare zu den "kleinen": Gut gemacht; sieht gut aus....

....Uwe Jens Pape war damals schon homosexuell, hat bei diesen Dreharbeiten , wie soll ich sagen, keine Spur in dieser Richtung
gezogen. Die Filmleute wußten es, er war ja auf der Schauspielschule; sie haben nichts gesagt, und so hat es "mein" Kinderdarsteller"
es erst viel später erfahren.

...Ralph Siewert war der Boß unter den jüngeren, selbst erst 14 Jahre ungefähr alt. Was viele nicht wissen: neben seiner großen
Rolle in 1-2-3 CORONA hat er noch einen dritten DEFA-Film gedreht, 1951 DIE LETZTE HEUER. Ich hab den Film anfang/mitte der 60er
im Fernsehen gesehen, die Rolle ist gar nicht so klein.
Siewert wurde Profi-Boxer im Westen und starb nach einem Boxkampf lt. Lutz Moik.

...Edelweiß Malchin war sehr, sehr nett zu den Jungs, hat Späße mitgemacht, keine Spur von Star-Gehabe.

...Siegfried Dornbusch war durch und durch Kumpel. Gesellen tat er sich freilich zu den Erwachsenen, was ihm niemand der "kleinen"
übel nahm

...Axel Monjé verhielt sich doch recht distanziert zu den Jungs.

...Der Erfahrenste von allen war ALEXANDER ENGEL in der Rolle des Schulrats. Engel hatte ab Anfang der 30er Jahre viele deutsche
Spielfilme gedreht. Dieser Film hier war sein erster Nachkriegsfilm, und viele sollten noch folgen, darunter weitere DEFA-Filme.
Gegenüber den Jungs verhielt er sich ganz normal, keinerlei Überheblichkeit.

...Käthe Alving, eine Dame in den Drehpausen, distanziert.

"Mein" Kinderdarsteller ist nicht Schauspieler geworden, dies war seine einzige Filmrolle. Er lebte seit 1951 in West-Berlin,
arbeitete in verschiedenen Berufen, zuletzt, über das Rentenalter hinaus, als Kraftfahrer.

Bis demnächst mal wieder. Der Film-Opa.


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