Es überrascht mich doch, wie schnell man die Auswirkungen spürt. Mittlerweile kann man auch ein klares Muster bei den Namen erkennen. Ich überlege schon die ganze Zeit, ob und was man dazu schreiben soll. Aber ich will die Leute nicht angreifen, da man nie die Umstände kennt. Allerdings gibt es ein paar Namen, bei denen ich es absolut nicht nachvollziehen kann. Diese ganze Netflix Sache zieht einen so unglaublich runter.
Ich find die Entwicklungen beängstigend. Ich hab die Social Media Videos von Stefanie Dischinger, Natascha Geißler, den Verbänden etc. euphorisch verfolgt und echt gedacht das bewirkt etwas. Aber die Realität sieht ja dann doch anders aus. Von „es werden keine Synchros released“ zu „es wird radikal mit prominenten Leuten umbesetzt“. Die Angst, dass der kleine Max Mustersprecher aus Köln-Kalk plötzlich Hauptrollen (weg)spricht, hat sich ja offenbar auch nicht bewahrheitet. Nein stattdessen sind es Sebastian Fitzner, Jaron Löwenberg, und Frank Röth. (Ich nenne die Namen weil sie bei „Clanes“ neu dabei sind) Und wenn ich dann den Cast von „Knokke Off“ (inklusive der Umbesetzungen) sehe, oder von anderen Projekten wo davon auszugehen ist dass sie unter neuen Verträgen entstanden sind, glaube ich nicht, dass der Protest was bringt. Er scheint mir viel eher Schaden anzurichten: Projekte aus München wandern ab (was macht das langfristig mit dem Standort?), die Stimmvielfalt schwindet wenn alles nur von den selben Leuten bedient wird..
Allen Streikenden wünsche ich eine Kehrtwende. Ich setze auch auf „Avatar“ Staffel 2 oder ein Projekt mit Hollywoodstars wo evtl. umbesetzt wird, und dass es noch einen „größeren“ Aufschrei gibt. Aber so wie es aktuell ist, verstehe ich „leider“ auch Netflix, die sich wohl denken werden: läuft doch?
Es sprechen trotzdem viele Leute nicht für Netflix, aber da es doch ein paar bekannte Namen sind, bekommt man diese mehr mit. Weil die dann auf alles besetzt werden, sodass man sich keine Anfänger holen muss. Allgemein scheinen auch mehr Jüngere ihre Arbeit niederzulegen als die älteren Semester. Dass Berliner laufende Projekte aus München übernehmen, finde ich eine der größten Frechheiten. Als hätte es der Münchener Standort nicht schon schwer genug, sich über Wasser zu halten.
Die Qualität leidet schon darunter, da du halt nicht richtig besetzen kannst mit eingeschränkter Wahl. Es ist halt die Frage, ob das am Ende bei den Zuschauern auch ankommt.
Zitat von Ferris 111 im Beitrag #267Heute ist „Clans“ online gegangen. Es gibt keinen Abspann aber die Namen würden mich schon interessieren.
Tamar Novas: Nils Kreutinger / Jaron Löwenberg Clara Lago: Shandra Schadt / Damineh Hojat Ricardo Leguizamo: Christian Weygand / Sven FechnerAudio Xosé A. Touriñán: Oliver Scheffel / Paul SedlmeirAudio Cris Iglesias: Marcia von Rebay / ?Audio Nuno Gallego: Mio Lechenmayr / Sebastian Fitzner Diego Anido: Julian Manuel / Julian ManuelAudio Tomás Del Estal: Holger Schwiers / Frank Röth Melania Cruz: Sophie Rogall / ?Audio María Pujalte: Bettina Redlich / Sabine WalkenbachAudio Miguel de Lira: Josef Vossenkuhl / Holger MahlichAudio Marisol Membrillo: Carin C. Tietze / ?Audio Lucía Veiga: Stefanie Dischinger / ?Audio Pepo Suevos: Stefan Lehnen / Marco Kröger
Chechu Salgado: ?Audio Federico Pérez Rey: ?Audio Luis Zahera: Martin SchubachAudio Susana Sampedro: ?Audio Tito Refoxo: Robert GlatzederAudio Sara Ferro: ?Audio Aurora Mestre: Marion HartmannAudio Leonardo Ortizgris: Florian ClydeAudio Isabel Naveira: ?Audio
Es wurden Synchron Tafeln nachgereicht. Kann wer noch Leute zuordnen? Interessant ist dass ein paar „etablierte“ Leute wie Holger Mahlich, Sebastian Fitzner (er ist es zu 100 %), Daniela Hoffmann u. a. nicht in den Tafeln erscheinen.
Viele ältere werden sich sagen, wenn sie in ein paar Jahren in Ruhestand gehen, dann ist heute Arbeit wichtiger. Wenn ich die jetzige Stellenkürzung überlebe, dann wird KI dafür sorgen, dass weitere Stellenkürzungen folgen, während sich die CEO die fetten Boni in die Tasche stecken. Jüngere Leute können sich eher umorientieren, aber wer schon wegen des Alter sonst keine Optionen hat auf einen halbwegs gut bezahlten Job ist wirklich geliefert.
Bei der brasilianischen Miniserie 'Nuklearer Notfall' wurde nun die deutsche Synchronfassung nachgereicht.
Es handelt sich um einen Mischcast aus München und Berlin mit nicht ganz unbekannten Namen. Eine Sache, die ich an der Streik-Situation interessant finde, ist, dass plötzlich auch namhafte Synchronschauspieler in Netflix-Titeln mitwirken, die zuvor kaum für Netflix gesprochen haben bzw. plötzlich in Genre-Titeln auftauchen, in denen sie in den letzten Jahren so gut wie gar nicht besetzt wurden.
Im Anhang findet ihr die Synchrontafeln zu Episode 1x03.
Angefügte Bilder:
Aufgrund eingeschränkter Benutzerrechte werden nur die Namen der Dateianhänge angezeigt Jetzt anmelden! Bild_2026-04-13_222059486.png Bild_2026-04-13_222129612.png Bild_2026-04-13_222149585.png Bild_2026-04-13_222208935.png
Dass nicht alle Münchner streikten, war klar, aber manche Namen tun auch hier weh. Schade, dass solche Mischsynchros dann unter solchen Umständen zustande kommen.
Bemerkenswert ist, dass *überhaupt* auf einmal wieder Mischsynchros möglich sind, während sie bislang allenfalls aus Kontinuitätsauflagen zustande kamen.
Man sollte bedenken, dass nicht unwenige gerade der etwas älteren Garde nach eigener Aussage von der Regelung in der AoR durchaus überzeugt sind, dass die Verwendung der KI-Trainingsdaten für einen eventuellen Output irgendwann in der Zukunft ausschließlich mit Genehmigung aller Betroffenen nötig wäre, von daher durch die neue zusätzliche rechtliche Abtretung keine Gefahr ausgehe.
Ich halte den Gedanken für sehr naiv, ehrlich gesagt. Wenn nach Netflix kein genauer Stimmenklon angefertigt wird, wie sollte das am Ende vergütet werden? Wenn es nicht wirklich genau der eigenen Stimme entspricht, beispielsweise wie es für Retakes aufgeführt wurde. Aber auch allgemein muss doch jedem klar sein, dass Netflix auf lange Sicht zumindest großteils seiner Synchronsparte durch KI ersetzen will. Ansonsten würde das alles nicht gemacht werden. Das kann den meisten Älteren egal sein (ich meine damit nicht die in der Tafel aufgeführten Personen), finde ich aber gegenüber der neuen Generation maximal ungerecht. Und sind wir ehrlich: Netflix ist nur der Anfang.
In den vergangenen Monaten ist mir im Zusammenhang mit Netflix eine Entwicklung aufgefallen:
Die Zahl der beauftragten deutschen Synchronfassungen steigt im Gegensatz zu allen anderen Sprachen nicht.
In den letzten Monaten, war zu beobachten, dass Synchronisationen in Sprachen wie Italienisch und Arabisch deutlich zugenommen haben. Auch in Tschechisch, Ungarisch und – etwas überraschend – in Rumänisch sind mehr Synchros zu beobachten. Darüber hinaus wird vermehrt in Französisch und europäischem Spanisch (Castellano) synchronisiert. Zudem erhalten mehr Lizenztitel Vertonungen in ES-419 und PT-BR. Insbesondere asiatische Titel profitieren davon.
Inzwischen gibt es mehrere Titel, die in zahlreichen Sprachfassungen verfügbar sind, jedoch keine deutsche Synchronfassung besitzen. Angesichts der Vielzahl vorhandener Sprachversionen bzw. der gemeinsamen Verfügbarkeit der Sprachen Italienisch, Castellano und Französisch entsteht der Eindruck, dass ursprünglich auch eine deutsche Fassung geplant gewesen sein muss.
Daher stellt sich mir die Frage: Handelt es sich hierbei um ein Kapazitätsproblem, mögliche Auswirkungen des Streiks bzw. entsprechende Gegenreaktionen seitens Netflix – oder um eine Kombination verschiedener Faktoren? Gibt es darüber hinaus weitere Gründe?
Hier eine Auswahl an Titeln, bei denen ich vermute, dass ursprünglich ebenfalls eine deutsche Synchronfassung vorgesehen war:
Ich würde vermuten, dass es durchaus ein Problem mit den Sprechern gab und man deswegen diese eher kleineren Produktionen nicht synchronisiert. Die vorhandenen (gerade die erfahrenen) Sprecher übernehmen dann schon viele Hauptrollen, was auch die Verfügbarkeit einschränkt. Da ist man seitens Netflix froh, wenn man diese Fassungen halbwegs über die Bühne bringen kann.